Seit meinem ersten externen D/A-Wandler (ein günstiges Gerät von Musical Fidelity) bin ich angefixt. Egal, ob man einem alten CD-Spieler klanglich auf die Sprünge helfen möchte oder ob man einfach etwas mehr Klang sucht: Ein DAC kann Wunder wirken.
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Die 800er Serie von Philips ist preislich deutlich unter den edlen OLED+ Modellen angesiedelt und erfreut sich daher hoher Beliebtheit. Dennoch bringt das brandneue 2025er Modell OLED810 einen Großteil der Technologie aus der Topserie mit.
>> Mehr erfahren>> Alle anzeigenPhonovorstufe · Exposure VXN
Souverän
Seit Jahrzehnten habe ich äußerst langlebige Beziehungen mit HiFi-Geräten aus England. Wieso ich dabei nie zu einem Exposure Gerät gekommen bin, weiß der Himmel. Umso schöner, dass ich jetzt dazu die Gelegenheit habe.
Mich verbindet eine lange Beziehung mit Willi Bauer, dem Schöpfer des wunderbaren DPS-Plattenspielers. Er war lange Fan und leidenschaftlicher Anbieter von Exposure-Geräten, allerdings zu Zeiten als Firmengründer John Farlowe noch aktiv war. Und wie ich da eines Tages neben ihm saß und einer Anlage mit Exposure-Elektronik lauschte, während Willi sich seltsam arhythmisch zur Musik bewegte, dachte ich:“Grau.“ Irgendwie war der Klang der Verstärker trotz ihrer unüberhörbaren Klasse wie mit einem leichten Grauschleicher überzogen. War es das Rauschen, das sie nicht verhehlen konnten, weil Farlowe es in Kauf nahm? Farlowe war nämlich der Meinung, dass seine Geräte schlechter klängen, wenn er das Rauschen reduziere. Das kann ich zwar verstehen, aber nicht tolerieren.





Ein wenig Exposure Historie
Falls Sie Exposure nicht kennen, will ich Ihnen kurz einen Überblick über die Firmengeschichte geben. Gegründet wurde Exposure 1974 von John Farlowe, dessen Credo es war, dass ein Verstärker ein moduliertes Netzteil sei und das sieht man an den massiven und mit den Jahren immer heftiger geregelten Netzteilen der Exposure- Geräte. Dazu sollte man vielleicht wissen, das Farlowe in der ersten Phase seiner Karriere die legendären HiWatt Gitarrenverstärker entwickelt und ganze Bühnenanlagen für The Who und Pink Floyd aufgebaut hat. Letztlich wollte er es aber ruhiger angehen lassen und gründete Exposure. Vor über 20 Jahren verkaufte er seine Firma dann an eine malaysische Gruppe, der sie heute noch gehört. Tony Brady, der frühere Gründer von Onix, ist seit 2010 alleiniger Chefentwickler. Er verfolgt zwar durchaus eigene Wege, den fetten Netzteilen ist er treu geblieben, was ich am 3510 Vollverstärker aus der letzten Ausgabe deutlich erkennen konnte.
Die beiden Phonos
Sie werden sich wahrscheinlich fragen, wovon ich jetzt rede? Ganz einfach: der Vertrieb hatte uns netterweise die sehr erfolgreiche, gute und günstige XM3 Phono zur Verfügung gestellt. Sie ist der Einsteig in die Welt der Exposure Phonovorstufen, die VXN dann der Ausstieg, denn es gibt nur die beiden. Nach der XM3 kam von einigen Vertrieben der Wunsch nach einer noch besseren Phonolösung auf und er ist absolut nachvollziehbar. Denn man muss schon viele XM3 für 799 Euro verkaufen, damit sich das wirklich lohnt. Für Brady war das ein Leichtes. Er skalierte einfach eine Version seiner privante Phonovorstufe herunter. Dort hat er die Schaltung als Doppelmonovariante mit einem Netzteil ausgelegt. Lustigerweise ist das genau das Gegenteil dessen, was man bei der VXN bekommt, nämlich die Phono in einem Gehäuse mit der Option auf eine Doppel-Mono-Stromversorgung. Wahrscheinlich hat das kommerzielle Gründe.
Die Technik
Die VXN arbeitet ausschließlich mit diskreten Transistoren im Signalweg, OpAmps findet man dort keine, sonst schon.
