Kategorie: Musikserver

Einzeltest: Plato Class-A


Noch einmal mit Gefühl

Musikserver Plato Class-A im Test, Bild 1
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Bei den Faktoren, die für Musikserver als relevant gelten, stehen meist Speicherplatz und Funktionsumfang oben auf der Liste. Doch auch der analoge Teil der Multifunktionsgeräte bestimmt wesentlich ihren Charakter.

Die Firma Entotem begann letztes Jahr als Start-up und präsentierte auf der High End in München ein durchaus ungewöhnliches Gerät. Dort stand damals ein Musikserver, der direkt mit einem Fernseher und einem Plattenspieler verbunden war. Unter dem Namen Plato entwickelten die Briten einen Server, der alle Formen der Musikwiedergabe vereinen wollte. Bei unserem Test (siehe HiFi EINSNULL Ausgabe 4/15), zeigte sich, dass man den Mund nicht zu voll genommen hatte. Speichern, Streamen, Wandeln, Verstärken und nicht zuletzt Digitalisieren waren hier mit einem einzigen Gerät möglich. Die Funktion, Musik von allen angeschlossenen Quellen dabei direkt auf der Festplatte zu speichern, machte den Plato damals zu einer hervorragenden Möglichkeit CD- und vor allem Plattensammlungen unkompliziert von ihren jeweiligen physischen Datenträgern zu holen und bequem und in digitaler Form auf der internen Festplatte des Servers zu hinterlegen.

