Kategorie: Hifi sonstiges

Einzeltest: Musical Fidelity Merlin


Im Kleinen und Ganzen

Hifi sonstiges Musical Fidelity Merlin im Test, Bild 1
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Mittlerweile hat ja fast jedes elektronische Gerät irgendeine Form von Speicher, auf der sich Musik hinterlegen lässt. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass nicht auch analoge Musikquellen gerne und häufig genutzt werden. Musical Fidelity überlässt dem Hörer die Wahl.

Ich weiß nicht, wie es bei Ihnen ist, aber wenn ich aus dem Haus gehe, überprüfe ich immer, ob ich drei Sachen dabei habe: Meinen Schlüssel, mein Portemonnaie und natürlich mein Smartphone. Für viele ist ein modernes Mobiltelefon einer der wichtigsten Gegenstände, und auch, wenn ich bei mir so weit nicht gehen würde, bietet so ein Gerät unzählige Vorteile. Telefonieren, im Internet surfen und mittlerweile eben auch Musik hören. Mit zunehmendem Speicherplatz und der Fähigkeit auch HighRes-Dateien abzuspielen, haben Smartphones den klassischen MP3-Player vollkommen aus dem Straßenbild verdrängt.

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Durch die permanente Anbindung ans World-Wide-Web und die passenden Apps besteht ja außerdem die Möglichkeit, sämtliche Streamingdienste praktisch überall zu nutzen. Kurzum, mit dem Smartphone hat eine neue Art von Gerät den Weg in die Welt der Musikwiedergabe geschafft. Doch warum sollte man all die Vorteile, die solch ein Gerät bietet, nur unterwegs nutzen können und nicht auch zu Hause? Gerade da man in seinen eigenen vier Wänden nicht auf Kopfhörer angewiesen ist, sondern die Qualitäten seines handlichen Universalwerkzeugs auch über richtige Lautsprecher nutzen kann. Genau hier setzt Musical Fidelitys Merlin-System an und vernachlässigt neben der Smartphone-Fraktion auch nicht die klassischen HiFi-Enthusiasten, sondern möchte stattdessen lieber die Brücke zwischen den Welten schlagen. Das Merlin-Set enthält dafür neben einem Paar Lautsprecher und den passenden Kabeln den eigentliche Kern des Systems: Einen kompakten Vollverstärker. Ganz in Schwarz gehalten, erinnert das Gerät mit seinen Ausmaßen von etwa 20 Zentimetern in der Breite und 5 Zentimetern Höhe ein wenig an eine alte VHS-Kassette. Wie für ein Produkt von Musical Fidelity zu erwarten, besteht das Gehäuse aber nicht aus dünnem Plastik, sondern aus recht stabilem Metall. Durch die etwas abgerundete Form an Längskanten und den Ecken von Front- und Rückenplatte wirkt das System, trotz des recht schlichten Designs, alles andere als grob. Stattdessen passen die leichten Rundungen perfekt zu den beiden Lautsprechern des Merlin-Sets, die nicht wie üblich in rechteckige Gehäuse gezwängt wurden, sondern stark oval geformt sind. Dabei steht dem Nutzer frei, ob man die Schallwandler hochkant aufstellt oder horizontal, denn der stabile Standfuß lässt sich mit einer Schraube lösen und wie gewünscht platzieren. Anstatt aus Metall besteht das Gehäuse der Lautsprecher aus festem Kunststoff , der bei unserem Testmodell in einem hochglänzenden Rot daherkommt. Wer statt des auffälligen Rots lieber ein farblich zum Verstärker passendes Schwarz als Finish haben möchte, kann auch dieses bekommen. Während ich das Set gerade im Hörraum aufbaute, kam zufällig einer der Kollegen ins Zimmer und meinte kurz: „Irgendwie sehen die hier ein wenig verloren aus.“ Nach kurzem Stutzen musste ich ihm in dem Punkt tatsächlich recht geben, denn zu den gigantischen Standlautsprechern und tonnenschweren Endstufen, die sich im Rack hinter dem Merlin stapelten, wollte das Set nicht so recht gehören. In der heimischen Wohnung gebührt dem System tatsächlich ein etwas prominenterer Platz, denn es ist wirklich hübsch anzuschauen, und setzt sich deutlich von den klassischen HiFi- Ungetümen ab. Ein modernes, kompaktes System für die designbewusste Zielgruppe eben. Dies soll jedoch nicht heißen, dass nicht auch auf Musikalisches geachtet wird, denn schließlich steht hier ein Musical-Fidelity-Gerät. Beim Merlin wurden die verschiedensten möglichen Quellen einbezogen. Wichtig, um das wertvolle Smartphone anzuschließen, ist natürlich die kabellose Bluetooth- Verbindung, für die eine externe Antenne angeschlossen wird. Die kann entweder direkt am Verstärker befestigt werden oder über eine Verlängerung an einem Standfuß. Auf diese Art kann man die mögliche Entfernung, die man beim Übertragen zum Merlin hat, noch einmal vergrößern und so sein Smartphone in der Tasche behalten, während man sich im Raum bewegt. Selbstverständlich ist auch der Anschluss über einen Klinkeneingang möglich, der gleichzeitig als optischer Eingang für S/PDIF-Signale von Streamern oder andern Quellgeräten dient. Direkt daneben befindet sich ein USB-Micro-B-Anschluss, der heutzutage das Standardkabel für den Smartphone-Anschluss