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Einzeltest: EAT E-Flat - Seite 4 / 5


Flachmänner

Und dann wäre dann noch ein ungewöhnlicher Trick: Die Öffnung, durch die der Lagerdorn ins Lagergehäuse im eigentlichen Arm eintritt, ist ein Schlitz. Dessen Breite ist so gewählt, dass der Dorn soeben hindurchpasst und der Arm deshalb praktisch nicht mehr kippeln kann. Ob sich dadurch nicht zusätzliche Reibungsflächen im Betrieb ergeben? Möglicherweise. In der Theorie allerdings sollte der Arm allein durch die Gewichtsverteilung so stabilisiert sein, dass der Dorn im Betrieb freigängig ist. Die Basis für den Arm ist im Wesentlichen ein massiver Metallträger für den Lagerdorn; eine Möglichkeit zum Austausch der Basis scheint nicht vorgesehen zu sein. Ein offensichtlicher Vorteil des flachen Armprofils ist die einfache Tonabnehmermontage: Man braucht kein kompliziertes Headshell, sondern nur ein paar Langlöcher im Armprofil – fertig. Beim Gegengewicht hat man’s auch recht einfach: Das nach unten hängende Gewicht wird durch einen Schlitz im Arm verschraubt und ist verschiebbar. Eine Sorbothan-Bedämpfung sorgt für eine effektive Entkopplung. Beliebig feinfühlig ist dieser Mechanismus allerdings nicht: Um mit dieser Anordnung Auflagegewichte im Zehntelgrammbereich zu variieren, bedarf es schon Geduld und Fingerspitzengefühls.

Eine Einschränk bei diesem Arm ergibt sich aus der Konstruktion: Eine Verstellung des Azimuts ist nicht möglich, und auch der VTA lässt sich nicht verändern. Das hatte zum Beispiel zur Folge, dass sich das vom Vertrieb mitgelieferte van den Hul Coolibri XGP leider nicht im E-Flat betreiben lässt: Der Arm steht für diesen Abtaster zu tief, der Generator setzt auf der Platte auf. Schade, so blieb dem van den Hul nur die Rolle des Fotomodells vorbehalten. Die Antiskating-Mechanik des Arms verdient Aufmerksamkeit. Prinzipiell handelt es sich um eine klassische Lösung mit Faden und Auslegergewicht, aber die Führung des Fadens ist ungewöhnlich: Er läuft in einer Nut im Lagergehäuse, und wenn man ihn korrekt hintenherum führt, dann gibt’s das gewünschte Drehmoment nach außen. Die Antiskatingkraft wird über das Verschieben des entsprechenden Gewichtes auf seinem Ausleger eingestellt. Allerdings gibt’s nur drei Positionen, in denen das Gewicht einrastet, und keinerlei Skalierung. Das Armprofil selbst gibt’s übrigens in drei und vier Millimetern Stärke. Auf diesem Wege realisiert der Hersteller unterschiedliche effektive Massen von wahlweise 12,5 und 19,5 Gramm. Erstere – und damit das dünnere Profil – dürfte für moderne Abtaster praxistauglicher sein und liegt im mittelschweren Bereich.

Preis: um 4000 Euro

EAT E-Flat


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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 20.03.2012, 19:42 Uhr