Kategorie: Hifi sonstiges

Einzeltest: Rose RS201E


Bouquet

Hifi sonstiges Rose RS201E im Test, Bild 1
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Wer bewusst auf schönes Design setzt, dem wird gerne unterstellt, er sei oberflächlich. Roses RS201E kann deutlich mehr, als nur gut auszusehen.

Wenn er Schönheit mit Metaphern beschreiben möchte, dann wählt der geneigte Poet gerne die Blume seiner Wahl, und in den meisten Fällen ist dies die Rose. Genau dieses bezaubernde Pflänzchen hat sich auch die koreanische Firma Citech zum Vorbild genommen, um unter dem Namen Rose Audiogeräte zu bauen, die ebenfalls durch ihre Schönheit überzeugen. Das betrifft einerseits das Design der Geräte, das bereits vielfach ausgezeichnet wurde, aber auch den Klang und die Bedienung. Drei wichtige Faktoren, die alle ihre Tücken besitzen und die wir uns bei unserem Testgerät, dem RS201E genauer anschauen wollten. Die Optik von modernen Streamingsystemen ist tatsächlich etwas, was man an digitalem HiFi kritisieren kann.

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Während analoge Anlagen durch chromblitzende Teile, beleuchtete Röhren und faszinierende Mechanik eigentlich immer etwas hermachen, sieht es bei Daten und DACs etwas dröger aus. Hier reicht meist ein einfaches, kantiges Gehäuse aus. Auf Anzeigen und Tasten kann man bei vielen Systemen völlig verzichten, und Transistoren und Microchips verbreiten deutlich weniger Faszination als sich bewegende Hebel und Riemen. Der RS201E allerdings macht einiges her. Für die Form beschränkt man sich auf einen Quader mit glatten Oberflächen und geraden Kanten, doch der Minimalismus steht dem Gerät ausgezeichnet. Front und Oberseite sind aus einem einzelnen Stück gebürstetem Aluminium gefertigt und bieten angenehme Haptik. Dazu kommt ein kleines Logo hier und ein winziger Schriftzug dort. Das war es dann auch schon. Der Rest der Elemente dient tatsächlich der Nutzung des Gerätes. Primär ist dafür das riesige Display an der Front gedacht, das sich beinahe 23 der verfügbaren 27 Zentimeter Breite einverleibt. Hell, kontrastreich und mit leuchtenden Farben vermittelt es zahlreiche Informationen und dient per Berührung auch als Benutzeroberfläche für das Betriebssystem des RS201E. Für eine bequemere Lautstärkeregelung hat man sich bei Rose dann dennoch für einen winzigen Hauch Mechanik entschieden und verbaute an der rechten Seite einen kleinen federgelagerten Hebel, der gerade bei der Nutzung des darunter befindlichen Kopfhörerausgangs praktisch ist. Einen Punkt, den Rose bei seinem botanischen Vergleich ausließ, ist die Schönheit eines besonders vielseitigen Systems. Bezieht man diesen Punkt ebenfalls ein, kommt man beim RS201E mit einer einzelnen Blume kaum aus. Da müsste es schon der ganze Strauch sein. In erster Linie handelt es sich hier natürlich um ein Streamingsystem, das in der Lage ist, lokale Musikspeicher auszulesen und Musik über das Netzwerk abzuspielen. Das funktioniert mit vielen gängigen Formaten wie FLAC, WAV und DSD. Apples Audiocodes AAC, ALAC und AIFF werden nicht unterstützt. Die Wandlersektion mit dem verwendeten ES9018K2M liefert umfangreiche HiRes-Fähigkeiten mit Auflösungen bis zu 384 kHz für PCM und 11,2 MHz für DSD. Neben den Signalen, die per Netzwerk ankommen, kann der RS201E auch noch eine Menge lokaler Quellen verwenden. Zwei USB-Anschlüsse bieten Zugang für Speichersticks und Festplatten, während der kleine Slot daneben MicroSD-Karten entgegennehmen kann. Dazu gibt es an der Unterseite des Gerätes unter einer Abdeckung ein Fach, in dem eine 2,5-Zoll-Festplatte direkt in das System eingesetzt werden kann. Dabei werden die Daten nicht nur dem Player zur Verfügung gestellt, sondern auch über das Netzwerk freigegeben, sodass man den RS201E als Musikserver einsetzen kann. Auch externe Quellen nimmt das System gerne an. Digital geht dies per USBC und einem optischen S/PDIF-Eingang, während analoge Geräte einen Cinch-Anschluss nutzen können. Die Anschluss- und Funktionsvielfalt des RS201E ist schlicht hervorragend. Fernsehers oder Monitors an, der per HDMI mit dem RS201 verbunden werden kann. Auch hier zeigt sich aber der Fokus auf Musik, denn unter dem Menüpunkt Rose Tube bekommt man bereits beliebte Musikvideos und Neuheiten der verschiedenen Genres angezeigt. Eine freie Suche aller Inhalte von Youtube ist aber wie gesagt ebenso möglich. Damit wären wir dann auch schon bei der Bedienung des RS201E angelangt und damit zurück bei den angestrebten Zielen des Herstellers. Hier macht sich der Touchscreen ausgesprochen gut und bietet ein gutes haptisches