ist. Gedacht ist er hier aber eigentlich für einen Computer, so dass der Merlin als externer D/A-Wandler eingesetzt werden kann. Anstelle des zwar platzsparenden Micro-Anschlusses hätte ich hier aber tatsächlich lieber eine richtige USB-B- Buchse für Computer-Audio gehabt, denn während die beiden internen DACs optisch bis zu 96 kHz bei 24 Bit verarbeiten, sind so über USB nur maximal 48 kHz bei 16 Bit möglich. Das bedeutet aber auf der anderen Seite, dass jeder Computer, egal ob Mac oder Windows, vollkommen ohne die Installation eines Treibers mit dem Merlin arbeiten kann. Hier wurde also eher im Sinne der Bedienbarkeit gehandelt. Abgerundet wird die digitale Anschlusspalette noch mit einenm RCA-Eingang für CD-Spieler oder andere analoge Quellen. Mithilfe eines kleinen Schalters kann dieser sogar auf Phono eingestellt werden, wofür auch gleich der passende Erdungsanschluss am Merlin vorhanden ist. Musical Fidelity bietet sogar gleich einen riemengetriebenen Plattenspieler namens Roundtable an, der optisch und technisch auf das System eingestellt ist. Welche Quelle nun gerade anliegt, ist durch eine Reihe an LED-Leuchten an der Front des Verstärkers gekennzeichnet und durch mehrfaches Drücken auf den Input-Knopf wählbar. Die Lautstärke, die über die Klemmen an der Rückseite oder den 3,5-mm-Kopfhöreranschluss an der Front ausgegeben wird, lässt sich über das schlanke Drehrad in der Mitte des Merlin einstellen, das durch kurzes Drücken auch das Gerät auf stumm schalten kann. Natürlich funktioniert das auch mit der Fernbedienung im Scheckkartenformat, die sogar über fest zugeordnete Quellenauswahltasten verfügt, was man tatsächlich nicht oft sieht. Ein großer Punkt des Merlin ist ja, dass man schnell verschiedene Geräte anschließen kann. Bei den Quellgeräten ist das auch kein Problem, und für das Verbinden der Lautsprecher sind bereits zwei Kabel mit Gabelschuhen beigelegt. Das Verbinden dieser Kabel ist hingegen ein wenig frickelig, denn die Mulde, in denen die Anschlüsse der Lautsprecher liegen, sind für die großen Gabeln fast ein wenig eng. Doch nach ein wenig probieren gibt es auch hier guten Kontakt. Außerdem ist sowohl bei den Lautsprechern, wie auch beim Verstärker das Verwenden von Bananensteckern kein Problem. Doch genug des Ansehens und Aufstellens, beim Merlin geht es um Musik und die bekommt er jetzt zugespielt. Über das Smartphone wird in wenigen Sekunden eine Bluetooth-Verbindung hergestellt und über TIDAL ein Album ausgewählt. Der Segen von Streaming ist ja unter anderem, dass man neben seinen bekannten Favoriten auch mal auf etwas komplett Neues stößt, oder ältere Perlen gerne mal wieder ausgräbt. So schallt schließlich Billy Joels „Piano Man“ durch den Raum. Hier gelingt den kleinen Lautsprechern mit ihren 2,5-Zoll-Breitbandchassis eine sehr gute Wiedergabe sowohl des langsam fließenden wie auch des kräftig schnellen Klavierspiels mit harten Anschlägen, die genau auf den Punkt kommen. Im mittleren Frequenzbereich liefern Breitbänder natürlich fast immer die beste Performance, was auch beim Merlin-System zutrifft. Das bedeutet aber nicht, dass in den tieferen Frequenzlagen nichts zu holen wäre. Durch die offenen Gehäuse und das vergleichsweise gute Volumen der Schallwandler schieben diese nämlich auch unten herum ganz gut an. Das zeigt sich beim Abspielen des letzten Daft-Punk-Albums, das mit seinem funkähnlichen Sound gerade hier viel zu bieten hat. Satter, trockener Bass begleitet das elektronische Spektakel in den höheren Lagen. Allzu sehr sollte man bei den Höhen aber nicht gehen, denn irgendwann kommen die Treiber hier einfach an ihre Grenzen. So passierte es bei „Holy Diver“ von der leider mittlerweile verstorbenen Hard Rock Legende Dio, dass bei wirklich hohen Gitarrentönen teilweise ein leichtes Kratzen vernehmbar war, was jedoch nur stellenweise auftrat. Trotzdem sind die Lautsprecher des Merlin-Sets eine gute Wahl für den kleinen Verstärker, denn der schafft es, einen sehr ausgewogenen Klang abzubilden. Die Frequenzgangmessung lässt außerdem die Vermutung zu, dass im Merlin ein DSP zum Einsatz kommt, um das Beste aus den Lautsprechern rauszuholen. Dabei entwickelt das Set trotz seiner kompakten Ausmaße auch eine ordentliche Lautstärke, die für mittelgroße Räume absolut ausreicht. Mit dem Merlin-System macht Musical Fidelity sehr vieles richtig. Das Verbinden der verschiedensten Quellen ist unheimlich einfach, so dass binnen weniger Momente Musik gespielt wird. Flexibel und unkompliziert zu bedienen ist das Set auf jeden Fall. Trotzdem hätte ich mir wirklich einen USB-Anschluss für HighRes-Musik gewünscht. Doch auf den klassischen Audiophilen zielt das System gar nicht richtig ab. Merlin ist eine astreine Spaßmaschine, die genau auf die Ansprüche des modernen Musikkonsumenten zugeschnitten ist.

