Test Soundbar · Canvas L
Kann was!
Als treuer Leser kennen sie die „kleinere“ Soundbar von Canvas HiFi bereits aus Ausgabe 5/25. Nun haben wir die Canvas L testen können. Und ja, das ist die neue Mutter aller Soundbars. Das war zu erwarten. Nicht zu erwarten war aber, dass die Canvas L auch eine vollwertige HiFi-Lösung ist.
Canvas HiFi bezeichnet die L etwas zurückhaltender als erste audiophile Soundbar der Welt. Sie wurde klar mit der Zielgruppe der anspruchsvollen Hörer im Kopf entwickelt. Das Ergebnis ist ein, lassen Sie mich zitieren, „High-Fidelity-Audiosystem für moderne Wohnräume“. Die L soll also die klassische, hochwertige Stereo-Wiedergabe mit Filmgenuss und modernem Design verbinden. Dazu setzt die große und schwere Soundbar auf speziell entwickelte Treiber in ihrem stabilen HDFGehäuse.







BACCH 3D+
Nun kann man noch BACCH 3D+ hinzuschalten und so den Klang laut Entwickler immersiver machen. Die Idee dahinter ist folgende: Um ein vernünftiges Stereobild zu haben, sollten die Lautsprecher einen gewissen Abstand zueinander haben. Ist dies nicht möglich, wie bei der Canvas L, kann die Ortung leiden, da beide Ohren jeweils beide Stereosignale zeitgleich erhalten. BACCH 3D (Band-Assembled Crosstalk Cancellation Hierarchy), erfunden von Edgar Choueiri, Professor an der Princeton University und nebenbei auch noch Raketenwissenschaftler, sorgt nun dafür, dass die Signale fürs linke Ohr „nur“ das linke und Signale fürs rechte Ohr „nur“ das rechte Ohr erreichen. Was natürlich nicht komplett möglich ist. Durch die Annäherung soll ein akustisches 3D-Bild vor den Ohren entstehen. Dabei ist BACCH3D+ kein Filter. Es soll lediglich Fehler entfernen, ohne zu verfärben. Das kann einen sehr guten Effekt haben und nimmt ein bisschen Bass raus, was ein Vorteil ist. Ob der Klang aber immersiver oder eher diffuser wird, hängt vom Material ab. Bei Musik fand ich es, Purist der ich bin, ohne BACCH3D+ besser, bei Filmton wirkte sich das manchmal echt cool aus, sorgte für mehr Klarheit und Räumlichkeit, aber eben nicht in jedem Fall. Das muss man einfach ausprobieren. Es ist ja mit einem Druck in der App ein- und ausgeschaltet. Nice to have ist die Funktion auf jeden Fall.
Master Tuning
Dann gibt es noch mehr. Dank Master-Tuning-Funktion hat man zusätzlich noch die Wahl zwischen zwei weiteren Abstimmungen, Neutral und Organic. Die neutrale Abstimmung wurde „in einer schalltoten Kammer für maximale akustische Präzision“ entwickelt. So schlimm, wie sich das liest, klingt es aber nicht, sondern einfach neutral. Die Abstimmung des Organic-Master-Tuning wurde für normale Wohnräume vorgenommen. Das funktioniert sehr gut in stärker bedämpften Räumen, denn es gibt hier spürbar mehr Hochton und Präsenz. Das kann für mehr Klarheit und bessere Sprachverständlichkeit sorgen, zumal auch Mittelton- und Bassbereich transparenter werden. Bei eher hellen oder sogar spitzen Aufnahmen geht das aber nach hinten los, logisch. Ach ja, Loudness. Die gibt es auch noch, und ja, die funktioniert. Wenn man nicht allzu laut hören kann, hilft das unten und oben ein wenig auf die Sprünge. Im Normalfall würde ich das aber deaktiviert lassen. Wenn ich mir noch was wünschen dürfte, wäre es die Option, die Bässe noch separat reduzieren zu können. Und die Lautstärkeeinstellung per App ist natürlich etwas umwegig. Im Betrieb per HDMI-ARC ist das besser, weil dann die TV-Fernbedienung diese Aufgabe übernimmt. Nach langem Ausprobieren und Film- und Musikhören halte ich also fest: Die Canvas L ist ohne jeden Zweifel ein vollwertiges HiFi-System mit jeder Menge Extras. Die Inbetriebnahme ist mit iOS einfach, mit Android etwas umständlicher, das kennt man ja. Einmal in Betrieb genommen, will man diese Soundbar, die ja viel mehr als das ist, nicht mehr missen. Ein hervorragendes, aber leider etwas teures Produkt, gleichermaßen für Musik- und Film-Fans zu empfehlen.
Brauche ich eine Soundbar?
Moderne Flachbildfernseher bieten den integrierten Lautsprechern nur ein sehr begrenztes Volumen. Auch wenn die Hersteller aus den widrigen Voraussetzungen das Beste herausholen, setzt die Physik Klang und Lautstärke insbesondere im Tieftonbereich Grenzen. Gute Soundbars bieten bessern Klang, kräftigeren Bass, höhere Lautstärke, deutlichere Sprachverständlichkeit und meist auch ausgeprägtere Surround-Effekte.
