Kategorie: Hifi sonstiges

Einzeltest: Nessie Vinylcleaner Pro


Meister proper

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Die plattenwaschende Welt hat sich ans Loch-Ness-Monster gewöhnt: Unter dem Label „Nessie“ erschien unlängst das dritte Modell des norddeutschen Herstellers Draabe. Wir haben Probe gewaschen

Es ist Bewegung drin in der Welt der spezialisierten Reinigungsgeräte für Schallplatten: Lange Jahre war der Remscheider Hersteller Hannl (ja, genau, der mit der Rundbürste) in erster Reihe am Markt zu finden, jetzt isser weg: Günter Hannl hat seinen Betrieb schon vor längerer Zeit an Uwe Draabe verkauft. Die Wahrscheinlichkeit, dass die bekannten Hannl-Modelle über kurz oder lang vom Markt verschwinden, dürfte ziemlich hoch sein, Alternativen aus dem Haus des neuen Besitzers gibt‘s jedoch allenthalben. Die „Ur-Nessie“ namens „Vinylmaster“ bildet nach wie vor das Topmodell der Baureihe, nach dem „Nessie Vinylcleaner“ gibt‘s jetzt zusätzlich den „Vinylcleaner Pro“, der mehr oder weniger eine aufgebohrte Version des Vinylcleaners darstellt. Mit 1.350 Euro ist der Preis für die komplett ausgestattete Maschine ziemlich fair, wenn man sich ansieht, in welche Dimensionen sich die Preise für solche Geräte im Laufe der Jahre entwickelt haben.

