Kategorie: Beamer

Einzeltest: BenQ W7000


Universalgenie

Beamer BenQ W7000 im Test, Bild 1
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Wenn BenQ das Feld der 3D-Projektion im Heimkino betritt, ist Aufhorchen angesagt. Wie gut schlägt sich der flammneue W7000 im Test?

Zwei Jahre musste man im dedizierten Heimkinosegment ohne einen neuen Projektor von BenQ auskommen. Während der Hersteller während der vergangenen Monate die Einstiegsklientel mit mehreren hervorragenden Geräten beglückte, werkelte man im Hintergrund fleißig an einem offiziellen Nachfolger der W6000/W6500er- Beamer. Mit dem W7000 steht dieser ab sofort beim Händler und bietet volle 3D-Fähigkeit.

Projektor und Technik


Stellt man W6000 und W7000 nebeneinander, muss das Licht schon günstig einfallen, um Unterschiede zu erkennen. Die dezent in Höhe und Tiefe des Geräts variierte Größte fällt noch am ehesten auf. Zusätzlich wechselte die Farber der Kunststoffeinfassung rund um Objektiv und Bedienfeld von Blauschwarzmetallic zu Klavierlackschwarz.

Beamer BenQ W7000 im Test, Bild 2Beamer BenQ W7000 im Test, Bild 3Beamer BenQ W7000 im Test, Bild 4
Das lässt den W7000 noch ein wenig hochwertiger erscheinen und steht in schönem Kontrast zum silberfarbenen Objektiv selbst. Das nach wie vor manuell per Joystick neben der Optik zu bedienende Lens-Shift ist in der vertikalen mit +/- 125 % noch mal etwas umfangreicher geworden. Geblieben ist die horizontale Justierung von +/- 40 %. Der Zoomfaktor von 1,5 und das Projektionsverhältnis von 1,62 bis 2,43 sind ebenfalls geblieben. Bei einer zwei Meter großen Leinwand muss man entsprechend minimal 3,24 Meter Abstand zwischen Leinwand und Optik aufbringen. Schaut man sich die Spezifikationen an, so ist die auffälligste Änderung gegenüber dem W6000 die Leistungssteigerung der Lampe von 280 auf 300 Watt. Dies ist sicher dem Kernfeature des W7000 geschuldet, seiner 3D-Fähigkeit und dem generell durch die dreidimensionale Wiedergabe via Shutterbrille verursachten Lichtverlust. Trotz gesteigerter Gesamtlichtleistung mit angegebenen 2000 Lumen bleibt die Maximalkontrastangabe bei 50.000:1 – ein Zeichen dafür, dass auch beim Schwarzwert keine Abstriche gemacht werden müssen. Geblieben sind der 0,65’’ messende DMD von Texas Instruments sowie der hervorragende Bildverarbeitungschip aus dem Hause Silicon Optix, der HQV-Reon. Das implementierte 6-Segment-Farbrad mit doppelter RGB-Ausstattung sorgt für schnelle Farbwiederholung und wirkt dem Regenbogeneffekt wirksam entgegen. Auf Softwareseite ist nun erstmalig eine Frame Interpolation integriert, die für ruhige Bewegungswiedergabe sorgen soll. Ebenfalls Premiere hat ein echtes Color-Management, das die Korrektur der Primär- und Sekundärfarben erlaubt. Damit ist der W7000 ISF-zertifiziert und bietet einen ISF-Tag- und-Nacht-Modus.

Setup und Bildqualität


Ab Werk steht der W7000 im Modus „Standard“, was einen recht akkuraten Farbraum und eine nur leicht erhöhte Farbtemperatur zum Resultat hat. Wechselt man ins Preset „Kino“, lässt sich per RGB-Gain-Offset-Justierung (im Menü beim W7000 „Plus“ „Minus“ genannt) zügig ein sehr neutraler Graustufenverlauf realisieren. Mit dem integrierten Colormanagement und entsprechendem Messgerät lässt sich zudem der Farbraum sehr normgerecht abstimmen. Allerdings sollte dies dem erfahrenen Händler überlassen werden, da zu starke Änderungen in diesem Bereich weniger schöne Solarisationseffekte verursachen. Mit aktivierter „Dynamic-Black“-Schaltung und „Brilliant Color“ erreicht der W7000 am Ende einen ANSI- Kontrast von 443:1 und Maximalkontrast von 7000:1 (Lampe „normal“) sowie eine Helligkeit von 1100 im Eco- und 1400 im Normalmodus. Maximal sind 1950 Lumen im dynamischen Modus drin, dann jedoch mit Farbabweichungen. Allerdings sind bereits die 1100 Lumen im Ecomodus so hell, dass der W7000 sich erst bei Leinwandbreiten jenseits der 2,20 Meter richtig wohl fühlt und auch bei 3,50 Metern noch ausreichend Licht macht.