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In verschiedenen Gesprächen mit dem Team hinter dem Plato stellte sich schnell heraus, dass man hier nicht nur ein paar technikbegeisterte Entwickler vor sich hatte, sondern Musikliebhaber, die versuchen wollten ein Gerät zu schaffen, das nicht nur möglichst viel Musik speichern, sondern diese auch anschließend wieder mit Leben füllen kann. So folgte nun also der nächste logische Schritt hin zur perfekten Vereinigung von althergebrachter HiFi-Technik und modernen Wiedergabemethoden. Die Firma nennt sich jetzt zwar Convert Technologies, doch der Name Plato bleibt. Jetzt gibt es ihn außerdem als Class-A-Version, die die Schaltendstufen des Standardmodells durch ein klassisches analoges Schaltungsdesign ersetzt. Dennoch sollte man diese Entwicklung auf keinen Fall als Rückschritt verstehen. Schließlich darf man auch als Fan der digitalen Musikwiedergabe durchaus dem Charme und der Musikalität klassischer Class-A-Technik erliegen. Vor allem, wenn die vorangestellte digitale Signalverarbeitung auf dem bereits bekannten hohen Niveau liegt. Doch man sollte den Plato Class-A nicht nur als Erweiterung verstehen, denn schließlich handelt es sich auch hier um einen ausgewachsenen Musikserver. Zur Lagerung der eigenen Musikbibliothek verfügt der Plato darum um eine 2 Terabyte große Festplatte. Diese Menge an Speicherplatz reicht aus, um etwa 8000 Alben in CD-Qualität zu speichern, während hoch aufgelöste Musik natürlich ein wenig mehr Platz belegt. Wie bei den meisten Servern gibt es natürlich verschiedene Arten, die interne Platte mit Musik zu füllen. Die unkomplizierteste Variante ist sicherlich, dazu eine der zahlreich vorhandenen USB-A-Buchsen zu nutzen. Hier lassen sich Massenspeicher wie USB-Sticks und externe Festplatten anschließen, deren Inhalt dann wahlweise komplett oder in Teilen auf die interne Festplatte des Plato überspielt werden kann. Damit nicht bei jedem neu hinzugefügten Album der doch recht schwere Server aus dem Rack geholt werden muss, hat man bei Convert glücklicherweise auch gleich an einen USB-Anschluss an der Front gedacht, der dieselben Funktionen erfüllt wie die Steckplätze auf der Rückseite. Ein besonderes Feature des Plato ist aber sicherlich die bereits angesprochene Möglichkeit, Musik von anderen Quellgeräten, egal welcher Art, zu digitalisieren. Die auf dem Androidbasierten Server laufende Plato-App ermöglicht dazu die Auswahl der verschiedenen Anschlüsse, bei deren Anzahl der Server nicht gerade geizt. Sowohl ein koaxialer als auch drei optische S/PDIF-Eingänge ermöglichen den Anschluss von CD-Transports, oder auch Sat-Receivern und Fernsehern, auch wenn Letztere sicher weniger zum Speichern von Dateien nützen. Dennoch bietet der Plato die Möglichkeit, das komplette Home-Entertainment über das Gerät laufen zu lassen und den schwachen Ton moderner Fernseher über richtige Lautsprecher auszugeben. Zu den digitalen Anschlüssen kommt noch eine ganze Reihe analoger Eingänge in Form von gleich vier Paar Cinch-Buchsen, von denen eine sogar einen Erdungsanschluss für Plattenspieler bietet. Genügend Möglichkeiten also, um Tonbandgeräte, Kassettendeck oder CD-Player anzuschließen. Trotz der Funktion als Musikserver bleibt der Signalweg hier bei angeschlossenen Geräten vollständig analog. Dennoch bietet der Plato eben die clevere und bequeme Möglichkeit, die eigene Musiksammlung zu hinterlegen. Dieser Vorgang geschieht vollautomatisch. Dazu muss lediglich die Quelle ausgewählt und das Album gestartet werden. Im Abspielbildschirm lässt sich dann die Aufnahme starten, wobei zuvor eventuell noch das Gainlevel des jeweiligen Eingangs angepasst werden sollte, was im Menü schnell und einfach vonstatten geht. Beim Ausgeben von externen Quellen zeigt der Bildschirm des Plato, ebenso wie die App auf dem Tablet, den Titel, den Interpreten und das Album an. Diese Informationen bezieht der Server vom Metadatenanbieter Gracenote, der zu den größten seiner Art gehört und der selbst von obskuren Titeln selten aus der Fassung gebracht wird. Während der Signalweg zu den Lautsprechern dabei analog bleibt, wird dazu ein kurzer digitaler Fingerabdruck genommen, der dann mit der Datenbank abgeglichen wird. Bei der Aufnahme fügt der Server die passenden Metadaten inklusive Coverbild gleich an die gespeicherte Datei an. Auch die Titel werden dank der automatischen Erkennung einzeln abgespeichert, was bedeutet, dass man eine Platte vollständig durchlaufen lassen kann und trotzdem einzelne Tracks erhält. Völlig ohne eigenes Zutun. Dabei lässt sich außerdem die Qualität der fertigen Datei festlegen. Abtastraten von 44,1 kHz bis hin zu 192 kHz sind bei bis zu 24 Bit möglich, so dass die eigene Plattensammlung mit dem Plato sogar in echtes HiRes konvertiert werden kann. Bei dem Einlesen digitaler Quellen wie CDs macht ein Upsampling jedoch natürlich keinen Sinn. Dafür müssen CDs nicht zwangsläufig in Echtzeit eingelesen werden, denn mithilfe des beigelegten USB-Laufwerks kann man hier mit deutlich erhöhter Geschwindigkeit rippen. Doch all diese nach wie vor beeindruckenden Eigenschaften findet man auch beim klassischen Plato, der dem neuen Modell im puncto Funktionsumfang natürlich in nichts nachsteht. Entscheidender Unterschied der Class-A-Variante ist die namensgebende neue Endstufe. Auch hier bietet der Server einige clevere Ideen. Klassische Class-A Endstufen werden zwar meist wegen ihres natürlichen Sounds geschätzt, doch die enorme Ineffizienz des Schaltungsdesigns bedeutet normalerweise einen enorm hohen Stromverbrauch. Mithilfe einer neuen Bias-Kontrolle, ist die generierte Vorspannung der Endstufe nun abhängig von der gespielten Musik und der dazu geforderten Leistung. Dies verringert einerseits den generellen Stromverbrauch und führt damit außerdem zu einer geringeren Wärmeentwicklung, sprich einem deutlich effizienteren Arbeiten der Endstufen. Neben den klar messbaren Werten kann man sich vom eintretenden Effekt auch selbst sehr schnell überzeugen. Dazu reicht es schon, im Betrieb die Hand auf das Gerät zu legen. Trotz Class-A-Verstärkung bleibt der Plato auch bei größerer Ausgangsleistung erstaunlich kühl. Ganz ohne aktiven Lüfter oder riesige Kühlrippen am Gehäuse. Dies führt außerdem dazu, dass die entstehenden Verzerrungen reduziert werden. So bewegt sich der Klirrfaktor des Verstärkers durchgehend auf recht niedrigem Niveau. Gerade einmal um die 0,0025 Prozent lassen sich sowohl bei fünf Watt ebenso wie bei Halblast messen. So erreicht der Plato in unserem Messlabor sehr ansehnliche Leistungswerte für einen Class-A-Verstärker. Bis zu knapp 83 Watt lagen bei 4 Ohm Impedanz an den Lautsprecher-Anschlüssen an. Hier ist es außerdem schön zu sehen, dass Convert auf die eher einschränkenden Neutrik-Anschlüsse des normalen Plato verzichtet und stattdessen nun auf normale Klemmen für Bananenstecker und Kabellitzen setzt. Hier angeschlossene Schallwandler versetzt der Plato gekonnt in Bewegung, was in einem tollen, analogen Sound resultiert. Bei der Wiedergabe von Jazz mischen sich geschmeidige Bläser mit einem gefühlvollen aber lebendigen Bassbereich. Saiteninstrumente schwingen sanft ab, während auch Stimmen wunderbar wiedergegeben werden. Dichtes musikalisches Spiel, in das man als Hörer tief hineinsinkt, zeichnen den Plato Class-A aus. So führt der Finger immer wieder zur Lautstärkereglung in der App oder auf dem großen Touchscreen der Front um noch ein wenig mehr herauszuholen und tiefer in die Musik einzutauchen. Dabei wird jede Eingabe vom Verstärker mit einem mechanischen Klacken belohnt, und trotz der modernen Technik mit USB-Buchsen und Netzwerkkabeln fühlt man sich ein wenig in die analoge HiFi-Ära versetzt. Der Plato vereint also, gerade in der Class-A-Version, HiRes-Audio mit typisch analogem Charme und sichert sich einen speziellen Platz in der Welt der Musikserver.