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Fazit

Einfach mal Musik spielen. Einfacher als mit Musical Fidelitys Merlin könnte das nicht sein. Egal ob Smartphone, Laptop oder Plattenspieler, hier wurde an alle gedacht. Dank gut abgestimmter Komponenten liefert das Set dabei auch noch lebendigen Klang mit genügend Leistung.

Preis: um 1100 Euro

Hifi sonstiges

Musical Fidelity Merlin


11/2015 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie Audio System 
Vertrieb Audiosysteme, Niedereschach 
Telefon 07728 1064 
Internet www.reichmann-audiosysteme.de 
B x H x T (in mm): 0/0/240 
Eingänge: Bluetooth 1 x RCA (umschaltbar für Phono), 1 x 3,5-mm-Kombi optisch/ analog, 1 x USB Micro-B 
Unterstützte Abtastraten: USB: bis 48 kHz, 16 Bit optisch: bis 96 kHz, 24 Bit 
Ausgänge: 1 x Lautsprecher Stereo, 1 x 3,5-mm-Line/Pre-out, 1 x 3,55-mm-Kopfhörerausgang (vorne 
Leistung (in Watt): max. 40 Watt an 4 Ohm 
checksum „Einfach mal Musik spielen. Einfacher als mit Musical Fidelitys Merlin könnte das nicht sein. Egal ob Smartphone, Laptop oder Plattenspieler, hier wurde an alle gedacht. Dank gut abgestimmter Komponenten liefert das Set dabei auch noch lebendigen Klang mit genügend Leistung.“ 
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Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 14.11.2015, 14:54 Uhr
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