Kategorie: Musikserver

Einzeltest: Innuos Zen Mini MK II


Durchstarter

Musikserver Innuos Zen Mini MK II im Test, Bild 1
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Innuos staffelt seine Systeme klar nach Anwendergruppen: Zenith, Zen und Zen Mini. Die größeren Systeme haben sich bereits bewährt – kann Innuos‘ Kleinster mithalten?

Das Musikstreaming hat eine Reihe von zuvor unbekannten Geräten in den Hörraum gebracht. Router, Switches, Tablets und Ethernetkabel sind heute essenzieller Bestandteil einer modernen Anlage. Besonders gilt dies natürlich für den Server, der die klassischen Wiedergabemedien wie CDs und Platten ersetzt hat. Das ist wunderbar, denn die Zentralisierung der Musiksammlung ist einer der großen Vorteile der Technik. Allerdings führt das bei Einsteigern oft zu Problemen. Während auf dem High-End-Markt nämlich eine ganze Menge hervorragender Musikserver existieren, bewegen diese sich oft in recht hochpreisigen Bereichen. Einsteiger sind häuig auf simple NAS-Systeme aus dem Elektronikmarkt angewiesen.

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Diese erledigen zwar auch ihren Job, doch von audiophilen Ansprüchen sind wir hier meilenweit entfernt. Innuos ist sich dessen bewusst und bietet darum neben dem beliebten Zen und dem Flaggschif Zenith auch den Zen Mini an, der speziell für kleinere Anlagen und Einsteiger konzipiert ist. Das beginnt schon bei der Gerätegröße, denn im Gegensatz zu seinem großen Bruder, der im klassischen Vollformat daherkommt, wurde der Zen Mini deutlich verkleinert. 22 Zentimeter in Breite und Tiefe reichen dem Server aus, so dass er in einem Rack zwar kaum fehl am Platz ist, aber eben auch in einem normalen Regal oder auf einem Sideboard niemanden stört. Beim miniaturisierten Gehäuse behielt der Hersteller seine Designsprache bei, so dass auch der Zen Mini sofort seine Familienzugehörigkeit offenbart. Das CNC-gefräste Gehäuse aus Aluminium bietet ansehnliche Materialstärken und verströmt durch seine angenehme Haptik eine schöne Wertigkeit. Die leicht zerklüftet wirkende Front bietet lediglich einen einzigen Knopf, der das Gerät einschaltet. Alle anderen Einstellungen werden über das Webmenü vorgenommen. Dafür muss der Server zunächst einmal angeschlossen werden. Also kurz das externe Netzteil mit der Steckdose verbinden und ein Ethernetkabel vom rückseitigen Anschluss des Zen Mini zum Router führen, fertig. Von da an ist der Server prinzipiell einsatzbereit, doch im Menü verbergen sich eine Menge Funktionen, die den Zen Mini ausmachen. Um dorthin zu gelangen benötigt, man einen Laptop, ein Tablet oder ein Smartphone im selben Netzwerk. Dort kann man dann in den Webbrowser wahlweise die IP-Adresse des Zen Mini eingeben oder den praktischen Kurzbefehl my.innuos.com, der immer funktioniert. Nun erhält man Zugriff auf das Konfigurationsmenü und die Bibliotheksverwaltung. Neben Grundeinstellungen wie dem Gerätenamen und der Zeitzone lässt sich das System per Update auf dem Laufenden halten. Dazu kann der Zen Mini für verschiedene Systeme freigegeben werden. Neben UPnP, was für die meisten Streamingsysteme als Standard gilt, kann der Server auch für Sonos optimiert oder per Roon verwaltet werden. Wichtig ist hier besonders die Einrichtung des integrierten CD-Rippers. Mit dem Slot-in-Laufwerk an der Front können Alben direkt auf der internen Festplatte gespeichert werden. Je nach Wunsch kann dies automatisch geschehen, so dass man nach dem Einlegen einer CD nichts mehr tun muss, bis diese nach dem Auslesevorgang automatisch ausgeworfen wird. Alternativ kann der Assisted Mode verwendet werden, der zunächst die Überprüfung der aus dem Internet bezogenen Metadaten erlaubt und dann das manuelle Starten des Vorgangs erfordert. Dank der Verwendung gleich mehrerer Datenbanken ist die Genauigkeit der bezogenen Tags allerdings bereits sehr hoch, so dass bei gängigen Künstlern normalerweise keine Kontrolle nötig ist. Für die gespeicherten Alben kann außerdem das Dateiformat auf FLAC oder WAV festgelegt werden, ebenso wie die Art des Auslesens der Daten. Im Quick Mode benötigte der Server zwischen fünf und sechs Minuten für ein fertig gespeichertes Album. Im Quiet Mode, der gerade leicht zerkratzte Tonträger etwas langsamer und genauer ausliest, dauerte es hingegen knapp sieben bis acht Minuten. Allerdings war das Gerät dabei tatsächlich äußerst leise, während das Laufwerk bei der schnellen Variante durchaus den Geräuschpegel im Raum anhob. Im normalen Betrieb macht der Server hingegen keinerlei Geräusche, da Innuos auf eine rein passive Kühlung ohne Lüfter setzt. Das Rippen von Alben ist nur eine Möglichkeit, den Zen Mini mit Musik zu füllen. Genau hier liegt nämlich eine der großen Stärken des Systems. Insgesamt