Kategorie: Vollverstärker

Einzeltest: Taga Harmony HTA-2500B


Mit Geschmack

Vollverstärker Taga Harmony HTA-2500B im Test, Bild 1
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Der große Taga-Harmony-Vollverstärker ist ein veritables Schwergewicht mit jeder Menge Leistung. Ob das Hybrid-Design auch sonst überzeugen kann?

Uff. Das ist ernst. Der Hersteller spezifiziert den HTA-2500B mit satten 200 Watt an acht und 400 Watt an vier Ohm. Bei den ohne Zweifel vorhandenen 21 Kilogramm Gewicht erscheinen solche Leistungsfluten durchaus plausibel. Mit 3.000 Euro ist das Gerät kein absolutes Sonderangebot mehr, hat dafür aber auch einiges zu bieten. Der HTA-2500B ist der größte Verstärker im Programm des in Polen ansässigen Herstellers, der seine Komponenten in China fertigen lässt – wogegen nichts zu sagen ist, das tun fast alle Mitbewerber auch. Äußerlich präsentiert sich die Maschine als ausladender Quader, das Gerät ist fast so tief wie breit. Kein Wunder bei den Ausgangsleistungen, die man hier zu generieren gedenkt.
Vollverstärker Taga Harmony HTA-2500B im Test, Bild 2Vollverstärker Taga Harmony HTA-2500B im Test, Bild 3Vollverstärker Taga Harmony HTA-2500B im Test, Bild 4Vollverstärker Taga Harmony HTA-2500B im Test, Bild 5Vollverstärker Taga Harmony HTA-2500B im Test, Bild 6Vollverstärker Taga Harmony HTA-2500B im Test, Bild 7Vollverstärker Taga Harmony HTA-2500B im Test, Bild 8
Das äußerlich auffälligste Merkmal des Gerätes ist eindeutig das geschwungene Fenster auf der Front, hinter dem zwei Röhren ihr glimmendes Haupt erheben. Damit man das auch auf keinen Fall übersieht, beleuchtet der Hersteller die beiden Doppeltrioden zur Sicherheit noch mithilfe von ein paar orangefarbenen Leuchtdioden.


Die Lightshow ist per Schalter an der Geräterückseite dimmbar. Davon ab hat der HTA-2500B ein ziemlich klassisches „Vollverstärkergesicht“. Am Drehknopf links lassen sich die Eingänge anwählen, davon gibt es fünf Stück. Zwei davon sind klassische Line-Eingänge, hinzu gesellen sich ein Digitaleingang im optischen TosLink- und einer im koaxialen Cinchformat. Drahtlos geht‘s auch, dafür ist die Bluetooth-Antenne zuständig. Was es nicht gibt, ist ein Phonoeingang. Was ein bisschen schade ist, zumal ich mich an ein kleineres Taga-Harmony-Modell erinnern kann, das mit einem durchaus brauchbaren Entzerrervorverstärker ausgestattet war. Weil wir gerade auf der Rückseite sind: Ein Vorverstärkerausgang ist vorhanden, Lautsprecher werden per ordentlichen Polklemmen angeschlossen. Zurück zur Frontplatte: Unter dem Eingangswahlknopf gibt‘s eine Kopfhörerbuchse, das ist löblich. Genauso wie das Vorhandensein einer kompletten Klangregelung, was heutzutage ja weitgehend außer Mode gekommen ist. „Komplett“ heißt, dass es einen Bass- und einen Höhenregler gibt und einen Schalter, mit dem man die ganze Chose auch überbrücken kann. Damit noch nicht genug der Frequenzgangeingriffsmöglichkeiten: Der Hersteller spendierte dem Gerät außerdem eine Loudness-Taste. Die Älteren unter uns erinnern sich: Das ist eine Art „gehörrichtige“ Frequenzgangkorrektur, die Bässe und Höhen bei geringen Pegeln betont, weil unser Ohr dort in diesen Frequenzbereichen nicht so empfindlich ist.


Die Lautstärkeeinstellung obliegt dem Drehknopf auf der rechten Seite, hinter dem ist ein motorbetriebenes Poti angeordnet. Motorisiert deshalb, weil das Gerät natürlich fernbedienbar ist und ein passender Infarotgeber zum Lieferumfang gehört. Mit dem Aluminiumsender kann man zwischen den Eingängen umschalten, die Lautstärke verändern und den Ausgang stummschalten. So viel zu den Features des Gerätes; sehen wir mal nach, wie das Ganze technisch realisiert wurde. Unter dem ziemlich gewichtigen Stahlblechdeckel kommt ein erfreulich aufgeräumter Aufbau zum Vorschein. Dominiert wird das Ganze von einem mittig angeordneten Stahlblechkasten, in dem zwei große Ringkerntrafos untergebracht sind, der Hersteller spricht von einem echten Doppelmono-Design. Die beiden Endstufen sind links und rechts am Rand angeordnet und arbeiten pro Kanal mit sechs Sanken-Leistungstransistoren, die in jedem Falle hinreichend viel Leistung vertragen können sollten. Sie sind auf zwei ordentlich dimensionierte Kühlkörper geschraubt, die mit den anfallenden Wärmemengen sicherlich ohne Probleme fertig werden. Zwischen Trafos und Verstärkern fallen pro Kanal zwei 10.000-Mikrofarad- Elkos vom Spezialhersteller Elna auf, sicherlich keine schlechte und nicht ganz billige Wahl für die Siebung.


