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Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Horns Symphony 10


Wohnraumtauglicher Hornlautsprecher der tugendhaften Art

Lautsprecher Stereo Horns Symphony 10 im Test, Bild 1
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Sie sind Hornfan? So richtig? Sie möchten‘s so unverblümt wie möglich um die Ohren gehauen bekommen? Dann müssen Sie jetzt ganz tapfer sein – das hier ist nämlich ein Horn für „normale“ Musikhörer

Ein bisschen Unruhe bei der ersten Begegnung ist durchaus verständlich. Wenn man in zwei gut halbmetergroße, strahlend orangefarben leuchtende Trichter blickt, dann weckt das ein gewisse Erwartungshaltung an einen Lautsprecher. In diesem Falle steht das Orange jedoch für Sonnenschein pur: Die Horns Symphony 10 ist auch akustisch eine strahlende Schönheit. Horns – richtig, das gab‘s hier und da an dieser Stelle schon mal. Dahinter steckt ein Hersteller aus Polen, dessen Karriere mit der Fertigung von „Trichtern“ begonnen hat, wie das, was man bei Lautsprechern landläufig „Hörner“ nennt, eigentlich heißt. Mittlerweile allerdings hat sich das Hauptgeschäft auf die Fertigung von kompletten Lautsprechern verlegt, natürlich unter Einsatz der hauseigenen Trichter. Die Zehn in der Typenbezeichnung des Lautsprechers steht für die Größe des Tieftöners in Zoll, ergo werkelt hier ein rund 25 Zentimeter durchmessendes Exemplar. Es gibt auch noch eine Symphony 13, die dem einen oder anderen Leser der Publikationen unseres Hauses bekannt vorkommen dürfte: Jene Box mit – richtig: 33 Zentimeter- Bass hatten wir nämlich schon für unser Lautsprecherjahrbuch 2019 zu Gast. Das hier, das ist die etwas wohnraumtauglichere Variante davon, die normalerweise für 11250 Euro zu haben ist. Zur Einführung allerdings gibt’s das Paar erst einmal für 9900 Euro. Und nein, die Farbgestaltung unseres Testpärchens ist beileibe nicht die einzige Option in optischer Hinsicht, Farben und Oberflächen sind in weitem Rahmen verhandelbar. - auch Furniere sind machbar. Das ist übrigens ist etwas, dass den Hersteller von vielen Mitbewerbern unterscheidet: Hier ist ein hohes Maß an Individualität machbar, und das ohne horrende Aufpreise.

