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Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Audel Magika


Magisch talentiert

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Es ist schon erstaunlich, welche Vielfalt an immer ansprechender gestalteten Lautsprechern der Markt in den letzten Jahren geschaffen hat – allen Unkenrufen vom sterbenden HiFi-Markt zum Trotz. Die Audel Magika sind mit ihrem wohlproportionierten, geschwungenen Gehäuse und den geschmackvoll ausgewählten Hölzern ein Bilderbuchbeispiel dafür – aber sie müssen natürlich auch in Sachen Klang überzeugen

Schon vor dem Hörtest bin ich mir ziemlich sicher, dass die Audel Magika mich klanglich überzeugen werden, schließlich haben die großen Schwestern, die Audel Malika (auch ich musste ob der Namensähnlichkeit zwei mal nachschauen, als ich die kleinen Neulinge zum ersten Mal in den Händen hielt), mich vor einem Jahr schon mehr als überzeugt, ja geradezu überrascht. So viel solides Bassfundament mit so wenig Treiberfläche, das hört man nicht alle Tage. Die Magika verschärfen das Streben nach Effi zienz noch weiter, indem sie auch am Gehäusevolumen sparen und als Kompaktlautsprecher daherkommen. Sie bedienen sich wie die Malika eines 5,5-Zoll-Treibers mit dem schönen Namen „new Curv Cone“ für die tiefen und mittleren Frequenzen. Dieses Basschassis besitzt eine gewebte Membran aus „sich selbst versteifendem Polypropylen mit hervorragender innerer Dämpfung“, so Hersteller Seas. Gleichzeitig soll Curv deutlich steifer sein als herkömmliches Polypropylen. Auch der 2,5-Zentimeter-Hochtöner von Scan-Speak findet sich so im größeren Schwestermodell, der „arabischen Königin“ (Malika ist arabisch für Königin) wieder. Die Frequenzweiche ist wie in der Malika mit 6 dB/Oktave ausgelegt.

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Das bedeutet auf der einen Seite, dass nur geringe Phasendrehungen zu erwarten sind, beide Chassis aber über ein recht breites Spektrum hinweg parallel spielen, so dass besondere Sorgfalt bei der Auswahl aller Bauteile und der beiden Treiber gefragt ist. Das Lautsprecherkabelanschlussfeld ist auch hier ausschließlich für Single-Wiring ausgelegt – in dieser Preisklasse ist es meines Erachtens sowieso der bessere Weg, sich auf die Kernkompetenzen eines Lautsprechers zu konzentrieren, als in Feintuningmaßnahmen zu investieren, die erst dann Sinn ergeben, wenn die Basisqualität einer Komponente so hoch ausfällt, wie es nur ein Entwicklungsbudget erlaubt, das eine deutlich extravagantere Preisgestaltung erfordern würde. Die Anfassqualität des Terminals ist über jeden Zweifel erhaben, hier hat Audel ordentlich vorgelegt. Da die Audel Magika zur CTL-Familie gehört, darf sie sich auch über dieselbe Gehäusequalität wie die Malika freuen, mit durchgehender Birke-Multiplex-Struktur des eigentlichen Gehäuses und farblich kontrastierender Schallwand. Italienischer Geschmack ist eben unschlagbar. In dieser „Composed Transmissionline“ spielen Tief- und Mitteltöner auf einen komplexen Schallgang, der dazu dient, die höheren Frequenzen des rückwärtigen Schalls möglichst effektiv zu unterdrücken.

Da das Holz nur gewachst und nicht lackiert ist, bleiben die natürliche Struktur und seidige Anfassqualität erhalten. Man muss auch erwähnen, dass Audel-Lautsprecher nicht auf seelenlosen Produktionsstraßen bei irgendeinem Massenhersteller fremdproduziert werden, sondern in einem sechs tägigen Produktionsprozess in bester Manufakturtradition von Hand und von bestens geschulten Fachkräften zusammengebaut werden – und das merkt man.

Klang

Die äußere Form schlägt sich irgendwie auch im Klang der Audel Magika nieder: Sie sind mit einer gewissen natürlich wirkenden Eleganz in der Wiedergabe gesegnet, die Musikhören zu einer fast schon intim anmutenden Erfahrung macht. Und das selbst dann, wenn man es nicht erwartet: Meine musikalische Neuentdeckung im Zuge der Hörsessions für das Lautsprecherjahrbuch 2017 ist ganz klar der fantastisch lebendige Soundtrack zu „God of War“. Dessen dynamische Gangart und die strahlenden Hochton- sowie Mitteltonattacken sind eine echte Herausforderung für jeden Lautsprecher – insbesondere, wenn es sich um Kompaktmodelle wie die Audel Magika handelt. Hier soll ja viel Luft verschoben werden, die Räumlichkeit darf selbst angesichts der Fülle von Informationen nicht verwaschen oder gar in sich zusammenfallen, und die annähernd wirklichkeitsgetreue Wiedergabe von grobdynamischen Impulsen ist essenziell für den Realismus der Wiedergabe – besonders aber für den Spaß des Hörers. Dass die Magika in dieser Disziplin nicht in Bereiche vordringen, wie es deutlich größere Lautsprecher vermögen, ist vollkommen verständlich und war abzusehen.

