Kategorie: Mobiler Player

Einzeltest: Astell&Kern A&futura SE100


Kein Schmeichler

Mobiler Player Astell&Kern A&futura SE100 im Test, Bild 1
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Unter den diversen Astell&Kern-Modellen war eigentlich für jeden Anspruch etwas dabei. Vom Einsteigermodell AK Junior bis zum Spitzenmodell AK380. Doch die Entwicklung geht weiter und A&K hat die Weichen für ein neues Line-up gestellt. Als erstes Modell der neuen Gerätegeneration kam der neue A&futura SE 100 in die Redaktion.

Wohl keine Firma hat das Thema Digital- Audio-Player (DAP) technisch so voran- und auch in solche Preisregionen getrieben wie Astell&Kern. Wobei die AK-Modelle im Prinzip immer dem gleichen Konzept folgten, das entsprechend der angestrebten Preislage skaliert wurde. Grob gesagt könnte man sagen, je teurer, desto mehr der A&K-eigenen Wandlerchips kamen zum Einsatz und umso aufwendiger wurden die Verstärkerstufen. Natürlich haben die Koreaner auch an vielen weiteren Schrauben gedreht, um die Spitzenmodelle auf noch besseren Klang zu trimmen und auch die Ausstattung und das verfügbare Zubehör wurden üppiger.

Mobiler Player Astell&Kern A&futura SE100 im Test, Bild 2Mobiler Player Astell&Kern A&futura SE100 im Test, Bild 3Mobiler Player Astell&Kern A&futura SE100 im Test, Bild 4
Jetzt gibt es die Serien A&ultima, A&futura sowie A&norma. Wie zu erwarten, ist die A&futura-Serie die mittlere Linie. A&ultima umfasst die Spitzenmodelle, A&norma die „Brot-und-Butter-Geräte“. Dass Astell&Kern neben den Typenbezeichnungen und dem Design auch die Technik weiterentwickelt haben, zeigt ein genauerer Blick auf den A&futura SE100. 

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Ausstattung

Dem markig-markant eckigen Design, das immer ein bisschen nach Stealth-Technologie aussieht, bleibt Astell&Kern auch bei der neuen Playergeneration treu. Das sieht weiterhin cool aus – vor allem, weil A&K mit den Stilelementen spielt und immer neue Varianten des Themas hervorbringt. Entsprechend sind auch die neuen Geräte mit ihren Ecken und Kanten keine Handschmeichler. Eine weitere, äußerlich sichtbare Veränderung ist das große Touch-Display des SE100. Das 5" große, 720 x 1.280 Pixel darstellende Display ist sogar größer als das des bisherigen AK-Spitzenmodells AK380. Ja, viele Smartphones bieten mittlerweile noch mehr, doch hier geht es letztendlich ja um den Klang. Für den Klang maßgeblich ist, was sich „unter der Haube“ getan hat. Und das ist für A&KVerhältnisse schon eine kleine Revolution. Fangen wir mit dem Herz der Sache an, dem Wandlerchip. Lange hat A&K hier auf eine Eigenentwicklung gesetzt. Im SE100 kommt dagegen ein topaktueller ESS Sabre ES9038 Pro zum Einsatz. Der Wandler verarbeitet PCM-Daten bis zu 384 kHz/32 Bit (zur Erinnerung: CD-Standard ist 44,1 kHz, 16 Bit) und DSD bis 11,2 MHz (DSD256). Viel mehr geht in Sachen Wandlertechnik zurzeit kaum. Unterstützt wird der DAC-Chip durch eine Acht-Kern-CPU, die die Rahmenbedingungen schafft, damit der DAC einwandfrei arbeitet und die weiteren Gerätefunktionen steuert. Dazu gehören etwa die Verwaltung der Musikbibliothek, das Ansteuern der drahtlosen Kommunikation über Bluetooth (4.1 mit aptX HD) und WLAN. Auch die analoge Sektion in Form der Verstärkerstufen hat A&K überarbeitet. Die symmetrisch aufgebauten Verstärker sind vergleichsweise kräftig. Über eine 3,5-mm-Klinkenbuchse kann ein üblicher, unsymmetrisch anzusteuernder Kopfhörer angeschlossen werden, für symmetrische Kopfhörer steht ein 2,5-mm-4-Pol- Anschluss zur Verfügung. Bei Bedarf kann die Lautstärkeregelung aus dem Signalweg genommen werden und der 3,5-mm-Kopfhörerausgang dient als Line-Ausgang. Der eingebaute 128-GB-Speicher kann durch eine microSD-Karte erweitert werden. Die Akkulaufzeit beträgt bis zu elf Stunden.

