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Kategorie: Beamer

Einzeltest: Optoma Theme Scene HD82


Bewegung im DLP-Lager

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Der Optoma Theme Scene HD82 ist der erste Vertreter der DLP-Zunft, der mit einer Motion Compensation zur flüssigeren Bewegungsdarstellung aufwarten kann. HEIMKINO ging der spannenden Frage nach, wie er sich in unserem Testlabor schlagen konnte.

Während aufseiten der LCD-basierten Projektoren bereits seit über einem Jahr mit unterschiedlichen Algorithmen programmierte Schaltungen integriert sind, die Zwischenbilder berechnen und somit einen flüssigeren Ablauf von Bildern ermöglichen, musste die DLP-Gemeinde bisher noch darauf verzichten. Optoma ändert dies mit dem HD82 nun und präsentiert einen Projektor, der auch sonst gegenüber seinen Vorgängern grundlegend verändert wurde. Besaßen HD80 und HD81 noch ein geschwungenes, weißes Gehäuse, das prinzipiell auf der Basis von Datenprojektoren aufbaute, ist der HD82 nun der erste Full-HD-Beamer des Herstellers, der konsequent auf Heimkino getrimmt und entwickelt wurde. Dies erkennt man auf den ersten Blick an seinem imposanten und schwarz getünchten Korpus, der mal eben stolze vier Kilogramm mehr auf die Waage bringt als der HD81. Das voluminösere Gehäuse ist hauptsächlich der besseren Luftführung und Belüftung im Inneren geschuldet, die den HD82 mit 22 dB im Eco-Modus zu den leiseren DLP-Vertretern werden lässt – der HD81 musste hier noch mit 28 dB angegeben werden. Zudem ist der HD82 nun mit sämtlicher Signalverarbeitung inklusive gebaut, wo sein Vorgänger noch ein externes, zweites Gerät benötigte. Auch die Lampe wurde komplett neu entwickelt und hat nun einen für DLP-Verhältnisse weit reichenden 1,5-fach-Zoom und (für DLPs sehr ungewöhnlich) einen vertikalen (+/- 30 Prozent) und horizontalen (+/- 5 Prozent) Lens-Shift. Zwar ist dieser nicht ganz so flexibel, wie man es von den LCD-Beamern gewohnt ist, dennoch steckt der Optoma in Sachen Flexibilität fast jeden DLP-Konkurrenten in die Tasche.

Beamer Optoma Theme Scene HD82 im Test, Bild 2
Die manuellen Stellräder für die Objektivlage befinden sich leicht nach hinten versetzt unter der Gerätefront. Auch beim Farbrad hat man sich voll dem Heimkinoeinsatz verschrieben und baut auf ein echtes Brillant-Color-Wheel, also eines mit den Grund- und Sekundärfarben. Das Farbrad dreht mit sechsfacher Geschwindigkeit und rückt somit dem gefürchteten Regenbogeneffekt zu Leibe. Beim DLP-Chip handelt es sich um den bewährten DarkChip3 von Texas Instruments, der hier für einen Maximalkontrast von 20.000:1 und einen ANSI-Kontrast von 680:1 sorgen soll. Nun aber zur Bewegtdarstellung, die bei Optoma unter die Rubrik „PureEngine“ fällt, in der auch „PureDetail“ und „PureColor“ zu finden sind. Optoma verwendet für die in drei Stufen veränderbare Schaltung denselben, jedoch eigens programmierten Chip. Dies bedeutet: In der Stellung „gering“ werden 24p-Bilder mit drei zusätzlichen Frames versorgt, die Ausgabe erfolgt mit 96 Hz, in den beiden stärkeren Einstellungen „mittel“ und „hoch“ kommen vier Zwischenbilder zum Einsatz, die Ausgabefrequenz beträgt nun 120 Hz.

