Kategorie: D/A-Wandler

Einzeltest: Cyrus Soundkey


Der Schlüssel zum Erfolg

D/A-Wandler Cyrus Soundkey im Test, Bild 1
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Digital und mobil sind zwei Worte, die bei Audiogeräten eigentlich auf möglichst kompakte Systeme schließen lassen. Cyrus treibt die Miniaturisierung auf die Spitze.

Verpackungen sind teuer. Das ist ein nicht nur in der Audioindustrie bekannter Fakt. Darum versucht jeder Hersteller normalerweise, die notwendige Transporthülle möglichst effizient zu gestalten. Nur so viel wie nötig, um alles sicher ans Ziel zu bringen, vielleicht noch den firmeneigenen Designansprüchen Genüge tun, aber keinesfalls überdimensionieren. Für den britischen Traditionshersteller Cyrus wurde dieses Credo zu einer Zwickmühle, denn ihr neuestes Produkt in einer Verpackung unterzubringen, die nur unwesentlich größer als das Gerät selbst ist, hätte wohl zu Problemen geführt. Mit Kantenlängen von maximal 53 Zentimetern wäre eine nur minimal größere Transportsicherung wohl auf jedem Schiff und jedem Lastwagen verschollen gegangen.

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Darum wirkt es ein wenig surreal, wenn man nun den Karton vom Format einer CD öffnet und der darin befindliche Cyrus Soundkey nur ungefähr halb so groß ist wie ein durchschnittlicher Autoschlüssel. Er mag tatsächlich der kleinste USB-DAC überhaupt sein, zumindest, wenn man das benötigte Kabel nicht einrechnet, doch selbst dann bleibt dank erfreulich kurzer Verbindungen noch alles im Rahmen. Gerade unterwegs drängt schließlich niemand darauf, dass doch bitte der ganze Platz in der Hosentasche durch Elektronik verbraucht werden soll. Doch auch für den Einsatz am Computer eignet sich der Soundkey natürlich, was insofern besonders passend ist, da seine Geschichte hier auch ihren Anfang nahm. Wie einige Hersteller zuvor nutzte Cyrus für die Realisierung seines neuen Projektes die Crowdfunding-Plattform Kickstarter, um Kunden als direkte Investoren zu gewinnen. Schließlich ließ sich so auch gleich ablesen, ob überhaupt Interesse an einem Gerät wie dem Soundkey bestand. Schließlich kann man viele Kunden der Briten schon fast als Gewohnheitstiere bezeichnen, die sich langfristig an die Marke binden und Änderungen am etablierten Design der Systeme oft eher kritisch betrachten. Im Bereich Personal Audio hatte man also eher wenig Erfahrungen gesammelt und suchte nun im Internet nach der passenden Zielgruppe für den Einstieg in das neue Betätigungsfeld. Der Versuch war schließlich von Erfolg gekrönt, die Nutzer waren von der Erfahrung und dem Konzept von Cyrus überzeugt, so dass über 1100 Unterstützter der Kampagne in nur 28 Tagen fast 80.000 Pfund zur Verfügung stellten. Der Soundkey war geboren, und nach dem ersten Produktionszyklus für die Unterstützer der Kampagne steht der kleine DAC nun auch allen anderen Interessenten zur Verfügung. Diese erhalten den beschriebenen, etwas überdimensionierten Karton mit dem darin befindlichen Soundkey. Trotz der geringen Größe und dem recht günstigen Preis als Ziel verzichtete man bei Cyrus nicht auf hochwertige Verarbeitung. Ein haptisch ansprechendes, solides Aluminiumgehäuse umschließt die technischen Komponenten im Innern, verziert mit dem Firmenlogo auf der einen und dem Modellnamen auf der anderen Seite. Die beiden Querkanten sind hingegen den Anschlüssen des Soundkey vorbehalten, bei denen man sich natürlich auf das Essenzielle beschränkte. Für den Anschluss von Kopfhörern bietet der DAC eine 3,5-mm-Buchse, die wohl von den meisten Modellen am Markt ohne Adapter verwendet werden kann. Für den Eingang von Signalen steht hingegen ein Micro-USB-Anschluss auf der anderen Seite bereit. Sowohl ein passendes Kabel für den Anschluss an den USB-A-Port eines Computers als auch ein Android-OTG-Kabel mit zwei passenden Micro-USB-Anschlüssen liegen dem Gerät bei und tun so das Ihre, die Verpackungsgröße ein wenig zu rechtfertigen. Nutzer von Apple-Geräten wie iPhones oder iPads sind, wie bei praktisch allen mobilen USB-DACs, auf das Apple Camera Connection Kit angewiesen. Neben den Daten bezieht der Soundkey auch seine eigene Stromversorgung vom jeweils angeschlossenen Quellgerät, denn auf einen eingebauten Akku verzichtete man hier, um sowohl die Gerätegröße und das Gewicht, als auch den Verkaufspreis gering halten zu können. Trotzdem geht der DAC recht sparsam mit der Energiereserve des Smartphones um. Schließlich soll der Soundkey ja so unauffällig und unkompliziert wie möglich sein, wobei ein enorm erhöhter Akkuverbrauch sicher nicht hilfreich wäre. So verbrauchte die Nutzung des kleinen DACs in Kombination mit Tidal nach einer Stunde mit erhöhter Lautstärke etwas unter zehn Prozent Ladung meines 3200-mAh-Akkus, was sich also auf knapp 10 Stunden Musikstreaming umrechnen lässt. Vollkommen in Ordnung also und theoretisch sogar über dem, was viele akkubetriebene DACs schaf en, auch wenn nach dieser Zeit nicht nur der DAC, sondern eben auch das Telefon außer Betrieb sind. Die Krux der modernen Unterhaltung, gegen die momentan noch kein Kraut gewachsen ist. Die deutlich größeren Akkus eines Laptops stellt die Nutzung des kleinen Soundkeys natürlich vor keine große Herausforderung. Auch hier lässt sich der USB-DAC sehr unkompliziert einsetzen und funktioniert, genau wie beim Smartphone nach dem Plug-and- Play Prinzip. Da der Anschluss nach USB-1.1-Standard arbeitet, ist weder bei der Verwendung von iOS noch bei Windows ein Treiber notwendig. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die maximale Abtastrate 96 kHz bei 24 Bit beträgt, was für ein solches Gerät vollkommen in Ordnung geht. Bei der Wandlung setzt Cyrus auf eine eigene Wandlerplattform, verbaut auf einer 4-Layer-Platine im Innern des Soundkey. Auch bei der Signalübertragung legte man Wert auf Qualität und lässt den Soundkey asynchron arbeiten, so dass das Eintref en der Daten nicht vom Quellgerät bestimmt wird, sondern vom DAC selbst, was bedeutet, dass die Bits genau zum richtigen Zeitpunkt ankommen und in ein analoges Signal umgesetzt werden. Dieses wird natürlich über die angeschlossenen Kopfhörer ausgegeben, wobei Cyrus angibt, dass der Soundkey für die Nutzung mit fast allen Modellen mit 3,5-mm-Klinke ausgelegt ist. Da der Kopfhörerverstärker über keine eigene Lautstärkerregulierung verfügt, ist die letztendliche Lautstärke natürlich je nach Impedanz unterschiedlich. Bei 16 Ohm liefert der kleine DAC immerhin 2 x 138 mW, was im Test selbst bei recht großen Over-Ear- Kopfhörern zu mehr als zufriedenstellendem Schalldruck führte. Trotzdem folgt der Soundkey eher dem Credo von Qualität vor Quantität, weshalb natürlich die Verbesserung des Klangs von Smartphones und Laptops im Vordergrund steht. Ein Ziel, das der winzige Wandler absolut erreicht. Schon bei CD-Qualität schafft es der Soundkey, Details gekonnt an die Oberfläche zu befördern. Der Hochtonbereich geht selbst bei höheren Lautstärken nicht in Klirr unter. Im Tiefton steht Punch zur Verfügung, wenn er notwendig ist, bleibt aber selbst bei basslastigen Alben stets im Rahmen und erdrückt den Hörer nicht. Auch die Räumlichkeit des Soundkey weiß durchaus zu gefallen und lässt eine gute Ortung der einzelnen Komponenten zu. Hervorzuheben ist außerdem der beachtliche Rauschabstand des DACs, der die unschönen Störgeräusche in ruhigen Teilen selbst dann unterdrückt, wenn der Finger ein wenig öfter zum Lautstärkeregler des Quellgerätes ging. Durch die Bank weg setzt Cyrus‘ kleiner DAC die eingehenden Signale stets zuverlässig und präzise, während er dabei vermeidet, der Musik seinen eigenen Stempel aufdrücken zu wollen. Charakteristika der verwendeten Kopfhörer bleiben erhalten und auch die Abmischung des Albums ist hier eher verantwortlich für den Klang als der Wandler an sich, der dankenswerterweise mit der gebotenen tonalen Neutralität zu Werke geht. Cyrus hat mit dem Soundkey einen wirklich interessanten DAC geschaffen, der auf eine sympathische, unkomplizierte Art an das h ema Personal Audio herangeht. Wer mit dem Klang seines Smartphones unzufrieden ist, aber unterwegs nicht ein weiteres großes Gerät in der Tasche haben möchte, findet hier eine tolle Lösung seines Problems.

