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Kategorie: Tonarme

Einzeltest: Linn Ekos SE


Gradlinig

Tonarme Linn Ekos SE im Test, Bild 1
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Wer knapp 5.000 Euro für einen Tonarm aufruft, der muss sich darüber im Klaren sein, dass er bei den Großen mitspielen will. Andererseits darf man sich im Falle des Linn Ekos auch einmal fragen, wer denn überhaupt zuerst dagewesen ist im Konzert der Super-Tonarme.

Mitspieler

Tonabnehmer:

Van den Hul The Condor
Phase Tech P-3G

40
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ORBID SOUND: Modulare Home-Cinema-Sets HALO I, HALO II und HALO III 
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Plattenspieler:

Transrotor Fat Bob
Luxman PD 444
Linn LP12 Majik


Phonoverstärker:

Quad Twentyfour P Phono
PS Audio CGPH
bFly La Perla Musica


Verstärker:

MalValve Preamp Three Four
AVM PA8 und SA8


Lautsprecher:

Audio Physic Avantera
Newtronics Temperance 2020

51
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Gegenspieler

Tonarme:

SME 3500 und 5009
Fidelity Research FR64fx


Der Ekos in seiner Urversion wurde schon 1988 vorgestellt, übrigens als erster rein im Linn-Heimatwerk gefertigter Tonarm. Und schon der in Japan gebaute Ittok trug den Titel „Super-Tonarm“ zu Recht, was ihn zu einem der absoluten Vorreiter macht, der nur ganz wenige Konkurrenten hatte und eigentlich nur einen, der mit ihm die Jahre überdauert hat: Den SME V. All die feinmechanischen Preziosen aus der japanischen Vinyl-Blütezeit sind ebenso Geschichte wie die Kleinserien-Tonarme, die nie eine wirkliche Marktbedeutung erlangt haben. Langer Rede kurzer Sinn: Alle heutigen Herausforderer haben sich am Ekos zu messen und nicht andersherum. 4.950 Euro muss man auf die Ladentheke packen, damit eine nicht einmal schuhkartongroße Schachtel den Besitzer wechselt.

