Kategorie: Vor-Endstufenkombis Hifi

Einzeltest: AVM Ovation PA 8.2


Vorverstärker AVM Ovation PA 8.2

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Wer hundert Leute fragt, bekommt auch hundert verschiedene Meinungen. Da muss man sich als Hersteller schon etwas einfallen lassen, um wirklich jeden glücklich zu machen.

Letztes Jahr habe ich mir ein neues Auto gekauft. Natürlich wurde vorher viel gegrübelt. Es wurden Tests gelesen und Daten verglichen. Schließlich kam der Weg zum Autohaus, Broschüren sammeln, Fahrzeuge ansehen, Preislisten studieren. Wer dann einmal das Informationspamphlet zu verschiedenen Fahrzeugen in der Hand hatte, dem i el schnell auf, dass Bilder und Informationen zum jeweiligen Fahrzeug nur den geringsten Teil des Heftes ausmachen. Ein Großteil der gedruckten Seiten diente hingegen der Auflistung der Sonderausstattung. Je nach Auto können dort Hunderte von verschiedenen Optionen ausgewählt werden. Teils ist es sogar möglich, Dinge wie Lüftungsgitter und andere Zierteile auch nachträglich noch in anderen Designs einzusetzen.

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In der Autoindustrie ist dies alles sogar so verbreitet, dass es teilweise vollkommen unmöglich ist, ein Auto nur mit Grundausstattung zu kaufen. So sehr ist man gewohnt, dass den individuellen Wünschen das Nutzers entsprochen wird. Angefangen bei grundlegenden Dingen wie Motorisierung bis zu Innenausstattung, Farbe und Sonderteilen. Je nach Menge der Optionen ist es absolut möglich, dass ein bestimmtes Auto, das tausende Male auf der Straße zu sehen ist durch seine individuelle Konfigurierung vollkommen einzigartig ist. Und warum auch nicht. Geschmäcker und Ansprüche sind verschieden und man möchte für sein Geld natürlich gerne genau das haben, was man benötigt, und nicht für Dinge, die man persönlich kaum nutzt, extra bezahlen. Doch warum sollte das nur bei Autos so sein? Schließlich gibt es eine ganze Menge Dinge, die man ebenso auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen könnte. Wie zum Beispiel HiFi-Komponenten. Das dachte man sich auch bei AVM. So wurde der neue PA 8.2 aus der Ovation Line, der Referenzserie der Audiomanufaktur aus Malsch, mit genau diesem Hintergedanken konzipiert. Äußerlich bleibt die Auswahl an Optionen allerdings erst einmal bei den bekannten Farben, die AVM stets anbietet: Silber und Schwarz. Sowohl die Tasten an der Front wie auch die beide auffälligen Drehregler bleiben auch beim PA 8.2 verchromt und setzen so einen interessanten und äußerst edel wirkenden Akzent. Ebenso edel wirkt auch die Verarbeitung des massiven Metallgehäuses, das Spaltmaße aufweist, die so gering sind, dass selbst manch ein Automobilhersteller davon nur träumen kann. Oben versehen mit einem eingefrästen Firmenlogo, an dem man sehr gut die Materialstärke des Metallkleids ablesen kann, präsentiert sich die Vorstufe klassisch elegant ohne zu viele Designspielereien. Den Blick auf das Innere möchte man dem Nutzer dennoch gönnen, denn gerade hier liegt der Fokus des Gerätes. Darum bietet eine Scheibe im hinteren Teil des Deckels freie Sicht auf die technischen Bausteine des PA 8.2. genau diese Bausteine machen den Vorverstärker zum Traum der Individualisten, denn durch den modularen Aufbau des Gerätes kann man als Nutzer frei entscheiden, was man genau verwenden möchte. Bis zu acht verschiedene Eingangs- und drei verschiedene Ausgangskarten können eingesetzt werden, um die Vorstufe exakt auf bestehende Komponenten auszurichten. Alternativ kann man beim Erwerben eines neuen Gerätes nachträglich ein Modul ändern. Gleichzeitig möchte AVM die verfügbaren Karten auf der Höhe der Zeit halten. Sollte es also in nächster Zeit eine größere Entwicklung in Sachen DAC-Technik oder Samplingraten geben, soll es möglich sein, den PA 8.2 an die veränderten Standards anzupassen, ohne das gesamte System austauschen zu müssen. Bevor wir auf die verschiedenen Module zu sprechen kommen, erst einmal zu den Grundlagen des PA 8.2. Das Gerät an sich ist zweigeteilt. Der hintere Bereich dient voll und ganz dem Anschluss der gewählten Module. Hier sind in der so genannten Best-Buy- Kombi bereits eine analoge Input- Karte ebenso wie die Röhrenausgangsstufe verbaut, so dass der Einsatz als Vorverstärker von Beginn an möglich ist. Der vordere Bereich im Innern des Gehäuses wird hingegen von der Stromversorgung dominiert. Zwei große eigens entwickelte Ringerntransformatoren sorgen für die Energiezufuhr aller Audiokomponenten. Eine weitere spezielle Stromversorgung dient außerdem der netzunabhängigen Unterstützung der Röhrenstufe. Wie üblich klärt außerdem eine LED an der Rückseite des Gerätes, ob das genutzte Stromkabel auch phasenrichtig angeschlossen ist. Um hier auch die Benutzung von hochwertigen Verbindungen zu ermöglichen, ist außerdem eine kleine Aussparung im Gehäuse erkennbar, um den oft