Fazit

Kleiner als den Soundkey kann man einen mobilen DAC wohl nicht mehr bauen. Trotz der geringen Größe gelingt es Cyrus ein toll klingendes, unkompliziertes und gleichzeitig günstiges Gerät zu liefern, das Freunde von Musik per Smartphone in jeder Hinsicht überzeugen kann.

Preis: um 140 Euro

D/A-Wandler

Cyrus Soundkey


09/2017 - Philipp Schneckenburger

 
Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 140 Euro 
Vertrieb: Bellevue Audio, Unna 
Telefon: 02303 3050178 
Internet www.bellevueaudio.de 
Abmessungen (B x H x T in mm) 23/8/53 
Eingänge 1 x Micro-USB 
Unterstützte Abtastraten: bis 96 kHz, 24 Bit 
Ausgänge: 1 x 3,5-mm-Kopfhöreranschluss 
Gewicht: 19 Gramm 
Leistung: 2 x 138 mW an 16 Ohm 
checksum Kleiner als den Soundkey kann man einen mobilen DAC wohl nicht mehr bauen. Trotz der geringen Größe gelingt es Cyrus ein toll klingendes, unkompliziertes und gleichzeitig günstiges Gerät zu liefern, das Freunde von Musik per Smartphone in jeder Hinsicht überzeugen kann. 
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Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 03.09.2017, 15:03 Uhr
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