Kategorie: Beamer

Einzeltest: Panasonic PT-AT6000E


3D-Master

Beamer Panasonic PT-AT6000E im Test, Bild 1
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Im letzten Jahr musste sich der Vorgänger PT-AT5000E noch mit der Konkurrenz aus dem Hause Sony messen. 2012 schenken wir unsere Aufmerksamkeit ganz alleine dem Nachfolger: Bühne frei für den PT-AT6000E.

Die Spannung ist immer besonders groß, wenn man mit den ersten Eindrücken der IFA in Berlin zurück ins heimische Duisburg kommt und insgeheim bereits Wetten abschließt, welcher der neuen Beamer es wohl als Erster in die heiligen Testhallen schafft. Dieses Jahr gelingt dies dem brandneuen PT-AT6000E von Panasonic. Wie sich der Nachfolger des 3D-Debütanten PT-AT5000E schlägt, klären wir auf den folgenden Seiten.


Projektor und Technik



Für die Beamer-Testredaktion beginnt das Jahr prinzipiell nach der IFA, und so ist es schon immer ein besonderes Erlebnis, wenn man einen flammneuen, noch vollkommen jungfräulichen Projektor aus seinem Karton befreit. Keine Finger, die bereits an ihm gegrabbelt haben, alles ist noch werksseitig verpackt und verströmt einen ganz besonderen Duft.

Beamer Panasonic PT-AT6000E im Test, Bild 2Beamer Panasonic PT-AT6000E im Test, Bild 3
Beim PT-AT6000E fällt die Produktsorgfalt entsprechend schon beim Auspacken auf. Seine Optik ist durch Schaumstoffe vor Erschütterung geschützt und mehrere blaue Klebestreifen verhindern ungewolltes Öffnen oder Verrutschen des Gehäuses. Apropos Gehäuse: Da der PT-AT6000E sich mehr als Evolution denn als Revolution versteht, befindet er sich im zum PT-AT5000E identischen Gehäuse. Dies gefällt nach wie vor durch seine abgerundeten Elemente. Von den Ausmaßen her erstaunlicherweise dezent größer als die kubistischen PT-AE1000E bis PT-AE4000E, wirkt der 6000er deutlich schlanker und gefälliger. Als Heimkinoprofi wird er weiterhin ausschließlich in Schwarz lieferbar sein. Entsprechend fanden die Veränderungen im Inneren des Beamers statt: Laut Datenblatt liefert der PT-AT6000E nun 2.400 Lumen statt der bisherigen 2.000 und hat einen von 300.000:1 auf 500.000:1 erhöhten Kontrast. Um dies zu erreichen, wurde eine neue, um 20 Watt stärkere Lampe verbaut. Diese Red-Rich-Einheit erhöht zum einen die Helligkeit, bleibt zum anderen farbtreuer und liefert intensivere Rotwerte. Um die Farbtreue weiter zu verbessern, wurden zudem sogenannte Kondenserlinsen mit spezieller Beschichtung in den Lichtweg integriert, die farbliche Unreinheiten nach der Separation in die drei Grundfarben beseitigen sollen. Ihre Arbeitsweise ist denkbar einfach: Die rote Kondenserlinse schneidet alle Frequenzen ab, die über einem bestimmten Gelb-Rot-Wert liegen, um Rot selbst reiner erscheinen zu lassen, und die für Grün zuständige Linse tut dies mit Frequenzen, die obrhalb eines bestimmten Gelb-Grün-Wertes liegen. Hinzu kommt die spezielle Beschichtung einer Linse im Lichtkanal, die für nochmals reduzierte Lichtreflexionen und somit mehr Kontrast sorgen soll. Die Flexibilität der Optik ist dabei unverändert geblieben. Der Zoomfaktor beträgt 2.0 und sein Lens-Shift ist mit +/- 100 Prozent in der Vertikalen und +/- 26 in der Horizontalen für nahezu jede Wohn- oder Kinoraumsituation geeignet. Selbstverständlich ist die Lens-Memory-Funktion wieder mit an Bord, mit der man auf Knopfdruck Positionen für 16:9- und 21:9-Wiedergabe speichern kann. Erstmals nun auch im 3D-Betrieb. Keine Veränderung bei den verwendeten LCD-Chips. Hier kommen nach wie vor die D9-Panels von Epson zum Einsatz, deren große Stärke ihre Geschwindigkeit ist. Mit dem Trick der Trennung in Interlaced- Einzelbilder bei 3D-Wiedergabe erreicht der Panasonic 480 Hz und verringert so die Schwarz-Zeit beim Bildwechsel durch die aktive Shutterbrille. Auf der Softwareseite bekamen bereits bekannte Schaltungen Updates. So ist der Detail Clarity Prozessor nun bereits in der vierten Generation und sorgt in Echtzeitberechnung dafür, dass trotz Schärfeanhebungen bei feinen Details noch weniger Halo-Effekte auftreten – in 2D und 3D. Auch die „Frame Creation“ wurde modifiziert und arbeitet nun noch ruhiger. Im Falle der 24p-Signale von Blu-rays errechnet diese vier zusätzliche Bilder und kommt so auf 120 Hz Wiedergabefrequenz. Neu: Im 6000er ist sie auch bei von 2D nach 3D konvertierten Bildern aktivierbar. Besonderes Augenmerk legte man beim PT-AT6000E auf den 3D-Bereich. So hat man nun zum einen extra Bildspeicher für die 3D-Wiedergabe, zum anderen deutlich umfangreichere Einstellmöglichkeiten. Neben dem Waveform-Monitor, der auch im 3D-Betrieb genutzt werden kann, ist hier die 3D-Motion-Remaster-Funktion zu nennen. Diese liefert deutlich harmonischere Bewegungen in der dritten Dimension und wirkt dem sogenannten „Mach-Dvorak-Effekt“ entgegen. Nach diesem kann bei horizontalen Objektbewegungen im Gehirn des Zuschauers der Eindruck entstehen, dass sich durch die Überlagerung vom Signal der Shutterbrille und der Bewegung des Inhalts ein falscher Tiefeneindruck entwickelt. 3D-Motion-Remaster korrigiert dies und passt die Ebene korrekt an.

