Kategorie: Vor-Endstufenkombis Hifi

Einzeltest: VAC Renaissance Mk5 Phono/ Signature 200 iQ


Ach du Sch…

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Verstärker der Valve Amplification Company waren meines Wissens nach bis vor Kurzem nicht in Deutschland vertreten. Da haben wir was verpasst

Ziehen Sie sich warm an: Das hier ist nur etwas für Extremsportler in Sachen Verstärker. Für Leute mit einer gewissen Gelassenheit gegenüber den Dingen. Für Menschen, denen‘s nicht in erster Linie um Unangreifbarkeit à la Accuphase geht. Mit High End der geschmeidigen Art verwöhnte Menschen können bei der Valve Amplification Company aus Sarasota, Florida, schon mal eine gewisse Adaptionsphase brauchen – sagen wir‘s mal so. Nicole und Michael Hannig vom Vertrieb Ibex Audio haben ein Herz für solcherlei etwas sperrigere Dinge und ich war ganz schnell dabei, als sie mir die Gelegenheit boten, mich mal mit „VAC“ zu beschäftigen. Da ahnste nichts Böses und schon steht eine Palette mit 244 lbs. an Verstärkern vor der Tür.

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Oder, wie wir metrischen Menschen sagen, mit 111 Kilogramm. Au weia. Okay, ich musste ja auch gleich zwei der mächtigen Stereoendstufen vom Typ Signature 200 ordern, die kann man ja schließlich mono betreiben. Und, ich traue mich ja kaum, das zu sagen, aber das ist das zweitkleinste Modell im VAC-Endstufenprogramm – es gibt noch drei größere Modelle, natürlich allesamt zweiteilig aufgebaut. So ein richtiges Sonderangebot sind aber auch unsere Probanden nicht, schlagen sie pro Stück doch mit 15.000 Euro zu Buche. Die Vorstufe Renaissance Mk5 gibt‘s auch als reines Hochpegelgerät, aber dann ist sie, so viel vorweg, nur der halbe Spaß. Ein gewisses Maß an finanzieller Toleranz ist auch hier von Vorteil: Die Hochpegelversion kostet 11.000 Euro, die Phonooption 3.200 Euro zusätzlich. Ja, klar, auch hier gibt‘s noch weit Schwergewichtigeres: Für eine VAC-Kombi knapp 300.000 Euro auszugeben ist überhaupt kein Problem. Jawohl, Sie haben richtig gelesen. Dreihundert Kiloeuro. Alle drei Maschinen sind einen knappen Viertelquadratmeter groß und in schwarz pulverbeschichteten Stahl gehüllt. Kein neumodisches CNC-bearbeitetes Leichtmetallzeug, sondern in Stahl der robusteren Art. Bei den 3/8" (Verzeihung, einen Zentimeter) dicken Fronten darf‘s dann auch mal Aluminium sein. Nur nicht beim externen Netzteil der Vorstufe, aber das soll ohnehin irgendwo im Dunkeln verschwinden. Auf der Front der Renaissance Mk 5 gibt‘s neben einem absolut unübersehbar blau beleuchteten Firmenlogo vier Kippschalter und zwei Drehknöpfe. Damit ist die Logobeleuchtung auf dezent oder aus, die Ausgänge stumm oder auf mono schaltbar. Daneben gibt‘s den Lautstärkesteller, wiederum nebenan den Eingangswahlschalter. Jener verfügt über ganze drei Positionen, was nicht eben üppig ist. Das ist zudem ein richtiger mechanischer Schalter, der sich von den Signalen des Fernbedienungsgebers auch nicht im Geringsten beeindrucken lässt. Der kann nämlich nur laut, leise und stumm. Dafür ist auch er aus Metall. Von den drei Eingängen ist schon mal einer für den Phonobetrieb reserviert, zumindest in der hier vorliegenden Ausbaustufe. Womit wir auf der Rückseite angekommen wären: Auch hier ist die Phonooption der dominierende Part. Zwei Paar Cinchbuchsen dienen dem Anschluss von MC- oder MM-Tonabnehmern, ein Kippschalter wählt eine der beiden Optionen aus. MM- und MC gleichzeitig anschließen geht übrigens nicht, was der Schaltungstechnik geschuldet ist – dazu kommen wir noch. Für MMs gibt‘s nichts anzupassen, bei MCs kann man zwischen zweimal sechs Anschlussimpedanzen zwischen 12 und 470 Ohm wählen. Warum zweimal? Weil die MC-Vorverstärkung mit Übertragern realisiert ist, und die sind zwischen 18 und 24 Dezibel Pegelanhebung umschaltbar. Da die Anpasswiderstände aber auf der Ausgangs-(Sekundär-)seite der Trafos angeschlossen sind, ändert sich der für den Tonabnehmer „sichtbare“ Widerstand mit dem Übersetzungsverhältnis. Sprich: Wer die hohe Verstärkung braucht, der hat maximal 118 Ohm zur Verfügung. That‘s life. Die bei Bedarf einzuschleifenden Übertrager sind übrigens der Grund dafür, dass man kein MM-System parallel betreiben kann. Weitere bemerkenswerte Dinge gibt‘s bei den beiden Hochpegeleingängen zu vermelden. Es gibt in beiden Fällen sowohl symmetrische als auch unsymmetrische Anschlüsse, wiederum darf aber nur jeweils eine Option belegt werden: Die „SE/Balanced“-Schalter klemmen im Cinchbetrieb den invertierenden Anschluss der XLR-Buchsen auf Masse, was nicht jede angeschlossene Quelle gut finden muss. Dafür aber geht es hernach symmetrisch weiter, ein Satz erwiesenermaßen guter Lundahl-Trafos sorgt in jedem Falle für solcherlei Bedingungen. Das Phonoteil nimmt auch im