Kategorie: Musikserver

Einzeltest: Fidata HFAS1-XS20U


Gleichmäßig

Musikserver Fidata HFAS1-XS20U im Test, Bild 1
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Auch digitale Daten sind vergänglich, da sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Fidata geht mit seinem Server deshalb auf Nummer sicher und nimmt es dabei sehr genau.

Sie haben sicher schon einmal vom Konzept des Ying und Yang gehört. Das Gute im Schlechten finden und das Schlechte im Guten, dem wichtigen Gleichgewicht zwischen allen Dingen. Gerade in Asien eine weitverbreitete Philosophie, die auch hier viele Menschen schätzen. Gleichmäßigkeit wirkt irgendwie beruhigend, weshalb gerade monotone Tätigkeiten ja oft zu Ermüdung führen. Fidata hingegen möchte mit dem gleichen Konzept lieber Ekstase schaffen und folgt mit seinem Server dazu ebenfalls dem Mantra von Gleichmäßigkeit und Ausgleich. Beim Namen des Gerätes merkt man davon jedoch kaum etwas, denn der japanische Hersteller pflegt Nomenklaturstandards aus Asien, die Produkte eher mit nüchternen Akronymen oder wilden Zeichenkombinationen beschreiben.

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HFAS1-XS20U nennt sich der High-End-Musikserver. Das hätte man vielleicht eleganter machen können. Die Eleganz hat man sich bei Fidata aber scheinbar für das Design aufgehoben, denn das Gerät folgt einer klaren optischen Regel: Weniger ist mehr. Da der Server headless, also ohne Monitor genutzt werden kann, benötigt man eigentlich keinerlei Schalter, Lichter, Hebel oder Displays. Ein Standby-Knopf und eine kleine LED, die anzeigt, ob das Gerät an oder aus ist, reichen dem HFAS1. Glatte Oberflächen dominieren alles. Einzig der Gerätedeckel ragt wenige Millimeter aus dem Rahmen heraus. Hier findet man dann auch den Firmennamen, der aufgrund seines vom Gerät nur wenig unterschiedlichen Farbtons beinahe unsichtbar bleibt. Alle Kanten bieten 90-Grad-Winkel und alle Spalten am Gerät sind so gering gehalten, wie man es von hochwertigen Produkten aus dem Land der aufgehenden Sonne erwartet. Dem Gebot der Gleichmäßigkeit entsprechend ist der HFAS1 außerdem quadatisch. 35 Zentimeter breit und 35 Zentimeter tief erstreckt sich das silberne Metallkleid des Servers. Vollkommen symmetrisch. Für die Kommunikation mit dem Netzwerk nutzt Fidatas Flaggschif - Server einen Ethernetanschluss und bietet auf seiner Rückseite gleichzeitig einen weiteren RJ45-Port, über den ein Streamer direkt angeschlossen werden kann. Praktisch, wenn der Router in größerer Entfernung zum Aufstellungsort steht und man das Verlegen von zwei ellenlangen Kabeln vermeiden möchte. Aber auch der HFAS1-XS20U selbst kann als Quellgerät genutzt werden. Neben den beiden Ethernet-Anschlüssen bei findet sich auch ein USB-A-Ausgang an der Rückseite, die ansonsten ebenso minimalistisch ausgestattet ist wie die Front des Servers. Aber auch andere Dinge können mithilfe des Universalports erledigt werden. Externe Festplatten und andere Massenspeichergeräte können den Eingang nutzen, um entweder Musik auf den Server zu übertragen oder ein Backup der Daten auf dem Gerät zu erstellen. Auch externe optische Laufwerke werden vom HFAS1-XS20U erkannt, sodass auch das Rippen von CDs möglich ist. Dazu wird vom System die umfangreiche Metadatenbank Gracenote genutzt, durch die alle nötigen Informationen bezüglich Interpret, Album, Songtiteln und Cover automatisch an die erstellten Dateien angehängt werden. FLAC oder WAV sind die Optionen, die der Server einem für das genutzte Dateiformat bietet. Doch auch andere gängige Formate wie ALAC und DSD kann der Server aufnehmen, anderen Geräten zur Verfügung stellen und abspielen. Seinem Anspruch entsprechend gilt dies selbstverständlich auch für zahlreiche Abtastraten. Von CD-Qualität über 384 kHz mit 32 Bit hin zu DSD256 ist der HFAS1-XS20U bereit für anspruchsvolle HiRes-Anwendungen. Das sind andere Geräte seiner Klasse allerdings auch. Was Fidatas Referenzserver von diesen Systemen unterscheidet, ist die Art und Weise, wie all diese Musikdateien auf dem internen Speicher hinterlegt werden. Fidata wendet dazu etwas an, was sie die X-Cluster Storage Technology nennen. Insgesamt vier Festplatten kommen im HFAS1-XS20U zum Einsatz. Dabei handelt es sich um geräuschlos arbeitende SSD-Speicher, die ohne bewegliche Teile auskommen. Jede dieser Platten besitzt eine Speicherkapazität von 500 Gigabyte, also insgesamt 2 Terabyte. Nun kommt wieder das Konzept der Gleichmäßigkeit