verfügt der Server über vier Möglichkeiten, Musik zu speichern. Neben dem Ripping kann Musik von einer bestehenden Netzwerkfreigabe kopiert werden oder von einer externen Festplatte. Zwei Möglichkeiten, die im Prinzip keinerlei Netzwerkkenntnisse benötigen. Für die letzte Methode, genannt Autoimport, kopiert man mit einem Computer per Netzwerk die gewünschten Alben in den dafür vorgesehenen Ordner auf dem Zen Mini. Diese werden anschließend in die Bibliothek integriert. Bei allen Methoden prüft der Zen Mini die Musik auf die richtige Kennzeichnung. Ist zum Beispiel ein Doppelalbum vorhanden, bei dem beide Teile mit der gleichen Nummer gekennzeichnet sind, wird das Album zunächst in die Quarantäne versetzt. Gleiches gilt für ein zufällig doppelt vorhandenes Album, oder Dateien ohne Tags. Hier bekommt man nach einem dazugehörigen Hinweis die Möglichkeit, die Metadaten zu korrigieren, um so Ordnung in der eigenen Bibliothek zu halten. Jeder, der schon einmal nachträglich auf einem Server ein Album wieder auseinanderpflücken musste, wird diese Funktion sofort zu schätzen wissen. Auch nach dem Kopieren stellen sich die Möglichkeiten des Zen Mini hinsichtlich der Bibliotheksverwaltung als hervorragend heraus. Über die Bibliotheksansicht lässt sich die gespeicherte Musik nach Künstler, Album oder Jahr anordnen. Über einen Schieberegler kann man dann zum gewünschten Buchstaben springen oder man scrollt einfach durch die verschiedenen Einträge. Nach der Auswahl des gewünschten Albums können Tags entweder komplett oder nur für einzelne Tracks angepasst werden. Auch das Cover lässt sich in wenigen Momenten durch ein anderes Bild ersetzen. Selbst auf Mobilgeräten ist so ein einfaches Verwalten der eigenen Bibliothek möglich, ganz ohne Drittprogramme oder endloses Suchen. Bei der Nutzung all seiner Funktionen erwies sich der Zen Mini im Test außerdem als sehr stabil und reaktionsschnell. Verantwortlich dafür ist in erster Linie die Hardware, die Innuos für seinen kleinen Musikserver ausgesucht hat. Mit seinem 2-GHz-Quadcore-Prozessor und den dazugehörigen 2 GB Arbeitsspeicher ist der Zen Mini einem durchschnittlichen NAS aus dem Bürosektor schon einmal überlegen. Dies qualifiziert das Gerät natürlich für HiRes-Anwendungen, bei denen durchaus große Mengen an Daten zeitkritisch und präzise übertragen werden müssen. So unterstützt der Zen Mini das Speichern einer ganzen Reihe von Formaten wie MP3, AAC, ALAC, FLAC, WAV und DSD auch in höheren Samplingraten. PCM bis 32 Bit und Abtastraten von bis zu 384 kHz, ebenso wie DSD bis 5,6 MHz, stellen den Server vor keinerlei Herausforderung. Zuverlässig überträgt er die gewünschte Musik an angeschlossene Quellgeräte. Dabei ist ein externer Streamer im Prinzip sogar unnötig, denn auch der Zen Mini selbst kann als Quellgerät eingesetzt werden. Eine der vier USB-A-Buchsen an der Rückseite des Gerätes kann mit einem passenden D/A-Wandler verbunden werden, so dass der Server direkt Musik abspielen kann. Auch hier erlaubt das Webmenü eine Reihe von Anpassungsmöglichkeiten hinsichtlich der DSD-Wiedergabe oder der Übertragungslatenz. Außerdem lassen sich die Streamingdienste TIDAL, Qobuz und Spotify konfigurieren, so dass Abonnenten des jeweiligen Anbieters diesen direkt über den Zen Mini nutzen können. Leider mangelt es Innuos zurzeit noch an einer eigenen App, mit der sich der Server steuern lässt, so dass momentan zu den Programmen von anderen Entwicklern gegriffen werden muss. Die Tatsache dass das System auf dem Logitech Media Server aufbaut, schränkt die Auswahl an passenden Apps zusätzlich ein wenig ein. Der Hersteller selbst empfiehlt iPeng, doch für iOS und Android werden auch andere Steuerungsapps angeboten, so dass man sich als Nutzer je nach Vorliebe eine kompatible Bedienung aussuchen kann. Klanglich setzt sich der Zen Mini klar von herkömmlichen NAS-Geräten ab. Sowohl als Server wie auch als Player bietet das Gerät einen sehr definierten Sound. Das Signal wirkt angenehm frei und offen und auch bei den Details kennt der Zen Mini keine Zurückhaltung. Tonal bleibt der Server wunderbar neutral, genau wie es sich für einen guten Zuspieler gehört. Im Vergleich zum Zen und gerade dem Zenith sind all seine klanglichen Charakteristika zwar weniger ausgeprägt, doch auch hier zeigt sich eine klare Familienzusammengehörigkeit der drei Server. Der Zen gibt in jeder Anlage ein gutes Bild ab, während der Zenith noch einmal die anspricht, die wirklich auf der Suche nach audiophiler Perfektion sind. Der Zen Mini hingegen bietet einen hervorragenden Einstieg in die Welt des HiRes-Audiostreamings. Seine hervorragende Bedienoberfläche und der klare Fokus auf eine gute Audiowiedergabe machen ihn zu einer echten Empfehlung in seiner Klasse.