Der Klang
Ich habe Tony Brady rundheraus erzählt, dass ich die früheren Geräte klanglich gräulich fand und den Eindruck hatte, dass das durchaus an ihrem Rauschverhalten lag. Er hat mir zugestimmt und meinte, dass die früheren Geräte trotz ihrer Meriten durchaus etwas grob gestrickt waren und auch eine Tendenz hatten, hochzugehen. Das ist nun längst Geschichte und mir haben alle neueren Exposures, die ich gehört habe, ausgesprochen gut gefallen. So geht es mir auch mit dieser Phono: neutral, dynamisch, sich ganz aus der Schusslinie nehmend. Gehört habe ich sie mit dem Gold Note Da Vinci MC sowie einem speziellen Van den Hul Frog mit 0,95 mV Ausgangsspannung. Wobei, gibt es auch normale Van den Huls? So oder so spielte sie mit beiden überragend. Den Vergleich mit der kleinen XM3 habe ich natürlich auch gemacht. Der fehlen zwar Raum, Größe, Souveränität und Dynamik, dafür spielt sie aber in sich sehr geschlossen, nachgerade kuschelig und gefällt mir für den Preis ebenfalls sehr, sehr gut. Den Klangcharakter der Exposure VXN würde ich als ausgesprochen souverän und selbstverständlich bezeichnen. Zudem spürt man sie gewissermaßen nie, sie zieht sich aus dem Geschehen zurück und macht einfach nur ihren Job und das hervorragend. Als ich Donny Hathaways wundervolle Debut-LP höre, will ich eigentlich kein Stück heraus nehmen. Und doch stellen sich mir bei „A Song For You“ von Leon Russell praktisch alle Körperhaare auf. Hathaways Stimme ging mir schon immer zu Herzen, aber so extrem angefasst hat sie mich noch nie. Die VXN ist offensichtlich dazu in der Lage, alle Emotionen durchzulassen und das auf sehr angenehme und doch direkte Art und Weise. Und genau das unterscheidet sie von früher - sie tut das ohne jedes Rauschen und damit strahlend und klar. Das wird auch bei den Montgomery Brothers deutlich, wenn der Star der Band, Wes Montgomery, seine einzigartigen Melodielinien spielt. Das klingt flüssig, logisch, einfach wunderbar.
Fazit
Die Exposure VXN ist ein perfektes Produkt: klanglich ganz weit oben, unkompliziert im Umgang und noch bezahlbar, was will man mehr?Kategorie: Verstärker Phono Vorverstärker
Produkt: Exposure VXN
Preis: um 1999 EuroNetzteil: 1.249 Euro

Referenzklasse
Exposure VXN
Exposure VXN
„Drum prüfe, wer sich ewig bindet ...“ heißt es in Schillers Glocke. In der High Fidelity stellte sich eine solche Frage bisher nicht. In der Regel ging man zum Händler und tauschte Geld gegen Ware.
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>> Mehr erfahren>> Alle anzeigen| Klang: | 70% | |
| Labor | 15% | |
| Praxis: | 15% |
| Preis in Euro: | 1.999 Euro / Preis Netzteil 1.249 Euro |
| Vertrieb | High-Fidelity- Studio, Augsburg |
| Telefon: | 0821 37250 |
| Internet: | www.high-fidelity-studio.de |
| Ausstattung | |
| Messwerte | |
| Frequenzgang 20 – 20000 Hz (MM, 40 dB) | -1,5/+0 dB |
| Frequenzgang 20 – 20000 Hz (MC, 66 dB) | -1,5/+0 dB |
| Kanaldifferenz 20 – 20000 Hz (MM/MC) | <0,1 dB |
| Fremdspannungsabstand MM, 40 dB, 5 mV, A-bewertet | 90,1 dB |
| Kanaltrennung MM, 40 dB, 5 mV, A-bewertet | 89,4 dB |
| Fremdspannungsabstand MC, 66 dB, 0,5 mV, A-bewertet | 66,2 dB |
| Kanaltrennung MC, 66 dB, 0,5 mV, A-bewertet | 65,4 dB |
| Klirr MM, 40 dB, 5 mV | 0,029 % |
| Klirr MC, 66 dB, 0,5 mV | 0,064 % |
| Leistungsaufnahme | 7,2 Watt |
| Ausstattung | |
| Ausführung | Schwarz |
| Abmessungen (B x H x T in mm) | 218 x 89 x 348 (x 2) |
| Gewicht | 2 kg (Phono), 4 kg (Netzteil) |
| Garantie | 2 Jahre |
| + | neutraler, dynamischer Klang |
| + | extrem störgeräuscharm |
| + | vollkommen unkompliziert |
| Klasse: | Referenzklasse |
| Preis/Leistung: | sehr gut |




