Kategorie: Plattenspieler

Einzeltest: Acoustic Solid Classic Wood MPX Midi


The Missing Link

Plattenspieler Acoustic Solid Classic Wood MPX Midi im Test, Bild 1
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Eine meiner ersten Begegnungen mit einem Acoustic-Solid-Plattenspieler  war ein echter Klotz: Gefühlte 10 Zentimeter Multiplex und ein ebenso  dicker Teller waren buchstäblich eine Wucht. Die dynamischen Fähigkeiten  des einfach „Wood“ betitelten Laufwerks auf ein kleineres Format zu  übertragen, ist jetzt gelungen

Zum 20. Jubiläum hat man sich bei Acoustic Solid selbst ein Geschenk gemacht: Den auf 50 Exemplare limitierten Classic Wood MPX Midi. Hier wird der Bogen geschlagen von den in letzter Zeit in verschiedenen Materialvarianten 111er-Modellen zum schwergewichtigen Klassiker.  Das Aussehen hat er eher vom 111 Wood, der in der Preisklasse von knapp über 1000 Euro für einen kompletten Plattenspieler inklusive hochwertigem Tonabnehmersystem (!) qualitativ herausragend war und ist. Und auch die Ausstattung kann sich sehen lassen: Mehr Plattenspieler fürs Geld bekommt man in der Regel nur gebraucht.  Die furnierte Platte des 111 ist beim Classic Wood MPX – der Name verrät es – einer gebeizten Multiplexplatte gewichen – der gedrehte Aluminiumteller ist dagegen geblieben, wenn auch in einer etwas höheren Gewichtsklasse - das hier sieht immer noch elegant und gut aus.  Ein bisschen problematisch ist die Stufe im Teller – je nach Aufstellungsvariante kann das dem Riemen etwas im Weg sein – namentlich, wenn das Laufwerk nur auf den Spikes steht, liegt der Silikonriemen etwas unglücklich genau auf der Stufe.

