Kategorie: Fernseher Android TV Ultra HD und 8K

Einzeltest: Sony KD-65AF9


Neuer High-End-OLED von Sony im Test

Fernseher Sony KD-65AF9 im Test, Bild 1
16674

Sony bringt mit der Master-Serie neue, edel gestaltete High-End-TVs mit den Bezeichnungen AF9 und ZF9 in die Läden. Wir haben das neue OLEDSpitzenmodell KD-65AF9 direkt nach der IFA auf den Prüfstand geholt

Auf den ersten Blick ähnelt der 65AF9 von Sony dem 65A1 schon sehr: eine schwarze dünne Glasplatte, die mit leichter Neigung nach hintern „einfach so“ auf dem Lowboard oder der TV-Bank zu stehen scheint. Gestützt über ein ausgeklapptes Rückteil, das die TVElektronik und alle Anschlüsse beherbergt. Wer kein Lowboard oder Ähnliches zur Verfügung hat oder Wert auf eine lotrechte Position des Bildschirms legt, kann den OLED-TV mit eingeklapptem Rücken dank VESA-konformen Befestigungspunkten an der Wand aufhängen.    

69
Anzeige
Your Style, Your Speaker, Your Music…Solano! 
qc_Solano_LS60_Alchemy_Miracord_Logo_gold_dust_tv_1654176749.jpg
qc_Solano_52_Freisteller_2_1654176749.png
qc_Solano_52_Freisteller_2_1654176749.png

>> Mehr erfahren


Ausstattung


Gegenüber dem ersten OLED-TV von Sony, dem A1, gibt es einige Neuerungen in der Hard- und Software-Ausstattung. Analoge Eingänge wie YUV oder Component-Video (FBAS) gehören nun auch bei Sony der Vergangenheit an. Immerhin gibt es noch einen einfachen Stereo-Kopfhörerausgang, ansonsten übernimmt Bluetooth die Verbindung zu externen Lautsprechern, einem drahtlosen Kopfhörer oder Bluetooth-Zubehör. Vier HDMI-Eingänge bieten reichlich Konnektivität für Ultra-HD- und HD-Zuspieler, einschließlich Hochkontrast-Videos mit HDR. Für HDR-Zuspielung (auch per Online-Apps wie Netflix oder Amazon Video) verarbeitet der Sony HDR 10, Dolby Vision und HLG, das von HDR-Satellitensendern verwendet wird. Die digitalen TV-Tuner sind – in dieser Klasse eigentlich selbstverständlich – als Twin-Eingänge für Kabel-TV, Satelliten und Antennenempfang (DVB-T2/-T2 HD) eingebaut. Von insgesamt 3 USB-Schnittstellen sind zwei nach dem USB-2.0-Standard spezifiziert, die dritte entspricht dem schnelleren USB 3.0 und kann für eine USB-Recordingfestplatte bis zu 900 mA Strom liefern. Dank der TV-Twintuner ist es möglich, während einer Aufnahme weiterzuzappen oder eine Blu-ray-Disc anzuschauen.

Fernseher Sony KD-65AF9 im Test, Bild 2Fernseher Sony KD-65AF9 im Test, Bild 3Fernseher Sony KD-65AF9 im Test, Bild 4Fernseher Sony KD-65AF9 im Test, Bild 5Fernseher Sony KD-65AF9 im Test, Bild 6Fernseher Sony KD-65AF9 im Test, Bild 7
Das eigentliche Hardware-Highlight im 65AF9 ist allerdings das neue Soundsystem Acoustic Surface Audio+ mit drei neu entwickelten Aktuatoren, die den Bildschirm zur Schallquelle machen, und seitlich abstrahlenden Subwoofern. Was es sonst noch mit dem neuen Soundkonzept auf sich hat, dazu später mehr.    


