Kategorie: Hifi sonstiges

Einzeltest: Sonus Faber Sf16


Faber, Sonus faber!

Hifi sonstiges Sonus Faber Sf16 im Test, Bild 1
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Das Streben nach Exklusivität liegt wohl in den Genen der meisten High-End-HiFi-Herstellern. Sonus faber bietet mehr als Floskeln.

Wenn man ein Hi-Fi-System kauft, dann achtet man normalerweise auf bestimmte Dinge wie Klang, Funktionsumfang, Optik und dergleichen. Der Seriennummer kommt maximal dann Beachtung zu, wenn mal etwas nicht funktioniert und der Kundenservice nachfragt, um genauere Information zu erhalten, mit denen der Nutzer selbst wohl nur in den wenigsten Fällen etwas anfangen kann. Meist handelt es sich außerdem um vergleichbar uninteressante Kombinationen aus Buchstaben und Zahlen, ohne scheinbaren Zusammenhang. Unser Testgerät trägt seine Seriennummer allerdings an recht prominenter Stelle genau neben dem Anschlussfeld und ist außerdem durchaus von Relevanz geprägt. Anstatt eines Aufklebers wurde hier säuberlich mit der Hand die dem Gerät zugehörige Nummer eingetragen, so dass dort nun passenderweise die Ziffern 007 auftauchen.