Setup



Werksseitig steht der PT-AT6000E im Modus „Normal“. Dadurch hat er zwar eine recht hohe Leuchtkraft, aber auch einen deutlich erweiterten Farbraum. Wir wechseln nach der positiven Erfahrung mit dem 5000er in den Modus bzw. Farbraum „REC 709“ und wundern uns. Auch hier ist Grün zunächst deutlich erweitert. Um eine Farbraumkalibrierung kommt man also kaum herum, denn auch alle anderen Presets liegen nur bedingt normgerecht. Die Kalibrierung selbst gestaltet sich dafür deutlich unkomplizierter als noch beim Vorgänger. Die nun 15-stufige Gammakorrektur zeigt nach vorheriger Grobabstimmung über die übliche RGB-Gain-Offset-Justierung, wie es gehen kann. Die einzelnen Werte beeinflussen sich nur minimal, und am Ende steht eine Helligkeitsverteilung, die von 10 bis 90 IRE hervorragend neutral bleibt. Im Eco-Modus liegen, der größeren Lampe sei dank, nun 440 Lumen an (PT-AT5000E: 370). Allerdings lässt auch der Schwarzwert etwas nach und die Iris ist im Modus „REC 709“ weniger aggressiv. Am Ende stehen hier 0,07 Lumen und somit ein Maximalkontrast von 6286:1 an. Wer mehr möchte, wechselt entweder in den Lampenmodus „normal“ (680 Lumen bei gleichem Schwarzwert) oder direkt ins „Cinema 2“-Preset. Hier sind 1200 Lumen bei ebenfalls 0,07 Lumen Schwarzwert möglich und somit ein Maximalkontrast von knapp über 17000:1 – allerdings bei etwas weniger korrekten Farben. Für einen LCD-Beamer immer noch hervorragend ist sein ANSI-Kontrast von 504:1 sowie seine extrem homogene Leuchtverteilung über die gesamte Bildfläche mit Abweichungen von maximal 20 Lumen.

Bildqualität



Wie sein Vorgänger gibt sich auch der PT-AT6000E keinerlei Blöße bei der Darstellung von PAL-Material via DVD. Er skaliert sauber und fehlerfrei hoch, offenbart keinerlei Unruhe und seine Farbabstufungen machen selbst schwierige Sonnenuntergänge und Farbverläufe zu einem reinen Vergnügen ohne sichtbare Solarisationseffekte. Die Wiedergabe von Blu-rays oder HDTV-Material beherrscht der Panasonic ebenfalls bestens und durch seine höhere Lichtstärke noch etwas plastischer als sein Vorgänger. Die neutrale Farbdarstellung macht Filme, die mit authentischer, natürlicher Optik gedreht wurden, zu einem Genuss. Der Panasonic dichtet nichts dazu und gibt Signale unverfälscht wieder. Bei der „Detail-Clarity“-Schaltung empfiehlt es sich, etwas zu experimentieren. Mit gut gemasterten Blu-rays und DVDs ist „5“ noch akzeptabel („Null“stellung ist „2“, Maximalstellung ist „7“), während schlecht gemasterte und grundsätzlich schon körnige oder überschärfte bereits bei „4“ zu übertriebenen Kanten neigen. Im Bereich dazwischen werden gerade feine Details jedoch noch einmal etwas plastischer hervorgehoben.

Zwischenbildberechnung und 3D-Wiedergabe



Erneut kann man die Frame Creation in drei Stufen regeln. Wie von den bisherigen Panasonic-Beamern gewohnt, liefert selbst für 24p- Liebhaber die Stellung „1“ einen gangbaren Kompromiss aus Bewegungsschärfe und Kinolook. An der Stellung „2“ erkennt man, dass an der Schaltung gearbeitet wurde, denn sie zeigt trotz nochmals gesteigerter Bildruhe in Schwenks weniger Artefakte als bisher. Lediglich „3“ lässt feine senkrechte Details hin und wieder verschwinden. Die 3D-Wiedergabe gehörte schon beim PT-AT5000E zu den besten und eindrucksvollsten. Und der 6000er toppt dies noch. Egal ob Real- oder Animationsfilm, ganz gleich ob in dunkler, mittlerer oder heller Voreinstellung – nahezu frei von typischen 3D-Problemen ist der plastische Effekt hoch und verursacht dennoch keine Kopfschmerzen. Der 3D-Monitor ist nun in drei Bereichen kalibrierbar, und so lässt sich die Parallaxe bequem für jeden Geschmack einstellen. Dazu besteht im 3D-Bildabgleich die Möglichkeit, Kontrast und RGB-Gain-Offset explizit für die dreidimensionale Wiedergabe einzustellen und abzuspeichern. Obendrauf liefert der PT-AT6000E die bisher beeindruckendste 2D-3D-Wandlung eines Projektors und überzeugt dabei mit besseren Ergebnissen als so mancher am Rechner konvertierter Film. Die 3D-Motion-Remaster-Schaltung, die für einen angenehmeren und passenderen Tiefeneindruck sorgen soll, wird nur bei aktivierter Frame Creation aktiv. Abhängig vom Betrachter gibt es unterschiedliche Wahrnehmungen. Während einem Testredakteur die Veränderung frappant vorkam und der „Schiel“-Effekt bei 3D abnahm, mussten andere sehr genau hinsehen, um überhaupt eine Veränderung wahrzunehmen. Je höher man jedoch die Frame Creation wählt, umso stärker ist der Korrektureffekt der 3D-Motion-Remaster-Option.

Fazit

Panasonic hat mit dem PT-AT6000E den Vorgänger an entscheidenden Stellen verbessert: Er ist heller, neutraler in der Farbdarstellung und liefert umfangreichere Einstellmöglichkeiten, die noch dazu deutlich unkomplizierter reagieren. Ganz nebenbei zeigt und demonstriert er die beste dreidimensionale Wiedergabe eines Beamers in seiner Preisklasse – der Panasonic ist ein echter 3D-Master.

Kategorie: Beamer

Produkt: Panasonic PT-AT6000E

Preis: um 2800 Euro


12/2012
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Timo Wolters
Autor Timo Wolters
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Datum 12.12.2012, 16:36 Uhr
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