Kategorie: Fernseher

Einzeltest: Philips 56PFL9954


Echtes Kinoformat

Fernseher Philips 56PFL9954 im Test, Bild 1
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Das Bildformat der klassischen Kinofilme liegt bei einem Seitenverhältnis von 21:9 und ist damit breiter als der HD-ready-Standard mit 16:9. Der Hersteller Philips wagt einen mutigen Schritt, geht über 16:9 hinaus und bringt einen LCD-Fernseher auf den Markt, der das Originalformat der Kinofilme ins Wohnzimmer bringt. HIFI TEST TV VIDEO hat den HDTV-fähigen Fernseher, der auf die programmatische Bezeichnung „Cinema 21:9“ getauft wurde, auf den Prüfstand gestellt.

So mancher Zuschauer hatte einmal von der Einführung der 16:9-Bildschirme erhofft, dass die hässlichen schwarzen Balken am oberen und unteren Bildrand der Vergangenheit angehören würden. Aber nicht nur ältere Cinemascope-Kinoklassiker, sondern auch aktuelle Filmproduktionen im 21:9- Format bescheren schwarze Balken auf den üblichen 16:9 Flachbildschirmen. Abhilfe für diese nervigen „Filmstreifen“ verspricht Philips jetzt mit dem „Cinema 21:9“.

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Der arbeitet mit einer maximalen Auflösung von 2560 x 1080 Pixeln (rund 2,8 Millionen Bildpunkte) in einem Seitenverhältnis von 2,39:1. Damit werden Filme im 21:9-Format vollkommen bildschirmfüllend wiedergegeben. Zum Vergleich: Ein Full-HD-16:9-Fernseher („HD ready 1080p“) bringt es auf rund 2,07 Millionen Pixel und stellt die Filme mit schwarzen Balken dar. Wenn es ein 16:9-Display auf eine ähnliche Bildbreite wie der Cinema 21:9 bringen will, muss es mindestens 60 Zoll Bildschirmdiagonale haben.

Volles Programm

In Sachen Ausstattung lässt der Cinema 21:9 kaum einen Wunsch unerfüllt, bis hin zum drahtlosen Netzwerk auf Wifi -Basis und DLNA. Vier vollwertige HDMI-Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite, zusammen mit VGA, zwei Scartbuchsen, Komponentenund Audio-Eingängen sowie einem digitalen Tonausgang und Netzwerkanschluss (LAN). An der linken Seite gibt es einen fünften HDMI-Eingang, analoge A/V-Eingänge (einschließlich S-Video) und eine multimediafähige USB-2.0-Schnittstelle. So konnten in unserem Test JPEG-Fotos, MP3-Dateien und MPEG-Videos problemlos wiedergegeben werden. Hinzu kommt eine LAN Schnittstelle, die sich nicht nur auf das heimische Netzwerk beschränkt, sondern über die Funktion „NetTV“ Zugriff auf das Internet beschert. In unserem Test funktionierten beispielsweise Youtube und die aktuellen Online-Videos der Tagesschau tadellos. Das HDTVund MPEG-4-fähige Empfangsteil des Cinema 21:9 verarbeitet sowohl DVB-C (digitales Kabel) als auch DVB-T nebst Analogfernsehen. Selbstverständlich verfügt der Philips über ein Common Interface (CI) für Entschlüsselungsmodule, das laut Philips sowohl die aktuellen CI-Module als auch die zukünftige CI+ Generation unterstützt.

Alles für ein besseres Bild

Das Ambilight-Konzept von Philips ist in der Version Spectra 3 integriert und begleitet das Geschehen auf dem Bildschirm automatisch mit farblich passendem Licht, das nach hinten abgestrahlt wird und sich natürlich jederzeit nach Bedarf ein- oder ausschalten lässt. Der subjektive Eindruck von der atmosphärisch passenden Hintergrundbeleuchtung war bei Spielfilmen durchaus angenehm. Gespart wurde nicht an der elektronischen Bildverbesserung. Die Perfect Pixel HD Engine ist für saubere Skalierung, die Kontrastregelung, flüssige Bewegungsdarstellung (Perfect Natural Motion) sowie die Steuerung der 200-Hz-Technik „Clear LCD“ zuständig. Wer im empfehlenswerten Kino-Modus das Filmformat 24p (24 Vollbilder pro Sekunde) zuspielen möchte, kann mit wohldosiertem Einsatz von „Perfect Natural Motion“ und „200 Hz Clear LCD“ das Bewegungsruckeln nahezu perfekt beseitigen. Die Einstellung „Minimum“ in den Menüs für Bewegungskompensation und Kontrastregelung erwies sich als praxisgerecht. In unserer Testsequenz aus „21“ wurde ohne die elektronische Korrektur das typische 24p-Ruckeln wieder deutlich sichtbar, wobei sich die Bewegungsunschärfe in Grenzen hielt. Einige kleinere Artefakte, die wir zuvor unter dem Einfluss von Perfect Natural Motion entdeckt hatten, blieben hierbei aus.

