Kategorie: Hifi sonstiges

Einzeltest: Stromtank S 2500 Quantum


Quantenmechanik

Hifi sonstiges Stromtank S 2500 Quantum im Test, Bild 1
20084

Jetzt sollte man doch meinen, dass Stromtank mit seinen vollkommen kompromisslosen Akkuversorgungssystemen für HiFi-Anlagen den Gipfel des Machbaren schon vor Jahren erklommen hat. Stimmt auch – fast

Genau. Das sind diese hünenhaften Maschinen, die einen Gutteil zumindest ihrer vordergründigen Faszination daher beziehen, dass mittig auf der Front ein großes Bullauge geradezu magisch grün leuchtet. Und ein herrlich altmodischer Zeiger perfekt analog Auskunft darüber gibt, was mit dem Energiehaushalt des Gerätes gerade so vor sich geht.

Kennen Sie nicht? Das ist nicht gänzlich auszuschließen, denn „Stromtanks“ sind schon aufgrund ihres kernigen Einstandspreises eine rare Spezies, die sich in freier Wildbahn nur sehr selten ausmachen lassen. Was nichts daran ändert, dass sie das definitiv beste erhältliche Mittel zur Stromversorgung einer HiFi-Anlage sind.

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Zumindest dann, wenn selbige nicht abstruse Mengen von Energie verbraucht und Sie nicht der Typ für ununterbrochene mehrtägige Hördurchgänge sind.

Stromtanks werden in Berlin gebaut und stammen von einem kleinen hochspezialisierten Unternehmen, dessen Kernkompetenz im Bereich alternativer Energieerzeugung liegt. Sprich: „Winbat Technology“ baut Kleinwindkraftanlagen und dazu passende Energiespeichersysteme. Damit‘s auch Strom gibt, wenn der Wind mal nicht pustet – oder die Sonne nicht scheint, Photovoltaikanlagen sind an diese Speichersysteme auch anschließbar. Und wenn zum Speichern von Strom gerade kein See mit Pumpspeicherwerk vorhanden ist oder die Dimensionen der Lösung ein paar Größenordnungen darunter angesiedelt sein sollen, dann greift man zu Akkumulatoren. Das ist eine seit 100 Jahre bewährte Technik und jeder Autofahrer kennt den dicken Blei-Säure-Klotz, der dafür sorgt, dass die Karre morgens auch anspringt. Auch wenn Bleiakkus in all ihren diversen Gestehungsformen eine robuste und bewährte Angelegenheit sind – der Stand der Dinge in Sachen Akkutechnologie sind sie nicht. Sie nicht und die aus dem heutigen täglichen Leben nicht mehr wegzudenkenden Lithium-Ionen- und Lithium-Polymer-Akkus auch nicht.

Sie wissen schon, die, die in ihrem Smartphone oder Tablet stecken, auf dem Sie diese Zeilen womöglich gerade lesen. Die, die es in der Regel nach drei Jahren hinter sich haben. Für professionelle Stromspeicher ist das nicht tolerabel, deshalb setzt Winbat dort auf Akkus in Lithium-Eisen-Phosphat-Technik. Diese erlauben eine deutlich höherer „Zyklenzahl“, also mehr Lade- und Entladevorgänge als alle anderen im industriellen Maßstab produzierten Akkus, außerdem verfügen sie über eine sehr geringe Selbstentladung. Unter dem Label Stromtank fertigt Winbat nunmehr schon eine ganze Weile Hi-Fi-gerechte Zwischenspeicher, die auf der gleichen Technologie basieren, nur eben nicht per Wind- oder Sonnenenergie geladen werden, sondern ganz einfach aus dem Lichtnetz.

Der Witz dabei ist, dass der Strom dabei genau so launisch sein darf wie das, was Sonne und Wind liefern. Und außerdem auch mit irgendwelchem hochfrequenten Störungen verunreingt. Weil: Wenn die Anlage am Stromtank läuft, dann hat der Netzeingang Pause. Will sagen: Dann besteht keinerlei Verbindung zum Netz, die Anlage bezieht Ihre Energie ausschließlich aus dem Inhalt der eingebauten Lithium-Eisen-Phosphat („LiFePo4“)-Akkus. Natürlich sind Akkus Gleichspannungslieferanten, ihre Energiefluten müssen erst mit einer geeigneten Technik in eine 230-Volt-Netzspannung verwandelt werden. Kein Problem, diese Technologie beherrscht man im Unternehmen schon vom Tagesgeschäft her.

In der Praxis stellt sich diese Baugruppe als leistungsfähiger Schaltregler dar, der in einem sorgsam abgedichteten Abschirmgehäuse im Inneren eines Stromtanks sitzt. Unser heutiger Proband ist das Modell „S 2500 Quantum“ und stellt eine besondere Variante des „normalen“ S 2500 dar, den wir Ihnen bereits in LP 1/2019 vorgestellt haben. Mit Quanteneffekten haben die Unterschiede zwischen beiden Geräten herzlich wenig zu tun, dafür aber mit ganz pragmatischem Ingenieursgeist, der den „Quantum“ noch besser machen soll als das Original. Äußerlich unterscheiden sich beide nur durch die Typenbezeichnung auf der Front, die Neuerungen stecken ausschließlich im Inneren. Kurz gesagt besteht der „Quantensprung“ darin, die Systemspannung der Akku-Abteilung von 24 auf 48 Volt zu erhöhen. Sprich: Während im ursprünglichen S 2500 acht Akkus im Milchtütenformat mit einer Nennkapazität von 100 Ampèrestunden bei einer Zellenspannung von 3,2 Volt stecken, sind es in der Quantum-Ausgabe 16 kleinere Modelle mit 40 Ampèrestunden.