ins Spiel. Im HFAS1-XS20U wird darauf geachtet, dass alle internen Festplatten ein ausgeglichenes Level an genutztem Speicher besitzen. Daten werden gleichmäßig auf die SSDs verteilt, sodass stets eine identische Auslastung garantiert ist. Auch die Stromversorgung wurde dazu optimiert. Die Speicherverwaltung besitzt ein eigenes Netzteil, dessen Spannung durch eine Vielzahl von eingesetzten Kondensatoren möglichst ohne Spitzen übertragen werden soll. Stabilität und gleichmäßige Belastung sollen eine bessere Signalübertragung garantieren und so im Endefekt auch den Klang verbessern. Auch die Gerätestrukturierung im Innern des Servers ist genau diesem Ziel unterstellt. Die Materialstärke des Gehäuses ist überall enorm hoch. Stromversorgung und Datenverarbeitung sind baulich voneinander getrennt und selbst die beiden X-Cluster-Festplatten- Sektionen kommen nochmals in abgetrennten Bereichen unter. Je zwei der SSDs sind an einer Kontrollplatine angeschlossen und das ganze Konstrukt kommt zusätzlich in einem abgeschirmten Aluminiumgehäuse unter. Sehr aufwendig und hervorragend verarbeitet bietet der HFAS1-XS20U ausgezeichnete Qualität an jeder Ecke. Dazu steht auch die Datensicherheit im Fokus, denn schließlich muss jeder Nutzer digitaler Audiosysteme damit rechnen, dass die Speicher der eigenen Bibliothek irgendwann einmal das Zeitliche segnen. Darum bietet Fidata im HFAS1 gleich mehrere Formen der RAID-Anordnung. Beim Mirroring werden alle Festplatten mit identischen Daten beschrieben, was maximale Sicherheit bringt, aber weniger Speicherplatz zur Verfügung stellt. Beim Spanning werden die Daten hingegen nach Cluster getrennt, während das Striping die Daten auf allen Festplatten verteilt, um die Kapazität zu maximieren, dabei aber notfalls den Verlust einiger Daten in Kauf nimmt. Eingestellt wird der jeweilige Modus, ebenso wie viele weitere Optionen, im Webmenü des Servers. Über einen Webbrowser erhält man Zugriff auf verschiedenste Menüpunkte, die bei einem Server von Relevanz sind. Grundsätzlich funktioniert der HFAS1-XS20U direkt nach dem ersten Anschließen, doch wer bestimmte Arbeitsweisen bevorzugt, kann den Server hier genau auf seine Bedürfnisse abstimmen. Auch eine ausführliche Anleitung kann hier eingesehen werden, die einem die Arbeit mit dem Server erleichtert. Die eigentliche Wiedergabe von Musik funktioniert bequem mit einer eigenen App. Momentan ist diese noch exklusiv in Apples Appstore zu finden, doch auch eine Android-Version ist in Arbeit und kann bereits vom Hersteller angefordert werden. Genau wie der Server ist auch das Interface des Bedienprogramms sehr stylisch gemacht. Neben den Daten auf den internen Festplatten bietet der Server außerdem Zugriff auf weitere vorhandene Netzwerkspeicher. Im Querformat bleibt eine Bildschirmhälfte der Auswahl von Musik vorbehalten, die im Hauptmenü bereits nach einer Vielzahl von Kategorien ausgesucht werden kann. Rechts werden alle ausgewählten Titel in der Warteschlange angezeigt. Das Erstellen und Speichern von Playlists geht leicht von der Hand und der Server reagiert blitzschnell auf die Befehle aus der App. Am unteren Bildschirmrand bleiben alle Abspielfunktionen zu jeder Zeit eingeblendet und auch der laufende Titel wird hier angezeigt. Insgesamt eine schöne App, die eine gute Bedienung des Servers ermöglicht. Einzig auf die Einbindung von Streamingdiensten muss man bisher verzichten. Seinen großen klanglichen Vorteil spielt der HFAS1-XS20U bei der Wiedergabe der intern gespeicherten Musik ab, denn das X-Cluster-System funktioniert ausgezeichnet gut. Die gleichmäßige Belastung und Stromversorgung sorgt für einen enorm dunklen Hintergrund, vor dem die gespielte Musik sehr plastisch dargestellt werden kann. Alles wirkt sehr differenziert und außerordentlich dynamisch. Selbst schnelle, wirre Gitarrenstücke mit harten Schlagzeugen wirken angenehm entzerrt, ohne dabei an Energie oder Intensität zu verlieren. Mit tonaler Neutralität trifft der Server genau den richtigen Punkt. Dazu zeigen sich gerade im Mittenbereich enorm viele Details. Der HFAS1 entwickelt einen mitreißenden Sound, der genau den Nerv vieler HiRes-Fans treffen sollte. Und auch hier erfährt man erneut das Mantra der Gleichmäßigkeit, denn so definiert der Server auch alle Aspekte der Stücke wiedergibt, so behält er dennoch die Musikalität bei, die ihn vor einem zu analytischen Sound bewahrt. Ein tolles Klangerlebnis von einem ausgezeichneten Musikserver

