Kategorie: Lautsprecher Surround

Test Surround-Lautsprecher · Symphony Loudspeakers Cinema 5.1 System


Gehobene Ansprüche

Lautsprecher Surround Symphony Loudspeakers Cinema 5.1 System im Test, Bild 1
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Surround-Sets sind schwarz, klobig und Störfaktoren im Wohnzimmer. Nun, nicht alle. Die Marke Symphony Loudspeakers baut Boxen ganz bewusst so, dass sie hübsch und wohnraumfreundlich sind. Und exzellent klingen tun sie auch noch.

Peter Gawrikow, der Kopf hinter den Symphony Loudspeakers, ist Innenarchitekt und Musiker. Eine Kombination, die für einen Lautsprecherentwickler eigentlich zu schön ist, um wahr zu sein. Anders als andere Entwickler war bei ihm der Einstieg in diese Welt nicht von dem Gedanken geprägt, dass ihm nichts so richtig zusagte. Vielmehr hatte es finanzielle Gründe, warum Gawrikow als Jugendlicher in den Selbstbau reinschnupperte und sich dort verfing. Das dürften vielen unserer Leser aus eigener Erfahrung bekannt sein. Schon mit 15 in einer Band aktiv, begann Gawrikow damit, Musiker-Lautsprecher zu bauen. Ein paar Jahre später versuchte er sich erstmals an HiFi-Lautsprechern, wobei er noch nicht direkt selbst entwickelte, sondern zunächst Bauvorschläge modifizierte, was enorm lehrreich ist.

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Ab Mitte der 90er Jahre entstanden dann erste eigene Entwicklungen, für die er sich zunächst die Frequenzweichen noch von Gerd Lommersum (Acoustic Systems Engineering) entwickeln ließ. Der Name Lommersum sagt ihnen vielleicht nichts, aber dabei handelt es sich um einen renommierten Lautsprecherentwickler und Weichen-Fachmann. Man kann wohl davon ausgehen, dass bei der Zusammenarbeit jede Menge Fachwissen die Seiten gewechselt hat. Gawrikows Lautsprecher haben etwas Internationales. Der Firmensitz ist in der französischen Stadt Forbach. Die Gehäuse werden jedoch in Deutschland gefertigt, in einer Schwarzwälder Meisterschreinerei. Sie bestehen nicht einfach aus Holz, nein nein, sie werden aus handverlesenen 26 mm Ahornleimholzplatten mit Lamellen von 65 mm Breite aufgebaut. Dieses Leimholz wiederum wird in einer anderen Fachschreinerei in Baden-Württemberg gefertigt. Ich finde das ausgesprochen Hübsch und die Verarbeitung ist super. Die Umwelt liegt Gawrikow am Herzen, weshalb die Lautsprecher- und Subwoofergehäuse nur geölt werden, und zwar mehrfach. Auf Wunsch sind Sonderfarben möglich. Ich könnte mit der Ahorn-Ausführung sehr gut leben, aber klar, in manche Interieurs passt so eine Box womöglich nicht.

