Kategorie: Vollverstärker

Hybrid-Vollverstärker · Advance Paris A10 Apex


Am Ziel

Vollverstärker Advance Paris A10 Apex im Test, Bild 1
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Stetige Weiterentwicklung hat sich Advance Paris auf die Fahnen geschrieben: Mit dem A10 Apex hat man nun ein Niveau erreicht, mit dem Hersteller wie Kunde in jeder Beziehung zufrieden sein können.

Mit dem A10 Apex* stellt der französische Hersteller Advance Paris eine technische Weiterentwicklung seines etablierten Modells A10 Classic vor. Anlässlich des 30-jährigen Firmenjubiläums wurde das Gerät als leistungsfähigere und mit hochwertigeren Baugruppen ausgestattete Variante im Portfolio positioniert. Das grundlegende Konzept der Hybrid-Technologie – die Kombination aus Röhrenvorstufe und Transistorendstufe – bleibt dabei das zentrale Konstruktionsmerkmal.   

Gehäuse und Verarbeitung 

 
Das Erscheinungsbild des A10 Apex folgt der aktuellen Designsprache des Herstellers. Die Frontblende besteht aus schwarzem Acrylglas, hinter dem zwei blau beleuchtete VU-Meter zur Anzeige der Ausgangsleistung platziert sind.

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Ein zentraler Drehgeber mit Druckfunktion sowie umliegende Tasten steuern die Eingänge und Menüfunktionen. Mit Abmessungen von 430 x 175 x 351 mm und einem Gewicht von 12,9 kg ist das Gehäuse etwas kompakter als das des  größeren Modells A12, bietet aber dennoch eine solide mechanische Basis. Das Chassis ruht auf entkoppelnden Standfüßen und die Gehäusedeckel sind zur Gewährleistung der Wärmeabfuhr geschlitzt.   

Entwicklung

  
Advance Paris ging aus der Marke Advance Acoustic hervor, die 1995 von Jean Christian Gesson gegründet wurde. Ursprünglich auf Lautsprecher fokussiert, verlagerte sich der Schwerpunkt später auf Elektronikkomponenten. Die Entwicklung der Schaltungstopologien und die mechanische Konstruktion erfolgen am Firmensitz in Frankreich. Die Fertigung wird, wie es branchenüblich ist, bei Partnerunternehmen in Asien durchgeführt. Der A10 Apex ist keine vollständige Neuentwicklung, sondern basiert auf der bewährten Plattform des A10 Classic. Er wurde jedoch hinsichtlich der D/A-Wandlung und der Anschlusstechnik grundlegend überarbeitet und optimiert.   

Konstruktion und Ausstattung

 
Der schaltungstechnische Aufbau des A10 Apex ist als Hybrid-Konzept realisiert.

Vollverstärker Advance Paris A10 Apex im Test, Bild 3
Die Rückseite des Advance zeigt die gewaltige Anschlussvielfalt des kontaktfreudigen Verstärkers
Die Vorverstärkung der Signale erfolgt über zwei Doppeltrioden des Typs ECC81 (12AT7). Diese Röhrenstufe dient der Spannungsverstärkung und soll das harmonische Spektrum des Signals um ein paar dezent eingestreute Oberwellen anreichern, bevor es an die Transistor-Leistungssektion weitergereicht wird. Die Endstufe arbeitet mit bipolaren Transistoren im Class-AB-Betrieb. Der Hersteller spezifiziert die Leistungsdaten mit 2 x 130 Watt an 8 Ohm sowie 2 x 198 Watt an 4 Ohm – Werte, die wir an unserem Audio-Precision-Messplatz fast auf den Punkt genau bestätigen können. Ein wesentliches technisches Merkmal ist die schaltbare „High Bias“-Funktion auf der Geräterückseite. Im aktivierten Zustand arbeitet die Endstufe im unteren Leistungsbereich (die ersten Watt) im Class-A-Betrieb, der sich durch geringere Übernahmeverzerrungen auszeichnet. Übersteigt die geforderte Leistung diesen Bereich, schaltet der Verstärker automatisch und unhörbar in den effizienteren Class-ABBetrieb um.  