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Gewiss, man muss die Waschflüssigkeit von Hand auftragen und die Maschine wäscht auch nur eine Plattenseite, weitere Einschränkungen gegenüber den superkomfortablen Geräten am Markt gibt‘s aber nicht. Der Vinylcleaner Pro steckt in einem aus dicken Kunststoffplatten aufgebauten Gehäuse. Das Verbinden der einzelnen Elemente besorgen Aluminiumprofile an den Kanten, in die die Platten eingeschoben werden. Deckel und Boden sind verschraubt. Das ist eine stabile und servicefreundliche Konstruktion. Das Gerät verfügt lediglich über einen einzelnen Taster zur Bedienung, ein Mikrocontroller steuert diverse Komfortfunktionen bei. Das Waschen einer Platte funktioniert so: Die Platte wandert auf den Plattenteller, ein Druck auf besagten Taster lässt den Antrieb mit einem leisen Knurren zum Leben erwachen. Der Hersteller empfiehlt eine „Vorwäsche“ mit einem feuchten Mikrofasertuch, damit dürfen Sie sich jetzt der Plattenoberseite widmen. Damit man besser überall hinkommt, tut der „Plattenpuck“ jetzt auch noch nicht not. Der Tellerantrieb wechselt in regelmäßigen Abständen die Drehzahl, das hilft auch in diesem Stadium schon bei der Entfernung von Verunreinigungen. Jetzt kann man per erneutem Druck auf den Taster den Motor wieder abschalten – muss man aber nicht. Den schweren, das Plattenlabel per Gummilippe gegen Feuchtigkeit schützenden Puck kann man auch so auflegen. Draabe liefert eine 200-Milliliter-Spritzflasche mit dem hauseigenen Reiniger „Vinylin“ mit. Nun gilt es, ein paar Spritzer davon auf die Plattenoberfläche zu praktizieren und den Bürstenarm über die Platte zu schwenken. Jener Arm trägt eine über die gesamte Plattenbreite reichende Bürste mit „Polyamid- Carbonfasern“. Die Bürste ist in der Mitte drehbar aufgehängt und kann so Unebenheiten der Platte problemlos folgen. Der Bürstenarm senkt sich in seiner Endposition automatisch ab und ist dann gegen ein Zurückschwenken arretiert. Spätestens jetzt gilt es den Motor wieder in Betrieb zu nehmen und die Bürste ihr segensreiches Werk tun zu lassen. Sie verteilt das Reinigungsmittel gleichmäßig und „massiert“ die Plattenoberfläche so gut wie möglich. Draabe empfiehlt, die Bürste mindestens 90 Sekunden lang ihren Job machen zu lassen, bei schwierigeren Rückständen darf das gerne auch mal deutlich länger dauern. Ich habe schon Platten eine halbe Stunde lang auf diese Art malträtiert, das macht weder der Platte noch der Maschine etwas aus. Man sollte in solchen Fällen allerdings ab und zu etwas Waschflüssigkeit ergänzen. Der Bürstenarm ist übrigens das hauptsächliche Unterscheidungsmerkmal des „Pro“-Modells zum Standard-Vinylcleaner. Bei ihm muss man die Flüssigkeit mit einer Handbürste verteilen. Das funktioniert zwar auch, macht bei so einer Halbstundenaktion aber definitiv keinen Spaß. Während ich diese Zeilen tippe, arbeitet der Vinylcleaner Pro gerade an meiner „Darkness on the Edge of Town“ von Bruce Springsteen, die irgendwann mal in einer Pfütze (oder so) gelandet sein muss. Jedenfalls ist das ein Moment, in dem ich für den Bürstenarm dankbar bin. Wenn Sie der Meinung sind, dass die Platte nun sauber genug ist, darf die Absaugung ihren Job antreten. Die funktioniert mit einer eingebauten Turbine, die Dreck und Reinigungsmittelrückstände über den geschlitzten Saugarm abpumpt. Wie bei anderen Konstruktionen dieser Art auch, sorgen Filzstreifen links und rechts des Schlitzes für den Schutz der Platte. Die Turbine nimmt ihre Arbeit automatisch auf, wenn der Saugarm in seiner vorgesehenen Position angekommen ist. Ein kleiner Schubser von oben lässt ihn sicher auf der Platte landen. Der Absaugvorgang passiert mit sehr erträglicher Lautstärke, die Geräuschdämmung im Gehäuseinneren funktioniert ziemlich gut. Außerdem dauert das „Staubsaugergeräusch“ lediglich anderthalb Umdrehungen in die eine und anderthalb Umdrehungen in die andere Richtung, dann ist die Platte in aller Regel trocken und die Absaugung schaltet automatisch ab. Die Gelehrten streiten sich noch, ob der Bürstenarm beim Absaugen auf der Platte verbleiben sollte oder ob man ihn vorher zurückschwenken sollte. Ich plädiere fürs Drauflassen, dann gibt‘s meiner Erfahrung nach keinerlei „Schmutzkante“ mehr – ohnehin neigt die Maschine nur in geringem Umfang zum Ausbilden einer solchen auf der Plattenoberfläche. Und was ist mit Singles und EPs? Sieben und zehn Zoll durchmessende Platten sind für den Vinylcleaner Pro ebenfalls kein Problem. Zum Lieferumfang gehören Abdeckungen für den Saugarm, die seine „Wirkungsbreite“ entsprechend reduzieren. Auch gibt‘s passende Moosgummimatten für den Plattenteller serienmäßig. Und was passiert mit der abgesaugten Reinigungsflüssigkeit nebst Dreck? Die verschwinden erst einmal in einem Tank im Geräteinneren. Der muss von Zeit zu Zeit geleert werden, dafür gibt‘s einen am Ende mit einer Klammer verschlossenen Gummischlauch, der an der Geräteunterseite austritt. Diese etwas hemdsärmelige Konstruktion hat sich bei praktisch allen Plattenwaschmaschinen am Markt durchgesetzt, sie funktioniert in der Praxis halt ziemlich gut. Die Reinigungsleistung des Vinylcleaner Pro ist tadellos. Ich habe keine Platte gefunden, die ich mit dem Gerät nicht rückstandsfrei sauber bekommen habe, und darauf kommt‘s ja in letzter Konsequenz an. In Sachen Verarbeitung ist das Gerät ohne Fehl und Tadel. Alle Kunststoffteile sind professionell aus stabilem Material gefräst, sowohl der Antriebsmotor für den Teller als auch die Absaugturbine sind langlebige Industriekomponenten. Die Mikrocontrollersteuerung ist eine Eigenentwicklung und ebenfalls hochwertig produziert. Raum für Kritik bleibt da keiner, zumal ich die Preisgestaltung des Gerätes für ziemlich fair erachte. Also: Wenn Sie noch keine haben – das hier ist die Plattenwaschmaschine, die man braucht!

Fazit

Robust, relativ leise, einfach in der Handhabung – der Vinylcleaner Pro bietet alles, was eine Plattenwaschmaschine können muss.

Preis: um 1350 Euro

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Nessie Vinylcleaner Pro


11/2018 - Holger Barske

Ausstattung & technische Daten 
Preis: 1.350 Euro 
Vertrieb: Draabe Technologies, Seevetal 
Telefon: 04185 7974843 
Internet: www.vinyl-master.de 
Garantie ( in Jahre):
B x H x T (in mm): 330/250/300 
Gewicht: ca. 7 kg 
Unterm Strich ... Robust, relativ leise, einfach in der Handhabung – der Vinylcleaner Pro bietet alles, was eine Plattenwaschmaschine können muss 
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Autor Holger Barske
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Datum 04.11.2018, 14:54 Uhr
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