Möchten Sie zur Seite für Mobilgeräte wechseln ? JaNein
Kategorie: Plattenspieler

Einzeltest: Acoustic Signature Ascona


Finger weg!

Plattenspieler Acoustic Signature Ascona im Test, Bild 1
5357

Was vielleicht auf den ersten Blick wie eine unfreundliche Anweisung gegenüber den Besitzern neugierig tastender Fingerchen wirken mag, ist nichts weniger als ein gut gemeinter Ratschlag. Die kollektive schmerzliche Erfahrung ist ein guter Lehrmeister

Mitspieler

Tonabnehmer:

Audio Technica AT33EV
Phase Tech P-3G
Benz ACE L

60
Anzeige
REVOX GUTSCHEIN AKTION - Audiobar S100 - Erweiterbar bis 5.1 
qc_01_1638461586.jpg
qc_02_2_1638461586.jpg
qc_02_2_1638461586.jpg

>> Hier mehr erfahren

Phonoverstärker:

Audio Exklusiv P2
Trigon Advance

Verstärker:

Heed Obelisk Si und X2
MalValve Preamp Four und Accustic Arts AMPII MK2

Lautsprecher:

Nubert NuVero 10
Lansche Cubus

Zubehör:

Netzleiste & -filter: PS-Audio
Phonokabel: Furutech, Nordost,Horn Audiophiles
NF-Kabel: Van den Hul, Musical Wire


Lautsprecherkabel:

Silent Wire, Musical Wire

53
Anzeige
Vertrauen Sie auf unsere Auswahl an hochwertigen Hifi-Komponenten, denn Qualität kennt keine Kompromisse 
qc_HIFI01_1635154992.jpg
qc_HIFI02_2_1635154992.jpg
qc_HIFI02_2_1635154992.jpg

>> Mehr erfahren bei

Racks und Basen:

SSC, Empire, Tabula Rasa


Gegenspieler

Plattenspieler:

Rossner & Sohn Chameleon
Transrotor Fat Bob


Schwer ist das Ding, verdammt schwer. Angeliefert wurde er in einem Riesenkarton mit dem Format einer schlanken Kühltruhe – zwei ausgewachsene Männer hatten Mühe, das Ding zu manövrieren. Ausgepackt liegen dann vor dem staunenden Auge die einzelnen Ebenen eines 80 Kilo schweren Aluminium-Gebirges, das einmal ein Plattenspieler werden soll. Erstes Opfer des Acoustic Signature wurde der zuständige Fotograf, dessen Finger sich beim Absenken des Tellers zwischen demselben und dem restlichen Dreher befanden. Das die Schmerzenslaute begleitende Gelächter ist mir dann spätestens beim erneuten Aufbau im Hörraum im Halse steckengeblieben, als ich meine Finger zwischen Bodenplatte und Spieler vergessen hatte: Autsch, so wird einem das Konzept Masselaufwerk anschaulich vor Augen geführt.

