Kategorie: Phono Vorstufen

Einzeltest: Linn Uphorik


Endlik

Phono Vorstufen Linn Uphorik im Test, Bild 1
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Lange, lange haben HifFi-Fans aller Welt darauf gewartet – jetzt ist es so weit: Linn hat sein ganzes analoges Know -how in eine Phonovorstufe gepackt, die sich an Tonabnehmer aller – ich betone aller – Hersteller anpassen lässt

Mitspieler



Plattenspieler:


Linn LP12 Majik
Transrotor Fat Bob mit Linn Ekos SE


Tonabnehmer:


Nagaoka MP-500
Phase Tech P-3G
Benz LP


Verstärker:


MalValve Preamp Three und Poweramp Three
WLM Sonata


Lautsprecher:


Xavian Giulietta
Audio Physics Scorpio 25


Zubehör:


Netzleiste: PS-Audio
Phonokabel Furutech, Nordost, Horn Audiophiles
NF-Kabel: Van den Hul
Lautsprecherkabel: Silent Wire
Racks und Basen: SSC, Empire, Tabula Rasa


Gegenspieler



Phonoverstärker:


Octave Phono Module
Restek MRIA+
Unison Phono One


Zum Hintergrund: Seit den Anfangszeiten in den 70er-Jahren sind sich Linn-Produkte immer selbst genug gewesen, Sei es cleveres Exklusiv-Marketing, sei es einfach ein sehr gesundes Selbstbewusstsein: Ivor Tiefenbrun und seine Mannen ist es nie in den Sinn gekommen, dass auf einem Linn-Plattenspieler etwas anderes montiert sein könnte als ein Linn-Tonarm, der natürlich ein Linn-System führt. Ist ja logisch, dass dann auch eine Linn-Phonovorstufe eingesetzt wird, und so weiter, und so fort.

