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Rollo-, Motor- und Rahmenleinwand-Systeme im Vergleich

Ratgeber Rollo-, Motor- und Rahmenleinwand-Systeme im Vergleich - News, Bild 1
17.06.2022 10:36 Uhr von Redaktion hifitest

Es gibt drei gängige Leinwandsysteme, die im heimischen Lichtspielhaus zur Anwendung gelangen: Rollo-, Motor- und Rahmenleinwände. HOME THEATERS zeigt, welche Vor- und Nachteile die unterschiedlichen Systeme mit sich bringen und hilft Ihnen, sich für die sinnvollste Variante zu entscheiden.

Rolloleinwände

Günstigstes Leinwandsystem ist die Rolloleinwand. Grund dafür ist die simple Mechanik, die zum Leinwandauszug zum Einsatz kommt: Mittels kräftigem Federmechanismus wird das Tuch manuell aus dem Kasten gezogen und anschließend zur Fixierung eingehakt. Während der Federmechanismus bei allen Rolloleinwänden zur Anwendung gelangt, variiert die Qualität der Tuchwicklung immens: Extrem günstige Rolloleinwände verfügen über ein sehr kleines Gehäuse, in dem nur eine sehr schmale Metallrolle zur Tuchaufwicklung Platz findet. Je schmaler diese Rolle ist, desto höher ist die Biegung des Tuches bei der Aufwicklung, was dem Tuch hunderte feine Knicke in der Oberfläche beschert. Hochwertige Rolloleinwände hingegen verfügen über dickere Wickelrollen, die Tücher nicht mit zu hoher Biegung aufrollen, was die Oberfläche des Tuches schont und somit nicht mit Knicken übersät. Während Motorleinwände aus mehrfach verschweißten Vinyltüchern bestehen, muss das bei Rolloleinwänden zum Einsatz kommende Vinyltuch zum manuellen Auszug verstärkt werden. Hierzu wird das Vinyl auf ein Glasfasernetz aufgetragen, welches das Tuch verstärkt und Faltenbildung bei zu festem Herausziehen verringert. Zwar ist diese Methode sinnvoll, da reine Vinyltücher bei ruckartiger Auswicklung sofort ausleiern würden, klassische „V-Falten“ treten dennoch im Laufe der Zeit auf: Da der Griff zur manuellen Leinwandauf- und -abwicklung exakt in der Mitte der Kontergewicht-Stange an der Leinwandunterkante sitzt, und nicht immer mit gleicher Intensität am Tuch gezogen wird, kommt es im Laufe der Zeit unweigerlich zu leichter Faltenbildung. Der Vorteil von Rolloleinwänden ist der günstige Anschaffungspreis, der bei guten Einstiegstüchern mit kleiner Wickelrolle unter 100 Euro und bei Tüchern mit dicker Wickelrolle bei unter 300 Euro liegt.

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Für das Kino zu Hause empfiehlt sich selbstverständlich der Kauf eines 16:9-Tuches. Zur Erhöhung des subjektiven Kontrastumfangs sollte die Leinwand zudem mit einem schwarzen Rand versehen sein, da das Auge des Zuschauers so einen besseren Fokussierungspunkt gegenüber der dahinter liegenden, weißen Tapete hat.

Motorleinwände

Eine qualitativ höherwertige Alternative zur Rolloleinwand ist die Motorleinwand, deren Tuch elektrisch ein- und ausgefahren wird. Der Vorteil der motorischen Lösung liegt in der Zugkraft, die sich bei homogener Ab- und Aufwicklung nicht verändert und das Tuch somit nicht unnötig belastet wird. Wie bei Rolloleinwänden zeichnet eine dickere Wickelrolle für eine knickfreie Tuchoberfläche verantwortlich, weshalb Leinwände mit höherwertigem Aufrollsystem über größere Leinwandgehäuse verfügen. Problematisch bei Motorleinwänden ist ebenfalls die Faltenbildung, die nur durch bestimmte Techniken reduziert beziehungsweise verhindert werden kann. Die einfachste Methode ist die Verwendung von dickeren Vinyltüchern, die aufgrund der hohen Gummidichte (1 Millimeter) ein höheres Eigengewicht aufweisen, was für eine verbesserte Planlage sorgt. Dies verringert zwar die Faltenbildung innerhalb einer bestimmten Zeit, kann diese jedoch nicht hundertprozentig unterbinden. Hochwertige Motorleinwände verfügen deshalb über ein seitlich angebrachtes Seilzugsystem (Tension-Systeme), das die Leinwand im ausgefahrenen Zustand permanent unter Spannung hält und mit dem Tuch ein- und ausgefahren wird. Gute Motorleinwände liegen in einer Preisklasse von rund 600 bis 1.500 Euro, wobei Letztere schwerere Tücher und verbesserte Wicklungssysteme aufweisen. Tension- Leinwände kosten rund 1.800 Euro. Schalldurchlässige Seilzugleinwände zur Aufstellung von Lautsprechern hinter der Projektionsfläche sind ab 2.000 Euro zu haben. Warum sind Motorleinwände gegenüber Rolloleinwänden derartig teurer? Neben größeren und stabileren Gehäusen sind vor allem die Motoren recht teuer, wobei bei steigender Tuchdichte stärkere Motoren nebst Wicklungsstange benötigt werden. Ausgeklügelte Seilzugsysteme und hochwertige Mikroperforationen treiben die Produktionskosten ebenfalls in die Höhe, was letzten Endes in einen höheren Verkaufspreis mündet.

Rahmenleinwände

... stellen für das Heimkino die beste Wahl dar, weil das Tuch im Rahmen permanent unter Spannung gehalten wird. Es gibt mehrere Möglichkeiten, das Tuch am Rahmen zu befestigen: bei günstigen Rahmenleinwänden wird das Tuch via Gummis am Rahmen fixiert, wobei die Gummis im Laufe der Zeit ausleiern und das Tuch nicht mehr unter Spannung gehalten werden kann. Hochwertige Rahmenleinwände hingegen verfügen über ein Druckknopfsystem, bei dem das Tuch unter extrem hoher Spannung steht, was Faltenbildung verhindert. Günstige Rahmenleinwände besitzen Aluminium-Rahmenteile, die trotz schwarzer Lackierung auftreffendes Licht zum Zuschauerplatz reflektieren. Daher empfiehlt es sich, Leinwände mit Velours-Rahmen zu erwerben, da nur diese Licht perfekt absorbieren und eventuell überstehende Bildränder einschwärzen. Meist handelt es sich bei den bei Rahmenleinwänden eingesetzten Tüchern um dehnbares Vinyl. Preislich liegen diese je nach Art der Tuchbeschaffenheit und Beschichtung zwischen 500 und 2.000 Euro. Wer es sich leisten kann, sollte bei Anschaffung einer Motor- oder Rahmenleinwand nicht auf eine elektrische Maskierung verzichten, da diese den subjektiven Kontrastumfang deutlich erhöht.

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Autor Redaktion hifitest
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Datum 17.06.2022, 10:36 Uhr