massiven Steckern den nötigen Platz einzuräumen. Bei AVM durchdenkt man also auch die Details. Ebenfalls im vorderen Gerätebereich untergebracht ist der Kopfhörerverstärker des PA 8.2. Anstatt eines einfachen Anschlusses an die Vorstufe, wie man es of bei solchen Systemen sieht, sitzt hier allerdings ein echtes Verstärkermodul, das Ohrhörer mit 6,3-Millimeter-Anschluss bedienen kann. Auch wurde erneut eher geklotzt als gekleckert, weshalb man sich gleich für die Nutzung einer Class-A-Schaltung entschieden hat. Dies alles gehört also bei AVMs Vorstufe zum Standard, nun kommt die Kür. Insgesamt sieben verschiedene Module werden zur Zeit vom Hersteller angeboten. Zwei für die Ausgänge und fünf verschiedene Eingangsvarianten. Neben der eingesetzten Röhrenstufe für die Weiterleitung der Signale an passende Endstufen wird außerdem ein Modul mit Transistoren angeboten. Dieses basiert auf der gleichen Technik wie die Ausgangsstufen der anderen Modelle aus der Ovation Line und wurde für den Gebrauch im PA 8.2 neu überarbeitet. Als mein Favorit stellte sich allerdings die wunderbare Röhrenstufe mit ihren beiden 803T-Trioden heraus, die eine Haltbarkeit von bis zu 10.000 Stunden besitzen sollen. Eingangsseitig setzt AVM auf eine Kombination von analogen und digitalen Modulen. Neben der verfügbaren FM-Karte für den Empfang von Radioübertragungen werden zwei verschiedene Karten angeboten, die jeweils ein Paar XLR- und ein paar Cinch- Anschlüsse bieten. Der Unterschied zwischen den Karten liegt in der verwendeten Tone-Control, die nur bei der so genannten Line Input Tone Card verwendet wird. Mit dieser wird dann eine Klangregelung in den Vorverstärker integriert, mit der sich Balance, Bass und Treble justieren lassen. Die gemachten Einstellungen wirken sich einerseits auf diese Karte aus, können jedoch auch für das gesamte Gerät übernommen werden. Dieses Modul ist in der „Best-Buy“-Variante bereits verbaut, so dass die Klangregelung prinzipiell von Anfang an genutzt werden kann. Letzte analoge Eingangsvariante ist dann das AVM-Phono-Modul. Hier steht ein unsymmetrischer Anschluss inklusive Erdung zur Verfügung, mit dem Moving-Magnet- und Moving-Cartrige-Systeme gleichermaßen verwendet werden können. Genaue Einstellungen des Phonomoduls können an der Front des Gerätes gemacht werden, so dass auch hier ein einfaches Einstecken der Karte ausreicht, um den Funktionsumfang des Gerätes zu erweitern. Sammler von CD-Playern, Plattenspielern und analgen Quellgeräten wird also schon einmal eine enorme Bandbreite an möglichen Anschlüssen geboten. Vertreter modernen Digital- HiFis greifen hingegen zur DACInput Card, die die Vorstufe um einen Digital-Analog-Wandler erweitert. Anders als bei den analogen Modulen finden hier gleich vier verschiedene Anschlüsse auf einer Einschubkarte Platz. So bietet das Modul einen optischen Toslink-Anschluss ebenso wie zwei koaxiale S/PDIF-Eingänge. Dazu kommt ein asynchron arbeitender USB-B-Port, an dem für echte HiRes Anwendungen mittlerweile kaum ein Weg mehr vorbeiführt. Alle Anschlüsse können gleichzeitig benutzt werden. Es ist also möglich, mehrere Geräte zu verwenden, ohne dass man für Streamer und CD-Transport einzelne Module einsetzen muss. Als zentralen Baustein der Wandlerkarte greift AVM auf einen Chip von ESS zurück, der der Sabre32-Serie des Halbleiterherstellers entstammt. Mit dem verwendeten ES- 9018K2M ist der PA 8.2 in der Lage, PCM-Signale mit bis zu 384 kHz Abtastrate und maximal 32 Bit Worttiefe zu verarbeiten. Dazu kommt außerdem die Möglichkeit, auch die Bitstreams eines DSD-Signals zu entschlüsseln, das mit maximal 5,6 MHz übertragen werden darf. Gerade die Kombination aus dem DAC, der mit großer Detailfülle und Dynamik aufwartet, und der verwendeten Röhrenausgangsstufe des PA 8.2, die dem Ganzen einen seidigen Glanz verleiht, weiß zu gefallen. Orchesterklänge werden mit der entsprechenden Größe wiedergegeben, die die Komponenten gut im Raum verteilen. Dabei treten Pauken und Becken gerne dramatisch aus der Tiefe hervor, um sich danach wieder zurückzuziehen. Mit guter Präzision und packender Dynamik wird man schnell mitgerissen und erwischt sich öfter dabei, wie man mit einem Griff zur Fernbedienung immer wieder noch ein wenig lauter macht. Der gut differenzierte Bassbereich schafft es wunderbar, die hervorragende Stimmencharakteristik von Lizz Wright zu untermalen. Gleichzeitig findet der ESS-Chip in den Höhen immer wieder neue Details, die er an die Oberfläche befördern und so selbst bekannten Alben etwas Neues mitgeben kann. Die Transistorstufe mag hier stets ein wenig differenzierter klingen als das Röhrenmodell, doch der schöne Fluss und die leichte Wärme, die die 803Ts ins Spiel bringen, sind mir persönlich hier noch lieber. Und genau darum geht es bei AVMs PA 8.2: Genau das zu bekommen, was man haben möchte. Ein Konzept, das absolut aufgeht.



