Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Totem Acoustic Element Metal v2


Elementarteilchen

Lautsprecher Stereo Totem Acoustic Element Metal v2 im Test, Bild 1
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Auf den HiFi- und High-End-HiFi-Messen dieser Welt zählen die Vorführungen von Totem Acoustic von jeher zu meinen ersten Anlaufpunkten. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel groß(artig)en Klang die Kanadier aus meist recht kompakten Gehäusen – gerne auch Kompaktlautsprechern – zaubern. Zeit also, sich mal intensiv auch mit einem der größeren Modelle der Kanadier zu beschäftigen. Und als Heavy-Metal-Fan kommen mir die Totem Acoustic Element Metal in der aktuellsten Ausbaustufe v2 nur recht.

Hinter Totem Acoustic stehen Perfektionisten, die genau wissen, was sie wollen – und was nicht: Nämlich nicht unbedingt einen glatt gebügelten Mainstreamklang, der sich an perfekten Frequenzgängen als alleinigem Maßstab orientiert. Vielmehr wollen die Totem-Macher ihrem Bedürfnis nach livehaftigen Erlebnissen mit perfekter Impulsantwort, optimalem Phasenverhalten und gleichzeitig höchster Auflösung gerecht werden.

Lautsprecher Stereo Totem Acoustic Element Metal v2 im Test, Bild 2Lautsprecher Stereo Totem Acoustic Element Metal v2 im Test, Bild 3Lautsprecher Stereo Totem Acoustic Element Metal v2 im Test, Bild 4Lautsprecher Stereo Totem Acoustic Element Metal v2 im Test, Bild 5Lautsprecher Stereo Totem Acoustic Element Metal v2 im Test, Bild 6Lautsprecher Stereo Totem Acoustic Element Metal v2 im Test, Bild 7Lautsprecher Stereo Totem Acoustic Element Metal v2 im Test, Bild 8Lautsprecher Stereo Totem Acoustic Element Metal v2 im Test, Bild 9Lautsprecher Stereo Totem Acoustic Element Metal v2 im Test, Bild 10Lautsprecher Stereo Totem Acoustic Element Metal v2 im Test, Bild 11
Sehr schön auf den Punkt bringt das zum Beispiel dieser Teil des „Mission Statement“ von Totem-Acoustic-Gründer Vince Bruzzese: „Wir glauben, dass ein Lautsprecher die ganze Lebendigkeit und Vielfalt jedes Klangs übermitteln sollte, mit all den Qualitäten, die Livemusik so bewegend für die menschliche Seele machen. Dynamik, Transienten, Abklingzeit, Obertöne, Klangfarbe und Rhythmus müssen realistisch dargestellt werden. Das menschliche Ohr ist extrem empfindlich gegenüber Frequenzen, Amplituden und Impulsen – doch ist es der Biophysik noch nicht vollständig gelungen, zu verstehen, wie genau dies alles zusammenhängt. Deshalb führen wir für alle Prototypen und finalen Produkte umfangreiche Hörtests durch. Am Ende kommt es auf das Gefühl an.“ Und nun steht sie hier, die neue Totem Acoustic Element Metal v2. Äußerlich unterscheidet sich die v2 kaum bis gar nicht von ihrer Vorgängerin, doch technisch hat sich so einiges getan. Nachdem Totem Acoustic durch die Entwicklung der Totem Tribe Tower – dem nach eigenen Angaben kleinsten Fullrange-Standlautsprecher der Welt – einen reichhaltigen Erfahrungsschatz gewonnen hat, lag es nah, die Element Metal basierend darauf grundlegend zu optimieren. Kaum gedacht, so gemacht. Also hat das Team um Vincent Bruzzese einige Kniffe aus den 10-Zentimeter-Treibern der Tribe Tower auf die 18-Zentimeter-Chassis der Element Metal v2 (sowie des Zwei-Wege-Kompaktmodells Element Fire v2) umgelegt. Zum Beispiel haben die Kanadier das Magnetsystem der berühmten, von Hand im eigenen Hause gefertigten Torrent-Treiber von 16 auf 17 zylindrisch um die Schwingspule herum positionierten Neodymmagnete erweitert und die Dämpfung des Treibers mithilfe einer größeren Staubschutzkalotte angepasst. Die Schwingspule verfügt nun auch über eine robustere Tri-Laminat-Beschichtung, und das patentierte Antriebsdesign der Torrent-Treiber halte die Schwingspule kontinuierlich in das Magnetfeld eingetaucht – dies erlaube ein schnelleres und präziseres Ansprechen der Schwingspule, was sich in einem tiefer reichenden Bass bei gleichzeitig höherer Pegelfestigkeit immens verbesserter Basskontrolle und Impulstreue niederschlage, so Totem Acoustic. Erstaunlich ist zum Beispiel, wie wenig sich diese Ausnahmetreiber selbst bei hoher Lautstärke bewegen – dabei könnten sie einen Hub von 2,5 Zentimetern locker wegstecken. Diese Resultate können sich mehr als sehen lassen und erlauben es Totem Acoustic wiederum, ganz eigene, interessante Wege zu gehen: Der Hochtöner wird angesichts der Ankopplung an einen 18-Zentimeter-Tief-/Mitteltöner recht hoch bei 2,7 kHz mit einer Flankensteilheit von nur 6 dB / Oktave getrennt. Sorgen um Pegeleinbrüche im Präsenzbereich wegen dieser Ankopplung scheinen jedoch unnötig zu sein, denn die beiden Torrent-Tieftöner in der Element Metal v2 sollen einen gleichmäßigen und verzerrungsfreien Schalldruck bis etwa 3 kHz liefern, bevor dieser sanft um 7–8 dB absinkt und dann bis zu 5,2 kHz annähernd linear verläuft, um dann sanft weiter nachzulassen. Die Konsequenz daraus: Die beiden 18er-Treiber der Element Metal v2 dürfen beide ihren vollen Leistungsbereich abdecken und werden nicht(!) durch eine Frequenzweiche begrenzt – sind also quasi parallel laufende Breitbänder. Daher ist die Element Metal v2 entgegen ersten Vermutungen meinerseits auch weder ein 2,5- noch ein 3-Wege-Design, sondern ein 2-Wege-Design – streng genommen sogar ein 1,5-Wege-Design. Eine untere Grenzfrequenz von 26 Hz (die Torrent-Treiber haben eine erstaunliche und meines Wissens nach bei einem Treiber dieser Größe einzigartig niedrige Freiluftresonanz von 17 Hz) verspricht auf jeden Fall schon mal, dass die Pflicht mit Bravour bestanden wurde. Die Vermeidung von passiven Filterbauteilen als Grundvoraussetzung für Phasentreue und der linearere Amplitudenverlauf bis in den Mittelton hinein mache wiederum die bruchlose Ankopplung des Hochtons einfacher – so will man ziemlich viele Fliegen mit einer Klappe geschlagen haben. Ein weiterer Nebeneffekt der verbesserten Abstimmung sei es auch, dass sich die Lautsprecher nun deutlich flexibler und ohne Dröhngefahr im Hörraum platzieren ließen, so Totem Acoustic. Das sehr kompakte Gehäuse ist, wie bei Totem Acoustic üblich, im Inneren nur wenig oder gar nicht akustisch gedämmt – das raube zu viel akustische Energie, so das Credo von Vincent Bruzzese. Die Kunst ist es dann jedoch, dem Lautsprecher unerwünschte Resonanzen und Reflexionen auszutreiben – und das schafft Bruzzese mit seinen Gesamtkunstwerken wahrscheinlich besser als so ziemlich jeder andere gleichgesinnte Hersteller am Markt. Die Lautsprecher werden mit einer Dreipunkt-Aufstellung an den Boden angekoppelt. Interessant dabei ist, dass die beiden hinteren „Füße“ als Metallkugeln ausgeführt sind, die in kleinen Vertiefungen der an der hinteren Kante entlanglaufenden Fußleiste eingelassen sind.

