Kategorie: Lautsprecher Surround

Einzeltest: Canton Chrono 5.2


Marktlücke

Lautsprecher Surround Canton Chrono 5.2 im Test, Bild 1
1080

Überzeugende Klangqualität, gute Verarbeitung, das ohnehin attraktive Preis-Leistungsverhältnis sowie die edle Optik der Karat-Serie. Diese Zutaten ergeben Cantons neue Linie namens Chrono, die HEIMKINO als erstes im Mehrkanalbetrieb testen durfte.

Bislang klaffte zwischen Cantons Bestsellern, der GLE-Serie und den Schmuckstücken der legendären Karat-Linie eine relativ große Lücke. Diese hat Deutschlands führender Lautsprecherhersteller aus dem Taunus mit der Chrono nun geschlossen und bietet seinen Kunden ein umfangreiches Produktportfolio, welches sowohl für Heimkinoeinsteiger als auch für -profis die passenden Kombinationen bereit hält.

Ausstattung

Bei der ersten Vorstellung der neuen Chrono-Serie durch Canton-Chefentwickler Frank Göbl im HEIMKINO-Testraum fallen zunächst die silbrig glänzenden Metall-Ringe auf, die als unverkennbares Merkmal den besonderen Stellenwert im Sortiment der hessischen Boxenschmiede deutlich machen. Diese setzten die mit Aluminiummembranen bestückten Schwingsysteme elegant in Szene, die Canton in ähnlicher Form auch in seinen Highend- Modellen wie der Vento-Reference einsetzt.

Lautsprecher Surround Canton Chrono 5.2 im Test, Bild 2Lautsprecher Surround Canton Chrono 5.2 im Test, Bild 3Lautsprecher Surround Canton Chrono 5.2 im Test, Bild 4Lautsprecher Surround Canton Chrono 5.2 im Test, Bild 5
In der Drei-Wege-Standbox, genannt Chrono 509 DC, finden sich drei dieser Chassis mit einem Durchmesser von je 180 Millimetern, von denen zwei für die reine Tieftonwiedergabe zuständig sind. Der dritte, im oberen Teil sitzende Treiber kümmert sich hingegen um die detaillierte Reproduktion mittelfrequenter Schallanteile. Erwartungsgemäß setzt Canton auch in diesem Treiber- Trio seine patentierte Wave-Sicke ein, die schon in anderen Modellen beeindruckte. Das Besondere ist, dass dank der mehrfach gewölbten Aufhängung eine größere Auslenkung der Schwingeinheit möglich wird. Zudem wird die Membran kontrollierter geführt, ohne von zurückgeworfenen Resonanzen beeinflusst zu werden: Diese Technik reduziert Klangverfälschungen auf ein absolutes Minimum. Zwischen Mittelton- und Basstreibern befindet sich der in Cantons bewährter „Transmission Frontplate“ sitzende, 25 Millimeter messende Alu- Mangan-Tweeter. Dieser Aufbau sorgt für eine Steigerung des Wirkungsgrades und optimiert das Rundstrahlverhalten des Hochtöners. Alle vier Treiber sitzen im Übrigen in der hochwertig lackierten Schallwand der etwa 105 Zentimeter großen Standbox.

Stereo …

Die wunderschöne und breite Bühnenabbildung, die ich in der Stereowiedergabe des Eagles-Klassikers „Hotel California“ über die beiden 509DC geboten bekomme, deutet an, welches Potenzial in diesen Standlautsprechern steckt. Angetan von der tollen Performance fordere ich das Duo nun mit der etwas ruhigeren, aber auch anspruchsvolleren Christy-Barons-Aufnahme „Aint No Sunshine“. Trotz der dynamischen und voluminösen Darstellung des Basses, der hier als einziges Begleitinstrument dient, wird die zart hauchende Stimme der zierlichen Künstlerin nicht verdrängt, sondern bleibt klar im Vordergrund. Das rauchige Ambiente ist fast fühlbar und verleitet mich dazu, mir Zeit für weitere Titel der „I Thought About You“-CD zu nehmen. Übrigens: Um eine perfekte Bühnenabbildung zu erreichen empfiehlt es sich, die 509 ganz leicht auf den Hörer auszurichten.