Plattenspieler Acoustic Signature Ascona im Test, Bild 2Plattenspieler Acoustic Signature Ascona im Test, Bild 3Plattenspieler Acoustic Signature Ascona im Test, Bild 4Plattenspieler Acoustic Signature Ascona im Test, Bild 5Plattenspieler Acoustic Signature Ascona im Test, Bild 6Plattenspieler Acoustic Signature Ascona im Test, Bild 7
In Deutschland erweckt der Name Ascona natürlich Assoziationen zum gleichnamigen Opel-Modell aus den 70er-Jahren – nicht gerade das spannendste Auto der Welt, also gehe ich mal eher davon aus, dass Opel nichts damit zu tun hat. Im Einzelnen: Der Riesen-Brocken ist der neueste Wurf von Acoustic Signature, quasi eine Machbarkeitsstudie in Sachen Maschinenbau und Stabilität. Für etwa 20.000 Euro bekommt man immerhin einen für Plattenspieler recht günstigen Kilopreis. Aber im Ernst: Das Laufwerk ist natürlich nicht nur einfach schwer – es stecken auch ein paar nette Ideen darin. Der Aufbau ist grundsätzlich dreiteilig: Es gibt eine große Basisplatte in Form eines Parallelogramms mit konvexen Seiten, eine dreieckige Zargenplatte mit den Tonarmbasen und Tellerlager sowie den Plattenteller selbst. Fangen wir unten an: Die Bodenplatte selbst besitzt keine Füße oder Spikes oder Ähnliches – hier ist beim Hersteller das Vertrauen ins Massekonzept groß genug – zu Recht, wie sich später zeigen wird. In der massiven Platte ist auch die Motorsteuerung untergebracht, die den drei Synchronmotoren ein eigens generiertes Sinussignal zur Verfügung stellt. Das mitgelieferte schmucklose Schaltnetzteil lässt man einfach irgendwo hinter dem Rack verschwinden. Neben den drei Bedientastern erhebt sich das Monument der Antriebseinheit. Zu den Tasten möchte ich gerne an dieser Stelle einen Wunsch äußern: Das eine oder andere Lämpchen zur Feststellung des Betriebszustands wäre schon komfortabel. Das aber nur am Rande – viel wichtiger und meines Wissens in dieser Form auch einmalig ist der Drei-Motoren-Antrieb, der über Riemenscheiben die Pulley-Achse antreibt, Die drei Motoren werden komplett verdeckt von einer auf die Pulley- Achse aufgesetzten Schwungscheibe, die alleine schon ordentlich Gewicht auf die Waage bringt – daraus bauen andere ganze Plattenspieler. Auch hier sind – wie beim Teller – zusätzliche Messinggewichte eingelassen, um das Trägheitsmoment zu erhöhen und so die Drehzahl möglichst stabil zu halten. Der Plattenteller selbst, der über einen Vierkantriemen angetrieben wird, besteht aus einer sehr weichen Aluminiummischung mit einer hohen inneren Dämpfung. In ihn sind über 40 Messingzylinder eingelassen, die die Masse deutlich erhöhen und gleichzeitig den Teller von innen gegen Resonanzen schützen. Die Messingteile sind zu diesem Zweck mit O-Ringen in den Teller gepresst worden. Trotz des recht hohen Tellergewichts setzt der Konstrukteur auf das Lager, das er bei fast allen seiner Modelle einsetzt: In der Lagerbuchse befinden sich zwei Ringe aus Sinterbronze, die für die seitliche Führung des sehr exakt eingepassten Edelstahldorns sorgen – der Lagerspiegel besteht aus einer speziell gefertigten Materialmischung, die den Markennamen Tidorfolon trägt. Die Sinterbronze in der Lagerbuchse ist selbstschmierend, so dass weitere Schmierungsmaßnahmen komplett unnötig werden. Das Lager sitzt in der Mitte der dreieckigen Laufwerkseinheit, die über drei höhenverstellbare Füße von der Basisplatte entkoppelt sind. Diese Fußkonstruktion ist eine komplette Neuentwicklung, der man den ausgeklügelten Aufbau im montierten Zustand nicht ansieht – wie das ja bei vielen ausgeklügelten Dingen idealerweise der Fall ist: Ein quer liegender Stahlstift an der Unterseite des Fußes wird in zwei Nuten in der Basis eingepasst – das