Bild neu definiert


Sony nennt den Bildprozessor im AF9 „X1 Ultimate“ und drückt damit aus, dass die Bildverarbeitung noch eine Portion leistungsstärker ist als beim preisgünstigeren AF8. Was wir feststellen können, ist, dass zumindest auf der Softwareseite kräftig investiert wurde, um möglichst nah an die Perfektion eines Studiomonitors heranzukommen. Die TV-Geräte von Sony werden schon ab Werk mit einer Farbkalibrierung ausgeliefert, die sicherstellt, dass die Ausleuchtung des Bildschirms, Farben und Kontraste grundlegend korrekt abgeglichen sind. Neu bei der „Master Series“ mit ihren AF9- und ZF9-Modellen ist ein übersichtlicheres Bildmenü, das nur noch einen Kinomodus (statt zwei) enthält. Für Enthusiasten werden verschiedene Tools zum Feintuning für die dunkelsten und hellsten Bildbereiche bereitgestellt, etwa eine Schwarzwertregelung und ein Kontrastbooster. Für den absoluten Heimkino-Feinschliff, der exakt auf das eigene TVExemplar abgestimmt ist, arbeiten die neuen TVs der „Master Series“ demnächst mit der CalMAN-Kalibrierungssoftware „Autocal“ von Spectracal zusammen. Dazu benötigt man die entsprechende Bravia- Kalibrierungs-App aus dem App-Store für Android-TVs, die jedoch zum Zeitpunkt unseres Testes noch nicht bei Google verfügbar war. Künftig können auf diese Art Händler, die CalMAN und einen geeigneten Bildsensor haben, ihren Kunden das perfekte Kinobild zu Hause einstellen. Die Profi kalibrierung installiert zwei zusätzliche Bildmodi, etwa für einen Tages- und einen Nachtmodus. Für unseren Test haben wir die vorhandenen, sehr guten Möglichkeiten einer manuellen Farbkalibrierung mit einem 10-Schritte-Weißabgleich (ohne App) genutzt. Die beste Bildqualität für Streaming sicherzustellen, ist eine besondere Herausforderung, In Kooperation mit Netflix hat Sony nun für die neue „Master Series“ den „Netflix Calibrated Modus“ erarbeitet. Der Netflix-Bildmodus erscheint als Option im Bildmenü, das leicht über die „Action- Taste“ zu erreichen ist, wenn die Netflix-App auf dem Smart-TV läuft. Dabei ist der „Netflix Calibrated Mode“ nicht auf UHD-Auflösung festgelegt, (wie etwa Dolby Vision), sondern soll auch die bestmögliche Bildwiedergabe für Full-HD-Streaming sichern. Apropos Dolby Vision: Blu-ray-Discs mit Dolby- Vision-Demotrailern kommen in unserem Testlabor zum Einsatz und wurden vom Sony tadellos (über entsprechende Dolby-Vision-fähige Blu-ray-Player) wiedergegeben. Ist Dolby Vision als Bildmaterial vom TV erkannt worden, geht der Fernseher in den Dolby-Bildmodus. Damit gibt es keine Möglichkeit, auf einen anderen Bildmodus zu wechseln. Das Dolby-System übernimmt die Herrschaft über die Bildwiedergabe, wobei ein verdunkelter Raum in der Regel sehr zu empfehlen ist, um wirklich die volle Qualität genießen zu können.    


Lautsprecherzentrale


Die Technik, den OLED-Bildschirm als Schallquelle mit zu nutzen, gab es schon beim Sony A1. Für den neuesten OLED-TV baut der Hersteller drei Aktuatoren hinter dem Bildschirm ein, die zudem akustisch und mechanisch überarbeitet wurden, indem man Kunststoffteile durch solides Metall ersetzt hat. Gleichzeitig gibt es jetzt zwei Woofer, die den Tieftonanteil zu beiden Seiten hin abstrahlen, was besonders bei Wandmontage vorteilhaft ist. Wer eine Heimkinoanlage mit AV-Receiver und Lautsprecherset betreibt, kann den AF9-Fernseher im extra dafür vorgesehenen „Center Speaker“-Modus auch als zentralen Lautsprecher in sein Heimkinosystem einbinden. Dazu wird der TV über ganz normale Lautsprecherkabel an den Centerausgang des AV-Receivers angeschlossen und lässt sich wie ein konventioneller Lautsprecher über den AV-Receiver ansteuern (und einmessen). Der Sony hat hierfür ein Anschlussterminal mit vergoldeten Schraubklemmen auf der Rückseite. Der AV-Receiver „schiebt“ seine Leistung jedoch nicht direkt auf die eingebauten Schallwandler im TV, vielmehr wandelt die TV-Elektronik das Hochpegelsignal aus dem externen Verstärker um und nutzt es zur Aussteuerung der eigenen, angepassten Endstufen.     