Leimholz


An dieser Stelle ein paar Worte zu Leimholz. Man nimmt für die Herstellung im Grunde ein Massivholzbrett, sägt es in gleich große Leisten und leimt diese wieder zusammen. Dabei wird jede zweite Leiste um 180 Grad gedreht. Der Gedanke dahinter: Wenn sich das Holz verformen sollte, auch nur gaaanz leicht, dann verformen sich die Leisten abwechselnd nach außen und innen. Und unterm Strich bleiben die Wände, Deckel, Boden, Vor- und Rückseite dabei ziemlich gerade. „Moment“, denken Sie nun vielleicht, „das hieße ja, es gibt eine bevorzugte Richtung, in die sich Holz verformt“. Und ja, die gibt es. Da der Baumstamm rund ist, neigt das Holz dazu, sich immer in eine Richtung, zum Kern des Stamms, zu verformen (man sagt auch „schüsseln“). Um das so gering wie möglich zu halten, macht Gawrikow zwei Dinge: Er wählt mit Ahorn ein Holz, das weniger stark als andere Sorten zum Verformen neigt, und er entfeuchtet es in einer Trockenkammer auf acht Prozent. Diese komplexe Problematik ist auch der Grund dafür, warum es so wenige Hersteller von richtigen Vollholzgehäusen aus so wenigen Holzplatten wie möglich gibt. Das erfordert einfach viel Knowhow und birgt ein Risiko, das man sich nicht unbedingt antun muss. Allein die Luftfeuchtigkeit ist eine Sache, die man normalerweise daheim nicht selbst regelt. Und die kann halt zwischen Sommer und Winter enorm schwanken, mit der Folge, dass sich das Holz anpasst. Auch wenn das nicht automatisch zum Schüsseln führt. Die Oberflächen der Lautsprecher-Gehäuse sind grundsätzlich astfrei und intern sind die Gehäuse versteift. Das Ahorn stammt aus nachhaltigem Anbau (Deutschland, Frankreich) und ist ökologisch „so gut wie unproblematisch“. Interessant ist, wie Peter Gawrikow auf Vollholz kam. 2010 hatte er einen Wasserschaden im Haus. Sein Parkett aus 26 mm starkem Ahorn musste entfernt, abgehobelt, ergänzt und neu verlegt werden. Und dabei blieb Parkett übrig – das umgehend in den Bau von Lautsprechergehäusen wanderte und sich als ziemlich tauglich entpuppte. Zudem war ihm schon länger störend aufgefallen, dass es so gut wie keine attraktiven Vollholzlautsprecher gab, die in ein gehobenes Interieur passten.

Chassis und Weiche


Jeder Kollege, der die Box hier im Verlag gesehen hat, hat sofort richtig getippt: Wavecor? Bei den Symphony-Lautsprechern kommen ausschließlich Treiber von Wavecor zum Einsatz. Eine gute Entscheidung, denn die Treiber aus China sind erfahrungsgemäß sehr gut. Wie gut eine Symphonic Loudspeaker Box klingt, haben wir übrigens erst vor Kurzem erfahren dürfen, als beim LP Magazin die Mezzoforte zum Test war. Kollege Bayer war aus guten Gründen sehr angetan und auch ich konnte mich der Box beim Mithören nicht entziehen.

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TW-022WA04 heißt der 22 mm durchmessende Kalottenhochtöner, der ab 2385 Hz spielt
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Der Tiefmitteltöner hört auf den Namen WF120BD06 und hat 12 cm Durchmesser
Die FCR sind jedoch etwas anders bestückt. Als Hochtöner kommt ein TW022WA04 zum Einsatz, der ab 2385 Hz spielt. Der Kalottenhochtöner hat 22mm Durchmesser und ist bekannt für sein gutes Abstrahlverhalten. Nach hinten ist das Bauteil aufgrund des Neodym-Magnetsystems nicht sehr fordernd, sodass TW022WA04 ideal zur FCR passt. Den Mittelhochtonbereich erledigt ein Tiefmitteltöner  namens WF120BD06 die Arbeit. Dieser verfügt über eine 12cm-Glasfaser-Papiermembran, die +/- 4mm lineare Auslenkung schafft. Wenn es Sie interessiert, können Sie die beiden Produkte mal im Web suchen. Sie werden feststellen, dass das wahrlich keine Billigheimer sind, sondern recht stolze Preisschilder tragen. Zu Recht, wenn Sie mich fragen. Auf der Weiche sitzen MKT-Kondensatoren, wie man sie häufig auch in Netzteilen findet. Insgesamt finden sich auf der Weiche überschaubare sieben Bauteile.

