Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Fink Team Kim


Zweiwegebox zu Ende gedacht

Lautsprecher Stereo Fink Team Kim im Test, Bild 1
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Ach, ist das befreiend, wenn man ab und zu mal mit echten Profis arbeiten kann. Und wenn man Einem in Sachen Lautsprecher dieses Schild an den Kittel hängen darf, dann ist es Karl-Heinz Fink

Ja, ich geb’s ja zu: Mitunter muss nach der Anlieferung vorzugsweise richtig teurer HiFi-Komponenten erst einmal ein Stündchen zum Lachen in den Keller. Was man da mitunter an „Philosophie“ serviert bekommt, welche Selbstverständlichkeiten einem als Sensation verkauft werden und welche bahnbrechenden Erkenntnisse die klassische Physik beim Entwickeln des Produktes pulverisiert haben, das ist mitunter schon amüsant.

So wie ich das sehe, gibt es im Bereich passiver Lautsprecher nur wenige Vorgehensweisen, die zu wirklich überzeugenden Ergebnissen führen. Alle jedoch bedingen langjährige Erfahrung und profunde Kenntnisse des Metiers. Leute, die regelmäßig über Zäune schauen und wirklich Innovatives auf diesem Sektor schaffen sind äußerst rar.

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Karl-Heinz Fink ist nicht umsonst einer der bestbeschäftigten und renommiertesten „Consultants“ im Bereich Lautsprecher überhaupt. Mit seiner im benachbarten Essen beheimateten Firma „Fink Consulting“ hat er sich den Ruf erworben, jedem Auftraggeber genau den bestmöglichen Lautsprecher zu entwickeln, der beim gegebenen Lastenheft möglich ist.

Vor ein paar Jahren hat Karl-Heinz beschlossen, mal den einen oder anderen Lautsprecher so zu bauen, wie er es für richtig hält und nicht die Vorgabe des Kunden. Dazu hat er das „Fink Team“ ins Leben gerufen und realisiert mit Hilfe von ein paar alten Freunden und ausgezeichneten internationalen Verbindungen derzeit drei Passivboxen, die sich in vielerlei Hinsicht von den Variationen immer gleicher Themen unterscheiden, die wir täglich so präsentiert bekommen.
Karl-Heinzens neuester Streich ist das kleinste Modell der Reihe namens „Kim“. Als Namenspatron hat er dabei Fähnrich Harry Kim, Brückenoffizier der USS Voyager gewählt. Das nächst größere Modell heißt übrigens „Borg“, die Typenbezeichnung entstammt ebenfalls dem Star Trek-Universum.

Kim ist eine Zweiwegebox mit Achtzoll-Tiefmitteltöner und AMT-Hochtöner. Zum Einstandpreis von 10000 Euro gibt’s fest mit der Box verschraubte Stahlrohrständer, die der Box eine genau definierte Neigung nach hinten verleihen. Das hat selbstredend System und hängt mit dem Hochtöner zusammen: Der in Zusammenarbeit mit dem Kölner Spezialisten Mundorf entwickelte Treiber strahlt wegen der Länge seiner Membran in der Vertikalen relativ stark richtend ab. Das Anwinkeln hilft dabei, in üblichen Hörentfernungen genau die Ohrhöhe des Zuhörers zu treffen. Die vertikale Bündelung ist mit Bedacht gewählt und soll Reflexionen an Boden und Decke minimieren. Der Hochtöner ist ein äußerst potentes Modell und wird schon ab 2,2 Kilohertz eingesetzt, was ihm wegen seiner großen Membranfläche nicht im Geringsten stört, die Klirrmessungen attestieren dem Wandler Bestnoten.

Der Tiefmitteltöner der Kim ist keiner, der den Regalen der einschlägig bekannten Zulieferer entstammt. Fink hatte genaue Vorstellungen von dem Treiber und lässt sich ein exakt maßgeschneidertes Chassis eigens fertigen. Der Achtzöller ist ein Prachtstück mit ziemlich voluminösem Ferritantrieb, den Schall bewegt eine Kompositmembran mit hohem Faseranteil, die weiche Rollsicke mit optimierter Schallabstrahlung trägt ihren Teil zu den erklecklichen Hüben bei, derer der Treiber fähig ist. Auf der Rückseite der Box gibt’s zwei Schalter zur Anpassung an Hörgeschmack und räumliche Gegebenheiten. Einer davon dient der Dämpfung des Oberbassbereiches, der mit Widerständen vor dem Tieftöne realisiert wird. Den Trick mit dem „überpotenten“ Tieftöner mit gezielter elektrischer Dämpfung ist einer, den Fink sehr schätzt. Schalter Nummer zwei passt den Hochtonpegel an. Nicht mit üppigen Pegelsprüngen, sondern im Bereich von Nuancen.

