Test Surround-Lautsprecher · Symphony Loudspeakers Cinema 5.1 System
Gehobene Ansprüche
Surround-Sets sind schwarz, klobig und Störfaktoren im Wohnzimmer. Nun, nicht alle. Die Marke Symphony Loudspeakers baut Boxen ganz bewusst so, dass sie hübsch und wohnraumfreundlich sind. Und exzellent klingen tun sie auch noch.
Peter Gawrikow, der Kopf hinter den Symphony Loudspeakers, ist Innenarchitekt und Musiker. Eine Kombination, die für einen Lautsprecherentwickler eigentlich zu schön ist, um wahr zu sein. Anders als andere Entwickler war bei ihm der Einstieg in diese Welt nicht von dem Gedanken geprägt, dass ihm nichts so richtig zusagte. Vielmehr hatte es finanzielle Gründe, warum Gawrikow als Jugendlicher in den Selbstbau reinschnupperte und sich dort verfing. Das dürften vielen unserer Leser aus eigener Erfahrung bekannt sein. Schon mit 15 in einer Band aktiv, begann Gawrikow damit, Musiker-Lautsprecher zu bauen. Ein paar Jahre später versuchte er sich erstmals an HiFi-Lautsprechern, wobei er noch nicht direkt selbst entwickelte, sondern zunächst Bauvorschläge modifizierte, was enorm lehrreich ist.












Leimholz
An dieser Stelle ein paar Worte zu Leimholz. Man nimmt für die Herstellung im Grunde ein Massivholzbrett, sägt es in gleich große Leisten und leimt diese wieder zusammen. Dabei wird jede zweite Leiste um 180 Grad gedreht. Der Gedanke dahinter: Wenn sich das Holz verformen sollte, auch nur gaaanz leicht, dann verformen sich die Leisten abwechselnd nach außen und innen. Und unterm Strich bleiben die Wände, Deckel, Boden, Vor- und Rückseite dabei ziemlich gerade. „Moment“, denken Sie nun vielleicht, „das hieße ja, es gibt eine bevorzugte Richtung, in die sich Holz verformt“. Und ja, die gibt es. Da der Baumstamm rund ist, neigt das Holz dazu, sich immer in eine Richtung, zum Kern des Stamms, zu verformen (man sagt auch „schüsseln“). Um das so gering wie möglich zu halten, macht Gawrikow zwei Dinge: Er wählt mit Ahorn ein Holz, das weniger stark als andere Sorten zum Verformen neigt, und er entfeuchtet es in einer Trockenkammer auf acht Prozent. Diese komplexe Problematik ist auch der Grund dafür, warum es so wenige Hersteller von richtigen Vollholzgehäusen aus so wenigen Holzplatten wie möglich gibt. Das erfordert einfach viel Knowhow und birgt ein Risiko, das man sich nicht unbedingt antun muss. Allein die Luftfeuchtigkeit ist eine Sache, die man normalerweise daheim nicht selbst regelt. Und die kann halt zwischen Sommer und Winter enorm schwanken, mit der Folge, dass sich das Holz anpasst. Auch wenn das nicht automatisch zum Schüsseln führt. Die Oberflächen der Lautsprecher-Gehäuse sind grundsätzlich astfrei und intern sind die Gehäuse versteift. Das Ahorn stammt aus nachhaltigem Anbau (Deutschland, Frankreich) und ist ökologisch „so gut wie unproblematisch“. Interessant ist, wie Peter Gawrikow auf Vollholz kam. 2010 hatte er einen Wasserschaden im Haus. Sein Parkett aus 26 mm starkem Ahorn musste entfernt, abgehobelt, ergänzt und neu verlegt werden. Und dabei blieb Parkett übrig – das umgehend in den Bau von Lautsprechergehäusen wanderte und sich als ziemlich tauglich entpuppte. Zudem war ihm schon länger störend aufgefallen, dass es so gut wie keine attraktiven Vollholzlautsprecher gab, die in ein gehobenes Interieur passten.
Chassis und Weiche
Jeder Kollege, der die Box hier im Verlag gesehen hat, hat sofort richtig getippt: Wavecor? Bei den Symphony-Lautsprechern kommen ausschließlich Treiber von Wavecor zum Einsatz. Eine gute Entscheidung, denn die Treiber aus China sind erfahrungsgemäß sehr gut. Wie gut eine Symphonic Loudspeaker Box klingt, haben wir übrigens erst vor Kurzem erfahren dürfen, als beim LP Magazin die Mezzoforte zum Test war. Kollege Bayer war aus guten Gründen sehr angetan und auch ich konnte mich der Box beim Mithören nicht entziehen.
Subwoofer
Die fünf FCRs werden im 5.1-Set durch einen Subwoofer ergänzt, der den schönen Namen „Subwoofer“ trägt. Das finde ich super! Das ist so bodenständig und unkompliziert. Das Ding ist recht kompakt (HBT 431 x 325 x 325) und wiegt angenehme 16 Kilogramm. Die Optik holt mich mal so richtig ab. Der Treiber heißt Wavecor SW223WA02 und hat eine 22cm-Aluminium-Membran. Das Ding ist ziemlich belastbar und sollte auch hohe Ansprüche erfüllen, solange wir von eher üblichen Hörraumgrößen reden. Notfalls nimmt man zwei, aber das wäre sowieso der Königsweg. 11,7 mm lineare Auslenkung (+/-) sind schon was. Der Sub spielt bis zu 25 Hz, was ich immer etwas übertrieben finde, aber ja, ich verstehe, dass ein Heimkino-Betreiber das vielleicht möchte. Für Musikwiedergabe wäre das Quatsch. Die Leistung von 250 Watt stellt ein Hypex-Amp bereit. Dieser hat einen DSP, der wird aber lediglich als Subsonicfilter genutzt. Wir haben hier also ein ähnlich puristisches Konzept wie beim Inklang Sub Slim. Gawrikow Empfehlung zu der Anzahl der Subwoofer ergibt sich aus der Leistung des verwendeten Vollverstärkers für die Hauptlautsprecher: Liefert dieser 60 Watt, so erreichen die Lautsprecher 100 dB/1m. In diesem Fall reiche ein Subwoofer aus. Nutzt man hingegen einen stärkeren Amp, einen mit sagen wir 120 Watt Leistung, dann schaffen die FCRs bereits über 105 dB/1m. In diesem Fall müsste ein zweiter Sub her, um pegelmäßig mithalten zu können.