Müssen TV und Soundbar von der gleichen Marke sein?
Nein, dank standardisierter HDMI-Schnittstellen müssen TV und Soundbar nicht von der gleichen Marke sein. Allerdings bieten viele TV-Hersteller die Möglichkeit, die eigenen Soundbars direkt über das Menü des Fernsehers und mit dessen Fernbedienung zu steuern.
Wie schließe ich eine Soundbar an?
Die Soundbar wird in der Regel mittels HDMI-Kabel an den HDMI-Anschluss mit Audiorückkanal (ARC oder eARC) angeschlossen. Alternativ kann auch der digitale optische Audioausgang des TVs (Toslink) genutzt werden. Verlustfreie Tonformate wie Dolby True HD können nur beim Anschluss über HDMI eARC übertragen werden.
Soundbar oder Sounddeck?
Eine Soundbar ist schlanker und wird vor den Fernseher gelegt. Dabei ist vor dem Kauf darauf zu achten, dass der TV genug Platz über der Standfläche lässt, damit der Bildschirm nicht durch die Soundbar verdeckt wird. Durch die schlanke Bauform benötigen die meisten Soundbars für eine kräftige Basswiedergabe einen zusätzlichen Subwoofer, der im Lieferumfang oft bereits dabei ist. Ein Sounddeck ist deutlich tiefer, hier wird der TV in der Regel einfach darauf gestellt. Durch das größere Volumen und mehr Platz für größere Lautsprecher bieten viele Sounddecks bereits ohne Subwoofer einen kräftigen Bass.
Was ist Dolby Atmos?
Manche Soundbars sind in der Lage, das immersive 3D-Tonformat Dolby Atmos wiederzugeben. Hierzu sitzen oben in der Soundbar leicht nach vorne angewinkelte Lautsprecher. Diese strahlen die Höhenkanäle von Dolby Atmos gegen die Decke ab. Durch die Deckenreflektionen hat man am Hörplatz den Eindruck, der Ton würde von oben kommen. So entsteht ein dreidimensionales Klangerlebnis.
Kann ich mit einer Soundbar auch Musik vom Handy hören?
Die allermeisten Soundbars besitzen Bluetooth, so dass Musik drahtlos vom Smartphone an die Soundbar gestreamt werden kann. Bei einigen Soundbars sind sogar Streamingdienste wie Spotify bereits ab Werk installiert.
Kann ich eine Soundbar an der Wand montieren?
In der Regel ja. Die meisten Soundbars bieten Vorbereitungen für die Wandmontage. Sounddecks hingegen benötigen eine feste Standfläche.
Brauche ich einen Subwoofer?
Insbesondere bei kleineren Soundbars ist ein zusätzlicher Aktiv-Subwoofer sinnvoll. Dieser erhält sein Signal in der Regel kabellos per Funk von der Soundbar, so dass er lediglich ein Netzkabel benötigt. Oft gehört der Subwoofer bereits zum Lieferumfang. Manche größere Soundbars sind bereits im Stand-Alone-Betrieb für den Full-Range-Einsatz inklusive Tiefbass ausgelegt. Hier ist es Geschmackssache, ob man noch kräftigeren und tieferen Bass möchte. Eine spätere Aufrüstung mit einem kabellosen Subwoofer ist in der Regel problemlos möglich.
Welche Erweiterungen gibt es?
Neben dem Subwoofer gibt es für viele Soundbars auch kabellose Rearlautsprecher. Diese werden hinter dem Hörplatz oder seitlich davon aufgestellt und verbessern die Surround-Effekte. Hier sind von einigen Herstellern sogar Modelle mit Akku verfügbar, welche komplett ohne Kabel auskommen und nur gelegentlich geladen werden müssen.
Fazit
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Kategorie: Soundbars
Produkt: Canvas HiFi Canvas L
Preis: um 5999 Euro

Referenzklasse
Canvas HiFi Canvas L
Canvas HiFi Canvas L
| Klang | 50% | |
| Praxis | 50% |
| Vertrieb | Canvas HiFi |
| Internet | canvashifi.com |
| Ausstattung | |
| Ausführungen | 13 Frontabdeckungen erhältlich für 65 bis 86 Zoll TVs |
| Besonderheiten | Raumeinmessung BACCH3D+ Master Tuning |
| Abmessungen (B x H x T in mm) | 1440 x 300 x 110 |
| Gewicht | 24 kg |
| Prinzip | Stereo |
| Anschlüsse | analog digital coaxial HDMI ARC Ethernet |
| Garantie | 2 Jahre |
| + | grandioser Klang für Musik und Film |
| + | edles Design mit vielen Auswahlmöglichkeiten |
| + | hervorragend ausgestattet |
| +/- | etwas teuer |
| Preis/Leistung: | sehr gut |
| Klasse | Referenzklasse |






