Kategorie: Plattenspieler

Einzeltest: Sperling Audio L-2 / Robert Fuchs Tonarm


Rostfrei

Plattenspieler Sperling Audio L-2 / Robert Fuchs Tonarm im Test, Bild 1
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Rechteckige Basisplatte, ein Tonarm hinten rechts. Eigentlich ist der neue Sperling L2 ein ganz normaler Plattenspieler. Wenn man nicht auf die Dimensionen achtet

Mitspieler


Phonovorstufen:

 MalValve preamp three phono

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Vollverstärker:

 Accuphase E-600

Lautsprecher:

 Audio Physic Avantera
 Klang + Ton Nada

Zubehör:

 Netzsynthesizer Accuphase PS1210
 div. NF-Kabel
 Phonokabel van den Hul
 Lautsprecherkabel von Transparent
 Plattenwaschmaschine von Clearaudio


Gegenspieler


Plattenspieler:

 Transrotor Fat Bob / Reed 3p / Lyra Etna
 Acoustic Solid 111 Metall

Phonovorstufen:

 MalValve preamp three phono

Um zu verstehen, wie sich das Verhältnis von Sperling-Firmengründer Ansgar Sperling zu Dingen wie Qualität, Präzision und technischer Konsequenz definiert, gestatten Sie mir eine kurze Schilderung der Anlieferung des Testgerätes in der Redaktion. Auf den Hof fuhr nämlich ein Auto, das mich nachhaltig beeindruckt hat: ein rund 25 Jahre alter Mercedes- Kombi aus der Baureihe W124. Mit großer Dieselmaschine, die sind noch deutlich seltener zu bekommen als die Benziner. Dieser 124er ist in einem so unglaublich perfekten Zustand, der riecht sogar neu. Ich bin reichlich um das Auto geschlichen und habe nicht die kleinste Schmutzecke gefunden – kannst so in den Laden stellen, das Ding. In die Neuwagenabteilung. Ansgar Sperling hat viel Zeit, Geld und Mühen in den fahrbaren Untersatz gesteckt, um ihn genau in diesen Zustand zu versetzen.