Subwoofer


Die fünf FCRs werden im 5.1-Set durch einen Subwoofer ergänzt, der den schönen Namen „Subwoofer“ trägt. Das finde ich super! Das ist so bodenständig und unkompliziert. Das Ding ist recht kompakt (HBT 431 x 325 x 325) und wiegt angenehme 16 Kilogramm. Die Optik holt mich mal so richtig ab. Der Treiber heißt Wavecor SW223WA02 und hat eine 22cm-Aluminium-Membran. Das Ding ist ziemlich belastbar und sollte auch hohe Ansprüche erfüllen, solange wir von eher üblichen Hörraumgrößen reden. Notfalls nimmt man zwei, aber das wäre sowieso der Königsweg. 11,7 mm lineare Auslenkung (+/-) sind schon was. Der Sub spielt bis zu 25 Hz, was ich immer etwas übertrieben finde, aber ja, ich verstehe, dass ein Heimkino-Betreiber das vielleicht möchte. Für Musikwiedergabe wäre das Quatsch. Die Leistung von 250 Watt stellt ein Hypex-Amp bereit. Dieser hat einen DSP, der wird aber lediglich als Subsonicfilter genutzt. Wir haben hier also ein ähnlich puristisches Konzept wie beim Inklang Sub Slim. Gawrikow Empfehlung zu der Anzahl der Subwoofer ergibt sich aus der Leistung des verwendeten Vollverstärkers für die Hauptlautsprecher: Liefert dieser 60 Watt, so erreichen die Lautsprecher 100 dB/1m. In diesem Fall reiche ein Subwoofer aus. Nutzt man hingegen einen stärkeren Amp, einen mit sagen wir 120 Watt Leistung, dann schaffen die FCRs bereits über 105 dB/1m. In diesem Fall müsste ein zweiter Sub her, um pegelmäßig mithalten zu können.

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Frequenzgang + Pegel: Symphony hat den Cinema FCR so geschickt konstruiert, dass er sowohl als Center wie auch als Front- oder Rearlautsprecher eine prima Figur macht. Durch die beiden nebeneinander liegenden Tiefmitteltöner entstehen keinerlei Einbrüche durch Interferenz bei unserer horizontalen Winkelmessung, das ist sehr gut gelöst. Obenraus macht der Hochtöner einen prima Job, hier gibt es auch unter Winkel die vollen 20 kHz Grenzfrequenz. Die kleinen Tieftönerchen bieten natürlich keinen echten Tiefbass, dafür ist der Subwoofer zuständig. Dieser spielt bis gut 30 Hz mit vollem Pegel, wobei auch ein fest eingestellter DSP im Spiel sein dürfte. Sonst gibt es am Subwoofer außer der Empfindlichkeit nichts einzustellen, er ist also auf den Receiver angewiesen, der ihn mit LFE-Signal bzw. einem passenden Tiefpass ansteuert. Pegelmäßig sind wir sehr erfreut, denn der kompakte Woofer schwingt sich zu 105 dB/1 m auf – eine respektable Leistung. Wir messen sogar höhere Pegel mit dem Mikrofon, das Ohr entlarvt dann jedoch deutliche Verzerrungen und bei niedrigen Frequenzen ein heftiges Abblasen durchs kleine Refl exrohr. Insgesamt funktionieren Lautsprecher wie Subwoofer blitzsauber ohne echte Schwächen, eine gelungene Entwicklungsleistung bei Symphony.