Klang
Die Totem Element Metal v2 sind – und das möchte ich als Kompliment verstanden wissen – einem sehr guten aktiven Lautsprecher vom Grundcharakter her nicht unähnlich. Sie spielen so frisch, schnell, mit exzellenter Impulspräzision und -schnelligkeit sowie einem so kontrolliert-straffen und tief reichenden Bass, dass ich immer wieder an die physisch deutlich größeren und auch teureren aktiven Modelle von ATC denken muss. Das beste Zeugnis dafür legt zum Beispiel die staubtrocken reproduzierte Schlagzeugtrommel in Natalie Merchants „Giving up Everything“ ab – klasse, wie der druckvolle Impuls des Schlegel-Anschlags gleichberechtigt mit dem mächtigen Korpus der großen Toms von den zierlichen Totem Acoustic übertragen wird. Die Bühne gerät bei Bedarf groß – nein, sehr groß – und reicht sehr weit hinter die Lautsprecherebene. „Bei Bedarf“ heißt: Wenn ein Ensemble klein und nah aufgenommen wurde, dann gibt die Element Metal v2 das auch so wieder – die Spreizung von intimer Abbildung bis hin zu massiv weitläufigen Klanglandschaften gelingt den Kanadierinnen nämlich phänomenal gut. Die räumliche Ansprache der Totem Acoustic Element Metal v2 gerät dabei etwas weniger direkt und in-your-face als die des typischen Aktivisten-Lautsprechers – sagen wir, gnädiger – und doch wirkt das alles rasend schnell und ansatzlos-leicht. Die wunderbare Balance aus involvierendem Drive und Spannung sowie relaxter, unaufdringlicher Langzeittauglichkeit ist von daher bemerkenswert, als dass eine der charakteristischsten Eigenschaften vieler Totem-Acoustic-Designs sicherlich die Abstimmung des Hochtons ist – oder war –, ab dem sich unter Umständen der eine oder andere Fan blumig-warmer Klänge bisher ein wenig gestoßen haben könnte. Nicht weil die oberen Frequenzen in irgendeiner Art und Weise schlecht oder minderwertig war, ganz im Gegenteil. In Sachen Speed und Auflösung gab und gibt es wenig Konkurrenz für die Kalotten der Kanadier. Ähnlich wie die Wettbewerber von PMC setzt Totem Acoustic allerdings auf eine nicht gerade zurückhaltende Energieabstrahlung des oberen Frequenzbereichs. Mit den Element Metal v2 schafft Totem Acoustic es nun besser denn je zuvor, die Klarheit und Offenheit des Klangbildes mit einer minimal domestizierteren Abstimmung der Metallkalotte, die wie gehabt über eine vorgesetzte Kunststoff-Kappe zur Abstrahlungsoptimierung verfügt, zu verschmelzen. Bravo! Da passt es auch gut, dass der körperhaftdruckvolle Punch im Grundton vollkommen überzeugend und realistisch ausfällt, solange man freilich keine Presslufthammer-Technotracks in Berghain-Lautstärke fordert. Und um aus dem Quark zu kommen, brauchen die Totem Element Metal v2 noch nicht mal sehr hohe Pegel. Dabei wären realistische Livelautstärken eines Orchesters gar kein Problem, denn die relativ zierlichen Lautsprecher spielen verzerrungsfrei und ohne erkennbare Anstrengung annähernd bis an die Schmerzgrenze des Hörers heran.