Tonarme Linn Ekos SE im Test, Bild 2Tonarme Linn Ekos SE im Test, Bild 3Tonarme Linn Ekos SE im Test, Bild 4Tonarme Linn Ekos SE im Test, Bild 5Tonarme Linn Ekos SE im Test, Bild 6Tonarme Linn Ekos SE im Test, Bild 7
In dieser Box geht es aufgeräumt und großzügig ausgestattet zu: Fein säuberlich in Moosgummi gebettet liegen Tonarm, Zubehör und Werkzeug bereit und harren der Montage. Natürlich gibt es eine zum LP12 passende Zugentlastung für das Tonarmkabel – im Linn-Universum gehört ein Linn-Tonarm einfach auf einen Linn-Plattenspieler, aber ganz so einfach wollen wir es ihm dann doch nicht machen. Das Tonarmkabel selbst ist von vorzüglicher Qualität und schon haptisch sehr schön gemacht. Was mir persönlich nicht ganz so gut gefällt, sind die extrem langen Tonarmkäbelchen, mit denen man bei der Montage eines tief bauenden Tonabnehmers Schwierigkeiten bekommt, sie noch einigermaßen elegant und knickfrei unterzubringen – beim ersten unachtsamen Versuch stand ich staunend vor einem LP12, bei dem der Tonarm wie ein Hundewelpe fröhlich über die Platte hopste, die Nadel aber keinerlei Anstalten machte, das Vinyl auch nur berühren zu wollen. So viel zum Thema dämliche Anfängerfehler. Der Arm ist in seiner mitgelieferten massiven Klemmbasis schnell montiert und in der Höhe eingestellt – vorausgesetzt, man verfügt über ein Tonarmbrett oder eine -basis mit Linn-Bohrungen. In den seltenen Fällen, in denen man fürs Verschrauben nicht von unten an die Basis herankommt, kann diese auch direkt mit einer Bohrung mit dem Schaftdurchmesser und einer seitlichen Klemmung versehen werden – dasselbe gilt, wenn es eng wird mit der Tonarmhöhe. Der 2012er Ekos SE hat gegenüber seinem Vorgänger optisch kaum Veränderung erfahren. Augenfälligstes Merkmal ist die nun auch in mattem Silber gehaltene Antiskatingeinheit, die zu bedienen übrigens eine wahre Freude ist. Das Gleiche gilt auch für die Einstellung der Auflagekraft direkt. Die Formgebung, bei der Einstellrad und Lagerblock wie aus einem Stück gefräst aussehen, ist für mich das Alleinstellungsmerkmal des Ekos SE und macht ihn für mich zum schönsten Tonarm der Welt. Hier zeigt sich, dass es durchaus Sinn hat, auch bei solchen vermeintlich ganz simplen Konstrukten wie einem Tonarm, bei der Entwicklung einen Designer mit ins Boot zu holen. Und dass es in dieser Richtung bei Linn ein paar talentierte Leute gibt, beweisen auch die anderen Gerätelinien. Beim Armrohr ist Titan das Mittel der Wahl – bei geringem spezifischen Gewicht wohl das Metall mit der höchsten Steifigkeit und somit genau das Richtige für einen resonanzarmen „Abstandshalter“ – ob es eine zusätzliche innere Bedämpfung gibt, ist nicht bekannt. Beim Headshell hat man sich für das weichere Aluminium entschieden, das eine beruhigende Wirkung auf den montierten Tonabnehmer hat, weil es erste Resonanzen gleich am Entstehungsort abfängt. Das neue Headshell wurde gegenüber dem Vorgänger noch einmal etwas schwerer gemacht und im Aufbau leicht überarbeitet – bei diesem Niveau sind Verbesserungen zwar immer noch möglich, aber werden eben auch immer subtiler. Analog zum schwereren Headshell gibt es ein in der Masse gewachsenes Gegengewicht, das durch engste Toleranzen nach Einstellung der Balance bombenfest auf dem Armschaft steckt. Apropos engste Toleranzen: Bei den Horizontal- und Vertikallagern hat man beim besten Willen kein Verbesserungspotenzial mehr gesehen und weiterhin die bewährten Teile verwendet. Das kann ich so unterschreiben: Die Lager haben kein merkliches Spiel mehr und sind trotzdem derartig leichtgängig, dass man meint, es mit einem sehr guten Einpunkter zu tun zu haben. Dafür gibt es bei Linn in der Fertigung einen einfachen Test: Die Arme werden vor der Endmontage mit dem Armrohr nach unten „aufgehängt“ und zum Pendeln gebracht – erst nach einer gefühlten Ewigkeit kommen sie wieder zur Ruhe. Nachvollziehen kann man das ein bisschen mit dem „Anblastest“ bei ausbalanciertem Arm (Nadelschutz nicht vergessen!). Verständlich auch, dass Linn grundsätzlich empfiehlt, die Montage und Einstellarbeiten so weit wie möglich bei ausgebautem Arm durchzuführen – bei aller Qualität ist so ein Lager ein emfpindliches Teil und Sie wollen ja auch so lange wie möglich