Installation


Da es sich hier um klassische passive Satelliten und einen aktiven Subwoofer handelt, ist der Aufbau in unserem Heimkino schnell erledigt. Die Kabel sind verlegt, das ist im Grunde Plug & Play. Den Pegel des Subwoofers anzugleichen ist auch schnell erledigt. Einfach den Subwoofer so laut machen, dass man am Hörplatz den Bass gut hört und dann ein bisschen runterdrehen. Zuerst jedoch habe ich mir die Boxen im Hörraum als 2.1-System angehört. Muff Potters neues Album eröffnet mit „Taliban Of The Week“, einem Midtempo-Song. Das klingt über die Boxen, angeschlossen am Advance Paris A10 Apex, sehr sauber und raumgenau, sehr angenehm auch. Auflösung ist da, aber sie ist unaufdringlich und harmonisch eingebunden. Der Subwoofer geht schön tief runter und alles klingt wie aus einem Guss. Die Separation von Gitarren und Stimme ist wunderbar, und beim zweiten Stück der Platte, „Rückflug aus Montana“, diesem krassen Ohrwurm, setzt kurz nach der Gitarre der Bass ein – und steht herrlich tief im Raum. Diese Räumlichkeit zeigt sich auch bei Queens Live at the Rainbow 74 Auftritt (November): Ich habe das Album selten mit so einer tiefen Bühne gehört, das ist richtig gut! Und hier drehe ich den Bass etwas lauter, jenseits der Mittelstellung wird er langsam vorlaut, aber ein bisschen vorlaut passt zu diesem Konzert sehr gut. Wunderbar, also alles rüber ins Heimkino. Dort fütterte ich den Yamaha-AV-Receiver mit Dolby- und Film-Trailern, Filmszenen und Musikbeispielen, wie wir sie zahlreich auf diversen Testscheiben haben. Und ja, in unserem 50qm Kino kann der ein oder andere vielleicht auf die Idee kommen, einen zweiten Subwoofer dazuzustellen. Kollege Barske etwa. Aber mir reichte das völlig. Wer keine Wände einreißen will, der kommt schon mit einem Subwoofer sehr weit. Der Filmgenuss war jedenfalls vollkommen ausgewogen. Effekte nervten nicht, obwohl das durchaus ehrliche Lautsprecher sind, die nicht schönen. Aber sie haben eine sehr kluge Abstimmung, bleiben bis zu echt harten Pegeln kultiviert und dröseln auch hektische Szenen akustisch gut auf. Regen etwa wirkte sehr echt, Explosionen hatten ordentlich Rumms und der Vergleich zu unserem Teufel- Ultima-20-5.1-Set (um 600 Euro) ist zwar etwas hart, zeigt aber exemplarisch, was hochwertigere Lautsprecher für einen Unterschied machen. Klar, auch das Teufel-Set macht Freude, aber mit den Symphonys ist alles viel lebensechter, farbiger, und gleichzeitig fokussierter und durchhörbarer. Was eben noch eine etwas hektische, diffuse Szene in irgendeinem Transformer-Film war, ist nun plötzlich viel mitreißender und beeindruckender. Genau das richtige für anspruchsvolle Heimkino-Fans, die gerne auch mal Musik genießen möchten. Oder umgekehrt. Super!

Fazit

Das 5.1-Set aus FCR und Subwoofer bietet auch sehr anspruchsvollen Musik- und Filmfans echten Genuss in Kombination mit einer edlen, naturverbundenen Optik. Sehr empfehlenswert!

Kategorie: Lautsprecher Surround

Produkt: Symphony Loudspeakers Cinema 5.1 System

Preis: um 5450 Euro

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10/2026
5.0 von 5 Sternen

Referenzklasse
Symphony Loudspeakers Cinema 5.1 System

10/2026

Symphony Loudspeakers Cinema 5.1 System
KLANGTIPP
Bewertung 
Klang 70%

5 von 5 Sternen

Labor 15%

5 von 5 Sternen

Praxis 15%

5 von 5 Sternen

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Peter Gawrikow Lautsprechersysteme 
Telefon
Internet symphony-loudspeakers.com 
Ausstattung
Ausführungen Sonderfarbtöne, außer Schwarz oder Weiß, gemäß Rubio Farbkollektion mit Ölmuster auf Anfrage 
Abmessungen (B x H x T in mm) 325 x 225 x 162 +
325 x 431 x 325 
Gewicht (in Kg) 7 + 16 
FCR 2-Wege-Passivlautsprecher, geschlossen 
Subwoofer aktiv, Bassreflex 
Garantie 5 Jahre 
+ sehr attraktive, hochwertig gemachte Lautsprecher 
+ sehr kultivierter, dabei druckvoller Heimkinoklang 
+ sehr unkompliziert 
Preis/Leistung hervorragend 
Klasse Referenzklasse 
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Alexander Rose-Fehling
Autor Alexander Rose-Fehling
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Datum 14.10.2026, 09:28 Uhr
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Interessante Links:
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