SD- und HD-Signale


Der nach wie vor verbaute HQV-Chip im W7000 leistet sehr gute Arbeit, kommt mit sämtlichen, ihm zugespielten Auflösungen zurecht und skaliert zuverlässig. Sein Schwarzwert von 0,2 Lumen fällt kaum negativ ins Gewicht, da seine hohe Grundhelligkeit bereits so viel Tiefe erzeugt, dass das letzte Quäntchen Schwarz kaum vermisst wird. Die Iris der „Dynamic Black“-Schaltung arbeitet optisch kaum sicht- und akustisch nur ganz dezent hörbar – sie kann also bedenkenlos eingesetzt werden, um in dunklen Szenen mehr Dynamik zu ermöglichen. Auch „Brilliant Color“ gelingt BenQ erneut sehr gut und verursacht weder Farbartefakte noch überstrahlte Flächen. Hierdurch holt man im Schnitt 200 Lumen mehr Helligkeit raus. Bei der Wiedergabe von Blu-ray-Highlights wie „Avatar“ oder „Batman: The Dark Knight“ spielt der W7000 seine dynamische Bilddarstellung voll aus und glänzt mit homogener Schärfe, die über den gesamten Projektionsbereich ausgewogen dargestellt wird. Allerdings sollte man sich dazu möglichst zentral vor der Leinwand positionieren und das Lens-Shift so mittig wie möglich stehen lassen, um Randunschärfen möglichst zu vermeiden. Für einen DLP-Beamer mit einer so hohen Grundhelligkeit ist zudem die Helligkeitsverteilung über den kompletten Bildbereich sehr homogen – Abweichungen sind hier nur mess- allerdings nicht sichtbar.

3D-Wiedergabe und Frame Interpolation


Kaum wird eine 3D-Blu-ray gestartet, erkennt der W7000 das Signal und schaltet in einen speziellen 3D-Modus, der im 2D-Betrieb verborgen bleibt. Ebenso wechselt er für höhere Lichtausbeute in den normalen Lampenmodus. Das 3D-Sync-Signal wird vom Beamer selbst gesendet und die Brille reagiert zuverlässig und augenblicklich. Die Bildruhe im dreidimensionalen Betrieb ist sehr gut gelungen und die Eindrücke von unserer Referenz „Die Legende der Wächter“ sind extrem plastisch und greifbar ohne jede Doppelkontur. Die schnelle Umschaltzeit des BenQ bewirkt, dass ein Flackern über die Shutterbrille vollkommen unauffällig bleibt. Die Zwischenbildberechnung, von BenQ im Menü Vollbildinterpolation genannt, ist in drei Stufen regelbar. „Niedrig“ bleibt dabei am filmischsten, kommt allerdings bei extremen Schwenks etwas aus dem Tritt und zeigt Ausreißer bei schnellen Bewegungen an vertikalen Objekten. „Mittel“ und „Hoch“ bleiben selbst bei anspruchsvollen Bildbewegungen komplett ruhig, wirken dadurch auch künstlicher und zeigen dann auch Rechenfehler in Form von Detailverlust. Bleiben Schwenks und Bewegungen weniger extrem, ist „niedrig“ die beste Wahl, da Bildinformationen erhalten bleiben und dennoch die Bildruhe erhöht wird.

Fazit

BenQ ist mit dem W7000 erneut ein hervorragender Allroundbeamer gelungen. Ganz gleich, ob man ihm 2D-Material oder dreidimensionale Bilder zuspielt, ob man dies im dunklen Heimkino oder im Wohnraumkino mit Restlicht tut – der W7000 beherrscht alle ihm zugespielten Signale ebenso wie ihn seine Projektionsumgebung unbeeindruckt lässt. Dieses Universalgenie wird verdientermaßen viele Anhänger finden!

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Kategorie: Beamer

Produkt: BenQ W7000

Preis: um 3000 Euro

8/2012
 
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Autor Timo Wolters
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Datum 02.08.2012, 15:13 Uhr
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