Die Stromversorgung übernimmt ein großzügig dimensionierter Ringkerntransformator, der zur Minimierung von Interferenzen physisch von der Signalverarbeitung separiert ist. Getrennte Wicklungen versorgen die Vor- und Endstufe sowie die digitale Sektion. Die Digitalsektion wurde im Vergleich zum Vorgängermodell signifikant verbessert. Als D/A-Wandler kommt nun ein ESS Sabre ES9018K2M zum Einsatz. Dieser Chip verarbeitet PCM-Signale mit bis zu 32 Bit/384 kHz sowie DSD-Streams mit bis zu DSD256 (11,2 MHz). Für die Verbindung mit einem Computer oder Streamer steht ein asynchroner USB-B-Eingang zur Verfügung, der auf einem XMOS-Interface basiert und Jitter somit effektiv minimiert. Zusätzlich ist der A10 Apex mit einer HDMI-Schnittstelle mit ARC (Audio Return Channel) ausgestattet. Dies ermöglicht die direkte Übertragung des Fernsehtons sowie die Steuerung der Lautstärke über das CEC-Protokoll des Fernsehgeräts. Auch anschlussseitig bietet das Gerät eine hohe Flexibilität. Analog stehen fünf unsymmetrische Cinch-Eingänge und ein symmetrischer XLR-Eingang zur Verfügung. Die integrierte Phonostufe ist für MM-Tonabnehmer ausgelegt und erlaubt über einen DIP-Schalter auf der Rückseite eine Anpassung der Eingangskapazität in drei Stufen (100, 200 und 300 pF). Das Gerät bietet zudem Pre-Out- und Amp-In- Buchsen (auftrennbar) sowie zwei mono-summierte Subwoofer-Ausgänge.   

Hörtest 


Im Hörraum zeigt der Advance Paris A10 Apex das typische Verhalten gut abgestimmter Hybrid-Verstärker.

Vollverstärker Advance Paris A10 Apex im Test, Bild 9
Die großen Leistungsanzeigen transportieren etwas aus der großen HiFi-Zeit der 80er und 90er in die Gegenwart
Die Röhrenvorstufe vermeidet eine überanalytische oder sterile Wiedergabe, ohne das Klangbild dabei übermäßig weichzuzeichnen. Stimmen und akustische Instrumente werden mit einer natürlichen Klangfarbe reproduziert und zeigen dieses schwer definierbare Quäntchen mehr an organischer Wiedergabequalität, die den Unterschied zwischen „sehr gut“ und „faszinierend mit Gänsehauteffekt“ ausmacht. Die kräftige Transistorendstufe sorgt für die notwendige Kontrolle über die angeschlossenen Lautsprecher, auch bei etwas anspruchsvolleren Schallwandlern. Gerade im Bassbereich zeigt sich, dass der Verstärker absolut präzise und impulstreu agiert. Die Interaktion mit verschiedenen Lasten erweist sich als unkritisch, da die Leistungsreserven für den Betrieb an allen gängigen Lautsprechern im Wohnraumbereich mehr als ausreichend sind. Der Einfluss der „High Bias“-Schaltung ist subtil, aber wahrnehmbar: Im Class-A-Betrieb wirkt die räumliche Staffelung noch einmal etwas plastischer und die Hochtonwiedergabe gewinnt an Ruhe und Übersicht. Dies ist die ganz hohe Kunst der Musikwiedergabe, die weit über die eigentliche Preisklasse des Verstärkers hinausgeht.   

Fazit

Kräftiger und solider Vollverstärker, der in Sachen Anschlussvielfalt Maßstäbe setzt und auch klanglich liefert, sowohl mit Kraft, als auch mit dem Gespür für die ganz feinen Details.
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Kategorie: Vollverstärker

Produkt: Advance Paris A10 Apex

Preis: um 2490 Euro

Ganze Bewertung anzeigen


2/2026
4.5 von 5 Sternen

Referenzklasse
Advance Paris A10 Apex

2/2026

Advance Paris A10 Apex
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Bewertung 
Klang 70%

Labor 15%

Praxis 15%

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie: Hybrid-Vollverstärker 
Preis: 2.490 Euro 
Vertrieb: ITR, Essen 
Internet: www.advance-paris.de 
Ausstattung
Abmessungen (B x H x T in mm): 430 x 175 x 351 
Gewicht: 12,9 kg 
Ausgangsleistung 2x 125 W an 8 Ohm; 2x 194 W an 4 Ohm 
Analoge Eingänge 5 x Cinch; 1 x XLR; 1 x Phono (MM); 1 x Amp In (Main In) 
Digitale Eingänge 2 x Optisch; 1 x Coax; 1 x HDMI ARC; 1 x USB-A; 1 x USB-B (X-MOS asynchron) 
Ausgänge: Lautsprecherterminals (A, B, A+B schaltbar); Pre Out; Rec Out; 2 x Subwoofer Out 
Röhrenbestückung 2 x ECC81 (12AT7) 
D/A-Wandler ESS Sabre ES9018K2M (32 Bit / 384 kHz, DSD) 
Besonderheiten: High Bias (Class-A Betrieb schaltbar), Trigger-Eingänge 
Garantie: 3 Jahre 
+ Anschlussvielfalt 
+ dezenter Röhrensound 
+ Kraftreserven 
Klasse: Referenzklasse 
Preis/Leistung: sehr gut 
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Autor Thomas Schmidt
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Datum 25.02.2026, 11:06 Uhr
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