Kategorie: D/A-Wandler

Einzeltest: NuForce icon HDP


Hört, hört

D/A-Wandler NuForce icon HDP im Test, Bild 1
1909

Die amerikanische Marke NuForce ist noch nicht so wirklich lange auf dem deutschen HiFi-Markt vertreten, aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass wöchentlich Neues, Abgefahrenes in unseren Landen eintrudelt. So auch der icon-DAC, der erst mal nach nichts aussieht...

... und, das werden Sie gleich lesen, trotzdem Dinge leistet, die dem geneigten HiFi-Freund Lob und Anerkennung entlocken. Er gibt sich erst einmal wie eine kleine externe Soundkarte mit Kopfhörerausgang. Doch das machen die Jungs aus Kalifornien oft so. Wenn man nach Informationen über ihn im Internet sucht, muss man die „High-End-Audio“-Ecke der Herstellerseite ignorieren und sich in der Rubrik „Desktop-Audio“ umsehen. Und eins kann ich Ihnen sagen: High- End ist das kleine Teil trotzdem. Von vorne sieht man lediglich einen Schalter für die Quellenwahl und einen Lautstärkeknopf, die LED leuchtet je nach gewähltem Eingang in unterschiedlichen Farben.

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Das ist nett und ganz witzig, interessant wird’s auf der Rückseite. Dort gibt es insbesondere in Anbetracht des verfügbaren Platzes eine Menge zu tun. Digitale Signale können koaxial oder optisch verbunden werden, sogar ein Pärchen Analogeingänge hat noch draufgepasst. Außerdem, ganz wichtig, sitzt da noch die USB-Buchse, die den direkten Anschluss an den Rechner ermöglicht. Die Quellenwahl unterscheidet dabei zwischen USB, analogem und digitalem Eingang. Sollten beide belegt sein, bekommt der optische Eingang Priorität und der elektrische wird stillgelegt. Gleiches passiert mit dem analogen Ausgang, sobald vorne ein Kopfhörer eingestöpselt wird. Das Netzteil musste ausgelagert werden, was im Zeitalter der Klein- und Kleinstkomponenten ja Gang und Gäbe ist. Es hätte auch nicht mehr so viel ins Gehäuse gepasst, die DAC-Box ist pickepacke voll. Diskrete Bauteile, und davon gibt’s im icon doch eine Menge, nehmen nun mal Platz weg. Trotzdem hat NuForce darauf geachtet, dem Signal, gleich ob digital oder analog, so wenige Bauteile wie möglich in den Weg zu legen. Messtechnisch ist das Teil jedenfalls ohne Fehl und Tadel, mit einem Rauschabstand von 95 dB (A-gewichtet) und einem Verzerrungsniveau, das im Bereich um die 0,01 Prozent pendelt konkurriert er jedenfalls mit den ganz großen, teuren 43-Zentimeter-Wettbewerbern. Für die eigentliche Wandlung der digitalen Signale zeichnet der von mir wegen seiner tollen Räumlichkeit sehr geliebte Sabre von ESS verantwortlich. Das war mit Sicherheit eine gute Wahl. Dieser Wandler hatte doch unlängst erst in einem kleinen DAC-Shoot-out so hervorragend bei mir abgeschlossen. Im Chip sitzen gleich vier Wandler, die vollsymmetrische Verarbeitung erledigen. Die digitalen und analogen Sektionen des DACs verfügen über getrennt geregelte Betriebsspannungen; ganz besonders klasse finde ich die Schnittstelle zwischen USB und DAC-Platine. Für den Datentransport wird die I2S-Schnittstelle genutzt, was in seiner Konsequenz nicht zu toppen ist. Das, was auf der Platine über dem DAC zu lesen ist, verzückt übrigens in hohem Maße. Dort steht: „96 kHz, 24 Bit USB2.0 CoDAC“ und „192 kHz, 24 Bit D/A-Converter“. Das sind doch mal Zahlen, mit denen man arbeiten kann. 96 kHz per USB ist bei Weitem nicht die Regel und ließ mir sofort ein paar Ideen in den Kopf schießen. Da ich im Büro am Mac sitze, lag es nahe, die von mir geschätzte Software „Amarra“ mit dem NuForce auszuprobieren. Die umgeht die schlechte Signalverarbeitung der Apple-Abspielsoftware iTunes und holt klanglich teilweise Sachen aus dem Ärmel, die augenöffnend sind. Und so richtig Sinn macht sie erst bei hohen Samplingfrequenzen, was über USB leider so oft nicht funktioniert – beim icon hingegen klappt‘s exzellent. Er wird sofort vom System erkannt, nur die MIDI-Einstellungen muss man noch von Hand vornehmen. Und was dann passierte, war großartig. Der icon HDP spielt auf einem Level, das man nun wirklich nicht erwartet hätte. Das ist so unglaublich viel mehr als das, was man von einer guten externen Soundkarte, so die ketzerische Bezeichnung eines Kollegen, erwartet. Die Musik hat Raum, sie hat Geschmeidigkeit, sie hat Dynamik. Das ist ganz große Klasse. Es war mir echt eine Freude, mich durch mein Archiv zu klicken. Nun will ich ja die PC-Fraktion nicht außer Acht lassen. Auch mit meinem Notebook habe ich natürlich noch eine kleine Hörsession drangehängt. MediaMonkey war mein Abspielprogramm, die Optimierung der Kommunikation zwischen DAC und Abspielsoftware übernahmen die ASIO4All- Treiber. Andere habe ich leider nicht erfolgreich installiert bekommen. Aber die tun es ja auch, wenngleich sie nicht ganz so konsequent agieren, wie man sich das wünscht. Trotzdem: Das Bild war auch in dieser Konstellation sehr erfreulich. Ich habe ganz schnell einen 96-kHz-Platten-Rip, der noch auf meiner Festplatte rumdümpelte, durch die Leitung geschickt. Da geht wirklich die Sonne auf, keine Frage. Was der icon speziell mit hochaufgelöstem Material veranstaltet, ist bemerkenswert. Klar sieht er neben den hochwohlgeborenen Komponenten daneben, die Vor- und Endverstärkung übernehmen, etwas mickrig aus, aber umso schöner war jedesmal der Überraschungseffekt, der einige Kollegen durchaus ins Staunen versetzte. Natürlich durften auch die „klassischen“ Verbindungsarten ran, die 192 kHz, die auf der Platine zu lesen sind, zwingen das förmlich auf. Und so gab es noch Musik vom Scottish Chamber Orchestra. Nicht meine Musik, aber in dieser Auflösung als Download verfügbar und klanglich eine ganz feine Sache – insbesondere über den icon HDP. Das mussten die geschätzten Kollegen, die dem Ganzen neugierig beiwohnten, dann auch zugeben. Klar sind die gewohnt, dass der Rechenbach immer komische Sachen mit Computern im Hörraum veranstaltet. Diesmal gab es aber auch aus dem Lager militanter Verfechter des klassischen HiFi eine Menge Lob. Und das lasse ich jetzt einfach so im Raum stehen.