Fazit

Innuos kleinster Server ist ein tolles System zu einem tollen Preis. Egal ob als Musikbibliothek mit hervorragender Bedienung oder als Wiedergabegerät, der Zen Mini liefert stets eine tolle Grundlage für jede HiFi-Anlage.

Kategorie: Musikserver

Produkt: Innuos Zen Mini MK II

Preis: um 850 Euro

6/2018
Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 850 Euro (1 TB) 
Vertrieb Innuos, UK 
Telefon 0800 7244538 
Internet www.innuos.com 
B x H x T (in mm): 220/70/220 
Eingänge 1 x Ethernet 
Ausgänge 4 x USB-A (auch Eingang) 
Unterstützte Dateiformate: MP3, AAC, WAV, AIFF, FLAC, ALAC, DXD, DSD 
Unterstützte Abtastraten: PCM bis 384 kHz, 32 Bit DSD bis DSD128, 5,6 MHz, 1 Bit 
Speicherplatz: 1 TB 
checksum Innuos kleinster Server ist ein tolles System zu einem tollen Preis. Egal ob als Musikbibliothek mit hervorragender Bedienung oder als Wiedergabegerät, der Zen Mini liefert stets eine tolle Grundlage für jede HiFi-Anlage. 
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Philipp Schneckenburger
Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 28.06.2018, 10:02 Uhr
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Topthema: Wenn man ehrlich ist ...
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Mivoc HA200 BT

... dann braucht man zum guten Musikhören nicht mehr als den neuen Mivoc-Vollverstärker HA200 BT. Vor allem angesichts der Tatsache, dass man hier aus einer Hand eine komplette Anlage bekommen kann, die es in sich hat.

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