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Kategorie: Phono Vorstufen

Einzeltest: Lehmannaudio Black Cube Statement


Vorverstärkung

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Bis zu ihrer aktuellen Renaissance hat die Schallplatte ihr Dasein lange im Schatten der Audio-CD gefristet. Eine ganze Menschen-Generation und etliche Technik-Generationen lagen dazwischen – dabei ist einiges an Wissen verloren gegangen. Im Rahmen der Vorstellung des Phonovorverstärkers Black Cube Statement von Lehmannaudio wollen wir hier einige Grundlagen der Schallplattenwiedergabe auffrischen.

Bei vielen Vinylliebhabern ist das Wissen verloren gegangen, wofür man einen Phonovorverstärker, genauer eigentlich einen Entzerrvorverstärker, genau benötigt. Wir haben uns mit dem Lehmannaudio Black Cube Statement ein Gerät ausgesucht, das schon sehr hochwertig ist und alle wichtigen Funktionen und Einstellmöglichkeiten bietet, dabei auf Überflüssiges verzichtet und sich mit einen Preis von 380 Euro noch in einem erschwinglichen Rahmen hält. Viele, besonders ältere Vollverstärker verfügen über einen eingebauten Phonovorverstärker; auch gibt es neuerdings wieder preiswerte Plattenspieler, bei denen ein solches Gerät integriert ist und die gleich an einen Hochpegeleingang des Verstärkers angeschlossen werden können. Sobald man sich mit hochwertigeren Tonabnehmern beschäftigt, kommt man mit solchen Lösungen schnell an technische wie klangliche Grenzen. Insofern ist ein dediziertes Gerät eine lohnende Anschaffung, sobald es für einen persönlich mit dem Thema Schallplatte ernst wird.


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Das Testgerät

Norbert Lehmann, Chef und Mastermind der in Bergisch Gladbach (NRW) ansässigen Firma Lehmannaudio, ist studierter Toningenieur. Seinen ersten Phonovorverstärker baute er 1995, also zu einer Zeit, als die Audio-CD als Maß der Dinge galt. Doch Herr Lehmann gehörte zu denen, die dem „analogen“ Klang der Schallplatte den Vorzug gaben. Seit über 30 Jahren hält Lehmann dieser Technik die Treue und der aktuelle Vinylboom gibt ihm und seiner Leidenschaft für die schwarzen Scheiben ganz offensichtlich recht. Das Black Cube Statement brachte Lehmann schon vor über 10 Jahren auf den Markt. Das kleine Gerät war von Anfang an als hochwertiges und budgetschonendes Einsteigergerät konzipiert. Das macht sich an vielen Stellen auf eine, wie ich finde, sehr 

sympathische Art bemerkbar. So steckt die Elektronik in einem soliden Stahlblechgehäuse, das die Schaltkreise vor elektromagnetischen Einstreuungen schützt und verzichtet dabei auf eine aufwendige Frontplatte. Das Black Cube Statement ist so klein, dass es problemlos hinter anderen Geräten stehen kann – gerne in der Nähe des Plattenspielers, damit das Kabel vom Plattenspieler zum Phonovorverstärker möglichst kurz ausfallen kann. Warum das wichtig ist, klären wir noch. Auch auf komfortable Schalter verzichtet das Gerät. Da es kaum Strom verbraucht, kann es ständig eingeschaltet bleiben. Dass die elektronischen Bauteile ständig unter Strom stehen anstatt ein- und ausgeschaltet zu werden und sich dabei immer aufwärmen und wieder abkühlen, soll der Klangqualität und der Haltbarkeit des Gerätes sogar zugutekommen. Einige grundsätzliche Einstellungen werden mithilfe von Mikroschaltern vorgenommen, die auf der Unterseite des Geräts sitzen. Sie sind im Inneren direkt auf der Platine gelötet. Weniger gebräuchliche Einstellungen werden mithilfe von durch Steckbrücken auf die Platine vorgenommen. Um die Steckbrücken zu verändern, muss man das Gerät aufschrauben. Die Stromversorgung übernimmt ein Steckernetzteil mit einem langen Zuleitungskabel zum Black Cube.

