Kategorie: Plattenspieler

Einzeltest: Avid Ingenium


Tragfähig

Plattenspieler Avid Ingenium im Test, Bild 1
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Beim Design eines Plattenspielers mal mit etwas anderem als einer rechteckigen Zarge oder drei Türmen anzufangen, ist vielleicht keine ganz neue Idee, aber eine, die wir grundsätzlich sympathisch finden

Mitspieler


Tonabnehmer:

 Benz Ace L
 Nagaoka MP-11, MP-500
 Phase Tech P-3G

Phonoverstärker:

 Trigon Advance
 Quad Twentyfour Phono

Verstärker:

 MalValve Preamp Four und Accustic Arts AMPII MK2
 Revox A720 und 722

Lautsprecher:

 K+T Mini-Monitor TS
 K+T Leggiera


Gegenspieler


Plattenspieler:

 Music Hall MMF-11.1
 Transrotor Fat Bob S mit SME 5009  


Im Falle des neuen, kleinen Avid-Laufwerks hat Conrad Mas einfach mal mit einem Balken angefangen – schon mal nicht schlecht – noch ein Querbalken dazu und wir haben eine Konstruktion, die nicht umfällt. Für einen MP3-Player vielleicht nicht entscheidend, für einen Plattenspieler in jedem Fall hilfreich.