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Vom Bezug auf den berühmten Spion im Dienste Ihrer Majestät einmal abgesehen, sagt diese Zahl noch etwas anderes aus, denn allein das Beschränken auf nur drei Stellen zeigt, wo man sich hier bewegt. Das Gerät, an dem diese Ziffern prangen, ist ein Sonus faber Sf16. Einem von nur etwa 200 Geräten, die im Jahr hergestellt werden, und zwar weltweit. Käufer dieses Systems können sich also durchaus zu einem exklusiven Kreis zählen, denn selbst unser Testgerät mussten wir auf Grund der stark limitierten Zahlen aus privater Hand des deutschen Vertriebes erhalten. Doch Stückzahlen allein sind nur zum Teil ausschlaggebend für die Exklusivität des Sf16, denn auch unabhängig von der Auflage ist das System in praktisch allen Belangen etwas Besonderes. Konzipiert wurde er als Reminiszenz an den Sonus faber Snail, der im Jahr 1980 das Licht der Welt erblickte. Ähnlich wie der legendäre Lautsprecher von einst besteht auch der Sf16 im Prinzip aus drei Teilen, einer Mittelsektion und zwei Satelliten, auch wenn man aufgrund der heutigen technischen Möglichkeiten die Größe deutlich reduzieren konnte. Ihn als Kompaktsystem zu beschreiben, wäre allerdings wenig zutreffend, denn mit 23 Kilogramm und einer maximalen Spannweite von über einem Meter sollte man dem Sf16 schon einen speziellen Platz einräumen. Auch aus optischen Gründen darf das Komplettsystem ruhig etwas prominenter aufgestellt werden, denn Sonus faber mangelt es nicht an Verständnis für Design und Verarbeitung. Das Mittelteil des Sf16 besteht aus zwei Holzteilen, die in der Mitte von einem Gestell aus Aluminium gehalten werden. So durchbricht das silbern schimmernde Band die Wallnuss-Oberfläche, die zu den Seiten hin leicht abfällt, an den Kanten schräg nach innen läuft und unten erneut bogenförmig zusammenläuft. An der Front verbirgt schwarzer Akustikstoff den Blick auf die technischen Komponenten des Systems. Gehalten wird der Korpus von einem schmalen Fuß, der an der Front mit einer hellen Lampe versehen ist, was den Sf16 schwebend erscheinen lässt. Um die Lampe erstrahlen zu lassen, ist allerdings das Betätigen des großen Power-Knopfes vonnöten, der sich prominent in der Mitte des kleinen Tastenfeldes auf der Oberseite befindet. Ein kurzes Tippen, und neben der Illumination beginnt der Sf16 auch an anderer Stelle zu arbeiten. Zwei zuvor in der Seite versteckte Satelliten fahren aus dem Gerät heraus. Angetrieben von je einem bürstenlosen Elektromotor nehmen sich die Arme aus Aluminium und Carbon etwas Zeit, um die Ausleger in ihre vorgesehene Position zu bringen. Ein Vorgang, der hier scheinbar zelebriert wird und auch nach vielfachem Ein- und Ausschalten kaum von seiner Faszination verliert. In den Auslegern befinden sich verschiedene Treiber, die durch das mechanische Spektakel in eine akustisch vorteilhafte Lage gebracht werden. Jeweils zwei Zwei-Zoll-Mitteltöner mit Aluminium-Magnesium-Membran werden hier von Neodymmagneten angetrieben. So strahlt pro Seite je ein Mitteltöner nach vorne und ein weiterer nach hinten ab. Ergänzt werden sie in ihrer Arbeit von jeweils einem 5/8-Zoll großen Hochtöner mit Seidenkalotte, die ebenfalls in beide Richtungen abstrahlen. Insgesamt kümmern sich also je vier Hoch- und Mitteltöner um die Schallwandlung des Sf16. Der Mittelteil hingegen ist hauptsächlich für die Schaffung des Tieftons konzipiert. Auch hier setzt Sonus faber auf eigens angefertigte Aluminium-Magnesium-Treiber. Mit besonders langem Hub sollen die fünf Zoll großen Treiber ihr Ziel von kräftiger Basswiedergabe erreichen. Obwohl es dank der Abdeckungen nicht den Anschein hat, ist der Sf16 offen konstruiert und besitzt ein Bassreflexrohr, um im unteren Frequenzbereich noch ein wenig mehr leisten zu können. Auch den Endstufen des Systems mangelt es nicht an Leistung. Insgesamt werden die verschiedenen Treiber des All-in-one-Systems von satten 1400 Watt angetrieben. Damit übertrifft Sonus faber die Kapazitäten von üblichen Komplettsystemen deutlich und stellt selbst viele ausgewachsene HiFi-Anlagen in den Schatten. Um diese Leistung nutzen zu können, bietet der Sf16 verschiedene Möglichkeiten. Auf dem angesprochenen Anschlusspanel auf der Rückseite befinden sich hierzu ein optischer und ein koaxialer Digitaleingang für die Übertragung von S/PDIF-Signalen. Auch analoge Quellgeräte können dank einem zusätzlichen Cinch-Eingang mit dem Sf16 verbunden werden. Auf der Oberseite bei nden sich dafür die passenden Quellenwahltasten, mit denen jeder Anschluss direkt ausgewählt werden kann. Allerdings widerspricht die Verbindung mit anderen Quellgeräten ein wenig dem Konzept des Sf16, der als Plug-and-Play-Gerät konstruiert wurde. Möglichst frei stehend, prominent und sichtbar im Raum platziert, macht sich das System am besten mit möglichst wenig Kabeln. Aus diesem Grund verfügt Sonus fabers edler Lautsprecher über ein eingebautes Streaming-Modul. Per WLAN in ein Netzwerk eingebunden benötigt der Sf16 also lediglich ein Stromkabel, um die komplette Musikunterhaltung zu übernehmen. Selbst bei der Einrichtung des Systems für die Netzwerkwiedergabe ist kein Kabel vonnöten. Stattdessen stellt das Gerät bei der Aufstellung sein eigenes Netzwerk zur Verfügung, so dass man sich mit dem Tablet oder Smartphone verbinden und dem System die korrekten Anmeldedaten mitteilen kann. Ein Vorgang, der nur wenige Momente dauert, so dass mit dem Sf16 vom Auspacken bis zum Musikspielen weniger als fünf Minuten vergehen. Die Streamingeinheit, die der italienische Lautsprecherspezialist im Sf16 verwendet, basiert auf dem Play-Fi-System von DTS, deren App auch für die Einrichtung und Nutzung des Gerätes benötigt wird. Damit lässt sich der Lautsprecher in ein Multiroom-System einbinden, bei dem verschiedene Play-Fi Geräte in Zonen eingeteilt werden können. In der App erhält man Zugriff auf Musikspeicher, die sich im gleichen Netzwerk befinden, um von dort Titel und Alben auszuwählen. Ergänzend sind in die App eine ganze Reihe verschiedener Onlinedienste integriert, die man ebenfalls nach dem gewünschten Stück durchsuchen kann. Voraussetzung ist bei den meisten allerdings das passende Abo. Mit Qobuz, Tidal, Deezer, Spotify und Amazon Music sind große Namen vertreten, ebenso wie einige Dienste, die in Deutschland weniger verbreitet sind. Auch zwei Internetradioservices sind an Bord, falls man mal keine Lust haben sollte, sich selbst eine Playlist zu erstellen. Der Streamer verarbeitet natürlich alle gängigen Formate, angefangen bei MP3 und AAC, ermöglicht durch die Unterstützung von FLAC und ALAC, aber auch das Abspielen von Musik in höherer Qualität. Der interne D/A-Wandler ist in der Lage, PCM-Signale mit einer maximalen Abtastrate von 192 kHz zu verarbeiten, bei einer Worttiefe von 24 Bit. Die übersichtlich gestaltete App ermöglicht das schnelle Auffinden des gewünschten Albums, die alle mit passendem Coverbild dargestellt werden. Auch bei der Suche nach weiterer Musik wird der gerade laufende Titel stets am unteren Bildschirmrand angezeigt. Ein kurzes Tippen auf diesen Bereich führt einen dann zum Wiedergabebildschirm, in dem weitere Abspielfunktionen verfügbar sind. Stets erreichbar sind hingegen die Pause-Taste und die Lautstärkeregelung, was sehr zu begrüßen ist. Zu oft sucht man in manch anderen Apps in verschiedenen Untermenüs nach dem richtigen Bildschirm, nur um kurz die Wiedergabe zu unterbrechen, wenn das Telefon klingelt. Hier reicht ein Fingerwischen und schon verändert der wunderbar latenzfreie Schieberegler den Schalldruck. Neben der App lassen sich Lautstärke und Quelle auch mit der schön gearbeiteten Fernbedienung des Sf16 auswählen. Diese bietet, ebenso wie das Bedienfeld an der Oberseite, die Möglichkeit die beiden Arme in die gewünschte Position zu verbringen. Fahren diese beim Einschalten nämlich nur ein Stück heraus, lassen sich die Hoch-Mittelton-Sektionen des Sf16 per Knopfdruck noch weiter herausfahren, um das Hörfeld deutlich zu vergrößern. So entwickelt das System seinen vollen Klang, der sich dank der Abstrahlung in beide Richtungen wunderbar im Raum verbreitet. So kann auch aus einem Winkel heraus noch der ganze Frequenzbereich erfasst werden, was eine flexiblere Aufstellung des Gerätes ermöglicht. Die beiden Tieftöner im Korpus des Lautsprechers erweisen sich als durchaus potent. Weniger konzentriert, sondern eher diffus verteilt sich der kräftige Tiefton und schafft ein wunderbares Bassfundament. Im Mittelton bringen die Treiber aus der Aluminium-Magensium-Legierung klare Ergebnisse und schaffen es, eine Menge Details zu übertragen, die bei akustischen Gitarren und Pianos mit toller Dynamik kombiniert werden. Die 1400 Watt der Endstufen schaf en es, auch größere und bedämpfte Räume zu beschallen, so dass man eventuell ein wütendes Klopfen von den Nachbarn ernten kann, sollte man es ein wenig übertreiben. Sonus faber hat mit dem Sf16 einfach etwas Besonderes geschaffen. Dies liegt sogar weniger an den limitierten Stückzahlen, die vom Hersteller ausgegeben werden, sondern vor allem am Konzept selbst und seiner Umsetzung. Das außergewöhnliche Design mag Geschmackssache sein, denn mancher findet an dem runden Holzkörper und den herausstehenden Armen keinen Gefallen. Die Verarbeitungsqualität lässt hingegen keine Diskussionen zu und entspricht dem, was man von Sonus faber und dem vorhandenen Preisschild erwartet. Technisch überzeugen das Plug-and-Play-Konzept und die komfortable Bedienung des Streamingsystems. Mit dem Sf16 erhält man ein ausgefeiltes Musiksystem, das hohe Ansprüche erfüllt und in Sachen Exklusivität ganz oben mitspielt.