Das ist sinnvoll, da es im Gerät selber keinen Netztrafo gibt, der mit seinem magnetischen Feld andere Bauteile beeinflussen oder der sogar mechanische Schwingungen produzieren kann. Ansonsten gibt es auf der einen Seite des Geräts die Anschlüsse für den Signaleingang, auf der anderen Seite die für den Signalausgang, und das war’s. Und was macht die geheimnisvolle Black Box denn nun eigentlich genau?


Schwache MM- und noch schwächere MC-Signale

Einen Phonovorverstärker benötigt man zum einen, weil der Tonabnehmer eines Plattenspielers – auch als „Pickup“, „System“ oder vereinfacht „Nadel“ bezeichnet – nur ein sehr schwaches Signal liefert. Zum Vergleich: Ein CD-Player oder DAC liefert Signalspannungen, die um 1 Volt liegen. Ein sogenanntes MM-System, bei dem in Spulen aufgehängte Magnete die Signalspannung erzeugen (MM = Moving Magnet) liefert dagegen im Durchschnitt Signalspannungen um 2 mV bis 5 mV; bei einem MC-Tonabnehmer, bei dem sich Spulen in Magnetfeldern bewegen (MC = Moving Coil), liegen die Signalspannungen sogar nur zwischen 0,5 mV und 2 mV. Ein Phonovorverstärker muss also, je nach Art des Tonabnehmers, das Signal vom Plattenspieler um bis zum 1000-Fachen verstärken, damit ein üblicher HiFi-Verstärker es verarbeiten kann. Eine 1000-fache Verstärkung entspricht einer Verstärkung von um 60 dB. Hier erschließt sich, warum die Eingangssignale und die Signalverarbeitung beim Phonovorverstärker so empfindlich sind: Die Signale sind extrem schwach, die entsprechenden Verstärker sind aufgrund ihrer hohen Verstärkung anfällig gegen Störeinflüsse, da sie jede Störung mit einem entsprechend hohen Faktor mitverstärken. Der Lehmannaudio Black Cube Statement bietet sowohl eine für MM-Systeme passende Verstärkung von 41 dB, als auch eine für MC-Systeme vorgesehene Verstärkung von 61 dB.

Umgeschaltet wird über die am Boden des Geräts zugänglichen Mikroschalter. Sollte die Verstärkung zu hoch sein, kann im Inneren des Geräts ein Jumper entfernt werden, worauf die Verstärkung jeweils um 10 dB geringer ausfällt.

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Anschlusswiderstände für MC-Systeme

Der optimale Klang von MC-Systemen ist neben der richtigen Verstärkung auch vom Anschlusswiderstand des Systems an den Phonovorverstärker abhängig. Hochwertige Phonovorverstärker bieten deshalb die Möglichkeit, den Anschlusswiderstand an das jeweilige MC-System anzupassen. Auch der Black Cube Statement bietet diese Möglichkeit. Mithilfe der Mikroschalter auf der Unterseite lässt sich der Anschlusswiderstand an Systeme mit niedriger und mit hoher Impedanz anpassen. Hier stehen Werte von 100 und 1000 Ohm zur Verfügung. Über einen dritten Schalter lässt sich auch ein beliebiger Widerstand einschalten, der im Inneren des Geräts eingesteckt werden kann. Das ist vielleicht ein wenig kompliziert, dafür bietet der Black Cube Statement eine so flexible Anpassungsmöglichkeit, wie man sie selbst bei viel teureren Geräten oft vergeblich sucht.