Die Nennkapazität der Anordnung ist damit zwar etwas geringer geworden, das hat sich in der Praxis aber als unproblematisch erwiesen: Auch relativ leistungshungrige Setups laufen am Quantum etliche Stunden, ohne dass man irgendetwas nachladen müsste. Was, so ganz nebenbei bemerkt, auch kein Beinbruch wäre, denn das Gerät macht sich auch mit zugeschaltetem Ladeteil deutlich klangverbessernd bemerkbar. Seine Akkus laden kann der S 2500 Quatum ohnehin deutlich schneller als das Schwestermodell: Der nominelle Ladestrom wurde von acht auf zehn Ampère erhöht, außerdem braucht‘s wegen der doppelten Systemspannung nur noch den halben Strom, das heißt: In der Praxis sind die Akkus des S 2500 Quantum mehr als doppelt so schnell wieder voll. Das mit „doppelte Spannung bedingt halben Strom bei gleicher Leistung“ macht sich auch auf der „Entladeseite“ segensreich bemerkbar.

Weil im System nunmehr nur noch der halbe Strom fließt, konnte die Dauerbelastbarkeit des Gerätes von 550 auf 650 VA erhöht werden, kurzzeitig sind nunmehr sogar 2600 statt 2300 VA drin – was aber ein eher akademischer Wert sein sollte. Die geringeren Ströme im Spannungswandler sorgen außerdem für eine noch ruhigere Ausgangsspanung. Die Kehrseite der Medaille: 16 Akkus erforden 16 individuelle Überwachungsplatinen und damit doppelt so viele wie beim Ur-2500er, was den Aufpreis des neuen Modells erklärt, es steht mit 22500 Euro zu Buche – respektive, 22900 Euro für die hochglanzschwarze Version. Hüben wie drüben gilt: Eine grüne Leuchtdiodenkette zeigt den Ladezustand der Akkus an, das gewaltige Zeigerinstrument vermeldet - blau beleuchtet - im Netzbetrieb den Ladestrom,im reinen Akkumodus den Entladestrom, dann im strahlenden Grün.

Rückseitig des S 2500 gibt es nach wie vor nur drei Verbrauchersteckdosen, so dass man in vielen Fällen eine zusätzliche Steckdosenleiste wird bemühen müssen. Der Performance des Gesamtsystems tut das aber keinerlei Abbruch. Ausuferndes zu technischen Details des Gerätes spare ich mir dieses Mal, das kennen Sie bestimmt schon aus unseren Betrachtungen der anderen Stromtanks. In der Praxis kam es mir gerade recht, dass ich zur Zeit eine Hochwirkungsgradkette mit (zumindest teilweise) 100-Dezibel-Lautsprechern und sehr stromhungrigen Röhrenverstärkern betreibe – der 805-Vollverstärker von Thivan Labs genehmigt sich fast ein halbes Kilowatt aus dem Netz und fordert den Stromtank damit schon ganz ordentlich.

Der Erfolg des Einsatzes des Gerätes stellt sich jedoch unmittelbar ein und erstreckt sich nicht einmal nur auf das, was aus den Lautsprechern kommt: Der mechanische Brumm der Netztrafos des Verstärkers ist fast völlig verschwunden. Das klappt mit dem PS Audio P10, der den Job normalerweise innehat auch, aber nicht ganz so gründlich. Die klanglichen Effekte schon des netzgestützten Betriebs am Stromtank sind nicht wegzudiskutieren. Zuerst einmal ist das Grundrauschen aus den Lautsprechern merklich niedriger und hat einen veränderten Charakter: Es gibt weniger störende höherfrequente Anteile. Dominique Fils-Aimé zum Beispiel stürmt „strombetankt“ förmlich ein paar Meter weite auf den Zuhörer zu, ihr Chor gruppiert sich in respektvoller Entfernung um die Frontfrau. Deutlich freier, deutlich farbiger als im direkten Betrieb ab Steckdose.

Der Umstieg auf reinen Akkubetrieb lässt die Sache fast etwas unheimlich werden: Deutlich mehr Druck bei den elektronisch erzeugten tiefen Tönen, mehr Schmelz in der Stimme, mehr Feuer an allen Ecken und Kanten. Wunderbar. Ähnliches mache ich bei der schrägen japanischen Rockband Kikagaku Moyo aus. Ab Akku klingt das 2004er Album „Forest Of Lost Children“ nochmals skurriler als ohne, aber auch liebenswerter, eingängiger. Der S 2500 Quantum schält den Charakter dessen, was da vorne passiert einfach sehr deutlich heraus. Am Ende ist es wie immer: Hat man sich da einmal dran gewöhnt, fällt der unvermeidliche Abschied von dieser Art der Klangverbesserung schwer. Also sein Sie gewarnt, wenn Sie diese Frischzellenkur für Ihre Anlage mal ausprobieren wollen.

Fazit

Stromtanks S 2500 Quantum liefert ohne Zweifel die überzeugendsten Klangverbesserungen aller Netzaufbereiter, die wir je ausprobiert haben.

Preis: um 22500 Euro

Hifi sonstiges

Stromtank S 2500 Quantum


11/2020 - Holger Barske

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Stromtank, Berlin 
Telefon 030 52688330 
Internet www.stromtank.com 
Garantie (in Jahren)
B x H x T (in mm) 480/310/450 
Gewicht (ca. in kg) 57 
Unterm Strich … Stromtanks S 2500 Quantum liefert ohne Zweifel die überzeugendsten Klangverbesserungen aller Netzaufbereiter, die wir je ausprobiert haben. 
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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 13.11.2020, 09:57 Uhr
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