Kategorie: Beamer

Einzeltest: JVC DLA-NP5


JVC DLA-NP5

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Der DLA-NP5 baut auf den ersten, günstigen Beamer mit nativer 4K-Auflösung aus dem Hause JVC, den DLA-N5 auf. Zwar ist der DLA-NP5 nach wie vor der Benjamin in der 4K-Klasse, und für die aufgerufenen knapp 7000 Euro dennoch nicht gerade günstig, dafür lässt er seitens der Bildqualität und vor Allem der Ausstattung kaum noch Wünsche offen.

Nur der zusätzliche Buchstabe in der Typenbezeichnung unterscheidet den DLA-NP5 von seinem Vorgänger. Das Outfit ist das gleiche geblieben, auch den NP5 gibt es außer in Schwarz auch in weißem Gehäuse. Wie die meisten Hersteller von High End Projektoren ist dies auch bei JVC ein Feature, welches einzig den sogenannten Einstiegsmodellen zugute kommt. Offenbar geht man davon aus, dass es neben dem vergleichsweise günstigen Preis eines zusätzlichen Arguments bedarf, um den jeweiligen Haushaltsvorstand davon zu überzeugen, dass der Beamer in weiß unter der hellen Wohnzimmerdecke doch gar nicht so bullig dreinschaut.

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Alle Modelle, die preislich darüber liegen, gibt es ausschließlich in Schwarz, für alle Cineasten, die sich nichts sehnlicher wünschen, als ein möglichst dunkles Heimkino.  

Alte Zöpfe – neue Wege


Im DLA-NP5 tut nach wie vor eine herkömmliche UHP Lampe ihren Dienst, was einerseits den Energiebedarf, gemessen an der Lichtausbeute, ordentlich hoch hält, andererseits auch regelmäßige Lampenwechsel vorsieht, die nach etwa 5000 Betriebsstunden nochmal ins Geld gehen. Moderne Laser-Lichtquellen halten etwa viermal so lange und sind zudem meistens sparsamer bei gleicher Lichtausbeute. Die beiden HDMI-Anschlüsse des Beamers, immer schon bekannt für hohe Datenraten, wurden hier sogar nochmal aufgebohrt und bieten nun die sagenhafte Bandbreite von 48 Gigabit pro Sekunde, das reicht für eine Bildwiederholfrequenz von 120 Hz bei 4K-Auflösung und dürften vor allem die Herzen der Gaming-Fraktion höher schlagen lassen, die in HFR (High Frame Rate) zocken wollen.   


Mit allem Komfort


Da sich die UHP-Lampe nicht dimmen lässt, greift JVC auf eine adaptive Iris zurück, um möglichst gute Schwarzwerte zu erzielen, und damit einen möglichst hohen Kontrast. Beides braucht man für eine gute Umsetzung der HDR Produktionen. JVC hat die Irissteuerung soweit optimiert, dass diese selbst in einem Einstiegs-Gerät wie dem DLA-NP5 kaum zu hören ist. Wer die automatische Nachregelung trotz zweier möglicher Abstufungen eher als störend empfindet, was bei manchen Produktionen durchaus vorkommen kann, der stellt die Iris einfach in den manuellen Betrieb. Dann kann man aus fünf Stufen zwischen offen und geschlossen auswählen. Wir hatten beim Test allerdings den Eindruck, als hätte JVC die Iris-Steuerung beim NP5 nochmals verfeinert.

Auch bei der Optik setzt JVC auf Bewährtes, was diesmal sicher kein Fehler ist. Der zweifache Zoom erweitert zusammen mit dem effektiven Lensshift die Aufstellungsmöglichkeiten des Beamers enorm. So wirft er selbst bei einem Abstand von über fünf Metern immer noch ein Bild von zwei Metern Breite auf die Leinwand. Dank der hochwertigen Optik gelingt dies knackscharf bis in die letzte Ecke. Die Optik ist außerdem voll motorisiert, sodass Sie Zoom, Fokus und selbst den Lensshift bequem mit der Fernbedienung vom Sessel aus vornehmen können. Das ist nicht der einzige Komfort, den eine motorisierte Optik mit sich bringt; der JVC kann dank Lens-Memory Funktion bis zu 10 individuelle Einstellungen abspeichern, die dann bei Bedarf einfach per Tastendruck abgerufen werden. So können Sie beispielsweise ganz einfach zwischen unterschiedlichen Bildformaten wie 16:9, 21:9 oder auch 4:3 umschalten. Auch wenn Sie gelegentlich Vorsatzlinsen oder Anamorphoten verwenden, lässt die Projektion sich damit optimal an die Leinwand anpassen. Mit einer rein mechanischen Optik, müsste man diverse Einstellungen jedes Mal per Hand anpassen. Die ClearMotionDrive genannte Bewegungskompensation hat sich ebenfalls bewährt und deshalb selbstverständlich auch in den NP5 Einzug gehalten. Hier kann zwischen gering, hoch und dem kinomäßig ruckenden 24p Modus gewählt werden, zusätzlich kann die Bewegungsverbesserung hoch oder niedrig eingestellt werden. Beide lassen sich aber auch komplett abschalten. Sämtliche Einstellungen sind direkt per Druck auf die „CMD“-Taste der Fernbedienung zugänglich.  