ist auch die Stelle, wo man am meisten auf die eigenen Finger aufpassen sollte. Dadurch reduziert sich die Kontaktfläche zwischen Laufwerk und Basis auf ein absolutes Minimum. Der Fuß wird im weiteren Verlauf durch die Laufwerksebene geführt, wo er über einen mächtigen Drehknopf bequem und feinfühlig in der Höhe verstellt werden kann. Die Durchführung ist noch einmal durch Manschetten aus einer speziellen Kunststoffmischung in allen Richtungen vom Laufwerk isoliert. Die Armbasen sitzen nicht wie bei allen anderen Laufwerken in den Ecken, sondern in der Mitte der Dreiecks-Seiten. Da eine Seite von der Antriebseinheit in Beschlag genommen wird, bleibt summa summarum Platz für zwei Tonarme – wir haben und für zweimal SME entschieden. Die hoch aufragenden Basen werden von unten gegen das Laufwerk geschraubt, mit gerade einmal einer Maschinenschraube. Da diese aber recht groß dimensioniert ist und die aufeinander gepressten Aluminium-Teile durch ihre Oberflächenrauigkeit bombenfest sitzen, muss man nur einmal darauf achten, dass die Basis richtig ausgerichtet ist und den korrekten Abstand zum Tellerdorn besitzt. Nicht ganz so glücklich war ich mit der eigentlichen Montage des Tonarms, beziehungsweise der Verkabelung. Das mag in zusammengebautem Zustand funktionieren, wenn der Arm einen Anschluss nach unten besitzt – seitliche Buchsen wie beim SME führen unweigerlich zum Zwang, die Basis selbst zu demontieren – wuchtigere Kabel passen ohne Winkelstecker überhaupt nicht. Und – wo ich gerade bei den Kabeln bin: Eminent wichtig ist ein sauberer Massekontakt des Tonarmkabels, sonst machen sich die Motoren im Nutzsignal bemerkbar. Und das wäre schade, denn so ruhig, überlegen und in sich ruhend hat in unserem Hörraum kaum jemals ein Laufwerk aufgespielt. Das möchte ich jetzt nicht einmal so sehr nur an der Bassqualität und -quantität festmachen, obwohl natürlich reichlich vorhanden. Ein Kriterium funktioniert aber immer zur Abgrenzung: Wenn tieffrequente Töne auch in einem komplexen Signal genau ortbar werden, dann habe ich es mit einer hervorragenden Komponente zu tun. Natürlich macht der wuchtige Ascona mit jeglicher Art von dynamischer Musik eine Menge Spaß – man höre sich nur einmal die analog vorzüglich gemasterte „Minimum- Maximum“ von Kraftwerk an oder den Soundtrack von „Tron Legacy“ – dann weiß man ein für alle Mal, was Tieftondynamik am absolut unteren Rand des menschlichen Hörvermögens bedeutet – natürlich immer vorausgesetzt, man besitzt überhaupt Lautsprecher, die so etwas auch hörbar machen. Der Acoustic Signature legt durch seine Fähigkeiten in dieser Richtung dringend die Anschaffung eines guten Subwoofers nahe. Und doch hat mich eine andere Qualität tatsächlich noch mehr beeindruckt: Mit meinen heiß geliebten Jennifer-Warnes- Platten habe ich mit dem vermeintlich so wuchtigen Laufwerk sehr intime und subtile Momente erlebt – kaum einmal vorher habe ich das feindynamische Wechselspiel zwischen Solostimme und Chor so intensiv erlebt wie mit „A Singer Must Die“ auf „Famous Blue Raincoat“: Die ineinander kunstvoll verschachtelten Stimmen changieren immer wieder vom Hinter- in den Vordergrund und umgekehrt. Wer hätte gedacht, dass eine Acapella-Nummer so spannend sein kann? Auch von Jennifer Warnes ist das meisterhafte Album „The Well“ – inmitten der gängigen Popmusik eine wertvolle Oase der Ruhe und inneren Einkehr, meisterhaft gesungen und wie gewohnt auch hervorragend produziert. Mit dem absolut souverän in sich ruhenden Ascona wird dieses Album mit seinen dezent britischen Anklängen zur perfekten musikalischen Erholung. Schön dass sich Kraft und Gewicht zu einer so fein dosierten Mischung haben überreden lassen!