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Mal eben irgendwo hinstellen und anhören ist so eine Sache mit der Symphony 10. Der Lautsprecher ist nämlich ernsthaft schwer: 55 Kilogramm nimmt man sowohl im wörtlichen als auch übertragenen Sinne nicht auf die leichte Schulter. Der Hauptgrund dafür ist das überaus solide Bassgehäuse. Der Woofer vom traditionsreichen französischen Hersteller Audax steckt nämlich in einem extrem dickwandigen MDF-Gehäuse. Dabei sind Front und Rückwand besonders üppig dimensioniert, die Seitenwände gerieten etwas weniger luxuriös. Der eingesetzte Treiber ist übrigens ein äußerst interessanter Vertreter seiner Zunft: Bei ihm hat man versucht, den unvermeidlichen Kompromiss zwischen Tiefgang, Wirkungsgrad und Volumenbedarf ein wenig in Richtung Wirkungsgrad zu schieben, ohne dabei die Basswiedergabe zu vernachlässigen. Und so verschiebt eine ziemlich leichte Papiermembran die Luft, die von einer eher kurzen und nicht zu großen Schwingspule angetrieben wird. Die Führung besorgt eine extrem verlustarme Schaumstoffsicke, als Antrieb dient ein ordentlicher Ferritmagnet. Der kernige Antrieb sorgt für einen Brutto-Wirkungsgrad des Treibers von merklich über 90 Dezibel, nach der Filterung durch die Frequenzweiche bleiben davon echte 90 Dezibel übrig. Der Bass hat das Geschehen bis knapp ein Kilohertz fest in der Hand, darüber übernimmt der gut einen halben Meter durchmessende Trichter, ein überaus solides, dickwandiges und „klopffestes“ Kunststoffkonstrukt. Hinten angeflanscht ist ein Druckkammertreiber mit zwei Zoll Schallaustritt, was in dieser Kombination mehr als üppig ist. Dank leichter und steifer Titanmembran spielt die Einheit ohne Probleme bis deutlich über die 20-Kilohertz-Marke. Der Treiber selbst steckt gut verpackt in einer stabilen Röhre hinter dem Trichter, Das Ganze hängt in einer verstellbaren Stahlkonstruktion, über die Neigung lässt sich die Treiberposition an den Hörabstand anpassen. Weitere geschmackliche Variationen sind über den Drehregler hinten auf dem Hochtongehäuse realisierbar, mit der Mittelstellung hat man einen guten Startpunkt für individuelle Anpassungen. Die Kabelverbindung zur im Bassgehäuse montierten Frequenzweiche erfolgt über feine Silberleitungen von Albedo, angeschlossen wird über Nextgen-Terminals von WBT – was sonst. Ein Blick auf die Frequenzweiche offenbart eine angenehm unkomplizierte Auslegung mit Filtern zweiter Ordnung und gute Bauteile – genau so mögen wir das. Es gibt mindestens zwei zusätzliche Details, die der Symphony 10 optisch sehr gut bekommen. Das ist zum Einen die leichte Neigung des Bassgehäuses nach hinten, was der Sache eine gewisse Leichtigkeit verleiht und zum anderen die magnetisch gehaltene Stoffabdeckung für den Tieftöner. Sie macht den Treiber fast komplett unsichtbar und fällt klanglich nicht auf – ich hab’s probiert. A propos Probieren: Wie sieht der denn aus, der perfekte Treibsatz für die Symphony 10? Was Sie bevorzugen bleibt natürlich Ihnen überlassen, ich persönlich würde die Horns erst einmal nicht mit Minimalverstärkern aus der Röhren-Single-Ended- Ecke versorgen. Schon deshalb nicht, weil es keine Impedanzlinearisierung gibt und der Wirkungsgrad zwar mehr als anständig ist, aber eben nicht so hoch, wie es solche Spezialisten gerne hätten. Der allseits beliebte Thivan Labs 811 Anniversary zum Beispiel offenbart an der Box seinen enorm offenen und freien Charakter zwar problemlos, jedoch verliert das Klangbild seinen Reiz beim ungenierten Rechtsdreh am Pegelsteller recht zügig. Wenn Röhre, dann bitte etwas aus der Push-Pull-Abteilung oder einen kleinen, aber feinen Class- A-Transistor-Amp. Als perfektes Werkzeug hat sich der großartige Riviera Levante erwiesen, die der Symphony im Class-A-Betrieb auch den letzten Rest an Aggressivität nimmt und die Konstruktion zum sanft schnurrenden Kätzchen werden lässt. Wie zum Beispiel das brandneue Fleet Foxes-Album „Shore“ ganz eindeutig unter Beweis stellt. Die Symphony 10 spielt das mit dem Levante enorm souverän, voluminös und getragen. Und das interessanterweise nicht nur im Bass, wo man es hätte vermuten können, sondern auch im Hoheitsgebiet des Trichters. Bei runden Hörnern nach dem Traktrix- oder Kugelwellenprinzip bin ich immer etwas vorsichtig, die können nämlich gerne mal etwas mehr „Horn“, als es mir lieb ist. Bei der Symphony 10 ist davon nichts zu spüren. Das Klangbild hat die Größe, die zu einem tief eingekoppelten Horn dazugehört, es hat die Transparenz und den Detailreichtum. Die Fleet Foxes haben ihre ganz typische Moll-Gangart und lassen im wahrsten Sinne des Wortes tief blicken. Den warmen und wohlige Tenor, den das Album unten herum verbreitet, trifft die Kombination bestens und lässt den Zuhörer so richtig im Sound baden. Dass es wir es bei der Box dennoch mit einem echten Raubtier zu tun haben, offenbart sich, wenn der Riviera im AB-Betrieb läuft. Der Bass gewinnt merklich an Drive, wirkt trotzdem schlanker und asketischer, auch im Mittelhochtonbereich ändert sich die Balance etwas. Der Präsenzbereich legt zu, die Stimme tritt deutlicher hervor, das wohlige Gefühl lässt ein wenig nach. Ob das die richtigere Gangart ist? Reine Geschmackssache, würde ich sagen. Etwas ECM-Jazz gefällig? Das wunderbare 2017er Werk „Blue Maqams“ von Anouar Brahem, Dave Holland, Jack DeJohnette und Django Bates ist eines, bei dem ich die Pegelsteller an den Hochtönern sogar etwas weiter aufdrehe. Die Beckenarbeit des Ausnahmeschlagzeugers verträgt dieses Maß an Extra-Aufmerksamkeit einfach, zumal die großen Trichter sich hier abermals äußerst artig verhalten. Hier bevorzuge ich ganz eindeutig die extrem flüssige und entspannte Gangart des Levante im Class-A-Betrieb – eine wunderbare Kombination. Und wie sieht‘s unten herum aus? Erfreulich! Die Symphony 10 ist kein Bassmonster, aber sie schafft souverän das, was eine Standbox abbilden muss, um alle Arten von Musik realistisch zu reproduzieren. Und das mit Nachdruck, wie zum Beispiel das Schlagzeug auf dem fantastischen Causa Sui-Longplayer „Szabodelico“ beweist. Obwohl pegelmäßig zurückhaltend eingespielt, offenbart die Symphony 10 die Wucht und den Tiefgang der Bassdrum mit Bravour. Auch hier fällt wieder der Hang des Lautsprechers zu einer feinen, wohldosierten Form der Transparenz auf. Sehr gut, unbedingt anhören!