Setup und Bildqualität


Konnte man beim Vorgänger noch per Update eine verbesserte HDR-Wiedergabe erreichen, ist dieses Feature beim DLA-VP5 bereits fester Bestandteil. Daher profitiert er auch vom sogenannten Tone Mapping. In der Frame Adapt HDR Einstellung analysiert die Bildverarbeitung das maximale Schwarz und die höchste Lichtausbeute jedes einzelnen Frames und passt die Parameter entsprechend an. Das passiert so schnell und geht so nahtlos ineinander über, dass man gar nicht erst auf die Idee kommt, man müsse bei der einen oder anderen Szene die Helligkeit oder den Kontrast nachregeln. Unser Testgerät wurde im Bildmodus „Natürlich“ angeliefert, und hinterließ direkt einen hervorragenden Bildeindruck. Die Lampe lief kaum hörbar im sparsamen Eco-Betrieb. Die Messung ergab dann auch eine fast normgerechte Farbtemperatur, sowie eine besonders akkurate Abbildung des HDTV Normfarbraumes BT.709. Die Farbabweichungen mit einem DeltaE von 1,66 sind mit bloßem Auge definitiv nicht wahrzunehmen. Da unser Hauptaugenmerk auf der HDR Performance des DLA-NP5 liegt, füttern wir ihn kurzerhand mit entsprechendem Inhalt. Wir stellen den neuen Bildmodus PanaPQ ein und lassen die Lampe vorerst im hellen Standard-Betrieb leuchten. Die Farbtemperatur liegt mit 6700 Kelvin nur wenig über dem Soll von 6500 Kelvin. Der erweiterte DCI P3 Normfarbraum wird zu über 90 Prozent abgedeckt, die Farbabweichungen sind zwar leicht angestiegen, gehen aber vollkommen in Ordnung. Selbst ein Absenken der Lampenhelligkeit ändert an der hervorragenden Farbwiedergabe nichts. Lediglich die Spitzenhelligkeit nimmt sichtbar ab, auf der anderen Seite geht aber auch der Schwarzwert runter, sodass der Kontrast nahezu gleich bleibt. Diese Einstellung macht sich besonders gut im abgedunkelten Heimkino, und erhöht so ganz nebenbei die Lebensdauer der Lampe.

Fazit

Der JVC DLA-NP5 glänzt bereits ab Werk mit hervorragender Bildqualität, lässt sich dank motorisierter Optik und Lens-Memory Funktion zudem komfortabel auf die unterschiedlichsten Projektions-Szenarien einstellen. Das i-Tüpfelchen dürften allerdings neben der optimierten HDR-Performance die nochmals beschleunigten HDMI-Schnittstellen sein, die so ziemlich alles an Signalen passieren lassen, was moderne Quellen hergeben.

Kategorie: Beamer

Produkt: JVC DLA-NP5

Preis: um 7000 Euro


9/2022
5.0 von 5 Sternen

Referenzklasse

Bewertung 
Bild 60% :
Kontrast 10%

Farbwiedergabe 10%

Schärfe 10%

Geometrie 10%

Rauschen 10%

Bildruhe 10%

Praxis 15% :
Zoomfaktor 5%

Lüftergeräusch 5%

Betriebskosten 5%

Bedienung 15% :
Gerät 5%

Fernbedienung 5%

Menüs 5%

Ausstattung 5% :
Verarbeitung 5%

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb JVC Kenwood, Bad Vilbel 
Telefon 06101/4988-100 
Internet www.jvc.de 
Messwerte
Lumen (Lt. Hersteller) 1900 
Lumen (gemessen im Eco-Modus) 889 
Bildhelligkeit (bei 6500 Kelvin) ...schwarz/weiß 0.01/889 
ANSI-Kontrast 238:1 
Full-on- / Full-off-Kontrast 123000:1 
Ausleuchtung (in %) 97 
Betriebsgeräusch (0,5 m/dB(A), in dB) <30 
min. / max. Abstand (bei 2 m Bildbreite, in m) 2.72/5.52 
Projektionsverhältnis / Zoomfaktor 1,36~2,76 :1/2 
Gamma (D65) 2.16 
Abmessungen B x H x T (in cm) 50/23.4/49.5 
Gewicht (in kg) 19.2 
Stromverbrauch
Standby / Betrieb <0,3 W/392 W / 316 W (Eco) 
Lampenart / Lampenleistung (in Watt) NSH 265W 
Preis Ersatzlampe 465 Euro 
Lebensdauer Lampe (in Std) Standard / Eco / Kosten pro Std (in Cent) 4500 / k.A. 
Kosten pro Std (in Cent) 10 
Ausstattung
Projektionsprinzip 3xLCD, 0,69 Zoll 4K D-ILA Chip 
Native Auflösung 4096 x 2160 (Bildformat 16:9) 
3D-Verfahren Frame Packing, Side-by-Side, Top & Bottom 
Anschlüsse:
...Video / S-Video Nein / Nein 
...VGA / RGB / DVI / HDMI Nein / Nein / Nein / Ja 
...Audio / 12 Volt Trigger / RS-232C Nein / Ja / Ja 
...Full HD Ja 
Motorischer Zoom / Fokus Ja / Ja 
Rückpro / Deckenpro Ja / Ja 
Trapezausgleich Ja /-80% vertikal und +/-34% horizontal 
Lens-Shift (manuell/motorisch) Nein / Ja 
Formatumschaltung 4:3-Schaltung, diverse Zoom-Modi 
Fernbedienung / beleuchtet Ja / Ja 
Signalkompatiblität 480p, 576p, 720p 60/50, 1080i 60/50, 1080p 60/50/24, 3840 x 2160p 60/50/30/25/24, 4096 x 2160p 60/50/30/25/24 
Besonderheiten native 4K-Auflösung, 2 x HDMI 48 Gbps, HDCP2.3 
Preis/Leistung gut - sehr gut 
+ hervorragende Bildqualität 
+ breitbandige HDMI-Schnittstellen 
Klasse Referenzklasse 
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Thomas Johannsen
Autor Thomas Johannsen
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Datum 16.09.2022, 09:58 Uhr
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