Kategorie: Hifi sonstiges

Netzwerkswitch · Silent Power OMNI LAN


Nicht sauber, sondern rein

Hifi sonstiges Silent Power OMNI LAN im Test, Bild 1
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Wer wirklich alles aus seinem Streamer rausholen will, landet erst bei der Frage, ob ein Netzwerk-Switch eine Verbesserung bewirken kann, und später bei Silent Powers OMNI LAN.

Silent Power? Nie gehört. ifi Audio hingegen ist ein dem HiFi-Kenner seit Jahren vertrauter Name, und genau genommen steckt der auch hinter Silent Power. Nur dass der Hersteller alle Strom- und einige Zubehör- Produkte mittlerweile eben unter Silent Power vermarktet, was vielleicht auch eine gute Idee ist, angesichts des umfangreichen Portfolios von ifi . Bei der leisen Energie finden sich zahlreiche Produkte, die der Klangverbesserung bei Musikwiedergabe per Netzwerk dienen. Etwa Adapter wie der LAN-Silencer, der Störungen aus dem Netzwerk entfernt, oder der USB iPurifier Pro, der Störgeräusche entfernt, indem er Ein- und Ausgang galvanisch voneinander trennt, elektromagnetische und Hochfrequenzinterferenzen eliminiert, um so Audiosignale  reinzuhalten.

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Das wirkt auf Menschen, die nicht knietief in der Netzwerkwiedergabe und ihrer (klanglichen) Fallstricke stecken, wie Voodoo, hat aber seine Daseinsberechtigung und ist in den meisten Fällen gut hörbar. Die Krone jedoch setzt dem Ganzen der OMNI LAN Netzwerkswitch* auf. Er kostet 800 Euro. Das ist ein stolzes Preisschild, welches Verwunderung bei oben genannter Gruppe auslösen dürfte. Da ist es vielleicht erstmal kein Trost, dass andere sogenannte audiophile Netzwerkswitches deutlich mehr kosten.  

Sehr reinlich 


Doch der Reihe nach.

Hifi sonstiges Silent Power OMNI LAN im Test, Bild 3
Sehr edel, hochwertig und tiptop verarbeitet: Der OMNI LAN ist viel zu attraktiv, als dass man ihn verstecken wollte
Warum sollte so ein Gerät überhaupt etwas Positives bewirken, wenn es weitere Signal-Übergänge und längere Signalwege mit sich bringt, etwas, was in der High Fidelity nicht gerade gut beleumundet ist. Außerdem verursacht es, je nach Anspruch, noch Folgekosten, etwa für Spezialkabel. Der mögliche klangliche Vorteil entsteht durch ein reineres, ein bereinigtes Audiosignal. Und um dieses Ziel zu erreichen, betreibt Silent Power einen enormen Aufwand, für den der Preis dann bald gar nicht mehr so hochgegriffen erscheint. Eins vorab: Eigentlich ist dieses Gerät fast zu schade, um es lediglich zwischen Router und Streamer zu klemmen. Es ist für 12 Netzwerkspielpartner konzipiert, will sagen: hier kann man einen riesigen Fuhrpark anstöpseln, und diese Möglichkeit ist halt eingepreist. Ein OMNI LAN mit nur ein oder zwei Ein- und Ausgängen, das wäre für viele sicher noch interessanter. Und siehe da: Mit dem LAN iPurifier Pro bietet Silent Power so ein ähnliches Gerät auch an, allerdings gibt es hier „nur“ die optische galvanische Trennung von Ein- und Ausgang, nicht all die anderen Feinheiten, auf die ich gleich komme. Und so bleiben beim Test bei mir bis auf zwei Ports alle ungenutzt. Einen Port belegt der Router, einen der Volumio Rivo Streamer.   

Umfang  


Beim Auspacken fallen zwei Dinge auf. 1. Ich mag einfach die Art und Weise, wie ifi , Verzeihung, Silent Power, Geräte verpackt. Schnörkellos, aber durchdacht und geschmackvoll. 2. Das Gerät wirkt erheblich hochwertiger, als erwartet. Es hat ordentlich Gewicht und ist absolut sauber zusammengeschraubt. Ein beiliegendes, U-förmiges Bauteil dient als Standfuß, wenn man das Gerät aufrechtstehend betreiben will. Das Display (ja, ein Netzwerkswitch mit Display) richtet sich automatisch aus. Im Karton findet sich noch ein kurzes LAN-Kabel als Verbindungsstück zum Router sowie ein Netzteil. Dies ist jedoch keines der höherwertigen Silent-Power-Modelle (ab 70 Euro), sondern eines, dessen Innereien beim Klopftest nachschwingen ... Für das Maximum an Klang empfiehlt der Hersteller, eines der edleren Netzteile zu verwenden, wir haben ein ifi iPower Elite für 320 Euro mitgeliefert bekommen. Aber auch schon das „nur“ 90 Euro teure iPower2 ist mit 12 oder 15 Volt lieferbar, ebenso das iPower X für 130 Euro.   