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Fazit

 Die Symphony 10“ offenbart Horntugenden wie Dynamik und Detailreichtum en masse. Ihr Klang ist frei von Verfärbungen und tonalen Auffälligkeiten. Bei der Verstärkerwahl gilt es Sorgfalt walten zu lassen, der Lautsprecher reagiert stark auf das vorgeschaltete Equipment

Preis: um 9900 Euro

Horns Symphony 10


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Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Len HiFi, Duisburg 
Telefon 02065 544139 
Internet lenhifi .de 
Garantie 2 Jahre 
B x H x T 540 x 1350 x 420 mm 
Gewicht: ca. 55 kg 
Unterm Strich... » Die Symphony 10“ offenbart Horntugenden wie Dynamik und Detailreichtum en masse. Ihr Klang ist frei von Verfärbungen und tonalen Auffälligkeiten. Bei der Verstärkerwahl gilt es Sorgfalt walten zu lassen, der Lautsprecher reagiert stark auf das vorgeschaltete Equipment 

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Autor Holger Barske
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Und wie üblich haben wir einen genauen Blick auf neue Dinge geworfen, mit denen der Analogfan das Erlebnis Schallplatte zu etwas Besonderem machen kann. Wir hätten unter Anderem drei potente Phonovorstufen in verschiedenen Preisklassen im Angebot, zwei sehr besondere Lautsprecher und einen feinen, erfreulich bezahlbaren Plattenspieler aus Italien. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre!
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Es geht wieder in Richtung Herbst und Winter - wegen der doch eingeschränkten Möglichkeiten, sich draußen zu betätigen, die Hauptsaison der gemütlichen Musik- und Filmabende in den eigenen vier Wänden.
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Aber auch die klassischen Hifi-Themen kommen nicht zu kurz: So haben wir die PS-Audio-Stellar M1200 Endstufen getestet, mit deren Leistung von über 1000 Watt pro Kanal dynamisch keine Wünsche mehr offen bleiben.
Viel Spaß beim Lesen!
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Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
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