Feedback. Der Hauptbildschirm bietet sieben Schnellzugriffsmenüs, die mit verschiedenen Designpresets angepasst werden können. Unter Uhr werden Zeit und Wetter angezeigt, wobei man erneut aus verschiedenen Designvarianten wählen kann. Die Punkte Video und Musik führen zu den entsprechenden Speicherorten, die dann nach dem gewünschten Film oder Album durchsucht werden können. RoseTube ist die angesprochene Youtube-Integration, und Tidal führt den Nutzer direkt zum beliebten Streamingdienst. Die letzten beiden Menüpunkte bieten einen Internetradiodienst und Podcasts, bei denen erneut beliebte Sendungen vorgeschlagen werden oder gewünschte Kanäle gesucht werden können. Auswahl und Suche funktionieren in allen Menüpunkten gut und die Steuerung des Gerätes geht intuitiv von der Hand. Gerade Android-Nutzer finden sich hier schnell zurecht, denn auch das OS des RS201E basiert auf Googles Betriebssystem. Einzig die Lokalisation der Software ist momentan noch teilweise lückenhaft. Manche deutschen Begriffe sind eher holprig übersetzt und hier und da findet man noch koreanische Schriftzeichen. Diese treten zwar meist in klar identifizierbarem Kontext auf, doch hier sollte noch einmal per Update nachgeholfen werden. Man kann es als kleinen Dorn an der Rose verstehen. Neben der guten Bedienung am Gerät stehen auch gleich zwei kostenlose Apps für iOS- und Android-Geräte zur Verfügung. Die App RoseWare beschränkt sich rein auf das Audiostreaming. Speicher werden hier übersichtlich dargestellt und Musik lässt sich schnell und zuverlässig auswählen. Weitere Features gibt es keine, was der guten Funktionalität keinerlei Abbruch tut. Möchte man hingegen alle Features des RS201E per Tablet steuern, wird die App RoseConnect benötigt. Deutlich aufwendiger designt bietet eine Seitenleiste hier direkten Zugriff auf die sieben Untermenüs, während mit einem kleinen Button am oberen Bildschirmrand die Tasten der ebenfalls beigelegten Fernbedienung eingeblendet werden. Auch RoseConnect macht seine Arbeit so weit gut und lässt sich nach wenigen Minuten intuitiv bedienen. Erneut gibt es aber einige Fehler bei der Übersetzung. Dazu kommt, dass die für den Test verwendete Softwareversion (0.9) ab und an ein paar Probleme mit der Stabilität hatte, was einen Neustart der App nach sich zog. Kein Drama, aber durchaus ein Update wert. Alles in allem sind die Bedienungsvarianten des doch recht komplexen Gerätes sehr gut gelungen. Schon nach kurzer zeit findet man sich überall zurecht und auch die Reaktionsgeschwindigkeit des Systems ist ordentlich. So macht sich der RS201E mit seinem eleganten Design und den hübschen Menüs und den vielen Funktionen hervorragend in einer modernen Wohnung. Ein Pärchen Lautsprecher dazu, und schon ist die Anlage fertig. Oder man nutzt das kompakte All-in-one- System in Kombination mit dem Fernseher als Multimediazentrale und zur Verbesserung des Fernsehtons. Auch in dieser letzten Disziplin hat der RS201E nämlich einiges zu bieten. Ein Class-D-Verstärker gibt seine Leistung an einen Satz schlanker, aber fester Lautsprecherklemmen weiter. Im Labor entwickelte der Verstärker ziemlich genau 50 Watt pro Kanal bei  einer Impedanz von vier Ohm. Danach regelt das System ab und erhöht die Leistung nicht weiter, um Überhitzung oder Beschädigungen zu vermeiden. Selbst recht große Regalboxen trieb der RS201 im Test problemlos an und man hatte durchaus noch ein wenig Spielraum nach oben, als die übliche Lautstärke bereits überschritten war. Zu den durchweg recht geringen Klirrwerten der Endstufe kommt ein ausgezeichneter Rauschabstand von etwa 98 dB, der eine tolle Dynamik ermöglicht. Diese zeichnet für den großen Spaßfaktor verantwortlich, den der Sound des RS201E besitzt. Knackig und mit gutem Druck riss Tools neuestes Album sofort mit. Jeder Schlagzeugeinsatz sitzt und die gute Räumlichkeit verleitete dazu, dass man mit dem Kopf praktisch den Sticks bei ihrer Wanderung über das Drumkit folgte. Der ESS-DAC liefert schöne Details und trotz der eigentlich eher neutralen Charakteristik des Chips spielt der RS201E mit einem Hauch von analoger Wärme, die dem Klang sehr zugutekommt und ein lebendiges und immersives Musikerlebnis schafft. Der Vergleich zum floralen Vorbild ist also keineswegs zu weit hergeholt, denn Rose liefert mit dem RS201E ein wirklich schönes System. Enorme Funktionsvielfalt, ein elegantes Äußeres und toller Klang wissen zu gefallen, genau wie die gut umgesetzte Bedienung. Dazu kommt letztlich auch das tolle Preis-Leistungs-Verhältnis, das das kompakte All-in-one-System zu einer echten Empfehlung macht.