Funktion


Im Einsatz übernimmt der OMNI LAN die Aufgabe, das Eingangssignal vom Router gegenüber dem Ausgangssignal zu entkoppeln. Dazu gibt es eine dreistufi ge Isolierung. Die neun Standardports (und der Eingang für ein SFP-Modul) werden von der Schaltung galvanisch durch Übertrager getrennt. Die vier Ultra-Pure-Ports, die speziell für Audio- und Videoanwendungen empfohlen werden (zwei RJ45-Ports, eine M12-Buchse und ein Ausgang für ein Glasfaserkabel), gehen einen Schritt weiter und nutzen zusätzlich einen Optokoppler. Sprich: Das Signal wird in Licht und zurück gewandelt, und steht erst dann an den Pure-Ports bereit. Diese optische Isolierung sorgt für eine vollständige elektrische Trennung zwischen Ein- und Ausgang. Störungen und Interferenzen werden dadurch reduziert. Das Signal wird zusätzlich noch „regeneriert“. Dazu verfügt das Gerät über die von ifi „Global Master Timing System“ genannte Clock-Technologie, die Jitter unterdrückt, und die Taktung der Daten neu generiert. Uff. Hinzu kommt nun aber noch ein Punkt, der ebenfalls eine Klangverbesserung bewirken kann. Die Clock des OMNI LAN ist über einen Clock-Ein-/Ausgang zugänglich. Die interne Femto-Clock des Edel-Switches kann also bei Bedarf (und Vorhandensein einer externen 10-MHz-Clock, leider teuer) nötigenfalls umgangen werden, was allerdings dann schon den absoluten Gipfel der Ausstattung des Anwenders bedeutet. Wer einen Streamer, einen CD-Spieler oder einen D/A-Wandler mit Clock-Eingang besitzt, kann den OMNI LAN als externe Clock für diesen nutzen. Und, noch exotischer: Es gibt drei Erdungs- Modi, die man einstellen kann. DC-RF, RF, und ISO. DC-RF verbindet die Gleichspannungsund die Hochfrequenz-Masse, RF sorgt für eine Hochfrequenz-Masse, im Modus ISO ist das Gerät vollständig galvanisch getrennt, ohne jede Masseverbindung.  

Bedienung

  
Das Gerät ist nicht komplett selbsterklärend, so ist zum Beispiel im Quick Start Guide nicht gekennzeichnet, an welche RRJ45-Buchse denn nun der Router andockt (an eine der Buchsen 1 bis 8, alle Buchsen arbeiten bidirektional). Alle Einstellungen nimmt man entweder über das Menü vor, das man über den Dreh-/Druckknopf bedient. Oder man lädt die für iPhone und Android erhältliche ifi Nexis App runter. Diese App ist aber optional. Im Betrieb zeigt das sehr kleine Display die ein- und ausgehenden Datenraten in Echtzeit an. Das ist für den durchschnittlichen Anwender nicht wichtig, es empfiehlt sich sowieso, das Display auszuschalten, ebenso die Beleuchtung der LAN-Ports. So soll es am besten klingen, aber in erster Linie sieht es so am angenehmsten aus.  

Klang

 
Wie gesagt, bei mir daheim ist der Aufbau denkbar einfach: Von der Fritzbox geht ein LAN-Kabel zum OMNI LAN und von dem wiederum ein LAN-Kabel zum Volumio Rivo. Das ist das erste Mal, dass ich mit Dingen wie einem Switch experimentiere und nach allem, was ich über den Silent Power weiß, sind meine Erwartungen vielleicht etwas zu hoch. Ich habe das Gerät erstmal eingeschleust und zwei Wochen dort belassen, ohne Klangvergleiche zu machen. Beim Hörtest musste ich dann immer nur das LAN-Kabel, das den Volumio mit dem OMNI verbindet rausziehen und in den Router stecken, bzw. umgekehrt, eine Sache von 10 Sekunden. Ich habe mit drei Titeln herumprobiert: „Girl in Amber“ von Nick Caves Live-Album „at Alexandra Palace“ sowie zwei Stücken von der aktuellen Einspielung des Musicals „Sunset Blvd.“, nämlich „Betty’s Pitch“ und das wildere „Schwab’s Drugstore“. Große Unterschiede konnte ich nicht wahrnehmen, ich traue mich aber zu behaupten, dass es mit dem OMNI LAN ein klein wenig besser klingt, im Sinne von: konturierter und voller (Girl in Amber) sowie mit etwas mehr stimmlichem Nachdruck beim Musical, vor allem das schwungvolle Stück wirkte auch minimal schwungvoller, und besser sortiertem Bühneneindruck. Der Effekt ist vergleichbar mit dem, der durch den Wechsel von einem einfachen zu einem hochwertigen Netzteil entsteht. Letztendlich hilft nur, das Gerät selbst auszuprobieren. Jede Netzwerkumgebung ist anders, meine anscheinend ziemlich störungsfrei. Gut möglich, dass der Silent Power OMNI LAN bei Ihnen zu deutlicheren Klangverbesserungen führt. 

Fazit

Ein faszinierendes Gerät, voller guter Ideen und interessanter Lösungen. Wer ein perfekt störungsfreies Netzwerk betreiben möchte, wird wohl kaum eine günstigere Alternative finden.

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Kategorie: Hifi sonstiges

Produkt: Silent Power OMNI LAN

Preis: um 799 Euro

Ganze Bewertung anzeigen


2/2026
5.0 von 5 Sternen

Silent Power OMNI LAN

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Weitere Informationen Silent Power OMNI LAN
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Bewertung 
Verarbeitung: 20%

Performance-Gewinn 50%

Praxis 30%

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie: Netzwerkswitch 
Preis (in Euro) 799 Euro 
Vertrieb: WOD Audio 
Telefon: 06187 900077 
Internet: wodaudio.com 
Ausstattung
Abmessungen (B x H x T in mm) 17 x 14 x 7,5 cm 
Gewicht: 1 kg 
Bandbreite 1000 Mbit/s 
Jitter 0,052 ms 
Paketverluste < 0,1% 
Anschlüsse 8 x LAN, 1 x optisch SFP, externe Clock, Ultra Pure Ausgänge: 1 x optisch SC, 2 x LAN, 1 x M12 
Garantie 1 Jahr 
Preis/Leistung: sehr gut 
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Alexander Rose-Fehling
Autor Alexander Rose-Fehling
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