Fazit

Mut zur Masse: Das Konzept des Ascona zahlt sich aus: Neben der zu erwartenden schieren Durchschlagskraft überrascht das mächtige Laufwerk mit einem immensen Feingefühl für die ganz ruhigen Momente

Preis: um 20000 Euro

Acoustic Signature Ascona


-

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb TAD Audiovertrieb, Frasdorf 
Telefon 080529573273 
Internet www.tad-audiovertrieb.de 
Gewicht (in Kg) 78 
Advents-Highlights

Weihnachtsgeschenke für Hifi Fans: Tassen, Bücher, Mützen, Shirts und vieles mehr

>> Hier zum hifitest.de Shop
Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
Kontakt E-Mail
Datum 15.02.2012, 09:10 Uhr
307_14654_1
Topthema: Ohrenschmaus
Ohrenschmaus_1637230855.jpg
Anzeige
Neueröffnung am 18.12.2021

Deutschlands nördlichster HiFi Händler lädt zum 25-jährigen Jubiläum in seine neuen Räumlichkeiten ein. Tauschen Sie sich mit Gleichgesinnten über die Produkte führender HiFi-Marken aus – von der gut klingenden Einsteigerlösung bis zur Highend-Anlage.

>> Mehr erfahren
Dipl.-Phys. Guido Randerath - Ressort Heimkino und Car Hifi
Dipl.-Phys.
Guido Randerath
Ressort Heimkino und Car Hifi
Heimkino 1/2022

Jüngst veröffentlichte die gfu den HEMIX Home Electronics Martkt Index für die ersten drei Quartale 2021. Demnach hat der Markt für Home Electronics sich weiter positiv entwickelt und zum Vorjahr 6,9 Prozent zugelegt. Hauptumsatzbringer waren dabei neben der weißen Ware die privat genutzten IT-Produkte mit +8,1 % und die Telekommunikation mit +7,1 %. Bei den TV-Geräten sank die Stückzahl zwar um 14,9 %, doch durch den stark gestiegenen Durchnittspreis (+16,8 %) blieb der Umsatz im TV-Segment nahezu konstant auf hohem Niveau (-0,6 %).
>> Alles lesen

Elmar Michels - Ressort Car Hifi
Elmar Michels
Ressort Car Hifi
Car Hifi 1/2022

Sie werden es beim Download nicht gemerkt haben, doch diese CAR&HIFI ist die dickste seit langem. Neben jeder Menge Tests enthält diese Ausgabe wieder die im letzten Jahr eingeführte Preisverleihung an die besten Geräte des Jahres. Unter der Rubrik Product of the Year finden sie auf 25 Extraseiten die bestklingenden, leistungsfähigsten und highendigsten Geräte aus unserem Testfuhrpark oder auch Produkte, die uns durch ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis, Einsteigerfreundlichkeit oder Cleverness aufgefallen sind.
>> Alles lesen

Holger Barske - Ressort<br>High-End
Holger Barske
Ressort
High-End
LP 01/2022

Wir begrüßen Sie herzlich zur neuen Ausgabe unseres Analogmagazins "LP". Der Titel verrät bereits, dass wir uns für dieses Heft mit dem neuen luftgelagerten Bergmann-Plattenspieler auseinandergesetzt haben. Hinzu gesellen sich Testberichte zu zwei sehr exklusiven Verstärkerkombinationen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Grandinote aus Italien verblüfft mit einem exotischen Halbleiterkonzept, Air Tight legt die Messlatte in Sachen Röhrentechnik höher. Hinzu gesellen sich zwei interessante Phonovorstufen, ein weiterer extremer Röhrenvollverstärker und eine ganze Reihe anderer Komponenten, die Sie bestimmt interessieren werden.
>> Alles lesen

Thomas Schmidt - Ressort Hifi
Thomas Schmidt
Ressort Hifi
Klang & Ton 1/2022

In dieser Ausgabe geht es tief hinunter: Zum ersten Mal in einem langen Zeitraum gibt es mal wieder einen Subwoofer von der Klang+Ton. Und deswegen haben wir es auch gleich richtig gemacht: Ein mächtiger 21-Zoll-Treiber und dazu ein DSP-Verstärkermodul mit gut 1000 Watt in schlanken 150 Litern: So gehen im Heimkino 19 Hertz und im Musikbetrieb unkomprimierte 120 Dezibel - dass sollte fürs erste reichen.
>> Alles lesen

kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
jetzt laden (englisch, PDF, 10.89 MB)
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
jetzt laden (englisch, PDF, 15.57 MB)
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
jetzt laden (englisch, PDF, 13.2 MB)
Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
  • hifitest.de/shop/
Allgemeine Händlersuche
Landkarte PLZ0 PLZ1 PLZ2 PLZ3 PLZ4 PLZ5 PLZ6 PLZ7 PLZ8 PLZ9

Klicken Sie auf Ihre PLZ oder wählen Sie ein Land

Händler des Tages

Heimkino Aktuell