… und Mehrkanal

Um das 509er-Duo heimkinotauglich zu machen, erweitere ich es um die Regallautsprecher 502, den Center 505 CM und gleich zwei Subwoofer namens AS 525 SC. Natürlich entspringt auch dieses Quartett der neuen Chrono-Serie und wurde nach den gleichen Vorgaben entwickelt wie die 509 DC. So sind alle Familienmitglieder mit identischen Chassis bestückt, die nur in der Größe kleinere Abweichungen hinnehmen mussten. So arbeitet der Center im Vergleich zum Haupt- und Effektlautsprecher lediglich mit 160 statt 180 Millimeter messenden Tief- und Mitteltonchassis. Nach einer dreitägigen Einspielzeit und einigen Versuchen in puncto Aufstellung kann es endlich losgehen. Gerade bei der Platzierung der beiden Bassmeister beweist sich hier wieder einmal, dass eine um wenige Zentimeter veränderte Positionierung das Klangbild extrem verbessern kann. Los geht es mit „Irgendwann in Mexico“, wo mich zunächst die sehr gute Sprachverständlichkeit des Centers beeindruckt. Gerade in leisen Passagen weiß Cantons Septett zu glänzen. So wird die hallige Atmosphäre in der Kathedrale perfekt reproduziert, in der sich der Mariachi kurz vor dem großen Showdown mit seinem Auftraggeber unterhält. Die kurz darauf im Kampfgetümmel aufkommenden Explosionen, Schüsse und Faustschläge bleiben ebenfalls detailreich, wenn auch im Tiefbass leicht überbetont. Weiter geht es mit „Underworld“. Besonders gespannt bin ich, wie die Hatz der Werwölfe auf die Vampire im Untergrund dargestellt wird, und werde gleich überrascht. Zwar klingen die Chronos hier nicht ganz so brillant wie die großen Geschwister aus der Karat-Serie, sind aber verdammt nahe dran. Die Furcht einflößenden Schreie werden akkurat reproduziert und gehen mir wahrlich durch Mark und Bein. In den folgenden Kampfszenen zeigt das System dann, was es in Sachen Detailabbildung zu leisten imstande ist. Hier fällt mir vor allem die extrem gute Abstimmung zwischen Mittel- und Hochtöner auf, die gerade im Grenzbereich von etwa drei Kilohertz für einen nahezu perfekten Übergang sorgt, ohne dass Klanginformationen verschluckt oder unnötig betont werden.

Labor

Die Frequenzgangmessung nehmen wir, wie üblich, an den Frontlautsprechern vor, da diese den größten Teil aller Klanginformationen in einem Heimkinosystem zu Gehör bringen. Die Chrono 509 DC bestätigt auch auf dem Papier die aus dem Klangtest gewonnenen Erkenntnisse. Der relativ lineare Amplitudengang (maximal plusminus vier Dezibel Abweichung) zieht sich dabei im Null- und 15-Grad-Winkel über das gesamte Frequenzspektrum von 100 Hertz bis 20 Kilohertz. Selbst im sonst eher kritisch zu bewertenden 30- Grad-Winkel zeigen die hessischen Schallwandler beste Werte, wobei das Messergebnis zwischen vier und zehn Kilohertz sogar noch einen Tick besser ausfällt als bei den zuvor ermittelten Werten.

Fazit

Mit dem Schritt, die Lücke zwischen GLE- und Karat-Linie zu schließen, hat Canton eine sinnvolle Entscheidung getroffen. So haben die Hessen die Rosinen aus den beiden Serien gepickt und zur neuen Chrono-Linie vereint: Die optische Annäherung an die Karat sowie das sehr gute Preis- Leistungsverhältnis sind die ersten Argumente die dafür sprechen, sich dieses Set einmal ausführlich zu Gemüte zu führen. Wer sich dann noch die Zeit nimmt, die Chronos einmal im Stereo- wie Mehrkanaleinsatz zu hören, wird verwundert sein wie, nah sie an ihre großen Brüder herankommt.

Preis: um 3190 Euro

Lautsprecher Surround

Canton Chrono 5.2

Spitzenklasse


12/2009 - Roman Maier

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