Kategorie: Schallplatte

Musikrezension: Amorphis – Queen of Time (Nuclear Blast)


Amorphis – Queen of Time

Schallplatte Amorphis – Queen of Time (Nuclear Blast) im Test, Bild 1
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Amorphis stammt aus einer Zeit und einem Umfeld, das von Bands wie Tiamat, Paradise Lost und Katatonia geprägt war, und somit echt harte Wurzeln besitzt. Alle vier der genannten Bands gingen im Laufe der Zeit (gegen Ende der 1990er-Jahre, Anfang der 2000er) in eine poppigere Richtung, doch wohl keine schlitterte so nah am Kitsch entlang wie die Finnen. Gott sei Dank besannen die Jungs um Tomi Joutsen sich seit dessen Eintritt in die Band eines Besseren und schaffen seit dem 2006er-Album „Eclipse“ wieder richtigen Metal, der immer stärker auch den Growl-Gesang beinhaltet. Und was für einen! Auf „Queen of Time“ setzt Joutsen sein mächtiges Organ geradezu gänsehauterregend massiv ein, ohne dass sein klarer Gesang darunter leiden würde. Klar, es gibt immer noch massig Gassenhauer-Refrains, und massentaugliche Keyboard-Melodien sind ein ums andere Mal in die harte Bandlandschaft eingewoben. Geschickter als Amorphis vermögen das heute wohl nur noch Katatonia zu tun, wobei die Schweden sich (leider?) seit ihrem letzten Opus in eine Opeth-Richtung der verkopften Systematik bewegen, während Amorphis rauer, intuitiver, flüssiger und echter zu Werke gehen. Schon der Opener reißt mit, das folgende „Message in Amber“ lässt dem Fan schon mit der eingehenden Melodie die Haare auf den Unterarmen zu Berge stehen, und der Refrain ist alles andere als von dieser Welt. „Daughter of Hate“ überrascht mit jazzigen Saxofonparts, die vollkommen organisch in den Kontext eingebunden sind. Ebenso natürlich und unaufgesetzt wirkt der fantastisch arrangierte Chorgesang im selben Track, die zweite Neuerung im Amorphis-Universum. Beides trägt dazu bei, die musikalische Erlebniswelt der Band auf eine neue Stufe zu heben, sie von den Fesseln des Traditionalismus zu befreien, ohne sich an einem wie auch immer definierten Mainstream anzubiedern. Treibende Riffs wie zu Beginn von „The Golden Elk“ erinnern an selige „Tales from...“-Zeiten, und auch wenn es hintenraus etwas abnimmt mit der Genialität, so bleibt „Queen of Time“ insgesamt eine mehr als runde Sache.

Fazit

Perfekte Balance zwischen Amorphis-Tradition und neuen Elementen – Evolution auf höchstem Niveau.

Schallplatte

Amorphis – Queen of Time (Nuclear Blast)


08/2018 - Michael Bruss

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Autor Michael Bruss
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Datum 23.08.2018, 12:02 Uhr
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