Anpassungsfähig

Auch wenn die meisten DVDs und Blu-ray-Discs heute Filme in den 21:9-Seitenverhältnissen 2,35:1 oder 2,40:1 auf der Scheibe haben, ist es enorm wichtig, dass der Fernseher andere Formate wie 16:9 zuverlässig erkennt und sinnvoll darstellt. Im Test gab es weder bei DVB-T noch bei Kabelempfang ernsthafte Beanstandungen in Bezug auf die Formaterkennung. Deutlich zeigte sich im Test der Einfl uss der Signalquellen auf die Skalierung des Bildes, als nacheinander 16:9-Bilder per Blu-ray, normaler DVD und DVB-T zugespielt wurden. Die Perfect Pixel HD Engine brachte bei Blu-ray mit 1920 x 1080 Pixeln vorbildliche Ergebnisse. Während das Hochskalieren bei DVD-Zuspielung mit 720 x 576 Pixeln noch sehr gut funktionierte, waren bei DVB-T, das mit PALAuflösung und vergleichsweise geringer Datenrategesendet wird, schon Pixelstrukturen zu erkennen.

Wohnzimmerkino

Ein 21:9-Film auf Blu-ray-Disc füllt nicht die gesamte Auflösung der 1920 x 1080 Pixel, sondern hat lediglich etwa 810 Bildzeilen, so dass auch dieses HD-Material auf die native Auflösung des Cinema 21:9 hoch skaliert werden muss. Dessen Auflösung von 2560 x 1080 Pixeln ergibt für einen 21:9-Film mit 1920 x 810 Bildpunkten ein komfortables Skalierungsverhältnis von 4:3 (Faktor 1,3333), das ein sehr präzises Hochrechnen ermöglicht. In diesem Punkt wurden wir nicht enttäuscht, denn die Wiedergabe im vollen Kinoformat funktionierte nicht nur technisch sauber, sondern machte einfach Spaß. Beim Auftritt der Diva in „Das fünfte Element“ meinten wir sogar, noch ein paar neue Sternchen im Hintergrund zu entdecken. Kritik gab es lediglich an der Darstellung von großfl ächig schwarzen Bildern, weil im völlig abgedunkelten Labor die Hinterleuchtung des Displays noch durchschimmerte. Dies ist jedoch eine bekannte Schwierigkeit bei allen LC-Displays. In einer normalen Wohnzimmersituation relativiert sich dies und ist zudem beim Cinema 21:9 nicht gravierender als bei Geräten anderer Hersteller. Ein Lob verdient die Klangqualität des Cinema 21:9, die sich wohltuend von der schmalbrüstigen Performance vieler anderer LCD-Fernseher abhebt. Mit zwei Kalottenhochtönern und zwei rückwärtigen Tiefton-Chassis konnte der Philips im Test überzeugend aufspielen.

Bildformat automatisch oder manuell

Mit Ausnahme von 4:3 bringt der Cinema 21:9 nahezu jedes Bildformat automatisch auf eine formatfüllende Skalierung. In den Grundeinstellungen kann der Nutzer festlegen, ob die Bildautomatik eine unverzerrte Vergrößerung (mit Bildverlusten oben und unten) oder ein gestrecktes Bild mit geringen Verzerrungen (möglichst verlustfrei) produzieren soll. Eine völlig unskalierte Darstellung ist nur für HD-Material wählbar. Alternativ können die festen Formate 4:3, 16:9 und 21:9, verschiedene Zoom- Modi und Untertitel-Automatik rasch manuell eingestellt werden. Ein Verschieben des gesamten Bildes ist über die Cursortasten der Fernbedienung schnell erledigt, falls etwa Einblendungen ins Bild gerückt werden sollen. Besonders gespannt waren wir darauf, wie der Breitbildbolide mit Untertiteln oder Menü-Einblendungen von Blu-ray-Discs und DVDs umgeht. Vielfach werden diese Einblendungen im unteren Schwarzbalken platziert, so dass sie bei der reinen 21:9-Wiedergabe nicht oder unvollständig sichtbar sind. Um dieses Problem zu lösen, gibt es eine Funktion zur Erkennung von Untertiteln und Überschriften, die in unserem Test sehr zuverlässig arbeitete. Ein Untertitel beziehungsweise die Menüeinblendung wird als Teil des Bildes erkannt und das Bildformat intelligent angepasst. In der Betriebsart „Cinema Untertitel“ oder bei automatischer Formatanpassung wird das eigentliche Bild ein wenig in der Höhe gestaucht und minimal seitlich gestreckt. Da die horizontale Verzerrung zu den Rändern hin stärker eingreift als in der Bildmitte, wird sie von vielen Zuschauern nicht als störend empfunden. Übrigens hat Philips mit dem BDP 9100 einen neuen Blu-ray-Player angekündigt, der in der Lage ist, Untertitel zu erkennen und in den sichtbaren Bildbereich einzufügen.

Fazit

Mit dem innovativen Cinema 21:9 bringt Philips Kino-Atmosphäre mit einem erlebnisorientierten Gesamtkonzept, das unserer Meinung nach nicht als Konkurrenz zum klassischen Heimkino mit Projektor, Leinwand und 5.1-Sound aufgestellt ist, sondern besonders gut in eine wohnliche Umgebung passt. Mit Ambilight, einem ordentlichen Sound und intelligenter Formatanpassung bringt der Breitbildschirm einen deutlichen Spaßfaktor vor allem bei der Wiedergabe von Kinofi lmen ins Wohnzimmer, wobei die Bildqualität besonders bei HD-Zuspielung nicht zu kurz kommt.

Preis: um 4000 Euro

Fernseher

Philips 56PFL9954

Referenzklasse


08/2009 - Herbert Bisges

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Autor Herbert Bisges
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