Kategorie: Plattenspieler

Einzeltest: Acoustic Solid 311


Schweres Masselaufwerk von Acoustic Solid

Plattenspieler Acoustic Solid 311 im Test, Bild 1
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Acoustic Solid steht wie kein anderer Hersteller für Solidität und Kontinuität – die massiven Laufwerke sind einfach eine Macht. Und so freue ich mich, dass man mit dem neuen 311 ein attraktives Gesamtpaket mit ordentlich Masse anbietet

Waren es in den letzten Jahren vor allem kleinere Laufwerke, mit denen Karl Wirth und seine Firma auf sich aufmerksam gemacht haben, so ist es dieses Mal ein deutlich schwereres Paket, das wir zum Text bekommen haben: Immerhin 18 Kilogramm Gesamtmasse und ein 8 Kilogramm schwerer Teller sprechen eine deutliche Sprache. Dazu einen Tonarm und ein Shelter-Tonabnehmer, das alleine einen UVP von fast 1000 Euro hat zu einem Gesamtpreis von 2899 Euro!

Ja, das ist eine Menge Geld, aber in der Summe der Einzelteile und auch im Hinblick auf die Konkurrenz schon außerordentlich attraktiv. Diese Preisansage ist quasi die logische Fortführung der 111- Serie, die schon richtig schwere Plattenspieler zum „Brettspielerpreis“ für eine große Zielgruppe verfügbar machte.

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Klar, der 311 ist da noch einmal ein ganz anderes Kaliber, aber deswegen nicht weniger interessant.

Was bekommt man dafür? Nun ein waschechtes Masselaufwerk, das mit einer soliden Basis mit dem exakten Durchmesser des Plattentellers und drei seitlichen Auslegern absolut sicher steht. Traditionell gibt es auch bei diesem Acoustic Solid Spikes, die entweder direkt hart am Untergrund ankoppeln oder mit Unterstellpucks mit Filzplatten versehen werden – der Effekt ist dann etwas anders und bei masseärmeren Möbeln zu empfehlen. Zusätzlich wird das Laufwerk mit Teflonscheiben und Silikondämpfern entkoppelt.

Der Teller ist 40 Millimeter stark und, wie schon gesagt, 8 Kilogramm schwer, mit der von Acoustic Solid bekannten Stufe auf etwas der halben Höhe, die das wuchtige Teil optisch etwas verschlanken.

In der Mitte des Tellers sitzt der Dorn des Lagers aus gehärtetem Edelstahl mit eingepresster Keramikkugel als Spitze. Die Lagerbuchse aus Messing ist in der Zarge eingelassen und steht trotz der 35 Millimeter starken Bodenplatte immer noch ein gutes Stück nach unten über. Die Keramikkugel in der Stahlspitze dreht sich auf einer Scheibe aus Teflon – das hat sich im Laufe der Jahre in etlichen Laufwerken bewährt. Der Tonarmschaft sitzt in einer angesetzten Metall-Tonarmbasis mit mehrschichtigem Aufbau – was den Wechsel recht einfach macht: Man muss nur die oberste Montage platte austauschen und kann quasi jeden beliebigen Tonarm montieren. Den im Set montierten Tonarm kennen wir inzwischen ebenfalls recht gut, ein Abkömmling des legendären Rega RB250, dem man bei Acoustic Solid durch eine in der Basis geklemmt Hülse sogar eine Höhenverstellung spendiert hat.

Um das hochwertige Gesamtpaket abzurunden, hat man sich bei Acoustic Solid für einen echten Leckerbissen in Sachen Tonabnehmer entschieden: Das Shelter 301 II ist zwar „nur“ das kleinste MC-System des Tonabnehmerspezialisten Osawa, erfreut sich aber seit vielen Jahren großer Beliebtheit als recht gutmütiges System, das mit einem hervorragenden Klang auch Platten abtastet, die klanglich nicht zur Creme de la Creme gehören. Gesunde 0,4mV Ausgangsspannung und die Rundnadel auf einem Aluminium-Nadelträger deuten die gute Verträglichkeit schon an, die sich auch auf die nachgeschaltete Phonostufe richtet. Eine echte Innovation, zumindest bei den großen Laufwerken, zeigt uns der Antrieb des 311: Hier wurden zum ersten Mal bei einem schweren Modell Antrieb und Motorsteuerung in einem Gehäuse zusammengefasst. Dieses hat dadurch einen größeren Durchmesser bekommen, was dem Laufwerk aber gut zu Gesicht steht. Das Bedienfeld selbst kennen wir schon von älteren Modellen: Es gibt Tasten zur Anwahl der Geschwindigkeiten 33 und 45, sowie zur Feineinstellung der Drehzahl, die der Synchronmotor in Echtzeit übernimmt.

