Kategorie: AV-Receiver

Einzeltest: Arcam AVR750


Top of the Tops

AV-Receiver Arcam AVR750 im Test, Bild 1
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Der bislang beste AV-Receiver, der Arcam AVR600, wird durch ein neues Topmodell, den AVR750, abgelöst. Eine anspruchsvolle Aufgabe für die englischen Entwickler, denn eigentlich ist es kaum vorstellbar, dass solch ein Gerät noch deutlich zu verbessern ist. In unserem Test werden wir das prüfen!

Andy Moore, Chefentwickler der britischen High-End-Schmiede Arcam, besuchte uns im Juni mit dem bislang einzigen Muster des neuen Receiver-Flaggschiffs, das sein öffentliches Debüt gerade auf der High End in München gefeiert hat. Zu diesem Zeitpunkt ist die technische Entwicklungsphase so gut wie abgeschlossen, lediglich ein paar Feinheiten in der Software werden bis zum Produktionsstart im Juli noch abgestimmt. Die Optik der Gerätefront ist gegenüber dem AVR600, den wir Ihnen im Frühjahr 2009 bereits vorstellten, bis auf die Typenbezeichnung unverändert und somit Arcam-typisch geblieben.

AV-Receiver Arcam AVR750 im Test, Bild 2AV-Receiver Arcam AVR750 im Test, Bild 3AV-Receiver Arcam AVR750 im Test, Bild 4AV-Receiver Arcam AVR750 im Test, Bild 5AV-Receiver Arcam AVR750 im Test, Bild 6
Auf der Rückseite des Boliden sind die Zeichen des modernen Heimkino-Zeitalters durch sieben HDMI-Eingänge und zwei HDMI-Ausgänge deutlich erkennbar. Allesamt sind natürlich 3D- und 4k-fähig, zudem ermöglichen beide HDMI-Ausgänge die Zuspielung des TV-Tons per Audio-Return-Channel-Verbindung. Bei Bedarf lassen sich diese Ausgänge auch gleichzeitig nutzen. Eine stattliche Anzahl von analogen und digitalen Audioeingängen und eine analoge Video-Eingangssektion runden die Anschlussvielfalt ab. Das neue Topmodell verfügt außerdem über Trigger-/RS232- und externe Infrarot-Anschlüsse zur Einbindung in eine komfortable Haussteuerungsanlage und einen DAB+- Tuner. Ein Netzwerkanschluss bindet den AVR750 zudem ins heimische Netzwerk und an das Internet an. Somit kann er Musik von Servern oder NAS-Platten und von Internet-Radiostationen streamen. Der USB-Anschluss akzeptiert Speichersticks und Festplatten mit digitalen Musikfiles und kann darüber hinaus auch die Musik von einem iDevice wiedergeben. Apropos iDevice: Dazu bietet Arcam in Kürze eine App an, so dass der Receiver auch komfortabel über ein iOS-Gerät gesteuert werden kann. Eine drahtlose Zuspielung der Musik per Bluetooth lässt sich mit einer entsprechenden Dockingstation „rBlink“ aus dem Hause Arcam realisieren, die durch hochwertige DACs und schneller APT-X-Übertragungstechnologie für eine erstklassige Aufbereitung der Audiodaten sorgt. 

Technik


Absolut hochwertig geht es natürlich auch bei der Signalverarbeitung im AVR750 zu. So sorgen zum Beispiel Wolfson-WM8804-V-S/PDIF-Transceiver für ein äußerst geringes Jitter-Level, und ein achtkanaliger DAC von Crystal bereitet die digitalen Tonsignale analog auf. Besonderes Augenmerk wurde auch auf die Art der Lautstärkeregelung gelegt. Hierbei kommt nach der D/A-Wandlung eine silikongelagerte „SMD-Widerstands-Leiter“ zum Einsatz, die genauso arbeitet wie eine analoge Lautstärkeregelung in High-End-Stereo-Vorverstärkern und bei der das Signal pro Step jeweils nur einen einzigen Widerstand passiert. Die Endstufen des AVR750 erweisen sich nicht nur im Labor bei der gleichzeitigen Belastung aller Kanäle als äußerst kräftig, sondern arbeiten im Bereich bis zu 30 Watt sogar im Class-A-Betrieb. Hohe Lautstärken und Leistungsspitzen, wie sie oftmals im Heimkinobetrieb benötigt werden, stellt der Receiver im Class-G-Modus seiner Endstufen zur Verfügung. Ein mächtiger Ringkerntrafo versorgt die sieben Endstufen mit einbruchsfreier Spannungsversorgung. Die Kühlung erfolgt über großzügige Kühlrippen und zusätzlich über leise, temperaturgeregelte Lüfter. Videoseitig ist der ARV750 mindestens genauso modern und hochwertig ausgestattet wie seine Audiosektion. Eingehende 4k-Bildsignale lassen sich mit den Analog-Device-Chipsätzen (ADV7850BC3/ ADV8003K82) sowohl unverfälscht durchleiten als auch skalieren. Der ADV3002 sorgt außerdem für eine schnelle Bildwiedergabe bei der Umschaltung von HDMI-Quellen, da er sich die Daten zum benötigten Handshake merkt. 