Bedienung

Treu geblieben ist A&K dem bewährten Bedienkonzept. Das betrifft die Anordnung und Ausprägung der einzelnen Bedienelemente – so ist ein gut erreichbarer Drehknopf an der rechten Gehäuseseite, mit dem die Lautstärke geregelt wird, auch beim neuen Modell Pflicht. Das betrifft auch die Software. A&K setzt seit jeher auf eine eigene Software und eine eigene Benutzeroberfläche, um den Player zu steuern und die Musikbibliothek zu verwalten. Wer von iOS oder Android kommt, muss sich hier umstellen, was allerdings für niemanden eine ernsthafte Herausforderung darstellen dürfte. Das Bedienkonzept ist schlüssig und hat man sich einmal daran gewöhnt, kommt man auch sofort mit allen anderen A&K-DABs zurecht.

Klang

War ich mit der Headline voreilig? Beim Anfassen ist der A&futura SE100 kein Schmeichler, das stimmt. Doch ich muss zugeben, dass ich mit der Erwartungshaltung an den SE100 gegangen bin, hier auch wieder den schon fast gewohnten A&K-Klang zu hören. Und der war bisher immer durch extreme Neutralität, Klarheit und gnadenlose Auflösung gekennzeichnet. Ich konnte verstehen, dass es Hörer gab, denen Astell&Kern generell zu nüchtern klang. Der SE100 ist anders. Keine Sorge, er ist immer noch kein Softie und ein warm-wohliges Kuschelklangbild wird man von einem A&K wohl (hoffentlich) auch nie hören. Doch im Vergleich zu den oft etwas gnadenlosen AK-Modellen klingt der SE100 fast verbindlich, geschmeidig, fast möchte ich sagen: noch sauberer. Was ich persönlich auf den Sabre-Chip zurückführe. In Sachen Auflösung waren die Sabre Chips schon immer herausragend. Mir persönlich kamen bei aller Feingeistigkeit jedoch öfter die Aspekte Energie, Dynamik und Spannung zu kurz. Das ist längst passé und Astell&Kern zeigen mit dem SE100 eindrucksvoll, zu welchen klanglichen Leistungen die aktuelle Chip-Generation fähig ist, wenn sie in einem optimalen Umfeld arbeitet. Leider hat mir jemand die Verwendung des Wortes „großartig“ ziemlich vermiest. Ganz unvoreingenommen verwendet würde ich den neuen A&futura SE100 sonst genau so bezeichnen. Tolles Teil!

Fazit

Neues Line-up, neuer Player, neuer Klang. Wenn der A&futura SE100 ein Statement abgibt, in welche Richtung sich Astell&Kern in Zukunft klanglich entwickelt, ist das ein mehr als positives Zeichen. So sauber und gleichzeitig so musikalisch hat bisher kein AK geklungen.

Preis: um 1800 Euro

Ganze Bewertung anzeigen
Astell&Kern A&futura SE100
4.5 von 5 Sternen

11/2018 - Martin Mertens

 
Bewertung 
Klang 70%

Ausstattung 15%

Bedienung 15%

Ausstattung & technische Daten 
Preis (in Euro): 1.800 Euro 
Vertrieb: Headphone Company, Heidelberg 
Internet: www.headphonecompany.com 
Abmessungen (B x H x T in mm): 132.7/75.8/16,3 mm 
Gewicht (in g): 241 g 
Ausführungen: Titan-Silber 
geeignet für: mobiles HiFi, HiFi, 
Ausstattung: USB-Kabel 
Datenverbindungen: USB Type-C, WLAN 
Ausgänge: Kopfhörerausgänge symmetrisch 2,5-mm-4-Pol-Klinkenbuchse, unsymmetrisch 3,5-mm-Stereoklinkenbuchse, Bluetooth 4.1 mit apt-X HD 
Klasse Referenzklasse 
Preis/Leistung sehr gut 
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Dr. Martin Mertens
Autor Dr. Martin Mertens
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Datum 17.11.2018, 14:58 Uhr
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