Die Antriebskraft wird über den Motorpulley und zwei Sillikon-Nylon- Riemen auf den Teller übertragen. Hier kann man ein Weilchen bei der Aufstellung spielen, bis die beiden Riemen weder zu straff, noch zu locker gespannt sind und ruhig laufen.

Die Hochlaufzeit auf Solldrehzahl ist angesichts des schweren Tellers in Ordnung – nicht wie ein Direct Drive, aber schnell genug. Der Hersteller gibt den Gleichlauf mit 0,08% an.

Und klavierfest ist der 311 auf jeden Fall: Ungemein stabil und mit viel Autorität kommen sowohl die Beethoven-Klaviersonaten wie auch das „alte Schlachtross“, das erste Tschaikowsky-Klavierkonzert herüber. Analog zur Aussage, dass ein guter Pianist die Kraft in seinen Fingern nicht für die ganz lauten Passagen braucht, sondern zur exakten Kontrolle der ganz leisen Töne, kann man auch beim neuen Acoustic Solid sagen, dass er mit seiner schieren Masse vor allem die subtilen Zwischentöne in Pianissimo- Passagen vor einen extrem ruhigen Hintergrund perfekt herausarbeitet. Hier ist tatsächlich die Schallplatte selbst der begrenzende Faktor: Vom Laufwerk selbst kommen definitiv keine Nebengeräusche. Und das weiter oben über den Tonabnehmer Gesagte spielt dem 311 ebenfalls in die Karten: Kleine Kratzer und Verunreinigungen nimmt das Shelter 301 II nicht krumm und geht nonchalant über die eine oder andere mechanische Störung drüber. Gleiches gilt übrigens auch bei problematisch gemasterten Platten. Als Beispiel sei hier meine Ausgabe der „Bop til you drop“ von Ry Cooder genannt, bei der doch das eine oder andere Mal die Gitarre ziemlich fies in den Höhen sägt – das wird vom Shelter immer noch mit der gebotenen Aggressivität umgesetzt, aber nicht so, dass man gleich Fluchtreflexe bekommt oder hektisch die Lautstärker herunter regeln möchte.

Bei Bedarf kann ein Laufwerk mit 18 Kilogramm aber auch mal den Hammer herausholen und seine ganz großen dynamischen Fähigkeiten herausholen. Pop- und Rockhörer mögen das vielleicht nicht gerne hören, aber Klassikplatten haben in den meisten Fällen ein deutlich größeres dynamisches Spektrum, schon weil Kompression hier eben NICHT als Stilmittel eingesetzt wird, wie das ja schon eine lange Zeit bei populärer Musik der Fall ist. Und so habe ich viel Zeit mit dem 311 und meinen Klassikplatten verbracht, nicht etwa, weil der Acoustic Solid keine Popmusik mag, sondern weil er eben so wunderbar dynamisch und dabei gleichzeitig transparent und präzise spielt. Mit dem testweise montierten Phasemation PP-500 mit seinem deutlich schärferen Nadelschliff wurden die Disziplinen Feinauflösung und Tiefenstaffelung noch etwas besser, aber nicht so sehr, dass man auf den Charme des Shelter verzichten möchte. Das Paket, das Karl Wirth hier geschnürt hat, ist ein sehr durchdachtes und unbedingt empfehlenswert!

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Fazit

Mit dem Acoustic Solid 311 bekommt man ein souveränes Laufwerk, gepaart mit einer klugen Tonarm-System-Kombination, zu einem extrem attraktiven Preis.

Preis: um 2899 Euro

Plattenspieler

Acoustic Solid 311


08/2021 - Thomas Schmidt

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Acoustic Solid, Altdorf 
Telefon 07127 32718 
Internet acoustic-solid.de 
E-Mail: info@acoustic-solid.de 
Garantie (in Jahre) 2 Jahre 
B x H x T (in mm) 310/190/310 
Gewicht (in Kg) ca. 18 kg 
Unterm Strich ... » Mit dem Acoustic Solid 311 bekommt man ein souveränes Laufwerk, gepaart mit einer klugen Tonarm-System-Kombination, zu einem extrem attraktiven Preis. 
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Autor Thomas Schmidt
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Datum 11.08.2021, 09:56 Uhr
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