Setup und Multimedia


Das Setup-Menü des AVR750 ist bis auf einige Details mit dem seines Vorgängers identisch und präsentiert sich ausschließlich in englischer Sprache. Sehr detailliert und individuell lässt sich jede Quelle durch den Benutzer auf die jeweiligen Gegebenheiten einrichten. So auch zur Bildwiedergabe, da sich jede Bildquelle in der gewünschten Wiedergabequalität justieren lässt. Die automatische Einmessung berücksichtigt auch die Raumverhältnisse und justiert den AVR750 einwandfrei auf seine Spielpartner. Nach wie vor sind die durch den Equalizer eingestellten Parameter für den Benutzer leider nicht sichtbar. Für den Room-EQ besteht übrigens auch die Möglichkeit, ihn für die unterschiedlichen Quellen zu aktivieren oder abzuschalten. Die Taste „NET“ auf der Fernbedienung führt zu den Zugriffsmöglichkeiten auf Geräte aus dem Heimnetzwerk und zur Auswahl einer der Tausenden an Internet-Radiostationen. Hierzu erscheint am Bildschirm die Auswahlmöglichkeit zwischen „Net Radio“, „Music Player“ und „Favourites“. Natürlich vermag der Receiver auch Musiksammlungen in hochaufgelöster Qualität wiederzugeben. Somit werden Besitzer solcher Musikfile-Sammlungen mit dem AVR750 voll auf ihre Kosten kommen. 

Klang


„Filmton ist einfach, Musikwiedergabe ist die Herausforderung“, beschreibt Andy Moore die Aufgaben beim Soundtuning eines AV-Receivers, „denn niemand weiß, wie ein Erdbeben oder das Entgleisen eines Zuges klingt, aber jeder kennt den Klang einer akustischen Gitarre oder eines Schlagzeugs. Auch Gesangsstimmen müssen absolut naturgetreu zu Hause wiedergegeben werden.“ Dazu hören wir uns den Soundtrack von „Gladiator“ und die Winterplay-Version von „Billy Jean“ über die angeschlossenen KEF Reference 205 an. Der getragene Soundtrack mit den nacheinander einsetzenden akustischen Instrumenten klingt über den AVR750 so natürlich und warm, dass die Wiedergabe bei geschlossenen Augen zu einer virtuellen Reise durch die entsprechenden Filmszenen wird. Der gewisse Groove und die schöne Interpretation der Winterplay-Sängerin kommt mit dem Receiver locker und stimmig rüber. Nach dem Test der Stereoperformance stand mehrkanalige, musikalische Feinkost von Joe Bonamassa in der Royal Albert Hall auf dem Spielplan. Und auch hierzu kann man Andy Moores Stolz auf die Soundabstimmung des Receivers verstehen: Die Wiedergabe der akustischen Gitarre ist ein Gedicht und jeder Anschlag der Saiten klingt, auch bei der atemberaubenden Spielgeschwindigkeit, absolut natürlich. Harte Kost in Form von Filmszenen aus „Battleship“ sollte den AVR750 dann aus der bislang gezeigten Souveränität locken. Doch er blieb schier unbeeindruckt und ließ markerschütternd die Schlacht zwischen den Außerirdischen und der U.S.S. Missouri miterleben. Sicherlich, um auf Andys Zitat zurückzukommen, weiß man nicht wirklich, wie so etwas in der Realität klingen würde, aber so gewaltig und druckvoll könnte man es sich schon lebhaft vorstellen. Sehr realistisch, dies kann ich als Heli-Fan wirklich sagen, klingt auch das Schlagen der Rotorblätter der Hubschrauber in diesem Film und in „Drive“ bei der Verfolgung des Fluchtwagens.