Fazit

Fidata hat mit dem HFAS1-XS20U einen herausragenden Musikserver geschaffen. Die Sorgfalt bei der Behandlung der gespeicherten Dateien spiegelt sich in einem hervorragenden Klang wider. Ein hochwertiger Server für anspruchsvolle Hörer, die echtes HiRes erleben wollen.

Kategorie: Musikserver

Produkt: Fidata HFAS1-XS20U

Preis: um 8900 Euro


6/2019
Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 8.900 Euro 
Vertrieb: WOD Audiovertrieb, Nidderau 
Telefon 06187 900077 
Internet: www.wodaudio.com 
B x H x T: 350 x 65 x 350 mm 
Eingänge: 1 x Ethernet 
Unterstützte Formate: MP3, AAC, OGG, ALAC, FLAC, AIFF, WAV 
Unterstützte Abtastraten: PCM bis 384 kHz, 32 Bit DSD bis DSD256, 11,2 MHz, 1 Bit 
Ausgänge: 1 x USB-A 1 x Ethernet 
<checksum> „Fidata hat mit dem HFAS1-XS20U einen herausragenden Musikserver geschaffen. Die Sorgfalt bei der Behandlung der gespeicherten Dateien spiegelt sich in einem hervorragenden Klang wider. Ein hochwertiger Server für anspruchsvolle Hörer, die echtes HiRes erleben wollen.“ 
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Philipp Schneckenburger
Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 22.06.2019, 14:57 Uhr
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Topthema: High End ultrakompakt
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