Die Endstufenschaltung ist komplett diskret mit Einzeltransistoren realisiert, auch das nehmen wir erfreut zur Kenntnis. Die eingangsseitige Spannungsverstärkung obliegt zwei Doppeltrioden vom Typ 12AX7/ECC83. Taga Harmony hat sich auch hier nicht lumpen lassen und setzt ziemlich edle Typen von Psvane ein. Die vergoldeten Pins der Röhren stecken in feinen Keramiksockeln, auch hier steckt Liebe zum Detail drin. Die Röhren sind leicht erhöht in einem eigenen Abteil hinter einem verspiegelten Blech angeordnet – na klar, man will hier um jeden Preis zeigen, was man hat. Die Messtechnik-Check des HTA- 2500B ergab zudem, dass die Röhren hier auf keinen Fall reine Alibifunktion haben, sie schlagen deutlich sichtbar aufs Verzerrungsverhalten des Gerätes durch: Die Maschine klirrt nämlich ordentlich, und zwar von kleinen zu großen Aussteuerungen hin stetig zunehmend. Das ist nun zweifellos nicht im Sinne der reinen highfidelen Lehre, kann aber durchaus verlockend klingen – wir werden‘s erleben. Sonst gibt‘s kaum etwas am Aufbau des Taga Harmony auszusetzen: Eingangssignale werden per Relais direkt vor Ort geschaltet, die gesamte Signalführung ist durchdacht und kommt mit minimaler Freiverdrahtung aus. Ein paar Worte noch zum eingebauten Digitalpart: Der D/A-Wandler basiert auf dem Cirrus-Logic-Chip CS4344. Der verfügt über eine moderne Wandlerarchitektur und verarbeitet PCM-Signale mit einer Abtastrate von maximal 192 Kilohertz und einer Auflösung von bis zu 24 Bit. Das sollte auf unbestimmte Zeit hin genügen. DSD-Signale allerdings decodiert er nicht.


Mehr als das würde davon abgesehen über die verfügbaren Eingänge auch gar nicht gehen. Welchem Standard die Bluetooth-Abteilung genügt, vermag ich Ihnen nicht zu sagen, der Hersteller äußert sich nicht dazu. Den beiden 600-VA-Netztrafos ist es zu verdanken, dass das Gerät durchaus nicht der beste Freund jeder Haushaltssicherung ist: Ich hatte im heimischen Umfeld größere Schwierigkeiten, den Taga Harmony eingeschaltet zu bekommen. Daraus erlaube ich mir zu folgern, dass keine Einschaltstrombegrenzung eingebaut wurde. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie beim Einschalten des Gerätes ab und zu im Dunkeln stehen.


Es gibt allerdings externe Lösungen, die hier Abhilfe schaffen können, Ihr Fachhändler kann Ihnen da bestimmt weiterhelfen. So, jetzt musste er liefern, der Taga. Und zu diesem Zweck bemühte ich eine Platte, die eigentlich auf dem persönlichen Index steht, fürs Abklopfen von Kraftreserven jedoch so gut geeignet ist wie kaum eine zweite: Die legendären „Children of Sanchez“ des Flügelhornisten Chuck Mangione. Und der große Taga machte genau das, was ich mir von ihm erhofft hatte: Er haute mit das Schlagzeug-und-Blech-Spektakel nämlich gnadenlos um die Ohren. Was hier gerade im Zusammenspiel mit der großen Audio Physic passierte, das war schon beeindruckend. Auch wage ich zu behaupten, dass das Klirrspektrum des Gerätes durchaus Einfluss auf den Sound hat: Die kernigen Bläsersätze des Titelstücks serviert der Taga zwar durchaus inbrünstig, aber auch ein bisschen friedlicher, als ich das gewöhnt bin – das muss durchaus kein Nachteil sein. Zweifellos ist der HTA-2500B in den tiefen Lagen kein zurückhaltender Schmeichler, hier langt er hin. Neil Youngs großartiges Epos „Ramada Inn“ gerät ebenfalls groß und beeindruckend. Man möchte ständig ein bisschen lauter drehen, als es für den Mietvertrag gut ist, was zweifellos mit besagter „Freundlichkeit“ des Gerätes in den Mitten und Präsenzlagen zu tun hat. Nina Simone wirkt etwas weniger energisch als sonst, schafft aber mindestens genauso viel Gänsehaut wie zum Beispiel über den exzellenten Cambridge Edge A. Ich mag den Sound des großen Taga Harmony – das ist wieder einmal ein Verstärker, der sich eine eigene Meinung erlaubt und wirklich ein bisschen anders klingt als das Gros der Mitbewerber.

Fazit

Der große Taga ist genau das: ein Großer. Er klingt mächtig, sonor und fein und lässt an seiner Potenz in Sachen Leistung keinerlei Zweifel. Er nimmt‘s auch gerne mit wirkungsgradschwächeren Lautsprechern auf und versteht Digitalsignale aus verschiedenen Quellen. Ein sehr gelungener Allrounder!

Kategorie: Vollverstärker

Produkt: Taga Harmony HTA-2500B

Preis: um 3000 Euro

11/2019
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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 10.11.2019, 09:58 Uhr
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Topthema: Wenn man ehrlich ist ...
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... dann braucht man zum guten Musikhören nicht mehr als den neuen Mivoc-Vollverstärker HA200 BT. Vor allem angesichts der Tatsache, dass man hier aus einer Hand eine komplette Anlage bekommen kann, die es in sich hat.

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