Fazit

Gratulation an Arcam zu diesem Top-Receiver, der sich durch seine technische Ausstattung und durch seinen einzigartigen Sound verdientermaßen an die Spitze der besten AV-Receiver katapultiert. Unser Tipp: ab zum Händler Ihres Vertrauens, um den AVR750 live zu erleben! Der Receiver wird Sie zwar um ein kleines Finanzpolster erleichtern, aber Sie dafür tagtäglich durch seinen tollen Klang begeistern. In unserem Referenz-Kino wird er zukünftig das Maß der Dinge sein, an dem sich andere Receiver dieser Preisklasse messen müssen. 

Kategorie: AV-Receiver

Produkt: Arcam AVR750

Preis: um 5000 Euro


10/2013
5.0 von 5 Sternen

Referenzklasse
Arcam AVR750

Bewertung 
Klang 40% :
Tonalität 20%

Räumlichkeit 10%

Lebendigkeit 5%

Dekodierung 5%

Labor 10% :
Leistung 2%

Rauschabstand 2%

Klirrfaktor 2%

Übersprechen 2%

Dämpfung 2%

Praxis 25% :
Verarbeitung (Gerät) 10%

Bedienung (Gerät/ Handbuch/ Fernb.) 15%

Ausstattung 25% :
Ausstattung 25%

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb GP Acoustics, Lünen 
Telefon 0231 9860320 
Internet www.arcam.de 
Technische Daten
Abmessungen (B x H x T) in mm 433/171/465 
Gewicht (in Kg) / Frontplatte Metall (M)/ Kunststoff (K) 16.7/M 
Stereo Leistung, PCM-Stereo (4 Ohm/8 Ohm), 0,7% THD (in W): 203/143 
5-Kanal Leistung, Dolby Digital (4 Ohm/8 Ohm), 0,7% THD (in W): 140/110 
Rauschabstand PCM-Stereo, Front, 5W, 1kHz (in dB) 97.3 
Rauschabstand Dolby Digital, Front, 5W, 1kHz (in dB) 96.9 
Klirrfaktor Dolby Digital, Front, 5W, 1kHz (in %) 0.0058 
Klirrfaktor PCM-Stereo, Front, 5W, 1kHz (in %) 0.0055 
Kanaltrennung, DD, 1kHz; F/F, F/C, F/R (in dB) 78.9/81.9/77.5 
HDMI-Version 1,4a, Ausgänge mit ARC 
Dämpfungsfaktor 171 
Stromverb. Stand-By/bei 5 x 1 Watt Ausgangsl. (in W) 0/131 
Max. Temperaturerhöhung über Raumtemp. (in °C) 26.7 
Ausstattung
Dekoder für alle Tonformate/THX Ja / Nein 
Formate USB MP3, WMA, AAC, FLAC (bis 48kHz/24-bit) 
Formate Netzwerk MP3, WMA, AAC, FLAC (bis 48kHz/24-bit) 
DSP-Programme/autom. Einmessung 0/ Ja 
Übernahmefreq. f. Subw./pro Kanal/man. Equalizer 7/ Nein / Nein 
Frontanschl.: FBAS/HDMI/Audio analog/digital/USB Nein / Nein / Nein / Nein / Nein 
Eing. Audio: analog/Phono/Mehrkanal/opt./elektr. 0/ Nein / Nein /2/4 
Eingänge Video: FBAS/YUV/HDMI 4/0/7 
Ausgänge: analog/opt./elektr./YUV/HDMi 0/0/0/0/2 
Pre-Out: Front/Center/Rear/Subw./SB/FH/FW Ja / Ja / Ja / Ja / Ja / Nein / Nein 
Videokonvert./Scaler/4K-Passtrough/Upscaling Ja / Ja / Ja / Ja 
AV-Sync/Analogpegel einstellb./Input-Rename var./ Ja / Ja 
Multiroom (A/V)/iDevice-kompatibel/AirPlay Ja / Ja / Ja / Nein 
Klangregler/abschaltb./Kopfhörer-Ausg. 2/ Ja / Ja 
FM-Tuner/Internetradio/Sleep-Timer Ja / Ja / Ja 
Fernb. lernf./vorprogr./OSD über HDMI Ja / Ja / Ja 
Netzwerkfunktion/Triggerausgänge/RS232 o.ä. Ja / Ja / Ja 
Dekoder/Endstufen/Gehäusefarben 7.1/7 analog/graphit 
Sonstiges DAB+-Tuner 
Preis/Leistung angemessen 
+ + hervorragender Klang 
+ + kräftige Endstufen 
+ + 2 HDMI-Ausgänge 
Klasse: Referenzklasse 
Testurteil: überragend 
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Heinz Köhler
Autor Heinz Köhler
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Datum 21.10.2013, 10:02 Uhr
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Interessante Links:
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