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Setup und Bildqualität

Der Optoma wird im Kinomodus ausgeliefert, der mit knapp 7500 Kelvin etwas zu kühl abgestimmt ist. Per RGB-Gain-Offset-Justierung gelingt uns jedoch ein wirklich guter Graustufenverlauf bereits ab einer Helligkeit von 10 IRE. Nicht ganz optimal trifft der Farbraum die Norm. Vor allem Rot (Tendenz zu intensiver Rote-Bete) und Grün (eher gelblich-lindgrün) treffen ihr Soll nicht perfekt. In Live-Action-Filmen fällt dies zwar nicht gravierend auf, animierte Filme oder Zeichentrickabenteuer wirken allerdings bei diesen Farben etwas übertrieben – eine echte Farbraumkalibrierung wäre für die nächste Generation wünschenswert. Gar nicht übertrieben ist dagegen die Bildverarbeitung des Optoma, dessen Chip eine sehr gute Skalierungs- und Deinterlacing-Arbeit leistet. Bei der Schaltung Pure Detail sollte man von den drei Stufen jedoch maximal die erste wählen, denn ansonsten überschärft der HD82 elektronisch. Die integrierte Dynamic-Black-Schaltung mit den zwei Modi „Kino 1“ und „Kino 2“ regelt eine Iris-Blende in Form einer Schere. Dies geschieht zwar nicht in Echtzeit und auch nicht ganz geräuschlos, ermöglicht aber im kalibrierten Zustand einen fantastischen dynamischen Kontrast von 16.000:1 bei einem Schwarzwert von 0,02. Nutzt man Dynamic Black nicht, geht das Schwarz allerdings um den Faktor 10 auf 0,2 hoch und schwarze Filmbalken sind nicht mehr ganz so prägnant. Dennoch vermag der Optoma uns mit 457:1 einen der höchsten je von uns gemessenen ANSI-Kontraste zu bescheren – Kompliment!

HD-Signale

Dass dem Optoma HD-Signale richtig gut schmecken, zeigt er uns bei der Wiedergabe von „Casino Royale“, dessen Details er hoch aufgelöst präsentiert und auch das feine Filmkorn schön herausarbeitet. Auch die anfängliche Wüstenszene von „Iron Man“ wirkt über den HD82 wunderbar plastisch, und obwohl der rote Anzug vom eisernen Mann etwas zu knallig abgesetzt wirkt, machen detaillierte Nahaufnahmen richtig viel Spaß. Bei der Wiedergabe von HD-Signalen muss der Optoma dann auch seine Bewegungsdarstellung unter Beweis stellen.

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PureMotion

In drei unterschiedlich starken Stufen („gering“, „mittel“ und „hoch“) lässt sich der HD82 regeln, und zur besseren Beurteilung lässt sich praktischerweise ein horizontaler oder vertikaler Split-Screen einblenden. Schon die kleinste Stufe beschert dem Optoma ein sichtbar ruhigeres Bild, und Schwenks, selbst schwieriger Art, werden deutlich flüssiger, bei sehr geringer Neigung zu Artefakten. Allerdings sieht das Ganze selbst hier schon recht künstlich aus. Die Stufen „Mittel“ und „Hoch“ legen noch einmal eine Schüppe drauf, zeigen sehr ruhige Bilder selbst bei extremen Schwenks, haben jedoch immer wieder Schwierigkeiten, sich zu fangen und produzieren dann einen regelrechten Stolperer. Auch ist der artifizielle Videolook hier noch deutlicher. Insgesamt aber gelingt es dem Optoma sehr gut, sich an seine Konkurrenten aus der LCD-Fraktion mit Bewegtdarstellung anzugleichen.

Fazit

Mit dem HD82 hat Optoma ein DLP-As im Ärmel, das neben einer sehr guten Bilddarstellung und dem Pure-Motion-Feature vor allem sein Lens-Shift in die Waagschale werfen kann. Eigentlich ist der HD82 auch beim Thema flexible Aufstellung der erste echte Konkurrent für die LCD-Beamer der gleichen Preisklasse. DLP-Fans werden die Bildcharakteristik ohnehin zu schätzen wissen, und der verlockende Preis von 3.000 Euro ist sicherlich ein zusätzlicher Anreiz.

Preis: um 3000 Euro

Optoma Theme Scene HD82

Spitzenklasse


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Timo Wolters
Autor Timo Wolters
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Datum 24.08.2009, 10:59 Uhr
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