Kategorie: Plattenspieler

Einzeltest: EAT B-Sharp


Gute Noten

Plattenspieler EAT B-Sharp im Test, Bild 1
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Entgegen dem allgemeinen Trend zu immer aufwendigeren und immer teureren Produkten geht EAT den umgekehrten, beschwerlicheren Weg: Die Firma versucht, immer günstigere Plattenspieler zu bauen, ohne die Qualitäten der größeren Modelle zu opfern. Wir gut das geht, zeigt der B-Sharp

Wir arbeiten uns langsam die Tonleiter nach unten: Nach dem C-Sharp und dem C Major sind wir nun beim B-Sharp angekommen, einer Note oder Tonart, die sich dem mit der deutschen Tonleiter Sozialisierten nicht unbedingt spontan erschließt. B entspricht nämlich in der englischsprachigen Notation unserem H, ergo wäre B-Sharp ein „His“, auf der Klaviertastatur ein C, wenn sich auch die Tonart tatsächlich mit jeder Menge Kreuzen in der Notation wirklich darstellen lässt. Genug der altklugen Plauderei: „Be Sharp“ ist natürlich ein wahrhaft scharfer Name für einen ebensolchen Plattenspieler, der der Tradition im Hause European Audio Team, kurz EAT, entsprechend nicht nur auf den akustischen, sondern eben auch auf den optischen Reiz setzt.