Die Frequenzweiche ist keines dieser aus gutem Grund beliebten minimalistischen Konzepte, wie man vielleicht hätte vermuten können. Vielmehr verfügt die Kim über eine recht komplexe Filterung vierter Ordnung, die zwischen den beiden Treibern trennt. Damit nicht genug: Ein Allpassfilter passt zudem die Phasenlage des Hochtöners im Bereich der Trennfrequenz an – eines der kleinen Geheimnisse, wie man zwei so unterschiedliche Treiber harmonisch miteinander verbindet. Dabei kommt ein insgesamt dreiteiliges Weichenensemble mit deutlich über 20 Bauteilen heraus. Beide Schallwandler sitzen fein säuberlich bündig in der relativ breiten Schallwand, eine großzügige Profi lierung hilft im Bereich des Hochtöners dem Abstrahlverhalten auf die Sprünge. Die Box ist nicht klein, wirkt aber durch den zierlichen Ständer und die Neigung trotzdem elegant. Dem Gehäuse sieht man seine technische Komplexität nicht ohne Weiteres an, dem Vernehmen nach besteht es aus über 80 Einzelteilen. Dafür gibt’s einen Sandwichaufbau der Wände mit innenliegender Dämpfungslage und diverse Resonatoren, die den rüchwärtig abgestrahlten Schall des Tieftöners gezielt dämpfen. Besonders interessant: Der Resonator, der mittig im Bassreflextunnel angreift und an dieser Stelle besonders effektiv agiert. Das sind Dinge, die gibt’s sonst bei so gut wie keinem anderen Lautsprecherprodukt, solche Kniffe bedingen ein profundes Wissen von der Materie und die Möglichkeiten, so etwas auch zu Ende zu entwickeln. Das absolut makellos gefertigte Gehäuse ist in verschiedenen Optikvarianten lieferbar, allen gemein ist eine im matten „Soft Touch“-Finish lackierte Schallwand, die sich sehr angenehm anfasst.

Vertäut wird die Kim via eines Paares überaus solider Kupferpolklemmen von Mundorf. Die können Bananenstecker aufnehmen oder Kabelschuhe unverrückbar fest klemmen. Was das Zuliefern der Musik angeht, ist die Kim ein erfreulich unkritischer Lautsprecher. Mit den knapp 15 Hybrid-Watt der Silvercore „Colelctor’s Edition“ kommt sie bestens zurecht, mit den 30 des Grandinote Shinai auch. Ein wenig mehr in Sachen Leistung vermag sie aber bestens umzusetzen, wie Versuche mit dem Cambridge Edge A eindrucksvoll bewiesen.

Die Kim strahlt breit und sehr homogen in der Horizontalen ab. Deshalb gibt’s bei der Aufstellung einige Freiheitsgrade, man darf die beiden Boxen sogar recht weit auseinander positionieren, ohne das die Abbildung in der Mitte leidet.

Bevor wir uns mit den üblichen Standardelementen eines Hörtest auseinandersetzen, lassen Sie mich zuerst mal ein paar ungewöhnliche Dinge in den Ring werfen, die ich sonst eher selten mit dem Klang eines Lautsprechers in Verbindung bringe und die mir sofort nach der erstem Begegnung auffielen. Sie klingt nämlich sprichwörtlich „wie geschmiert“, will sagen: Das Klangbild hat etwas ganz besonders Glattes, Geschmeidiges und Geöltes. Bei aller ohne Zweifel vorhandenen Akkuratesse gibt‘s einfach nichts Raues und Kantiges. Lautsprecher mit AMT-Hochtönern verursachen bei mir immer so eine Art Grundangst, weil ich zu viele davon höre, bei denen die Anbindung zugunsten des „Hallo, lieber Zuhörer, diese Box hat einen ganz tollen AMT als Hochtöner“-Effektes einfach schiefgeht. Bei der Kim gibt‘s nichts anderes als butterweiche Präzision. Vom Wirkungsbereich des Achtzöllers bis hinauf zum Ende des Spektrums. Hier tun sich Welten von Zwischentönen und Farben auf, die ich absolut erstaunlich finde und bei denen ich keinerlei Limitationen feststellen kann. Der Bass der Kim integriert sich perfekt ans Geschehen darüber. Er tönt fest, kontrolliert, wirkt aber nicht im Geringsten schlank oder begrenzt. Er tönt überaus satt, spart sich aber diesen Bassreflexton, die Variabilität ist auch hier absolut beeindruckend.

Herausragend: Die legendäre Misa Criolla-Enspielung von Jose Carreras. Die Trommeln auf dieser Aufnahme eignen sich zur Beurteilung der tieftonalen Fähigkeiten einer Komponente wie kaum etwas anderes. Bei der Kim macht‘s staubtrocken „Pock“. Nicht „Pong“ mit einem Rattenschwanz von Nachschwingern, nicht „Tock“ ob des nicht vorhandenen Volumens, sondern „Pock“. Sie verstehen, was ich meine. Die Kim klingt wie ein ziemlich großer und erwachsener Lautsprecher und darf sich von daher mit durchaus erwachsenen Standboxen messen, In dieser Hinsicht muss unsere „Ella“ ein wenig zurückstecken, die beim schieren „Impact“ der Kim nicht mithalten kann. Die Kim ist in ihrem Element, wenn sie gefordert wird. Wenn sie so etwas wie die das legendäre „Jazz At The Pawnshop“-Konzert mit beeindruckender Überzeugungskraft und bester Übersicht in den Raum stellt. Wenn eine Rickie Lee Jones in unnachahmlicher Manier hart an der Grenze zum Unangenehmen brilliert. Schwachpunkte finde ich bei diesem Wandler keine. Er mag so etwas wie die beste Allroundlösung fürs Musikhören in normal großen Räumen sein.

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Fazit

Finks Kim ist ein ungeheuer ausgewogener, perfekt geschmeidiger, von vorn bis hinten schlüssig und stimmig spielender Lautsprecher. Sicher mit das Beste, das es in dieser Klasse gibt.

Preis: um 10000 Euro

Lautsprecher Stereo

Fink Team Kim


05/2021 - Holger Barske

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb DC Klaassen, Lünen 
Telefon 0231 9860285 
Internet finkteam.com 
Gewicht ca. 25 kg 
Garantie 2 Jahre 
B x H x T 300 x 854 x 310 mm (incl. Ständer) 
Fazit Finks Kim ist ein ungeheuer ausgewogener, perfekt geschmeidiger, von vorn bis hinten schlüssig und stimmig spielender Lautsprecher. Sicher mit das Beste, das es in dieser Klasse gibt. 
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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 05.05.2021, 09:56 Uhr
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