Fazit

Flexibel einsetzbar und klasse zu bedienen, ist der Rose RS201E ein ausgezeichnetes All-in-one-System, das neben seiner Funktionsvielfalt auch mit seinem Sound und Design überzeugen kann.

Preis: um 1800 Euro

Ganze Bewertung anzeigen

Hifi sonstiges

Rose RS201E

Spitzenklasse

4.5 von 5 Sternen

02/2020 - Philipp Schneckenburger

Bewertung 
Klang 40%

Bedienung: 30%

Ausstattung: 30%

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie All-in-one-System 
Vertrieb AudioNext, Essen 
Telefon 0201 79939404 
Internet www.audiodomain.de 
B x H x T (in mm): 278/76/202 
Eingänge: 1 x Ethernet, WLAN, Bluetooth, 2 x USB-A, 1 x Toslink optisch, 1 x USB-C, 1 x MicroSD, 1 x SATA (Innen) 
Unterstützte Formate: MP3, WMA, APE, FLAC, WAV, DSD 
Unterstützte Abtastraten: PCM bis 384 kHz, 32 Bit; DSD bis DSD256, 11,2 MHz, 1 Bit 
Ausgänge: 1 x Lautsprecher Stereo, 1 x RCA Pre-Out, 1 x HMDI, 1 x Toslink optisch, 1 x 2,5-mm-Kopfhörerausgang 
Leistung: etwa 50 Watt an 4 Ohm / etwa 25 Watt an 8 Ohm 
Klasse Spitzenklasse 
Preis/Leistung hervorragend 
checksum „Flexibel einsetzbar und klasse zu bedienen, ist der Rose RS201E ein ausgezeichnetes All-in-one-System, das neben seiner Funktionsvielfalt auch mit seinem Sound und Design überzeugen kann.” 
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Philipp Schneckenburger
Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 14.02.2020, 15:36 Uhr
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