Plattenspieler Sperling Audio L-2 / Robert Fuchs Tonarm im Test, Bild 2Plattenspieler Sperling Audio L-2 / Robert Fuchs Tonarm im Test, Bild 3Plattenspieler Sperling Audio L-2 / Robert Fuchs Tonarm im Test, Bild 4Plattenspieler Sperling Audio L-2 / Robert Fuchs Tonarm im Test, Bild 5Plattenspieler Sperling Audio L-2 / Robert Fuchs Tonarm im Test, Bild 6Plattenspieler Sperling Audio L-2 / Robert Fuchs Tonarm im Test, Bild 7Plattenspieler Sperling Audio L-2 / Robert Fuchs Tonarm im Test, Bild 8Plattenspieler Sperling Audio L-2 / Robert Fuchs Tonarm im Test, Bild 9Plattenspieler Sperling Audio L-2 / Robert Fuchs Tonarm im Test, Bild 10Plattenspieler Sperling Audio L-2 / Robert Fuchs Tonarm im Test, Bild 11Plattenspieler Sperling Audio L-2 / Robert Fuchs Tonarm im Test, Bild 12Plattenspieler Sperling Audio L-2 / Robert Fuchs Tonarm im Test, Bild 13
Zum großen Teil mit eigener Hände Arbeit. Der muss bis zur Rente fahren, sagt er. Ich habe keine Zweifel daran, dass das problemlos gelingen wird. Der langen Rede kurzer Sinn: Fanatismus für technische Perfektion ist offensichtlich vorhanden. Der Plattenteller des Sperling L-1 – den hatten wir im Plattenspieler-Spezial im Jahre 2012 zu Gast – hält bis zum heutigen Tag den „Plattentellerrekord“ in unserem Test-Portfolio. Kein Gerät hat auch nur annähernd einen so irren Metallzylinder aufgefahren, um eine arme kleine Vinylplatte auf Touren zu bringen. Und um mit ganz viel Masse dafür zu sorgen, dass der Klang ganz besonders in den allerkleinsten Dimensionen zum Erlebnis wird. Auch wenn der Teller des neuen L-2 eine Nummer weniger wahnwitzig dimensioniert ist (zumindest in der Dicke), weist der Hersteller ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei dem neuen keinesfalls um ein kleineres Modell handelt. Vielmehr ist der L-2 ein Plattenspieler für Leute mit einem leicht anderen Anforderungsprofil: Die Formensprache des Gerätes ist merklich weniger extrem als die des L-1 und er gibt sich puristischer: Man kann hier nur einen Tonarm montieren. Kompakt ist auch der L-2 keinesfalls: 60 Zentimeter Breite und derer 40 in der Tiefe wollen auch erst einmal untergebracht werden. Der L-2 kostet rund 26.000 Euro. Das liegt nur wenig unter den knapp 30.000, die derzeit für den L-1 zu investieren sind. Wir reden natürlich nur vom Preis des Laufwerks, ein adäquater Tonarm nebst Abtaster kommt bei Bedarf noch dazu. Auf der diesjährigen High End in München spielte auf dem L-2 ein Tonarm des süddeutschen Kleinherstellers Jürgen Fuchs. Die Gesamt-Performance des Systems war ausgezeichnet und so habe ich Sperling und seinen Partner Michael Bönninghoff gebeten, das gute Stück gleich mitzubringen. Dessen 13,5-Zoll-Länge ist nun auch das Maximum dessen, was sich auf dem Laufwerk montieren lässt. Sperling und Bönninghoff haben seinerzeit angefangen, Nachrüstmotoren für bestehende Laufwerke zu bauen. Nach wie vor ist der Antrieb eine der Kernkomponenten des Laufwerks, und ich habe erfreut zur Kenntnis genommen, dass die Herren auch dieser Stelle nochmals merklich nachlegen konnten. Beim Sperling-Antrieb kommt ein extrem laufruhiger Gleichstrommotor zum Einsatz, dessen Drehzahlstabilisierung anders funktioniert als andernorts: Es gibt keine Regelung im herkömmlichen Sinne, wie sie zum Beispiel seit einiger Zeit von Clearaudio eingesetzt wird. Bei Sperling bedient man sich der physikalischen Eigenschaften des Motors und steuert ihn entsprechend: Bei Last- und damit drohenden Drehzahländerungen ändert sich der Strom durch den Motor, und dem wirkt eine Elektronik entgegen. Der locker 20 Kilo schwere Teller ist integraler Bestandteil des Konzeptes, genauso wie das imposante Lager: Es setzte dem Motor einen definierten Widerstand entgegen und sorgt für eine „Grundlast“ auf dem Motor, die die Steuerung zum Funktionieren braucht. Das invertierte Tellerlage besteht aus einer überaus massiven Stahlachse und einer darübergestülpten Bronzebüchse mit in beiden Fällen imposanten Durchmessern. Eine fein ausgetüftelte Ölschmierung sorgt für Geräuschlosigkeit und für den erwähnten Widerstand beim Drehen des Lagers. Das Lager ist das gleiche wie beim L-1, wurde aber mittlerweile ebenfalls weiterentwickelt. Die vertikalen Kräfte nimmt immer noch eine ultraharte Siliziumnitrit- Kugel auf, alle anderen Industriekeramiken haben bei den hünenhaften Tellern schlicht aufgegeben. Der in die Zarge integrierte Antrieb hat mit dem Aluminium-Trumm keine Probleme und beschleunigt den Teller in wenigen Sekunden auf Nenndrehzahl – mit erfreulich wenig durchrutschendem Riemen. Der ist nach wie vor aus Vorspannband vom guten alten Tonband gefertigt: Das Material ist zugfest und transportiert das Drehmoment des Motors wenig gebremst zum Tellerrand. Gespannt wird der Riemen dadurch, dass man die Montageplatte des Motors verdreht. Der Motor ist exzentrisch montiert, dadurch kann man seinen Abstand zum Teller feinfühlig variieren. Zudem lässt er sich mit drei Schrauben kippen, was bei der optimalen Einstellung der Riemenführung