Geräteinneren den meisten Raum ein, die Anordnung arbeitet mit zwei Doppeltrioden 12AX7/ ECC83 am Eingang und einer weiteren gleichen Typs am Ausgang – diese Röhre müssen sich beide Kanäle teilen. Die Hochpegelabteilung der Renaissance Mk 5 kommt mit zwei Doppeltrioden vom Typ 6922 aus, bedient sich ausgangsseitig aber eines dritten Paares Lundahl-Trafos zum Erzielen einer niedrigen Ausgangsimpedanz. Die hier realisierten Schaltungskonzepte sind keineswegs Hexengebräu, sondern uralte Röhrenstandards. Dabei macht aber das „Wie“ die Musik, und da hat VAC augenscheinlich reichlich Arbeit investiert. In der Auswahl der passiven Komponenten steckt viel Arbeit und Geld, die freie Verdrahtung zwischen den Platinen sieht zwar nicht besonders gut aus, hat aber zweifellos ihre Vorteile. Ein gesundes Maß an Aufwand steckt in der Stromversorgung. Die Heizspannung für die Röhren ist geregelt, die vom externen Netzteil kommenden Hochspannungen sind satt gepuffert. Ein bisschen sperrig, das Ganze, aber nicht uncharmant. Über die strukturell schlichte Topologie von vornherein die Nase zu rümpfen, würde mir nicht im Traum einfallen. Deckel drauf, warmlaufen lassen. Zehn Minuten müssen reichen, das Gerät ist nicht neu und hat schon ein paar Betriebsstunden drauf. Plattenspieler vorne dran, Accuphase-Endstufe hinten. Mist. Da isses wieder. Dieses Ami-Sound-Ding. Das, was ich nur zu gut kenne von US-Röhrenverstärkern. Dieses Unfassbare, das einem die Tränen beim Musikhören in die Augen treibt. Das, was ich an den großen Audio-Research-Geräten so liebe. Das, was ein Audible Illusions Modulus hat. Allesamt Gerät, die in den USA seit vielen Jahren von Leuten mit viel Erfahrung gebaut werden und die immer wieder schräge konstruktive Details haben. Aber verdammt noch mal, das kann Töne machen, das Zeug. Reden wir noch schnell über die Endstufen. Eigentlich eine ganz gewöhnliche Gegentaktkonstruktion, bei der ein Paar KT88 pro Kanal für die Power sorgt. Oder zwei Paar für einen Kanal im Monobetrieb. Der Hersteller gibt im Stereobetrieb 100 Watt pro Kanal an, mono derer 200. Das ist äußerst sportlich für diese Röhrenbestückung, zum Glück sind‘s in der Realität nur 80 bzw. 120 Watt. Womit die Röhren immer noch ziemlich heiß laufen. Warum VAC sich das traut? Wegen dem Kürzel „iQ“ an der Typenbezeichnung. Dahinter steckt die hauseigene Auto-Bias-Variante, die Endröhren immer mit optimalem Ruhestrom versorgt. Über ihre gesamte Lebensdauer, so kurz jene auch sein mag. Das weitaus Beeindruckendste an der Signature 200 iQ aber ist ihr schieres Gewicht. Was der verbauten Menge an Eisen geschuldet ist. Eisen in Röhrenendstufe ist essenziell. Eisen ist Leben. Eisen ist Musik. Und hier gibt‘s jede Menge davon – 45,5 Kilogramm pro Einheit sprechen eine deutliche Sprache. Wo hier Netztrafos und wo Ausgangsübertrager unter den Deckelblechen sitzen – fragen Sie mich nicht. Jedenfalls ist von beidem reichlich vorhanden. Die Endstufe verfügt über symmetrische und unsymmetrische Eingänge, zwischen beiden kann per Kippschalter oben auf dem Chassis gewählt werden. Der Schalter für den Monobetrieb hingegen ist hinten zu finden. Die Übertrager erlauben den Anschluss von Lautsprechern mit Impedanzen bis zu einem Ohm hinunter, im Brückenbetrieb Platinen – ja, aber auch eine Menge Freiverdrahtung. Eine genau abgezirkelte Bauteileauswahl gibt‘s auch hier, Sensationen abermals nicht. Wozu auch – es funktioniert ja bei der Vorstufe auch ohne solche. Es macht einmal „Bumm“ zu Beginn des von mir gerade ziemlich überstrapazierten „The Clouds Will Clear“-Albums und ich bin verloren. Binnen Sekundenbruchteilen. So geht zupacken, so gehören Tieftonmembranen getreten. Zu viel, zu laut, zu … alles? Vielleicht. Ein bisschen. Meinen Geschmack beim Musikhören trifft‘s perfekt. Ich will gepackt und geschüttelt werden und nicht Erbsen zählen. Das macht diese Kombi so großartig wie nichts anderes, was ich in der letzten Zeit gehört habe. Die olle „News of the World“ von Queen? „All Dead“ wird zum Höhenfeuerwerk in riesigen Dimensionen – bunt, knallig, einfach perfekte Unterhaltung. Die zweite Endstufe bringt übrigens noch leichte Zugewinne, das Wesentliche geht aber schon mit einem der Kraftpakete. Und wie.

Fazit

Sie sehen gewöhnungsbedürftig aus, sind groß und schwer und spielen wie entfesselt: VAC-Verstärker sind eine unwiderstehliche Attacke aufs musikalische Lustempfinden. So lassen, bloß nichts ändern.

Preis: um 29200 Euro

VAC Renaissance Mk5 Phono/ Signature 200 iQ

12/2018 - Holger Barske

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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 26.12.2018, 15:01 Uhr
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Topthema: Philips 65OLED936
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