Plattenspieler Avid Ingenium im Test, Bild 2Plattenspieler Avid Ingenium im Test, Bild 3Plattenspieler Avid Ingenium im Test, Bild 4Plattenspieler Avid Ingenium im Test, Bild 5Plattenspieler Avid Ingenium im Test, Bild 6Plattenspieler Avid Ingenium im Test, Bild 7Plattenspieler Avid Ingenium im Test, Bild 8
Was noch? Im Großen und Ganzen war es das schon. Oben drauf kommt noch ein Plattenteller, daneben ein Motor und ein Tonarm und drunter noch ein paar Füße – fertig ist der Plattenspieler, der aussieht wie ein Flugzeugträger der US-Marine. Aber von Anfang an: Avid ist eine gar nicht mehr so kleine englische Firma, die unter ihrem Gründer und Chefentwickler Conrad Mas in den letzten Jahren eine Reihe ganz vorzüglicher Plattenspieler mit einigen sehr ausgeschlafenen technischen Lösungen präsentiert hat – eine dezente Modellpflege hat das Niveau immer weiter nach oben getrieben, so dass man sich irgendwann eingestehen musste, dass man mit dem kleinsten Modell nicht mehr in dem Preissegment war, wo man hinwollte. Zu teuer war die Fertigung des Chassis geworden, bei dem man sich – in technischer Hinsicht löblicherweise – immer an den Spitzenprodukten aus dem eigenen Hause orientiert hatte. Was also tun? Vereinfachen, ohne zu viel zu opfern, ist die einfache Antwort. Die Schlüsselmerkmale des Diva II wurden beibehalten, das kompliziert aus lauter Dreiecksflächen ausgeformte Basisteil durch eine massive Balkenkonstruktion ersetzt. Immerhin gut sechs Zentimeter dickes Aluminium mit einem fest ebenso massiven Querbalken ist schon ein Wort! Dieser simple Aufbau bietet einen Riesenvorteil, den sich Conrad Mas auch zunutze macht: Variabilität. Durch den ganz simplen Tausch des Längsträgers kann aus dem Ingenium – so der passende Name des ausgefuchsten Drehers – ein Laufwerk für Neunzoll-, für Zwölfzoll- oder sogar für zwei Tonarme gemacht werden. Nur über das Fabrikat des Arms muss man sich bei einer Bestellung im Klaren sein, denn die Bohrung für die Befestigung erfolgt direkt im Träger. Ein Zahlenbeispiel: Der Viva II kostet als Laufwerk knapp 2.200 Euro, während man den neuen Ingenium bereits für 1.298 Euro bekommt. Unsere Version des Ingenium für 1.689 Euro ist die einfachste Komplettvariante, also Laufwerk für einen Neunzoll-Tonarm mit einem fertig montierten Pro-Ject 9cc – die Voll-Kohlefaser- Ausführung. Der Arm ist inzwischen so bewährt und wird in so vielen Plattenspielern als OEM-Tonarm eingebaut, dass man wirklich keine Worte mehr über ihn zu verlieren braucht. Gar nicht lange herumgetan hat man bei der Wahl der Füße: Das Laufwerk ist nicht schwer, also wird es vom Untergrund entkoppelt, und das ordentlich! Diesen Job erledigen drei dicke Sorbothan-Füße, denen man ihre segensreiche Funktion in Sachen Resonanzvernichtung beim ersten Anfassen sofort glaubt: Das Zeug ist so weich, da kann nichts mehr durchkommen! Ein bisschen eklig-klebrig ist das ja dann schon, gut dass man da nur einmal durch muss. In einer Ausfräsung in der Mitte des Längsträgers findet man den etwas abgeflachten Dorn des invertierten Tellerlagers. Die konische Form von Lagerbuchse und -achse sorgt dafür, dass das bewegte Teil des Lagers in der Horizontalen lediglich auf einer Ebene geführt wird. Damit reduziert man natürlich Lagergeräusche, weil kleine Kontaktflächen weniger Störungen produzieren. In der Vertikalen wird die Buchse durch eine Wolframkarbidkugel getragen, auf der ein Saphirlagerspiegel aufsetzt. Durch diese beiden extrem harten Materialien ist das Lager quasi verschleißfrei. Die Schmierung erfolgt aus einem kleinen Reservoir oberhalb des Lagerspiegels. Optional kann man außer dem Standard-Plattendorn einen mit Gewinde ordern, auf dem sich eine Plattenklemme aufschrauben lässt, die die aufgelegte Platte bombenfest fixiert und plan drückt. Die Lagerbuchse und der über einen kurzen Gummiriemen angetriebene Metall-Subteller bilden eine Einheit, die Motordose steht unterhalb des eigentlichen Tellers, Dieser besteht aus einer dicken Schicht MDF mit einer aufgeklebten Matte aus einem Kork-Gummi- Granulat, die hervorragende Dämpfungseigenschaften besitzt. Einen kleinen Schmunzler entlockt uns der Ein-Ausschalter des Motors, der auch an einer Stehlampe der in Sachen Feinauflösung und Raumillusion, dafür eine bodenständige und solide Performance mit einer Menge Seele. Dennoch: Das Laufwerk kann mehr vertragen, weswegen wir gleich einen Sprung zum MP-500 gemacht haben, einer meiner Favoriten unter den MM-Systemen und gut passend zum Pro-Ject-Carbontonarm. Das brachte die Angelegenheit schon eher auf den Punkt: Ohne direkte Vergleichsmöglichkeit meine ich doch, diese ganz spezielle Eleganz der Avid-Familie auch beim „Junior“ herauszuhören – alles gerät ein bisschen hintergründiger und vielschichtiger als bei Laufwerken in einer vergleichbaren Größenordnung. Klar, die ganz große Kante und den ultratiefen Bass kann der leichte Ingenium nicht produzieren – die clevere Gesamtabstimmung macht es ihm aber leicht, ab dem Grundtonbereich eine ungemein opulente Darbietung aus den Rillen zu holen, die nicht überbordet, sondern durch eine völlige Abwesenheit von Resonanzen gut sortiert bleibt und den Hörer einlädt, auf musikalische Entdeckungsreise zu gehen. Auf jeden Fall ein Laufwerk, das geradezu prädestiniert ist für klassische Musik und große Besetzungen. Wird es dann etwas übersichtlicher, was die Arrangements angeht, zeigt der Ingenium seine sehr subtile Art, mit den Feininformationen umzugehen und sie musikdienlich einzusetzen – Details nicht um der Details willen, sondern jederzeit heraushörbar, aber immer organisch zusammengesetzt, so dass man niemals müde wird, diesem fantastischen kleinen Laufwerk zuzuhören.

Fazit

Schon in der getesteten Einsteigerversion ein echter Volltreffer – noch nie war es so günstig, einen echten Avid-Plattenspieler zu besitzen!

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Kategorie: Plattenspieler

Produkt: Avid Ingenium

Preis: um 1689 Euro

8/2013
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Autor Thomas Schmidt
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Datum 28.08.2013, 12:00 Uhr
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