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Fazit

Plato verbindet in der Class-A-Version zwei verschiedene HiFi-Welten. HiRes- Audio auf hohem Niveau trifft hier auf klassischen analogen Sound mit viel Gefühl. Eine hervorragende Verbindung, die den Plato zusammen mit den vielen cleveren Funktionen zu einem einzigartigen Musikserver macht.

Preis: um 6000 Euro

Musikserver

Plato Class-A


04/2017 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 6.000 Euro 
Vertrieb Robert Ross Audiophile Produkte, Denkendorf 
Telefon 06466 905030 
Internet www.robertross.de 
B x H x T (in mm): 370/130/288 
Eingänge 1 x Ethernet, 3 x USB-A (1 x vorne), 1 x Mini-USB, 
Ausgänge 1 x Lautsprecher Stereo, 1 x RCA Stereo (Pre-out), 
Unterstützte Dateiformate: gängige PCM-Formate 
Unterstützte Abtastraten: bis 192 kHz, 24 Bit 
Speicherplatz: 2 TB 
Leistung: etwa 53 Watt bei 8 Ohm, etwa 83 Watt bei 4 Ohm 
checksum Plato verbindet in der Class-A-Version zwei verschiedene HiFi-Welten. HiRes- Audio auf hohem Niveau trifft hier auf klassischen analogen Sound mit viel Gefühl. Eine hervorragende Verbindung, die den Plato zusammen mit den vielen cleveren Funktionen zu einem einzigartigen Musikserver macht. 
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Philipp Schneckenburger
Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 19.04.2017, 10:00 Uhr
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