Phono Vorstufen Linn Uphorik im Test, Bild 2Phono Vorstufen Linn Uphorik im Test, Bild 3Phono Vorstufen Linn Uphorik im Test, Bild 4Phono Vorstufen Linn Uphorik im Test, Bild 5Phono Vorstufen Linn Uphorik im Test, Bild 6
Überraschenderweise hat diese Konsequenz vor einiger Zeit schon eine leichte Aufweichung erfahren, als der neue Einsteiger- LP12 aus der Majik-Serie einen Tonarm von ProJect erhalten hat. Böse Zungen werden jetzt behaupten, dass man den nur PROJEK schreiben müsste, schon wäre er schottisch-assimiliert. Es war aber einfach nur eine sehr vernunftgesteuerte Entscheidung, die in Glasgow getroffen wurde: Man sah sich einfach nicht imstande, im eigenen Hause einen so günstigen Arm dieser Qualitätsstufe ganz neu zu entwickeln, also gibt es jetzt einen LP12 mit Fremdarm ab Werk – eine Kombination übrigens, die hervorragend funktioniert. Die neue Phonovorstufe, wieder einmal sehr schön benannt mit einem typischen Linn-Namen, kennen Sie übrigens schon: Die grundsätzliche Schaltung des Geräts gibt es nämlich schon seit ein paar Jahren in Form des Urika-Phonoboards, das im aktuellen Spitzen-LP12 im Plattenspielerchassis selbst untergebracht ist. Dieser Platine hat man jetzt ein eigenes Gehäuse spendiert und sie somit salonfähig gemacht. Das Gehäuse entspricht den Geräten der Majik- und Akurate-Baureihen, mithin also der Einsteiger- und der Mittelklasse bei Linn. Ob es die Uphorik-Technik auch in einem Gehäuse der Klimax-Serie geben wird, ist mir nicht bekannt. Ich denke aber, eher nicht, da der LP12 SE mit eingebauter Urika schon zur Klimax-Serie gezählt wird. Der Preis der Uphorik ist mit 2.200 Euro erfreulich moderat geblieben. Dafür gibt es im Inneren des soliden Stahlblechgehäuses den bewährten Linn-Aufbau: An der Seite sitzt das geschirmte Schaltnetzteil, mit dem die komplette Elektronik aus Glasgow ausgestattet wird. Diese Technik hat man bei Linn mit fast schon einmaliger Konsequenz perfektioniert, dass man sich sogar traut, sie in Phonostufen einzusetzen. Und ja, das dürfen sie auch: Störungen durch das Netzteil sind auch in der Uphorik kein Thema. Die eigentliche Phonoschaltung sitzt noch einmal in einem eigenen Gehäuse, das baugleich mit dem ist, das auch im LP12 SE eingesetzt wird. Das sehen wir gerne, ein Zuviel an Abschirmung kann man für die kleinen MC-Signale ja gar nicht haben. Daneben gibt es noch eine Platine mit separaten Eingangsstufen für MM- und MC-Signale, und das war es schon im Großen und Ganzen. Theoretisch könnte auch die Uphorik-Schaltung in einem viel kleineren Gehäuse untergebracht werden, so weit hat man in Glasgow die SMD-Technik vorangebracht. Die Schaltung ist bis auf das Netzteil konsequent in Doppelmono ausgeführt, um beste Kanaltrennung zu erzielen. Die Ein- und Ausgänge lassen keinerlei Wünsche offen: Jeweils in Cinch und XLR kann man in die Uphorik hinein und wieder hinaus, dazu sind die Eingänge für MM und MC jeweils doppelt ausgeführt. Am Ausgang gibt es sogar ein elektronisch symmetriertes Signal für lange Kabelstrecken, während es an den Eingängen technisch egal ist, ob das Signal an den Cinch- oder XLR-Buchsen anliegt – man hat einfach nur gerne alle Möglichkeiten. Apropos: Wirklich alle Möglichkeiten findet man, wenn man den geneigten Blick auf die Unterseite der Uphorik lenkt. Hier bieten insgesamt vier Mäuseklaviere eine wahrhaft üppig bewachsene Spielwiese für den anpassungswilligen Analogfreund. Pro Kanal lassen sich die Einstellungen für den MM- und den MC-Betrieb in zahlreichen Parametern vornehmen – es lässt sich sogar die Eingangsimpedanz für Moving Magnet verstellen! In der Praxis habe ich – so etwas lasse ich mir natürlich nicht entgehen – keinen großen Unterschied zwischen 45 und 51 Kiloohm Eingangsimpedanz feststellen können. Die Ehre der ersten Runde mit der Uphorik hatte natürlich der Linn LP12 Majik, der allerdings durch einen malträtierten Nadelträger am Originalsystem mit einem Nagaoka MP-500 angetreten ist. Die Kombination konnte dann auch ihre speziellen Eigenschaften gewinnbringend einsetzen: Das Laufwerk „swingte“ Linn-typisch durch die Rillen, während das Nagaoka in seiner formidablen Feinauflösung schwelgte. Die Uphorik ließ sich bereitwillig zum Mitmachen überreden und verhalf dem Frontend zu einem sehr stimmigen, feinsinnigen Auftritt mit einer Menge Groove und Vielseitigkeit im Ausdruck. Der Klang ist dabei eher ein bisschen „sophisticated“ – man hält sich gerne lieber einen Hauch zurück, als plump zu übertreiben, wahre Eleganz eben. Dass es dabei nicht unterkühlt zugeht, macht die Uphorik umso sympathischer: Ein breites Spektrum von Klangfarben geht einher mit der Fähigkeit, tiefe und breite Räume zu zeichnen und innerhalb dieser Dimensionen meisterlich genau abzubilden. Das überragende Nebengeräuschverhalten tut hier sicherlich einiges dazu. Das Ganze wird noch einmal getoppt, wenn man zum ganz großen Besteck greift. Auch hier habe ich einen wilden Mix gefahren: Auf dem großen Fat Bob war der Linn Ekos SE montiert, der wiederum ein Benz Micro LP führte. Auch diese sicherlich nicht alltägliche Kombination konnte voll überzeugen – in Sachen Frequenzumfang und Raumtiefe gab es schon das eine oder andere Prozent mehr. Was vorher noch elegant tänzelte, war jetzt aber einer brachialen Kraft gewichen, die die Uphorik in ein Feuerwerk von Dynamik und Energie umsetzte. Die leichte Zurückhaltung, die ich vorher konstatierte, machte sich immer noch als Kontrolliertheit bemerkbar, als Kraft, die mitten im wilden Spiel die Übersicht behält und stets ordnend eingreifen kann, nach dem Motto „Lass die Kinder mal spielen, ich passe auf“. Und so kann man es auch einmal richtig krachen lassen – selbst bei irrwitzigen Lautstärken und Dynamiksprüngen lässt sich die Uphorik nicht aus ihrer meisterlichen Ruhe bringen, spielt kraftvoll und ausgewogen und reicht die klanglichen Eigenschaften des Plattenspielers einfach an die nachgeschaltete Anlage weiter. Sehr britisch, sehr elegant.

Fazit

Die Linn Uphorik ist im wahrsten Sinne des Wortes eine feine Sache: Ihre technische Finesse setzt sie um in eine detaillierte und delikate Spielweise, beherrscht aber genau so gut die ganz große Dynamik. Und all das gibt es zum vernünftigen Preis und vor allem für alle Tonabnehmer der Welt. Große Klasse!

Kategorie: Phono Vorstufen

Produkt: Linn Uphorik

Preis: um 2200 Euro


5/2011
Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Linn 
Telefon k.A. 
Internet www.linn.co.uk 
Garantie (in Jahren)
B x H x T (in mm) 381/80/355 
Gewicht (in Kg) 4,4 
Unterm Strich... » Die Linn Uphorik ist im wahrsten Sinne des Wortes eine feine Sache: Ihre technische Finesse setzt sie um in eine detaillierte und delikate Spielweise, beherrscht aber genau so gut die ganz große Dynamik. Und all das gibt es zum vernünftigen Preis und vor allem für alle Tonabnehmer der Welt. Große Klasse! 
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Autor Thomas Schmidt
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Datum 09.05.2011, 12:01 Uhr
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