Unabhängig und frei
Das Klangbild der Kanadierinnen löst sich unabhängig vom gespielten Musikmaterial vollständig von den Lautsprechern ab. Die feine, ja für eine Metallkalotte geradezu erstaunlich seidige Auflösung, der kohärente und natürliche Stimmenbereich und die mühelose räumliche Offenheit erinnern mich an die besten Hörerlebnisse mit legendären Avalon-Acoustics-Modellen wie der Opus Céramique oder gar den gut doppelt so teuren Eidolon N. Hier kommt sicherlich die deutlich verbesserte Homogenität dank der optimierten Übergabe der Frequenzen zwischen Mittel- und Hochtöner der v2-Version zum Tragen. Selbst komplexer Progressive Metal wie der von Tesseract kommt immer angenehm, druckvoll und homogen aus den Treibern der Element Metal v2. Ein fantastisch transparenter und gut durchhörbarer Grundtonbereich, der dabei keinesfalls hohl klingt oder den rechten Schuss an Erdigkeit vermissen lässt, rundet dieses Bild von tonaler Homogenität und und zeitlicher Kohärenz perfekt ab. Das alles wirkt gleichzeitig rasant und entspannt, bestens durchhörbar mit locker-leichter Feindynamik. So baut man wirklich langzeittaugliche Lautsprecher mit gleichzeitig herausragender Auflösung.

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Fazit

Die Totem Acoustic Element Metal v2 sind erstaunlich kompakte und großartig universelle Lautsprecher mit einem Bonus für Fans von handgemachter, emotional aufgeladener Musik – kurz gesagt, Genusshörer mit Faible für eine unaufdringlich hohe Auflösung und variabel große virtuelle Bühnen. Noch besser, als das Preisschild suggeriert.

Preis: um 16900 Euro

Lautsprecher Stereo

Totem Acoustic Element Metal v2


01/2020 -

Ausstattung & technische Daten 
Paarpreis 16.990 Euro 
Vertrieb Highend Company, Frauenfeld, Schweiz 
Telefon +41 71 911 8690 
Internet www.highendcompany.ch 
Garantie (in Jahre) 3 Jahre für Endkunden 
B x H x T (in mm) 298/1105/378 mm 
Gewicht (in Kg) 33,3 kg 
Ausführungen ICE (weiß) oder Dusk (schwarz) 
Fazit Die Totem Acoustic Element Metal v2 sind erstaunlich kompakte und großartig universelle Lautsprecher mit einem Bonus für Fans von handgemachter, emotional aufgeladener Musik – kurz gesagt, Genusshörer mit Faible für eine unaufdringlich hohe Auflösung und variabel große virtuelle Bühnen. Noch besser, als das Preisschild suggeriert. 
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