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Für einen Achtungserfolg reicht es dennoch: Bis hin zu gehobener Zimmerlautstärke vermisst man eigentlich nur den physisch erlebbaren Bassdruck, und auch akustisch blenden sich die Audel Magika erst deutlich unter 50 Hz aus (Audel gibt 37 Hz als untere Grenzfrequenz an). Dabei spielen sie in unserem Hörraum frei stehend mindestens 1,5 Meter von jeder Wand entfernt – näher zur Rückwand stehend steigert sich auch der Bassdruck deutlich, wie ich kurzerhand ausprobiert habe. Das ganz große Dynamik-Kino mit all den „Bells & Whistles“ ist sicherlich nicht die Kernkompetenz der kleinen Audel Magika. Diesen Eindruck will sie nicht vermitteln, und das kann man auch von einem Kompakten dieser Größe nicht erwarten. Was sonst so passiert, das ist allerdings wirklich allererste Sahne. Da wäre zuallererst die Räumlichkeit, die so wandelbar ausfällt wie die Aufnahme es vorgibt. Ein wenig achtsam bei der Platzierung der Audel Magika sollte man allerdings sein: Stehen die beiden Lautsprecher auf einer zu breiten Basis, verlieren sich die akustischen Zusammenhänge etwas – bei nicht mehr als etwa 2,2 Metern Abstand zueinander klinkt das Stereopanorama aber wieder richtig ein (bei etwas weniger als drei Metern Hörabstand). Mit besagtem „God-of-War“- Soundtrack verliert sich die Bühne irgendwo in der Tiefe des Raums, wobei sie schon auf der Lautsprecherebene beginnt.

Zwar beschränkt sie sich nach oben und unten hin auf einen relativ schmalen Bereich in der Vertikalen, in Breite und Tiefe allerdings ist das Cinemascope in 3D – ohne die leichten Kantenverwaschungen heutiger 3D-Filmtechnik, denn die Abbildung von Schallereignissen ist klar, präzise und differenziert holografi sch. Bei kleineren Besetzungen wie zum Beispiel dem Andy Sheppard Quartet auf „Surrounded by the Sea“ wird die Bühne kleiner und intimer – die Audel Magika fangen die Atmosphäre der Aufnahmesession sehr schön ein, verweigern sich aber auch hier einer Abbildung vor der Lautsprecherebene. Beide Aufnahmen belegen genauso wie Yellos „Toy“ exemplarisch, wie schnell und fein auflösend die Hochtöner der Magika agieren können – und wenn es die Aufnahme hergibt, auch mit dem nötigen scharfkantigen Schneid. Weichspüler sind die Audel Magika nämlich nicht, sondern tonal neutral und ehrlich. Toll, wie losgelöst die elektronischen Spielereien in Yellos „Kiss the Cloud“ aus den Magika fließen – schwerelos und magisch realistisch in den Raum gestellt. Dass sie – in den Grenzen des physikalisch Machbaren – auch Bass und Dynamik aller Couleur beherrschen, macht sie zu einer der schönsten bezahlbaren Alternative im Kompaktlautsprecher- High-End-Bereich.

Fazit

In kleinen und mittelgroßen Räumen dürften auch anspruchsvolle Hörer mit der Magika nichts vermissen. Sie sind unbestechliche, klanglich wie optisch elegante Lautsprecher mit hohem Auflösungsvermögen, ausgewogener Tonalität und holografischer Abbildung.

Preis: um 3390 Euro

Audel Magika


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Ausstattung & technische Daten 
Paarpreis 3.390 Euro 
Vertrieb Beisecker HiFi-Vertrieb, Kaiserslautern 
Telefon 0631 35788094 
Internet www.beisecker-hifi.de 
Garantie (in Jahre) 3 Jahre 
Ausführungen Birke Multiplex, Ebenholz-Frontblende, gewachst. 
B x H x T (in mm) 200/380/330 
Gewicht (in Kg) 8 kg/Stück 
Unterm Strich... In kleinen und mittelgroßen Räumen dürften auch anspruchsvolle Hörer mit der Magika nichts vermissen. Sie sind unbestechliche, klanglich wie optisch elegante Lautsprecher mit hohem Auflösungsvermögen, ausgewogener Tonalität und holografischer Abbildung. 
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