Plattenspieler Acoustic Solid Classic Wood MPX Midi im Test, Bild 2Plattenspieler Acoustic Solid Classic Wood MPX Midi im Test, Bild 3Plattenspieler Acoustic Solid Classic Wood MPX Midi im Test, Bild 4Plattenspieler Acoustic Solid Classic Wood MPX Midi im Test, Bild 5Plattenspieler Acoustic Solid Classic Wood MPX Midi im Test, Bild 6Plattenspieler Acoustic Solid Classic Wood MPX Midi im Test, Bild 7Plattenspieler Acoustic Solid Classic Wood MPX Midi im Test, Bild 8Plattenspieler Acoustic Solid Classic Wood MPX Midi im Test, Bild 9
Zum Riemen selbst möchte ich einmal einen Aufruf starten: Diese Art von Silikonriemen – das gilt übrigens nicht nur für Acoustic Solid, sondern auch für eine Menge anderer Hersteller – läuft niemals ganz ruhig, sondern führt auch unter optimalen Arbeitsbedingungen ein Eigenleben. Mein Appell: Hier ein paar Cent in bessere Qualität beim Zulieferer investieren oder gleich zu einem geschliffenen Gummiriemen wechseln.  In der Mitte des Tellers sitzt der Dorn des Lagers aus gehärtetem Edelstahl mit eingepresster Keramikkugel als Spitze. Die Lagerbuchse aus Messing ist in der Zarge eingelassen und steht trotz der dickeren Zarge immer noch ein gutes Stück über. Deswegen auch die hohen Füße, die der Midi MPX mit den schlankeren Acoustic Solid Modellen gemein hat. Die Keramikkugel dreht sich auf einer Scheibe aus Teflon – das hat sich im Laufe der Jahre einfach bewährt. Der Tonarmschaft sitzt in einer aufgesetzten Metall-Tonarmbasis, die problemlos getauscht werden kann. Den im Basis-Set montierten OEM-Rega kennen wir inzwischen ebenfalls recht gut, ein etwas vereinfachter Abkömmling des Urvaters RB250. Mit der dreizackigen Kunststoff-Befestigung hat man sich inzwischen auch bei Acoustic Solid arrangiert: Statt diese auszustanzen, hat man sie lieber mit einem Metallzylinder verschraubt, der wiederum in der Basis eingespannt ist – so geht das auch mit der Höhenverstellung recht einfach und komfortabel.  Das montierte System ist ein Nagaoka MP-100 – der neue Lieblingstonabnehmer von Karl Wirth, was man auch gut verstehen kann. Gegen den schmalen Aufpreis von 90 Euro kann man im Set auf das MC Ortofon Quintet Red upgraden. Und auch das Nagaoka bietet Möglichkeiten: Sein sphärischer Nadeleinschub kann problemlos gegen den elliptischen des MP-110 getauscht werden – zudem gibt es noch eine Spezialnadel für alte Monoscheiben.  Wie immer wird die schwere Motordose in der hinteren linken ausgesparten Ecke des Plattenspielers positioniert. Den Vortrieb besorgt ein Wechselstrom-Synchronmotor, der über die zwischengeschaltete Motorsteuerung M1 mit Spannung versorgt wird. Der Midi steht auf Füßen aus gedrehtem Aluminium, mit eingeschraubten Spikes, die wegen der Position des Pulleys auf Metallscheiben stehen müssen, die auf ihrer Unterseite mit Filz bedämpft sind.  Wieder einmal vorbildlich ist die Verpackung und Ausstattung:  Es gibt eine stabile und großzügig dimensionierte Transportschachtel für den Plattenspieler - dazu zahlreiche Fächer, die das komplette Zubehör beinhalten, samt des benötigten Werkzeugs und noch einiges mehr.  Im Hörtest musste der Classic Wood Midi MPX gegen den 111 Wood antreten, der ja seinerseits schon einen erwachsenen Eindruck hinterlassen hatte. Der tiefer hinabreichende Bassbereich macht sich sofort bemerkbar – mehr Masse ist nämlich bei ansonsten sehr ähnlicher Bauweise schwer zu schlagen.  Aber auch stärker ausgeprägte Konturen lassen das Jubläumsmodell im Bass die Nase vorn haben. Hier gibt es ganz klar keinen Kompromiss mehr zwischen Tiefgang und Festigkeit: Der Midi kann beides. Sogar gegen die reine Metallversion des 111 behält er ganz leicht die Oberhand, wobei hier die Unterschiede eher in die Kategorie „Geschmackssache“ fallen.  Erst gegen unsere große „Machine“ hat er das Nachsehen – hier gewinnt einfach der noch dickere Teller die Oberhand. Überraschenderweise ist aber der Unterschied ansonsten wirklich eher marginal: Das immer noch schlank aussehende Laufwerk macht im Hörtest ganz klar einen auf Masselaufwerk und glänzt durch stoische Ruhe und Schwärze – nur im absoluten Punch wie gesagt zweiter Sieger.  Wie schon der 111 Wood kann der Classic Wood MPX Midi mit einem sehr ausgewogenen Mitteltonbereich punkten – im Hochton tariert er Frische und Feinauflösung recht gut aus.  Der Metallteller kann übrigens mit unterschiedlichen Auflagen noch klanglich eingestellt werden – eine mitgelieferte Matte und eine Plexiglasauflage laden da schon zum Experimentieren ein – wer es ganz trocken und diszipliniert mag, kann auch eine Gummimatte aus dem Zubehörhandel probieren. Die Wahl des Tonabnehmers erweist sich einmal mehr als richtige Entscheidung: In der Kombination läuft das MP-100 zur Hochform auf – so viel kann man aus einem „kleinen“ Tonabnehmer herausholen!  Der Gesamtauftritt wird mit der Alternative Ortofon Quintet Red noch einen Hauch edler – mit einer  überzeugenden Öffnung des Raums und viel Luftigkeit. Das kleine Nagaoka hat dagegen eine ausgeglichene Spielweise, dynamisch und mehr aus der Mitte heraus, während es mit dem 110er Nadeleinschub in Sachen Offenheit und Raum ebenfalls in die Richtung des Ortofon geht.  Man sollte sich für den einmalig günstigen Preis eines der Komplettpakete auf jeden Fall jetzt sichern – man gewinnt einen absolut konkurrenzfähigen Komplett-Plattenspieler und hat alle Upgrade-Pfade offen, wenn der Reiz da ist.

Fazit

So viel Plattenspieler zu diesem Preis:  Acoustic Solid hat sich selbst schon das beste  Geburtstagsgeschenk gemacht.  Dazu und zum 20-jährigen Jubiläum gratulieren wir ganz herzlich!

Preis: um 1180 Euro

Plattenspieler

Acoustic Solid Classic Wood MPX Midi


03/2017 - Thomas Schmidt

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Acoustic Solid, Altdorf 
Telefon 07127 32718 
Internet www.acoustic-solid.de 
E-Mail: vertrieb@acoustic-solid.de 
Garantie (in Jahre)
B x H x T (in mm) 190/340/470 
Gewicht (in Kg) ca. 20 kg 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 16.03.2017, 09:59 Uhr
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