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Klein, gemütlich und klangstark: Heimkinotraum auf knapp 16 Quadratmetern

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30.05.2022 10:47 Uhr von Redaktion hifitest

„Alle Sitze waren belegt, Popcorn und Getränke verteilt und ,Transformers’ heizte dem Auditorium ordentlich ein.“ Gern erinnert sich Uli O. aus Schwelm an diesen Tag im November 2008, als sich sein Traum vom eigenen Filmtheater endlich erfüllt hatte und die erste Vorstellung steigen konnte.

Bis zur Filmpremiere in Ulli O.s Kino sollte etwa ein halbes Jahr vergehen, denn der Startschuss zum eigenen Heimkino fiel bereits im April 2008. Damals begann der Filmfan aus dem Bergischen Land, sich seinen lang gehegten Traum vom eigenen Kino zu erfüllen. Da der Profimusiker schon damals um die Tücken der Raumakustik wusste, startete er sein Unterfangen mit einigen Probestücken auf seinem Instrument, um die schwerwiegendsten Raumresonanzen herauszufiltern. Anhand dieser einfachen und noch relativ unpräzisen Informationen gelangte der Familienvater zu der Erkenntnis, großvolumige Absorber in seinem Kino einzusetzen. Aufgrund der geringen Raumgröße stellte sich dies als echte Herausforderung dar, welche der Bauherr allerdings schnell meisterte. Die Lösung lag schließlich in der zweistufigen Podestkonstruktion, welche als Basis der beiden Sitzreihen dienen sollte. „Hier entschied ich mich für ein aus Kanthölzern bestehendes Gerüst, welches mit Steinwolle ausgefüllt und mittels Spanplatten verkleidet wurde und für eine deutliche Reduzierung der Raummoden sorgte“, erklärt uns Uli O., während wir in seinem „SchwelmaxX“ genannten Filmpalast auf Entdeckungstour gehen.

Weitere Akustikoptimierung

Nachdem sich bereits die erste Maßnahme zur Akustikoptimierung als Volltreffer herausgestellt hatte, sollte der Bau der um 16 Zentimeter abgehängten Profildecke dazu beitragen, den Klang im Heimkino nochmals zu verbessern. So setzte der Bauherr hier auf eine 30 Millimeter starke Steinwollschicht, welche direkt oberhalb der auf einem Metallgestell ruhenden Akustikplatten angebracht wurde. Die ursprünglich weißen Einlegeplatten wurden zur farblichen Anpassung mit schwarzem Akustikstoff bezogen. Letzteres dient nicht nur der optischen Integration, sondern hilft zudem, eventuell entstehende Vibrationen der Deckenkonstruktion auf ein Minimum zu reduzieren.

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Um den Tieftonbereich weiter zu optimieren, machte sich der Filmfan anschließend an den Bau zweier dreiseitiger Bassabsorber, welche gleich rechts neben der Leinwand platziert wurden. Diese basieren auf einem mit Sono-Rock-Dämmmaterial befüllten und mit Vlies und Bespannstoff bezogenen Holzlattengerüst und entsprechen übereinander montiert der gesamten Raumhöhe. Nach einer weiteren akustischen Testphase ging es dann darum, auch die letzten verbliebenen Raummoden besser in den Griff zu bekommen. Hier entschied sich der Schwelmer für auf Ohrhöhe montierte und über beide Seitenwände verlaufende Akustikelemente. Diese bestehen aus 10 Zentimeter starken MDF-Rahmen, die 30 Millimeter starke Sono-Rock-Platten tragen, mit einfachem Lautsprecherbespannstoff überzogen wurden und laut Uli O. im Vorher- Nachher-Vergleich für eine leichte Hochtonabsorption und eine deutlich verbesserte Stimm- und Detailreproduktion sorgten.

Vorausschauend

Nachdem der Akustikbau weitestgehend abgeschlossen werden konnte, ging es an die Einrichtung des künftigen Lichtspielhauses, welche mit dem Bau der kompletten Wandverkleidung begann. Diese besteht aus mit Mikrofaserstoff bezogenen Holzrahmen, die wie die eben erwähnten Akustikelemente auf einem massiven Holzständerwerk ruhen und bei Bedarf mit wenigen Handgriffen demontiert werden können. So können Wartungs- oder Austauscharbeiten ohne großen Aufwand in kürzester Zeit durchgeführt werden. Die einzige Ausnahme bildet die Unterseite der linken Seitenwand: Für diesen Bereich dachte sich der Bauherr mit dem Bau des riesigen, fest installierten Blu-ray- und DVD-Regals eine weitere Besonderheit aus. Trotz seines enormen Fassungsvermögens von rund 500 Scheiben nimmt es kaum Platz in Anspruch und dient aufgrund seiner Schachtelbauweise als Diffusor.

Leinwand und Maskierung

Mit dem anschließenden Leinwand-Selbstbau begann Uli O. dann den Bau der gesamten Frontkonstruktion. „Hier nutzte ich das leicht wellige Tuch meiner alten Rolloleinwand, welches ich auf einen Keilrahmen spannte und das jetzt seit einem Jahr seine Dienste tut“, erklärt der sympathische Profimusiker. Nachdem es seinen Platz an der Stirnwand gefunden hatte, ging es an die elektrische Maskierung. Diese basiert auf vier an der Wand befestigten Holzstücken, die als Träger von vier mittels Schrittmotoren angetriebenen Gewindestangen fungieren. Die rund 35 Zentimeter langen Gewinde sind zu diesem Zweck mit je einem Schlitten bestückt, welche über ein einfaches Aluprofil die Verbindung zu den beiden extrem leichten Maskierungsbrettern herstellen und diese (durch einfaches Drehen der Gewinde) horizontal nach oben bzw. unten bewegen. Diese Konstruktion spart nicht nur eine Menge Raum, sondern erlaubt zudem die millimetergenaue Ausrichtung der Maskierungselemente.

Bild- und Soundcheck

Nach der ausgiebigen Führung durch das „SchwelmaxX-Cinema“ geht es endlich in den Sound- und Bildtest, welchen wir gar nicht mehr erwarten können. „Wall-E – Der Letzte räumt die Erde auf“ klärt uns schnell über die exzellente Bildqualität dieses gemütlichen Filmpalastes auf. Obwohl dunkle Szenen hier eindeutig überwiegen, erzeugen Sanyo- Beamer und Leinwand ein durchweg lebendiges und kontrastreiches Bild, in dem jedes einzelne Detail dank der perfekten Ausleuchtung der gesamten Projektionsfläche deutlich zu erkennen ist. Um die angemessene Soundunterstützung kümmert sich ein 7.2-Lautsprechersystem nach THX-Norm. Dieses sorgt für satte, druckvolle Soundtracks und auch stößt in höheren Pegellagen nicht an seine Grenzen, wie der Bauherr mit „Fluch der Karibik“ eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Fazit

Kaum zu glauben, was mithilfe einer durchdachten Planung, ein wenig handwerklichem Geschick, Mut und Fleiß so alles möglich ist. So entstand innerhalb weniger Monate ein gemütliches, bildgewaltiges und klangstarkes Heimkino, in dem Technik und Komfort zu einer Einheit verschmelzen und zu extralangen Filmnächten verführen. Wer also das Glück hat, einmal zu einer Filmsession ins „SchwelmaxX-Cinema“ eingeladen zu sein, sollte sich diese Chance nicht entgehen lassen und ausreichend Zeit mitbringen.

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Autor Redaktion hifitest
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Datum 30.05.2022, 10:47 Uhr