Peripherie:


 – Quellen:

Apple iMac 2,4 mit iTunes 9 und Amarra Mini
Notebook Toshiba mit Windows XP, Media Monkey und ASIO4ALL v2
Logitech Squeezebox mit RipNAS Z500


– Vorstufe:

MalValve preamp 3


– Endstufen:

SymAsym


– Lautsprecher:

KEF iQ50
Klang+Ton „Notch“

Fazit

Ich war darauf vorbereitet, trotzdem sind meine Augen groß. Der kleine icon spielt wie die Hölle und begeistert mich zudem wegen der vollwertigen Anschlüsse umso mehr!

Preis: um 450 Euro

D/A-Wandler

NuForce icon HDP


06/2010 - Christian Rechenbach

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Higoto, Essen 
Telefon 0201 8325825 
Internet www.higoto.de 
Eingänge: 1 x USB (bis 96 kHz, 24 Bit) 
Ausgänge: 1 x analog RCA 
Abmessungen (in mm): 0/0/0 
Besonderheiten
checksum „Ich war darauf vorbereitet, trotzdem sind meine Augen groß. Der kleine icon spielt wie die Hölle und begeistert mich zudem wegen der vollwertigen Anschlüsse umso mehr!“ 
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Autor Christian Rechenbach
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Datum 16.06.2010, 11:43 Uhr
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