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Kategorie: Plattenspieler

Einzeltest: Goldnote Valore


Die italienischen Momente...

Plattenspieler Goldenote Valore im Test, Bild 1
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Einen neuen alten Bekannten begrüßen wir im Zentrum unseres Interesses: Es gibt einen neuen Plattenspieler von Goldenote und dazu zwei gute Nachrichten: Er ist in feinstes Echtleder gewandet und kostet unter 1.000 Euro

Mitspieler

Phonoverstärker:

Quad Twentyfour P
Trigon Advance

45
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Tonabnehmer:

Nagaoka MP-500
Benz ACE L


Verstärker:

Accustic Arts Power ES
Malvalve Preamp Four und Audio Research


Lautsprecher:

K + T Titania
Audio Physics Avantera


Zubehör:

Netzleiste:PS-Audio
Phonokabel:Nordost, HOrn Audiophiles
NF-Kabel: Van den Hul
Lautsprecherkabel: Silent Wire
Racks und Basen: SSC, Empire, Tabula Rasa


Gegenspieler

Plattenspieler:

Acoustic Solid 111 Woodd
Clearaudio Concept

Die Tradition der Marke Goldenote (phasenweise auch Bluenote – ich weiß nicht, ob es da juristische Probleme gab) ist in den letzten Jahren geprägt worden von einer immer wieder aufflackernden Präsenz auf dem deutschen Markt, abgewechselt durch längere Phasen der Stille, nachdem wieder einmal ein Vertrieb es drangegeben hatte. Ein Vertrieb aus Österreich hat sich jetzt der italienischen Marke angenommen und den deutschlandweiten Vertrieb gleich mit übernommen. Wir drücken auf jeden Fall die Daumen, dass jetzt stabile Verhältnisse einkehren – um den neuen, kleinen Plattenspieler wäre es in jedem Fall schade. Valore heißt der kleine italienische Schönling, der in seiner Basisversion schon zu einem Preis von um die 850 Euro zu kaufen ist, in der mit Echtleder bezogenen Variante für immer noch unter 1.000 Euro. Dafür bekommt man schon eine ganze Menge: Ein schmuckes kleines Laufwerk mit Riemenantrieb, einen hauseigenen Tonarm und einen vormontierten Tonabnehmer, ebenfalls aus dem Hause Goldenote, wobei ich hier schwer auf einen OEM-Tonabnehmer eines sehr renommierten Herstellers tippe – der Insider weiß, von wem ich da spreche.