Peripherie:
 Quellen:
-MacBook Pro, Audirvana
-Audiodata Musikserver MS II
-Auralic Aries
-USB-Kabel: CAD Nero
-XLR-Kabel: Avinity Classic Line
-Lautsprecherkabel: Silent Wire Serie 12 Mk II
Endstufe:
-AVM A30 AVM Ovation MA 6.2
Lautsprecher:
-KLANG+TON „Nada“
-KLANG+TON „Todo“


Gehörtes:
– The Clash Sound System (Qobuz, 96 kHz, 24 Bit)
– Eagles of Death Metal Zipper Down (ALAC, 44,1 kHz, 16 Bit)
– Inon Zur Fallout 4 Feature Music Selection (ALAC, 44,1 kHz, 16 Bit)
– Lizz Wright Freedom & Surrender (FLAC, 96 kHz, 24 Bit)
– Joe Pass Intercontinental (DSD64/,2,8 MHz, 1 Bit)
– Foo Fighters Saint Cecilia EP (FLAC, 192 kHz, 24 Bit)

Fazit

Bei AVMs PA 8.2 bekommt man genau das, was man möchte. Das Konzept mit den verschiedenen Modulen ist wunderbar durchdacht, so dass jeder genau sein Wunschgerät bekommt. Egal ob als Sammler von HiFi-Systemen oder als Purist, der nur das benutzen möchte, was er braucht, die Vorstufe überzeugt mit toller Funktionalität und wunderbarem Sound.

Preis: um 6000 Euro

AVM Ovation PA 8.2

03/2018 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten 
Preis: Grundpreis: um 6.000 Euro, Best-Buy Kombi: um 9.500 Euro, DAC-Modul: um 2.500 Euro 
Vertrieb: AVM, Malsch 
Telefon: 07246 309910 
Internet: www.avm.audio 
B x H x T: 430/130/390 
Eingänge: 1 x USB-B, 2 x S/PDIF koaxial, 1 x Toslink optisch, 5 x RCA Stereo Phono, 1 x RCA Stereo, 1 x XLR Stereo 
Unterstützte Formate: Nein 
Unterstützte Abtastraten: PCM bis 384 kHz, 24 Bit DSD bis DSD128, 5,6 MHz, 1 Bit 
Ausgänge: 2 x XLR Stereo, 2 x RCA Stereo 
Leistung: Nein 
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Philipp Schneckenburger
Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 19.03.2018, 09:56 Uhr
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Topthema: Philips 65OLED936
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