Kategorie: Phono Vorstufen

Einzeltest: MalValve preamp three phono


Phonovorstufe MalValve preamp three phono

Phono Vorstufen MalValve preamp three phono im Test, Bild 1
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Eigentlich tut er sowas nicht, der Essener Rohrenprofi Dieter Mallach: Modellwechsel propagieren. Deswegen erzahlen Sie am Besten nicht weiter, was Sie hier im Begriff sind zu erfahren

Klar musste ich nachgucken. Und es hat eine Weile gedauert, mich von dem Schock zu erholen. Die MalValve-Phonovorstufe „preamp three phono“ habe ich LP Ausgabe 2/2006 besprochen. Also vor ziemlich genau vierzehn Jahren. Und wenn Sie mehr oder weniger regelmäßig einen Blick in unsere „Gespieltes“-Rubrik werfen, dann wissen Sie, das besagtes Gerät dort regelmäßig aufgeführt ist. Was daran liegt, dass es seit dann tatsächlich 14 Jahren, wie es so schön heißt, „Arbeitsgerät der Redaktion“ ist. In diesen vierzehn Jahren hat es die Verlagsräumlichkeiten sehr selten verlassen, manchmal habe ich‘s mit nach Hause genommen, um es als Vergleichsnormal für Geräte zu nutzen, die ich mir zuhause angehört habe.

Phono Vorstufen MalValve preamp three phono im Test, Bild 2Phono Vorstufen MalValve preamp three phono im Test, Bild 3Phono Vorstufen MalValve preamp three phono im Test, Bild 4Phono Vorstufen MalValve preamp three phono im Test, Bild 5Phono Vorstufen MalValve preamp three phono im Test, Bild 6Phono Vorstufen MalValve preamp three phono im Test, Bild 7Phono Vorstufen MalValve preamp three phono im Test, Bild 8Phono Vorstufen MalValve preamp three phono im Test, Bild 9Phono Vorstufen MalValve preamp three phono im Test, Bild 10Phono Vorstufen MalValve preamp three phono im Test, Bild 11Phono Vorstufen MalValve preamp three phono im Test, Bild 12Phono Vorstufen MalValve preamp three phono im Test, Bild 13
Wo das Gerät all die Jahre nicht war: Ganz oben auf den Essener Bergen, in Werden, noch oberhalb des kupplungsmordend steilen Viehauser Berges, wo Dieter Mallach wohnt und arbeitet. Weil: Es gab keinerlei Grund, das Gerät dort vorbeizubringen. Es hat all die Jahre vollkommen klaglos seinen Dienst verrichtet. Ohne auch nur die allergeringsten Probleme. