Kategorie: D/A-Wandler

Einzeltest: Auralic Altair G1


Streaming-DAC Auralic Altair G1

D/A-Wandler Auralic Altair G1 im Test, Bild 1
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Ist er ein Streamer mit integriertem DAC oder ein DAC, der auch streamen kann? Auralics Altair G1 wirft Fragen auf, die wir im Test klären wollen.

Wie bei praktisch allen Geräten von Auralic stand auch beim Altair ein ferner Stern Pate für den Namen. Der zwölfthellste Stern am Himmel ist der Kopf des Sternbilds Adler und bildet zusammen mit Deneb und Wega außerdem das Sommerdreieck. In der chinesischen Mythologie hingegen handelt es sich bei Altair um den Stern des Kuhhirten, der durch den Himmelsfluss von der Wega, dem Stern der Weberin, getrennt wird. Hier scheint sich Auralic seine Inspiration zu holen, denn genau wie in der asiatischen Sage sind sich Altair und der D/A-Wandler Auralic Vega, benannt nach ebenjenem weiteren Stern nahe, aber bleiben dennoch getrennt. Der chinesische Hersteller nennt den Altair einen Digital-Audio-Streamer, doch eigentlich würde es die Bezeichnung Streaming-DAC genauso treffen, denn neben dem Rendern von Audioaten beherrscht das Gerät auch die Wandlung der digitalen in analoge Signale.

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Betrachtet man die zahlreichen Eingänge, die der Altair in der neuen G1-Version auf seiner Rückseite präsentiert, wird das Setzen einer Priorität auch nicht gerade einfacher. Alle üblichen Varianten von S/PDIF sind vertreten und auch einen USBB- Anschluss für Computer oder externe Streamer stehen zur Verfügung. Gleichzeitig schmückt sich der Altair G1 ebenso mit hervorragenden Netzwerkfähigkeiten. Ethernet ist dabei sogar weniger hervorzuheben als die seit jeher bei Auralic hervorragende WLAN-Verbindung. Zwei Antennen ragen dafür aus dem Heck, mit denen Tri-Band-WLAN mit wahlweise 2,4 oder 5 GHz verwendet werden kann. Wo also liegt der Zweck des Altair? Für mich ist dies recht einfach zu beantworten, denn auch wenn die zusätzlichen Eingänge für externe Quellgeräte eine nette Dreingabe sind, setzt man auf ein Gerät wie den Altair wegen seiner herausragenden Streamingplattform. Mit der Veröffentlichung des ersten Aries und besonders mit der neuen G1-Modellreihe hat Auralic den Markt für hochwertige Streamingprodukte kräftig durchgerüttelt und sich in wenigen Jahren zu einem der führenden und innovativsten Hersteller gemacht. Das hauseigene Lightning OS Betriebssystem gehört zur Crème de la Crème der Streaming-Plattformen. Der Altair spielt Dateien von Servern mit bis zu 384 kHz bei 32 Bit ab. Bei DSD wird maximal 22,4 MHz geboten, allerdings nur per USB. Selbst kabellos ist aber erst bei DSD256 Schluss, was immer noch aller Ehren wert ist. Neben den reinen Werten ist außerdem die Reaktionsgeschwindigkeit des Altair bei den entsprechenden Abtastraten äußerst anständig. Verantwortlich für die Verarbeitung ist die Auralic-Tesla-G2-Prozessorplattform, die 37 Milliarden Prozesse pro Sekunde verarbeitet. Dazu kommt ein passender Arbeitsspeicher, bei dem ein Gigabyte des verfügbaren Platzes allein für das Buffern von Audiodateien genutzt wird. Eintreffende Daten werden zunächst hier zwischengelagert, sodass die Verarbeitung nicht direkt vom Ethernetsignal geschieht, sondern von einem Festspeicher, der weniger anfällig für störende Einflüsse ist. Auch bei der Energieversorgung achtet Auralic im Altair auf einen möglichst niedrigen Noise Floor weshalb kein Schaltnetzteil, sondern eine lineare Stromzufuhr mit passendem Ringkerntrafo ins Gehäuse eingesetzt wurde. Gerade bei der Software hat sich Auralic aber einen Namen gemacht, und auch im Altair G1 macht sich die Entwicklungsarbeit bezahlt. Der Streaming- DAC wird mit der App Lightning DS kontrolliert, die den Nutzer auch durch die Einrichtung des Altair leitet. Dies kann sogar vollständig kabellos geschehen, wofür kurzzeitig ein eigenes WLAN-Netz erstellt wird, über das man sich mit dem System verbindet und die nötigen Zugangsdaten des eigenen Netzwerks eingibt. Bei der für das Streaming genutzten Bibliothek kann man auf bestehende Server zurückgreifen, oder dem Altair selbst Daten in einem Netzwerk freizugeben. Diese können sich auch auf anderen Netzwerkspeichern befinden, oder auf per USB angeschlossenen externen Festplatten. Für die Aufrüstung zu einem vollwertigen Musikserver befindet sich im Innern des Gerätes außerdem ein SATA-Anschluss und genügen Platz, um auch hier eine Festplatte einzusetzen. Das Streaming beschränkt sich beim Altair allerdings nicht auf lokale Dateien denn auch verschiedene Streamingdienste sind direkt in das System integriert. Musik von Qobuz, Tidal, Deezer und Apple Music kann direkt aus der App heraus ausgesucht und abgespielt werden. Dabei unterscheidet der Altair nicht zwischen Signalen aus dem Internet und Daten aus dem Netzwerk. Packt man einen Song von Qobuz in die aktuelle Warteschlange, wird dieser ohne Verzögerung genauso abgespielt wie alle anderen. Auch bei Playlisten oder Favoriten sucht sich der Streamer seine Daten eigenständig, sodass man als Nutzer eigentlich nichts davon mitbekommt. Der Altair spielt eben einfach Musik in voller Verschmelzung von On- und Ol ine- Inhalten. So hat Streaming heute auszusehen. Auch sämtliche Geräte-, Server,- und Bibliothekseinstellungen können mit der modern und intuitiv gestalteten App vorgenommen werden. Alternativ kann dies auch am Gerät selbst geschehen. Besaß die ältere Generation des Altair lediglich eine schmale Anzeige, die über den Status der Wiedergabe aufklärte, wurde die neue G1-Version nach den aktuellen Designkonzepten von Auralic gestaltet. Dazu gehört neben dem eleganten Aluminiumgehäuse mit seinen zwei geschwungenen Wangen an der Front auch ein Vier- Zoll-Display mit hoher Auflösung. Im Hauptmenü begrüßen den Nutzer die verfügbaren Menüpunkte, dargestellt durch kleine Symbole. Die Klarheit der Anzeige und die Aufteilung des Bildschirms verführen dazu, mit dem Finger auf den gewünschten Eintrag zu tippen. Was folgt ist ein irritierter Blick und ein Schlag an die Stirn, verbunden mit dem Vorhaben, mir endlich zu merken, dass es sich bei den Systemen von Auralic eben nicht um einen Touchscreen handelt. Der Irrtum sei mir aber beim Altair ein wenig verziehen, denn abgesehen vom Drehregler auf der rechten Seite der Front findet man keinerlei Tasten am Gerät. Mithilfe des Potis lässt sich prinzipiell gut durch die Menüs navigieren und auch hier erhält man Zugriff auf alle Optionen. Allerdings ist die Schrift hier enorm klein, sodass dem Display besser die Anzeige von Covern vorbehalten sein sollte. Einstellungen macht man besser über das Tablet. Dies schließt auch die umfangreichen Individualisierungsmöglichkeiten des DACs ein, die der Altair bietet. Herz der Wandlersektion ist ein ES- 9038K2M von ESS, der von zwei separaten, außerordentlich präzisen Clocks getaktet wird. Jeweils ein 72-Femto- Sekunden-Oszillator ist dabei für eines der beiden Frequenzvielfachen verantwortlich. Hier hat der Altair sogar noch ein ganz spezielles Ass im Ärmel, denn die Software des Streamingwandlers erlaubt es, Signale nach belieben upzusamplen. So kann man alle Dämme brechen und jede Datei mit der jeweils höchstmöglichen Samplingrate verarbeiten lassen. Man kann zum Beispiel aber auch festlegen, dass nur CD-Rips statt mit den üblichen 44,1 kHz lieber mit 176,4 kHz gewandelt werden sollen. Dazu packt Auralic noch eine Filtereinstellung mit vier unterschiedlichen Algorithmen obendrauf. Die Wahl fällt dabei durchaus schwer, denn ob man den DAC nun besonders präzise, dynamisch, ausgeglichen oder sanft arbeiten lassen möchte, sollte man sich in einigen Stunden des Hin-und-her- Probierens gut überlegen. Persönlich gefiel mir die präzise Variante ausgezeichnet, da sie erstens meine eigenen Hörgewohnheiten unterstreicht und zweitens gut mit den Charakteristika des ESS-DAC-Chips harmoniert. Das ist aber selbstverständlich bei jedem unterschiedlich und so ist es schön, dass Auralic einem hier die Wahl lässt. Auch die interne Vorstufenfunktion ist beim Altair optional. Die digitale Lautstärkeregelung kann am Poti oder direkt in der App eingestellt werden, doch wer einen guten Preamp oder Vollverstärker sein Eigen nennt, schaltet diese am besten im Menü ab. Da wäre sie dann auch, die bestmögliche Anwendung für den Altair. Die hervorragende Streamingplattform mit der potenten Hardware und der wunderbaren Bedienbarkeit, kombiniert mit einem D/A-Wandler, der in der Lage ist, das digitale Spektakel adäquat umzusetzen, ohne dass man ein weiteres Gerät benötigt. Klar sind die zusätzlichen Eingänge praktisch, doch sie sind eher als Zugabe zu verstehen. Der Altair ist für sich genommen bereits eine hervorragende Musikmaschine mit beeindruckendem Sound. Wer HiRes zu schätzen weiß, wird hier seinen Spaß haben, denn in Sachen Auflösung spielt der Altair in gehobenen Sphären. Satter Antritt mit mächtiger Dynamik reißt sofort mit. Fokussiert und präzise bildet der Wandler alle Komponenten wunderbar dreidimensional ab. Dabei stört das Gewitter an Feinheiten keineswegs den Flow, denn trotz der enormen Detailtiefe bewahrt der Altair seine Musikalität und Leichtigkeit. Hier heißt es einfach nur Pegel nach oben ziehen und sich die eine oder andere Freudenträne aus dem Augenwinkel pusten lassen. Wer die Vorteile von Auralics Streamingsystem haben möchte, ohne einen externen Wandler bemühen zu müssen, bekommt mit dem Altair eine der besten Komplettlösungen auf dem Markt.

Preis: um 2200 Euro

D/A-Wandler

Auralic Altair G1


02/2020 - Philipp Schneckenburger

 
Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 2.200 Euro 
Vertrieb: Audionext, Essen 
Telefon: 0201 5073950 
Internet www.audionext.de 
Abmessungen (B x H x T in mm) 340/80/MP3, OGG, AAC, AIFF, APE, ALAC, FLAC, WAV, WV, WMA, MQA, DSD 
Eingänge 1 x Ethernet W-LAN 1 x USB-B 1 x USB-A 1 x AES/EBU 1 x S/PDIF koaxial 1 x Toslink optisch, Bluetooth 
Unterstützte Formate: 320 
Unterstützte Abtastraten: PCM bis 384 kHz, 32 Bit; DSD bis DSD512, 22,4 MHz, 1 Bit 
Ausgänge: 1 x XLR Stereo 1 x RCA Stereo 1 x 6,3-mm-Kopfhörerausgang 
checksum: Der Altair G1 ist eine der besten Methoden besonders einfach ein klasse klingendes Streamingsystem aufzubauen. Auralics Software ist benutzerfreundlich und bietet zahlreiche Funktionen, während die potente Hardware des Streaming-DACs für beste Signalverarbeitung sorgt. Schlicht und ergreifend ist der Altair in seiner Preisklasse damit immer eine Empfehlung 
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Philipp Schneckenburger
Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 29.02.2020, 09:59 Uhr
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