hilft. Zu jener gehören auch noch zwei Umlenkrollen, die für einen möglichst großen Umschlingungswinkel des Tapes um den Teller sorgen sollen, ebenfalls eine Maßnahme zur Verbesserung der Kopplung von Antrieb und Teller. Mit entsprechend kürzeren Riemen kann man eine oder auch beide Rollen umgehen. Die Effekte sind recht deutlich hörbar: Mit zwei Rollen klingt‘s eindeutig am besten, so liefert der Plattenspieler ein Maximum von Details, sein Timing ist so definitiv am besten. Auch beim L-2 ruht die Platte auf penibel in Fräsungen an der Telleroberfläche eingepassten Holzsegmenten, in unserem Falle aus Zebrano. Sperling und Bönninghoff ziehen diese Lösung jeder Tellermatte vor, zumal man über die Wahl der Holzsorte den Klang in Grenzen ändern kann. Der Teller ragt nur gut zwei Zentimeter hoch aus der oberen Deckplatte des Laufwerks. Das ist der entscheidende Grund dafür, dass das Gerät einigermaßen dezent aussieht. Ein bisschen wird das zudem von den gleich fünf ziemlich gewaltigen Metallfüßen zunichte, auf denen das Gerät ruht. Vier davon sind an den Ecken angebracht, die fünfte genau unter dem Tellerlager. Mit den vier äußeren natürlich sehr feinfühlig verstellbaren Füßen stellt man den L-2 in die Waage, mit dem Fuß unter dem Lager bestimmt man die Ankopplung des Lagers an den Unterbau. Auch das macht einen nicht zu unterschätzenden klanglichen Unterschied. Mit diesem Feature kann der L-1 nicht aufwarten, er steht nur auf drei Füßen. Den oberen und unteren Abschluss der L-2-Zarge bildet jeweils eine dicke Aluminiumplatte. Diese lässt der Hersteller aufwendig mit einer Spezialbeschichtung versehen, die normalerweise in Hubschrauber-Cockpits eingesetzt wird. Sie ist sehr kratzfest und verändert das Resonanzverhalten des Aluminiums genau in beabsichtigter Weise. Schon der L-1 glänzte mit einer trickreichen Tonarmaufnahme, die für den L-2 nochmals „aufgebohrt“ wurde. In einer großen ovalen Öffnung sitzen mittlerweile vier entweder runde oder sichelförmige Aluplatten mit seitlich angebrachten Skalen. Je nach ihrer Anordnung und Position zueinander kann man so ziemlich jeden Arm genau an der gewünschten Stelle montieren und die Position über eine Art Koordinatensystem jederzeit reproduzieren. Beim L-2 gibt’s nun noch ein Segment mehr, weshalb auch der lange Fuchs-Tonarm passt. Über den imposanten 13,5-Zöller weiß ich nicht viel, er zählt aber sicherlich nicht zu den beliebig filigranen und leichten Vertretern. Das Holz-Armrohr trägt auf seiner Oberseite einen konisch zugespitzten Magneten. Mit dieser Spitze hängt der Arm in einem mit einer kleinen Vertiefung versehenen Magnet-Pendant im Lagerblock. Ein „Magnetlager“ ist das, wie hier und da schon mal zu lesen, eindeutig nicht. Allerdings gibt es eine magnetische Stabilisierung, die über ein zweites Magnetpaar unten am Armrohr und einen in der Höhe verstellbaren Gegenpart funktioniert. Ich konnte keine nennenswerte Dämpfungswirkung feststellen und hatte auch mit ein paar anderen konstruktiven Details des Arms so meine Probleme, habe das Lyra Atlas letztlich aber passend montiert bekommen. Nach den ersten Takten der Kombination sind Mühen und Fluchen vergessen. Was hier an die Phonovorstufe geliefert wird, das ist das ganz große Kino. Wir lauschen dem neuen MFSL-Remaster des Ryan- Adams-Albums „Love Is Hell“, es läuft das hübsch gemachte Oasis-Cover „Wonderwall“. Sperling, Fuchs und Lyra dröseln die gegensätzlichen Klangwelten aus zarter akustischer Gitarre und bewusst „elektrifizierter“ Stimme großartig auf, und wenn die zweite Gitarrenstimme einsetzt, öffnet sich der Raum in nahezu erschreckendem Maße. Diese Kombi kann alles: laut, leise, alles dazwischen und ist durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Apropos: der „Lager- Spike“. Je fester er sich an den Untergrund presst, desto mehr Tieftonenergie geht der Wiedergabe verloren, umso sauberer klingt es allerdings auch. Die optimale Balance ist ein wenig Geschmackssache. Auch wenn der Spike in der Luft hängt, ist der Sperling noch ein Meister der Ruhe in tiefen Lagen. Anders Trentemöller vermag hier genauso wenig Aufdickungen zu verursachen wie die besagte MFSL-Bearbeitung von Ryan Adams. Ein zweifellos großer Plattenspieler und das nicht nur, was seine Abmessungen angeht. Der reicht auch bis zur Rente – garantiert.

Fazit

Sehr fein, filigran und schlüssig tönt das Komplettpaket vom Deutschlandvertrieb. Zweifellos ist dem Hersteller mit dem Laufwerk ein wirklich schönes Stück Technik gelungen.

Preis: um 26000 Euro

Plattenspieler

Sperling Audio L-2 / Robert Fuchs Tonarm


09/2014 - Holger Barske

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Sperling Audio, Welver 
Telefon 02921 3509388 
Internet www.motordose.de 
Garantie (in Jahre)
B x H x T (in mm) 600/200/400 
Gewicht (in Kg) reichlich 
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Autor Holger Barske
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Datum 16.09.2014, 15:53 Uhr
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