RIAA-Entzerrung

Die Entzerrung ist die zweite wichtige Aufgabe des Phono-Entzerrvorverstärkers. Um die Entzerrung zu verstehen, muss man sich vergegenwärtigen, dass bei einer Schallplattenaufnahme die Schallschwingungen aus der Luft aufgenommen und mechanisch umgesetzt in die Schallplattenrille geschnitten werden. Die Wellenlänge des Schalls liegt im Hörbereich des Menschen zwischen 17 Metern und 1,7 Zentimetern. Noch beeindruckender ist der Schalldruckbereich, den das Ohr verarbeiten kann. Der reicht von der Hörschwelle bei etwa 0,00002 Pascal bis hin zur Schmerzgrenze, die bei etwa 63 Pascal liegt. Dezimal ist die Luftdruckschwankung beim lautesten Ton also rund drei Millionen Mal stärker als beim leisesten Ton. Hier gelten in der Physik und auch beim Hören logarithmische Skalen, trotzdem ist der Bereich eindrucksvoll groß. Solche Auslenkungen (Frequenz) und Amplituden (Lautstärke) lassen sich weder vernünftig in eine Schallplatte gravieren noch daraus abtasten. Hier kommt man schlicht an mechanische Grenzen. Damit das Ganze trotzdem funktioniert, senkt man den Pegel des Bassbereichs, der die höchsten Schalldrücke enthält, ab – man macht ihn „leiser“ – und hebt den Pegel der feinsten Frequenzen, der Höhen, an – man macht sie lauter. In welchem Maße das passiert, ist durch die zugrunde gelegte „Schneidkennlinie“, festgelegt. Zu Beginn der Schallplatten- Entwicklung hat jeder Hersteller hier eine eigene Kennlinie verwendet. Doch bald hat man sich auf eine einheitliche Kennlinie, die sogenannte RIAA-Kennlinie (Recording Industry Association of America) geeinigt. Der Phonovorverstärker muss also das Signal des Tonabnehmers hoch verstärken und außerdem gemäß der der RIAA-Kennlinie die Bässe anheben und die Höhen absenken, um einen linearen Wiedergabe- Frequenzverlauf zu gewährleisten.

Praxis

In der Praxis überzeugt der Lehmannaudio Black Cube Statement auf der ganzen Linie. Die Einstellungen über DIP-Schalter und Steckbrücken mögen etwas umständlich erscheinen; da man sie in der Regel nur einmal vornimmt, nämlich dann, wenn man den Phonovorverstärker an den verwendeten Tonabnehmer anpasst, ist das Ganze zu verschmerzen. Erst recht, wenn man sich umsieht, was entsprechende Geräte, die komfortabler zu bedienen sind, kosten. Wer bisher auf im Verstärker oder Plattenspieler eingebaute Lösungen gesetzt hat, wird mit dem Lehmannaudio Black Cube Statement klangliche Wunder erleben. Mit der geeigneten Einstellung klingt das Gerät unglaublich detailreich und geschmeidig und ist dazu geeignet, einem vor Ohren zu führen, welches Klangpotenzial in dem alten Tonträger Schallplatte steckt.

Fazit

Der Lehmannaudio Black Cube Statement ist eine ganz dringende Empfehlung für alle, die sich ernsthaft mit dem Thema Schallplattenwiedergabe beschäftigen. Das Preis-Leistungs- Verhältnis dürfte aufgrund der von Lehmanaudio vorgenommenen, verschmerzbaren „Sparmaßnahmen“ kaum zu schlagen sein.

Preis: um 380 Euro

Lehmannaudio Black Cube Statement


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Ausstattung & technische Daten 
B x H x T (in mm) 103 mm x 45 mm x 108 mm 
Vertrieb Lehmannaudio Vertrieb 
Telefon 02202 2806240 
Internet www.lehmannaudio.com 
Gewicht 280 g 
Garantie (in Jahren) 2 Jahre 
Fazit Der Lehmannaudio Black Cube Statement ist eine ganz dringende Empfehlung für alle, die sich ernsthaft mit dem Thema Schallplattenwiedergabe beschäftigen. Das Preis-Leistungs- Verhältnis dürfte aufgrund der von Lehmanaudio vorgenommenen, verschmerzbaren „Sparmaßnahmen“ kaum zu schlagen sein. 
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