Fazit

Sonus fabers Sf16 ist mehr als eine Reminiszenz. Er ist die Verkörperung von exklusivem HiFi mit modernen Ansprüchen. Das edle Komplettsystem ist eine unkomplizierte Möglichkeit, eine ganze Anlage zu ersetzen, und trotzdem gut Musik hören zu können. Bei nur 200 Exemplaren im Jahr wird ein Sf16 außerdem immer etwas Besonderes sein.

Kategorie: Hifi sonstiges

Produkt: Sonus Faber Sf16

Preis: um 10000 Euro


7/2018
 
Ausstattung & technische Daten 
Kategorie All-in-one-Lautsprecher 
Vertrieb Audio Reference, Hamburg 
Telefon 040 53320359 
Internet www.audio-reference.de 
B x H x T: 640/ 1080 x 230/ 263 x 415 mm (geschlossen/ offen) 
Eingänge: 1 x S/PDIF koaxial 
Unterstützte Formate: gängige PCM-Formate 
Unterstützte Abtastraten: bis 192 kHz, 24 Bit 
Bestückung: 2 x 5-Zoll-Tieftöner, 4 x 2-Zoll-Mitteltöner, 4 x 5/8-Zoll-Hochtöner 
Leistung: etwa 1400 Watt 
checksum Sonus fabers Sf16 ist mehr als eine Reminiszenz. Er ist die Verkörperung von exklusivem HiFi mit modernen Ansprüchen. Das edle Komplettsystem ist eine unkomplizierte Möglichkeit, eine ganze Anlage zu ersetzen, und trotzdem gut Musik hören zu können. Bei nur 200 Exemplaren im Jahr wird ein Sf16 außerdem immer etwas Besonderes sein 
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Philipp Schneckenburger
Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 06.07.2018, 10:02 Uhr
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Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
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