Smart-TV


Als Smart-TV ist der neue Sony mit der Android-TV-Version 8 („Oreo“) ausgerüstet. Das Smart-TV-System ist damit deutlich aufgeräumter als bisher. Die Bildschirmanzeige nutzt nach wie vor ein „Regalsystem“, doch die Apps treten gegenüber den Inhalten mehr in den Hintergrund. So spricht man jetzt von „Kanälen“ wie Youtube, Netflix oder Live-TV, zu denen man in der Waagerechten interessante Vorschläge angezeigt bekommt. Zudem kann man die Spracheingabe für den Google Assistant nutzen. Wer sich hingegen mehr für konventionelles Fernsehen interessiert und eventuell auch gerne mal eine TV-Sendung auf der Festplatte archivieren möchte, muss sich beim AF9 entweder an eine zum Teil ziemlich umständliche Bedienung für TV-Senderliste und USB-Aufnahmen gewöhnen oder doch zu einem externen UHD-Festplattenrekorder greifen.    


Bildqualität


Ein Lob geht an die Programmierung der Bildmodi, die alle ihren Zweck auf sehr gute Weise erfüllen, was nur durch eine leistungsfähige Technik mit Farbmapping und Upscaling möglich ist: Foto-, Grafik- und Standardmodus sind sehr praxisgerecht voreingestellt. Gelegentliches Gaming ist im reaktionsschnellem Gaming-Modus ebenfalls möglich, doch sollte man dauerhafte Standbilder auf OLED-TVs nach wie vor meiden. Clever gemacht ist, dass in den Werkseinstellungen für alle Standardinhalte die maximale OLED-Pixelhelligkeit begrenzt ist und nur bei HDR die volle Leistung aufgefahren wird. Der Bildmodus „Anwender“ ist unser Tipp für Heimkinoliebhaber der „alten Schule“, denn hier sind die Farbwerte neutral und die Kontraste harmonisch voreingestellt. Die sehr niedrig dosierte „Reality Creation“ sorgt für einen angenehm detailfreudigen Look beim Upscaling von Full-HD auf UHD (auch DVDs sehen in der Regel besser aus, wenn der Player 1080i oder 1080p herausgibt). Der Kinomodus ist im Vergleich etwas farbenfroher (in Richtung „Digitalkino“) abgestimmt. Wer die in groben Schritten dosierbare Bewegungskompensation (Motionflow) aktiviert, bekommt fließende, nahezu ruckelfreie Bewegtbilder von sehr hoher Schärfe, was beispielhaft an den Roulettekesseln im Vorspann von „Casino Royale“ zu sehen ist. Kleinere Artefakte sind dabei freilich unvermeidlich. Je nach Bildquelle, DVD oder Blu-ray kann es sich lohnen, von Fall zu Fall etwas nachzujustieren. Ein konkretes Beispiel: Testbilder zeigten im Anwendermodus perfekte Schwarz- und Grauwerte, und dazu passte auch der Praxistest mit „James Bond – Casino Royale“: Es gab im Modus „Anwender“ noch sichtbare Feinzeichnung beim schwarzen Mantel und Dinnerjackett zu sehen, ohne die Szene „aufzureißen“. Bei unserem Testklassiker „21“ soffen mit denselben Einstellungen jedoch ein paar dunkle Bildbereiche ab, sodass wir hier die Schwarzwertschwelle lieber auf 53 einstellten. Übrigens ein gutes Beispiel dafür, dass es „die perfekte Voreinstellung“ nur in der reinen Theorie gibt. Hervorragend zeigte sich die HDR-Wiedergabe mit Spitzenhelligkeiten über 700 cd/m2 (Anwendermodus) und sehr beeindruckender Farbtiefe. So konnten wie Ausschnitte aus „Life of Pi“ und „Exodus“ in lebensechter Qualität ohne überstrahlte Goldtöne und mit fein gezeichneten Wolken genießen.    

Ton


Die Klangqualität des Sony zeichnet sich durch hohe Präzision und Klarheit aus, was man auch bei Gesangsstücken hören kann. Das 3.2-System bietet eine gute Räumlichkeit und kann auch bei höherem Schallpegel mit Verzerrungsfreiheit überzeugen.

Fazit

Der OLED-TV KD-65AF9 ist gleichermaßen ein Technikgigant, ein exklusives Designstück und eine smarte Medienzentrale für Streamingdienste. Er liefert Bild- und Tonqualität auf höchstem Niveau, den perfekten Feinschliff kann eine individuelle Kalibrierung erledigen.