etwas davon haben. Die dritte Änderung gegenüber dem „alten“ Ekos SE bezieht sich auf eine etwas andere innere Ausformung des Lagerblocks, um noch etwas mehr Steifigkeit zu erreichen. Dieser Block ist ebenfalls aus Edelstahl – eben aus Festigkeitsgründen, ebenso wie der obere Teil des Schafts, in dem die Horizontallager stecken. Alle anderen Teile sind aus Gewichtsgründen aus Aluminium gefertigt – der Ekos SE ist eben für den Subchassis-Spieler LP12 ausgelegt und der freut sich über jedes Gramm gesparte Masse beim montierten Arm, der ja durch seine seitliche Montage ein Ungleichgewicht verursacht. Den Hörtest habe ich auf verschiedenen Laufwerken durchgeführt. Auf dem LP12 Majik, dem aktuell günstigsten Plattenspieler von Linn zeigte der Ekos SE einen makellosen Auftritt – zunächst einmal in Sachen gutes Aussehen, dann auch in musikalischer Hinsicht. Die Linn-Qualitäten wie Emotionalität der Wiedergabe und die rhythmische Pointiertheit („Swing“) hat der Ekos SE ebenso drauf wie eine fast schon furchterregende Trennschärfe im Tieftonbereich, wo er selbst in Regionen, wo das menschliche Ohr seine räumlichen Differenzierungsmöglichkeiten so langsam verliert, noch sauber einzelne Instrumente trennt, einen Bass beispielsweise vor, hinter oder neben eine Bassdrum stellt, bei der man ihrerseits wieder genau zwischen Fell und Korpus differenzieren kann. Aber gerade an dieser Stelle machte der Ekos SE auch deutlich, dass nicht er, sondern das Laufwerk der limitierende Faktor ist. In Ermangelung eines LP12 Klimax habe ich dann zuerst ein schönes Wochenende lang mit einem meiner großen Direkttriebler gespielt, dem Luxman PD444, der ein paar entscheidende Vorteile hatte: Erstens: Es lassen sich zwei Tonarme montieren und ich besitze eine Basis mit Linn-Bohrung. Zweitens: Auf dem anderen Tonarmbrett ist ein Fidelity Research FR64fx montiert, ein zu seiner Zeit ähnlich aufwendig gefertigter Arm. Auch, wenn die effektive Masse der beiden Arme leicht auseinanderliegen dürfte (immerhin 17,5 Gramm beim FR, so zeigen sie doch beide einen ähnlichen Ansatz: Disziplin, Disziplin, Disziplin. Letzten Endes kann sich der Ekos SE durch noch etwas mehr Aufgeräumtheit im Bass und eine stabilere, tiefere Raumortung gegen den Klassiker durchsetzen, der sich wahrlich teuer genug verkauft hat. Szenenwechsel: Auf dem großen Dreimotoren- Fatbob in unserem Redaktionshörraum warteten schon ein SME 3500 und ein SME 5012, beides Spielarten des legendären SME V. Und hier ergab sich ein spannendes Duell, das in Sachen Sauberkeit der lange 5009 knapp für sich entscheiden konnte. Ansonsten ergab sich ein ausgewogenes Bild: Alle drei Tonarme spielen diszipliniert, sauber und aufgeräumt – und doch würde ich nach einem langen Nachmittag unterm Strich dem Ekos meinen Zuschlag geben, der der extrem seidigen und verbindlichen Spielweise der SMEs einen Hauch von Kante und mehr Konturenschärfe entgegensetzt und somit einfach etwas mehr Zug in die Musik bringt.

Fazit

Das Linn-Topmodell Ekos geht 2012 in eine neue Runde seines fast ein Vierteljahrhundert dauernden Lebenszyklus – und er ist besser denn je: In Sachen Klang der Maßstab, an dem sich alle anderen messen müssen, in Sachen Aussehen ist er ohnehin unschlagbar.

Preis: um 4950 Euro

Linn Ekos SE


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Ausstattung & technische Daten 
Kontakt Linn Deutschland 
Telefon 08341 993515 
Internet www.linn.co.uk 
Garantie (in Jahre) 5 Jahre 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 21.11.2012, 15:28 Uhr
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Holger Barske
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Thomas Schmidt - Ressort Hifi
Thomas Schmidt
Ressort Hifi
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In dieser Ausgabe geht es tief hinunter: Zum ersten Mal in einem langen Zeitraum gibt es mal wieder einen Subwoofer von der Klang+Ton. Und deswegen haben wir es auch gleich richtig gemacht: Ein mächtiger 21-Zoll-Treiber und dazu ein DSP-Verstärkermodul mit gut 1000 Watt in schlanken 150 Litern: So gehen im Heimkino 19 Hertz und im Musikbetrieb unkomprimierte 120 Dezibel - dass sollte fürs erste reichen.
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