Plattenspieler Goldenote Valore im Test, Bild 2Plattenspieler Goldenote Valore im Test, Bild 3Plattenspieler Goldenote Valore im Test, Bild 4Plattenspieler Goldenote Valore im Test, Bild 5Plattenspieler Goldenote Valore im Test, Bild 6
Die Basisplatte ist aus MDF, das in der Grundversion des Laufwerks lackiert ist, in unserer Luxusvariante dagegen mit feinstem Leder bezogen. Das ist zwar nicht vernäht, aber sauber gemacht und hat einfach ein gewisses Etwas, wobei die Version mit cremefarbenem Bezug noch einmal etwas außergewöhnlicher daherkommt als unser dezent genarbtes Schwarz. Den Antrieb besorgt ein 24-poliger Synchronmotor, der ein fest montiertes Netzkabel besitzt – dennoch gibt es hier als Tuningmöglichkeit ein Vorschaltgerät von Goldenote, das die anliegende Wechselspannung säubert. Die Antriebseinheit sitzt fest in der Zarge, vibrationsfrei untergebracht in einer sehr soliden Motordose. Der Pulley ist für eine manuelle Anwahl der Geschwindigkeiten zweistufig ausgelegt. Im Betrieb ist der Motor nicht komplett geräuschfrei – bis zu einem Abstand von einem Meter kann man ein leichtes Laufgeräusch hören. Inmitten der Zarge sitzt ein ganz besonderes Tellerlager: In der an sich zu großen Buchse sitzen zwei eingepresste Ringe, die den Lagerdorn oben und unten führen. Der Dorn selbst hat im mittleren Drittel einen geringeren Durchmesser – diese recht große „Tasche“ bildet ein Reservoir für das Lagerfett. Über die Materialkombination wissen wir nichts Genaueres, außer dass ein recht hoher Grafitanteil verwendet wird. Der Lagerdorn ist eingepresst in einen opaquen weißen Acrylteller, der sich bei der Anfassprobe einfach nur rau anfühlt, bei näherer Betrachtung aber eine einer Schallplatte ähnliche Rillenstruktur aufweist und so natürlich einer Vinylplatte optimalen Halt und Sicherheit gegen Verrutschen bietet – gerade bei einem leichten Teller ein probates Mittel, mehr Stabilität zu erzielen. Apropos optimaler Halt: Die Kopplung zwischen Pulley, Riemen und Teller ist so straff, dass es eine sehr gute Idee ist, beim Plattenwechseln den Motor anzuhalten, sonst springt der Riemen ab. Gestellt wird der Valore auf drei höhenverstellbare Füße, die keine Dämpfungsmaßnahmen bieten – ein gesicherter Stellplatz ist für das mit acht Kilogramm recht leichte Laufwerk zu empfehlen. Mit dem Tonarm ist es so eine Sache: Man hat einen der bewährten Arme aus eigenem Hause preisgerecht auf das Wesentliche reduziert. Das bedeutet vor allem eine Längenreduzierung auf acht Zoll(!) und schlichtere Verarbeitung. Die sehr knappe Montage neben dem Tellerrand sorgt bei jedem Absenken der Nadel für Transpiration: Das Armrohr senkt sich sehr knapp neben dem Armrest auf die Einlaufrille. Ansonsten gibt es hier und da eine unschön hervorstehende Schraube. Positiv zu vermerken ist das sehr solide Metall-Headshell, an dem auch der Azimuth verstellt werden kann und die entkoppelte Lagerung des hängenden Gegengewichts, das durch ein steckbares zweites Gewicht so ziemlich jeden Tonabnehmer der Welt ausbalancieren kann. Die Lagertoleranzen des Arms sind in Ordnung – mehr kann man für den Paketpreis bei Eigenfertigung nicht erwarten. Beim montierten Einsteiger-MM „Babele“ kann man an der Justage noch etwas drehen – sonst wird’s teilweise etwas verzerrt in Richtung Innenrille. Nach einer kleinen Optimierung zugunsten der letzten Stücke einer Plattenseite passt es dann aber. Um Staubansammlungen auf den empfindlichen Oberflächen zu vermeiden, liegt dem Valore eine schwarze Abdeckhaube aus einem samtartigen Stoff bei, die zwar ungewöhnlich ist, ihren Zweck aber einwandfrei erfüllt. Weil die Fragen aufgrund der gleichen Preisklasse aufkommen werden: Nein, der Goldenote kommt in Sachen Bandbreite nicht an den Acoustic Solid 111 Wood heran – hier ist der deutsche Konkurrent durch den schwereren Teller und den Antrieb dem italienischen Schönling voraus. Für sich genommen musiziert der Valore mit Eleganz und Schönheit – ein Plattenspieler, der einen als einmalige Investition