Preis: um 4000 Euro

Ganze Bewertung anzeigen

Fernseher Android TV Ultra HD und 8K

Sony KD-65AF9

Referenzklasse

4.5 von 5 Sternen

11/2018 - Herbert Bisges

Bewertung 
Bild 40% :
Ausleuchtung 4%

Farbtreue (HDMI) 8%

Kontrastumfang (HDMI) 8%

Bewegtes Bild (HDMI) 7%

Gesamteindruck 8%

Bild DVB-Tuner 5%

Ton 5% :
Ton 5%

Ausstattung 30% :
Hardware 15%

Software 15%

Verarbeitung 5% :
Verarbeitung 5%

Bedienung 20% :
Fernbedienung 5%

Recording 5%

Menü Smart TV 5%

Menü Fernsehen 5%

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie UHD-TV (OLED) 
Vertrieb Sony Deutschland GmbH, Berlin 
Telefon 030 5858 12345 
Internet www.sony.de 
Messergebnisse
Maße mit Fuß (BxHxT, in mm) 1449/833/320 
Gewicht in kg 35.6 
Schwarzwert (cd/m2) 0.0004 
ANSI-Kontrast 620.000:1 
Farbtemperatur in Kelvin (Filmmodus) 6900 
Stromverbrauch Betrieb/Standby in W 188/0,5 
EU Energielabel
Ausstattung
Bilddiagonale in Zoll / cm / Auflösung 65/164/3840 x 2160 
Bildfrequenz 100 Hz 
Dimming: Global / Zonen / Pixel Nein / Nein / Ja 
Tuner: DVB-T2 / -C / -S/S2 / -IP / HEVC 2/2/2/0/ Ja 
CI+-Schnittstelle
Bild im Bild / mit Twin-Tunern Nein / Nein 
HDR: HDR10 / HDR10+ / HLG / Dolby Ja / Nein / Ja / Ja 
HDMI / Scart / Cinch-AV 4/0/0 
HDMI: CEC / ARC Ja /1 
Audio-out: analog / opt. / koax /ARC 0/1/0/1 
Kopfhöreranschluss / separat einstellbar 1/ Nein 
Bluetooth: Zubehör / Audio Ja / Ja 
Cardreader / LAN / WLAN Nein / Ja / Ja 
USB: 2.0 / 3.0 / Player / Rekorder 2/1/ Ja / Ja 
EPG / Senderliste / Favoritenlisten Ja / Nein / Ja 
Online-EPG / Multiroom: Server / Client Ja / Nein / Ja 
Internet: Portal / Browser / HbbTV •/•/• 
Smart-TV-System Android-TV 
Bildeinstellung pro Eingang Ja 
Weißabgleich / Farbkalibrierung Ja / Ja 
Raumlichtsensor Ja 
Fernbedienung beleuchtet / Funk / NFC Nein / Ja / Nein 
Sprach- / Bewegungssteuerung Ja / Nein 
Sonstiges Acoustic Surface+ 
Preis/Leistung sehr gut 
+ Erstklassige Bildqualität, gute Ton 
+ Vielseitige Austtattung, Centermodus 
+/- Nein 
Klasse Referenzklasse 
Testurteil überrragend 
Neu im Shop

ePaper Jahres-Archive, z.B. Hifi Test

>> mehr erfahren
Herbert Bisges
Autor Herbert Bisges
Kontakt E-Mail
Datum 22.11.2018, 09:57 Uhr
344_21533_2
Topthema: Vier Hochtöner von Mundorf
Vier_Hochtoener_von_Mundorf_1654163855.jpg
Mundorfs neue U-Serie mit massiven Frontplatten

Im zweiten Teil des Einzelchassistests zeigen wir noch einmal die Mundorf Hifi U-Serie, die jetzt auf Kundenwunsch durch passende Frontplatten ergänzt wurden.

>> Mehr erfahren
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
Jetzt laden (englisch, PDF, 16.67 MB)
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
Jetzt laden (englisch, PDF, 9.46 MB)
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
Jetzt laden (deutsch, PDF, 1.99 MB)
Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
  • hifitest.de/shop/
Allgemeine Händlersuche
Landkarte PLZ0 PLZ1 PLZ2 PLZ3 PLZ4 PLZ5 PLZ6 PLZ7 PLZ8 PLZ9

Klicken Sie auf Ihre PLZ oder wählen Sie ein Land

Händler des Tages

Musik&Akustik