Installation
Da es sich hier um klassische passive Satelliten und einen aktiven Subwoofer handelt, ist der Aufbau in unserem Heimkino schnell erledigt. Die Kabel sind verlegt, das ist im Grunde Plug & Play. Den Pegel des Subwoofers anzugleichen ist auch schnell erledigt. Einfach den Subwoofer so laut machen, dass man am Hörplatz den Bass gut hört und dann ein bisschen runterdrehen. Zuerst jedoch habe ich mir die Boxen im Hörraum als 2.1-System angehört. Muff Potters neues Album eröffnet mit „Taliban Of The Week“, einem Midtempo-Song. Das klingt über die Boxen, angeschlossen am Advance Paris A10 Apex, sehr sauber und raumgenau, sehr angenehm auch. Auflösung ist da, aber sie ist unaufdringlich und harmonisch eingebunden. Der Subwoofer geht schön tief runter und alles klingt wie aus einem Guss. Die Separation von Gitarren und Stimme ist wunderbar, und beim zweiten Stück der Platte, „Rückflug aus Montana“, diesem krassen Ohrwurm, setzt kurz nach der Gitarre der Bass ein – und steht herrlich tief im Raum. Diese Räumlichkeit zeigt sich auch bei Queens Live at the Rainbow 74 Auftritt (November): Ich habe das Album selten mit so einer tiefen Bühne gehört, das ist richtig gut! Und hier drehe ich den Bass etwas lauter, jenseits der Mittelstellung wird er langsam vorlaut, aber ein bisschen vorlaut passt zu diesem Konzert sehr gut. Wunderbar, also alles rüber ins Heimkino. Dort fütterte ich den Yamaha-AV-Receiver mit Dolby- und Film-Trailern, Filmszenen und Musikbeispielen, wie wir sie zahlreich auf diversen Testscheiben haben. Und ja, in unserem 50qm Kino kann der ein oder andere vielleicht auf die Idee kommen, einen zweiten Subwoofer dazuzustellen. Kollege Barske etwa. Aber mir reichte das völlig. Wer keine Wände einreißen will, der kommt schon mit einem Subwoofer sehr weit. Der Filmgenuss war jedenfalls vollkommen ausgewogen. Effekte nervten nicht, obwohl das durchaus ehrliche Lautsprecher sind, die nicht schönen. Aber sie haben eine sehr kluge Abstimmung, bleiben bis zu echt harten Pegeln kultiviert und dröseln auch hektische Szenen akustisch gut auf. Regen etwa wirkte sehr echt, Explosionen hatten ordentlich Rumms und der Vergleich zu unserem Teufel- Ultima-20-5.1-Set (um 600 Euro) ist zwar etwas hart, zeigt aber exemplarisch, was hochwertigere Lautsprecher für einen Unterschied machen. Klar, auch das Teufel-Set macht Freude, aber mit den Symphonys ist alles viel lebensechter, farbiger, und gleichzeitig fokussierter und durchhörbarer. Was eben noch eine etwas hektische, diffuse Szene in irgendeinem Transformer-Film war, ist nun plötzlich viel mitreißender und beeindruckender. Genau das richtige für anspruchsvolle Heimkino-Fans, die gerne auch mal Musik genießen möchten. Oder umgekehrt. Super!
Fazit
Das 5.1-Set aus FCR und Subwoofer bietet auch sehr anspruchsvollen Musik- und Filmfans echten Genuss in Kombination mit einer edlen, naturverbundenen Optik. Sehr empfehlenswert!Kategorie: Lautsprecher Surround
Produkt: Symphony Loudspeakers Cinema 5.1 System
Preis: um 5450 Euro

Referenzklasse
Symphony Loudspeakers Cinema 5.1 System
Symphony Loudspeakers Cinema 5.1 System
| Klang | 70% | |
| Labor | 15% | |
| Praxis | 15% |
| Vertrieb | Peter Gawrikow Lautsprechersysteme |
| Telefon | |
| Internet | symphony-loudspeakers.com |
| Ausstattung | |
| Ausführungen | Sonderfarbtöne, außer Schwarz oder Weiß, gemäß Rubio Farbkollektion mit Ölmuster auf Anfrage |
| Abmessungen (B x H x T in mm) | 325 x 225 x 162 + 325 x 431 x 325 |
| Gewicht (in Kg) | 7 + 16 |
| FCR | 2-Wege-Passivlautsprecher, geschlossen |
| Subwoofer | aktiv, Bassreflex |
| Garantie | 5 Jahre |
| + | sehr attraktive, hochwertig gemachte Lautsprecher |
| + | sehr kultivierter, dabei druckvoller Heimkinoklang |
| + | sehr unkompliziert |
| Preis/Leistung | hervorragend |
| Klasse | Referenzklasse |