eine sehr lange Zeit begleiten kann. Ausgehend von seinem sehr farbstarken Mitteltonbereich ist der Valore in der Lage, ausdrucksstark und vielseitig aufzuspielen: Hier liegt seine große Stärke. Der Bassbereich kommt dabei nicht zu kurz, ist sogar mehr als wuchtig und kraftvoll, nur das letzte Quäntchen an Präzision und Unbeirrbarkeit fehlt ihm gegenüber den schwereren Kollegen. Trotzdem: Pop- und Rockmusik kommt mit dem gewissen Fuß-Mitwipp-Faktor – was will man denn mehr? Ein Beispiel: Die Debütplatte der nicht mehr ganz unbekannten Patricia Ahn changiert zwischen charmantem Mädchen-Pop mit einer zerbrechlichen Stimme und durchaus bombastischen Arrangements. All das geht der Goldenote freudig mit. Szenenwechsel: Everlast mit seiner bewegten musikalischen Vergangenheit ist dagegen gesanglich einer der raueren und böseren Jungs und arbeitet gerne mit extrem fetten Beats – kein Problem für den Goldenote, der den gewaltigen Groove für seine Masseverhältnisse stoisch durchzieht. Am oberen Ende des Frequenzbereichs setzt das Tonabnehmersystem Babele feine Akzente und Sinn für kleine dynamische Variationen, aber auch Grenzen in Sachen Hochtonenergie – die Charakteristik zeigt durchaus Familienähnlichkeit und Charme. Mit einer Mehrinvestition in ein anderes System kann man noch so einiges herausholen: Mit unserem altbewährten Benz ACE L konnten wir den Valore wie schon so manchen anderen Plattenspieler extrem weit aufwerten. Dabei geht dem Italiener sein grundsätzlicher Charme nicht verloren – eine Qualität, die wir also zu einhundert Prozent der Laufwerks-Tonarm-Kombination zuordnen können. In Sachen Definition und Klarheit verhilft das Benz dem Set zu einem deutlich höheren Niveau - und das meine ich durchaus nicht als Vorwurf gegenüber dem kleinen Babele, sondern als Kompliment gegenüber der Laufwerkstechnik, die bis zu einem ziemlich hohen Niveau hinauf keinen limitierenden Faktor darstellt. - sehr gut! Aber zurück zum Set: Auch wenn es im Hochtonbereich schon frischere Auftritte gegeben hat – in Sachen Detail und Abbildungsgenauigkeit gibt sich die Kombination keine Blöße. Gerade bei den sehr guten und vor allem hervorragend produzierten Klassik-Reissues der letzten Monate überzeugt der Valore durch ein ganz feines Händchen bei der Reproduktion der Raumakustik und der Staffelung des Orchesters – eines seiner herausragendsten Merkmale. Auch unterschiedliche raumakustische Gegebenheiten, die bei Jahrzehnte zurückliegenden Produktionen herrschten, arbeitet der Valore absolut nachvollziehbar und deutlich heraus. Man nehme nur einmal Faurés Requiem aus der langen und schmalen Kapelle des Trinity College und dagegen Karajans breit angelegte Moldau – zwei komplett unterscheidlich aufgenommene Werke, die der Goldenote sehr klar gegeneinander abgrenzt. Diese überzeugende Wiedergabe kleinster raumakustischer Informationen hat schon große Klasse und spricht für das überzeugende Nebengeräuschverhalten des Valore, der vielleicht nicht die Schwärze unserer ganz großen Masselaufwerke erreicht, im Rahmen der Möglichkeiten seiner nicht einmal 10 Kilogramm aber erstaunlich ruhig und souverän musiziert. Bei all diesen Meriten verbuchen wir seine Neigung zum Schönklang als eine sympathische Charaktereigenschaft. Der Goldenote Valore ist aber noch viel mehr als das: Ein durch und durch angenehmer Plattenspieler, der bei genauem Hinhören immer mehr Qualitäten offenbart.

Fazit

Der Goldenote Valore ist eine willkommene Alternative in der Preisklasse bis 1.000 Euro, vor allem für den Analogliebhaber, bei dem auch das Auge mithört: Einen Ledermantel für einen Plattenspieler gibt es nur bei Goldenote.

Preis: um 1000 Euro

Goldnote Valore


-

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb World of Highend 
Telefon +43 699 19696164 
Internet www.goldenote.it 
Garantie (in Jahre)
B x H x T (in mm) 400/120/350 
Gewicht (in Kg)

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Interessante Links:
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