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Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: JBL L100 Classic


Grundrenoviert

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Es gibt so ein paar HiFi-Klassiker, die muss man einfach mal gehört haben. Dazu zählt mit absoluter Sicherheit die JBL L100 Century, die bis auf das Jahr 1970 zurückgeht und bis heute einer der größten Verkaufserfolge von JBL ist

Natürlich ist die extrem kompakte Control 1 in allen Derivaten inzwischen in Sachen Stückzahlen bei Weitem an der großen Dreiwege-Konstruktion vorbeigezogen, aber dennoch muss man der L100 zugestehen, dass sie für eine so große Box ein enormer Erfolg war. Ursprünglich aus dem Studiomonitor 4310 hervorgegangen, war sie die zivile Variante mit etwas weniger wilder Chassisanordnung und der ganz charakteristischen „Würfel-Schaumstoff- Front“, die beim neuen Modell tatsächlich wieder aufgegriffen wurde. Die L100-Serie der 70er-Jahre umfasste neben der L100 noch die L100A und die L100 Century Evolutions, die noch fast 10 Jahre nach Erscheinen der L100 gebaut wurde. Als mir ein guter Freund vor ein paar Jahren ein Paar technisch gut erhaltene L100 Century anbot, konnte ich nicht Nein sagen: Die Gehäuse waren zwar schon hie und da etwas angeschlagen, dafür befanden sich die Treiber in einem hervorragenden Zustand. Und Chassis der Marke JBL genießen ja zu Recht einen hervorragenden Ruf in der gesamten Szene – was konnte ich also falsch machen. Nun – ein paar Hörsessions später hatte sich auch bei mir die Hassliebe manifestiert, die viele Kenner mit der alten L100 verbindet: Die Box beschert einem Klangerlebnisse, die unter die Haut gehen – im positiven, wie im negativen Sinne. Auf der Habenseite konnte ich Atmosphäre, Luft und eine sensationelle Homogenität bei bestimmten Musikmaterialien verbuchen, andererseits konnte die Box auch furchtbar rumpelig und undiszipliniert im Bass sein, dazu kam eine richtiggehende Aggressivität oberhalb des Präsenzbereichs, die man mit dem Mitteltondämpfer zwar mildern konnte, aber eben nicht ohne der Box ihre Lebendigkeit zu nehmen. Zwei Probleme gab und gibt es bei der klassischen L100: Der wunderbare Tieftöner mit der einmaligen Aquaplas-Membran spielt zwar sensationell breitbandig, ist aber für das Gehäuse falsch parametriert: Schon bei verschlossenem Reflexrohr macht er einen Oberbassbuckel, mit dem Resonator wird es viel zu viel um 80 Hertz. Das andere Problem ist die Minimalweiche, die JBL der Box mit auf den Weg gegeben hat: Der Bass spielt ohne(!) Filter durch bis über 5 Kilohertz, während Mittel- und Hochtöner nur mit jeweils einem Kondensator eingekoppelt werden. Was beim Hochtöner nur zu einer etwas unschönen Filterflanke führt, ist beim Mitteltöner tödlich: Dessen Membranresonanz bei 6,5 Kilohertz schlägt ungefiltert durch – was zum oben beschriebenen Klangbild führt. Um die Exkursion abzuschließen: Für die L100 gibt es inzwischen einige Weichenupdates, die teilweise sogar kommerziell angeboten werden – und sie werden trotz horrender Preise gekauft, so sehr lieben die Leute ihre alten JBLs. Wir springen ins Jahr 2018: JBL selbst hat verstanden, dass es durchaus eine Menge Leute gibt, die keine Scheu vor Retro-Optik bei Lautsprechern haben. Das bedeutet: Eher breit als hoch, eher einen großen Tieftöner als mehrere kleine. Warum also nicht das eigene Erbe verwalten und einen klanglich zeitgemäßen Nachfolger der L100 Century auf den Markt bringen? Gesagt, getan: Die L100 Classic erblickt das Licht der Welt. Dabei wurden die Eckdaten des klassischen Vorbildes beibehalten – das Gehäuse ist nicht exakt gleich groß, grundsätzlich aber ebenso dimensioniert, sodass die L100 Classic auf den passenden Ständern in Bodennähe, leicht nach hinten gene

Preis: um 4200 Euro

JBL L100 Classic


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