Plattenspieler EAT B-Sharp im Test, Bild 2Plattenspieler EAT B-Sharp im Test, Bild 3Plattenspieler EAT B-Sharp im Test, Bild 4Plattenspieler EAT B-Sharp im Test, Bild 5Plattenspieler EAT B-Sharp im Test, Bild 6Plattenspieler EAT B-Sharp im Test, Bild 7Plattenspieler EAT B-Sharp im Test, Bild 8Plattenspieler EAT B-Sharp im Test, Bild 9Plattenspieler EAT B-Sharp im Test, Bild 10Plattenspieler EAT B-Sharp im Test, Bild 11Plattenspieler EAT B-Sharp im Test, Bild 12
Jozefina Lichtenegger hat ihr Produktspektrum nach unten erweitert und bietet nun zum Kampfpreis von deutlich unter 1.500 Euro einen Plattenspieler an, der die optischen Merkmale des C Major in etwas vereinfachter Form übernimmt, ohne allzu viele seiner technischen Qualitäten preiszugeben. Mit allen seinen Schwestermodellen hat er die Bauweise gemein: sehr geringe Bauhöhe und trotzdem ein Subchassis-Spieler. Natürlich wird das bei diesem Design nicht mit Federn realisiert, sondern mit kleinen Kegeln aus einem hoch elastischen und gleichzeitig dämpfenden Kunststoff namens Sorbothan. Auf den Spitzen dieser im Unterteil eingelassenen Kegel liegt die Trägerplatte für Tonarm und Tellerlager auf. In der unteren Ebene der Doppeldeckerzarge sitzt der Motor, der über einen Rundriemen den Subteller antreibt. Dieser stammt aus dem ProJect-Baukasten – eine exakt gefertigte und resonanzarme Kunststoffscheibe mit einem Lagerdorn aus Edelstahl. Der Lagerspiegel in der Bronzebuchse ist aus Teflon. Die Geschwindigkeitswahl erfolgt über das Umlegen des Riemens am zweistufigen Pulley, bei dem übrigens nicht gespart wurde: Hier haben wir das exakt gedrehte Aluminium-Modell vom C-Major. Die fehlerfrei lackierten Trägerplatten des B-Sharp bestehen aus Hartfaser. Der kleine Anteil an schädlichen Schwingungen, die dieses gut dämpfende Material noch übrig lässt, läuft sich in den Sorbothankegeln tot. Wenn der Aluminium-Hauptteller auf den Subteller aufgelegt wird, dann ergibt sich aus der aufgelegten Gesamtmasse und der Federkonstante der Dämpfer die Resonanzfrequenz des Subchassis, die zwischen Trittschall und hörbarem Spektrum angesiedelt ist. Der Metallteller offenbart umgedreht eine Besonderheit: In einer Nut nahe des Außenrands wurde ein dicker Streifen eines weichen, hoch dämpfenden Schaummaterials eingelegt, ähnlich den Dichtstreifen, die man für die Montage von Lautsprecherchassis verwendet. Damit wird die gegenüber den großen Modellen geringere Masse des Tellers zumindest teilweise kompensiert, was die Resonanzneigung angeht. Den drehenden Teil des B-Sharp komplettiert eine Schraubklemme, die nicht ganz so massiv aussieht wie beim C-Sharp, ihren Zwecke aber ebenso gut erfüllt. Und schon wieder gibt es einen neuen Tonarm. Dieser kann seine Verwandtschaft zu den Armen der größeren Modelle nicht verheimlichen, wenn er auch etwas vereinfacht wurde. Optisch erkennt man das sofort an der gestiegenen Anzahl von Bestandteilen, die statt glänzend einfach schwarz sind, so zum Beispiel das Gegengewicht oder das Headshell, das aber auch aus Aluminium gefräst wurde. Die Bedämpfungsmöglichkeit des Tonarms auf dem C-Major ist weggefallen, während man das Antiskating etwas vereinfacht hat. Das schwere Gegengewicht wird über einen dicken Sorbothan-Dämpfer von der Tonarmachse entkoppelt; eine zusätzliche Massescheibe kann in das Gewicht eingelegt werden, wenn man einen schweren Tonabnehmer montieren möchte. Der Arm ist in der Höhe verstellbar, der Lift arbeitet einwandfrei. Das Armrohr selbst ist wie bei den aufwendigeren Modellen ein massiv wirkendes Kohlefaserrohr. Ein witziges Detail ist die Arretierung auf dem Armrest: Hier kommt ein Magnet zum Zuge, der den Arm sicher in seine Ruheposition zieht und ihn auch festhält. Komplettiert wird das attraktive Paket durch eine stabile Acrylglashaube und ein bereits vormontiertes Tonabnehmersystem vom Typ Ortofon 2M Blue, eine gute Wahl, wie wir finden. Das zeigt auch der Hörtest: Schon mit der „Serienausstattung“ klingt der EAT elegant, ausgewogen und in sich ruhend. Der Vergleich mit dem (ohne System) mehr als fünf Mal so teuren VPI ist zwar etwas fies, zeigt aber, dass der EAT in dieselbe Richtung zielt: Neutralität, gepaart mit einer ruhigen Hand. Für sich genommen und in seiner Preisklasse spielt er fast schon unheimlich ruhig und gelassen auf – ein Verdienst der an den richtigen Stellen eingesetzten Dämpfer, keine Frage. Und angesichts des richtig edlen und vielseitigen Tonarms kommt man dann auch mal ganz gerne auf komische Ideen, nämlich auf einem 1.300-Euro-Plattenspieler ein deutlich teureres System zu montieren. Und siehe da: Der „kleine“ EAT holt auch aus einem Zyx oder einem Phasemation eine Menge heraus, so gut ist der Tonarm, der sich mit seinem variablen Gegengewicht fast jeder Herausforderung stellt. Sogar mit einem groben Klotz wie meinem uralten Shure M3D, das ich einmal spaßeshalber montiert habe, konnte man im Rahmen seiner Möglichkeiten hervorragend Musik hören. Das System ist kein Auflösungswunder und auch nicht wirklich hochtonstark. Seine frappierenden dynamischen Möglichkeiten und die subjektive Spielfreude – die transportiert der EAT B-Sharp wie ein ganz Großer.

Fazit

Der B-Sharp reiht sich ein in die Tradition der neuesten EAT-Plattenspieler. Für einen mehr als günstigen Preis bekommt man eine hervorragende Laufwerks-Tonarm-Kombination, die gut aussieht und noch besser klingt.

Preis: um 1400 Euro

Plattenspieler

EAT B-Sharp


09/2017 - Thomas Schmidt

 
Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Audio Reference, Hamburg 
Telefon 040 53320359 
Internet www.audio-reference.de 
E-Mail: info@audio-reference.de 
Garantie (in Jahre) 2 Jahre 
B x H x T (in mm) 480/100/380 
Gewicht (in Kg) ca. 12 kg 
Unterm Strich ... Der B-Sharp reiht sich ein in die Tradition der neuesten EAT-Plattenspieler. Für einen mehr als günstigen Preis bekommt man eine hervorragende Laufwerks- Tonarm-Kombination, die gut aussieht und noch besser klingt. 
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Autor Thomas Schmidt
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Datum 07.09.2017, 09:54 Uhr
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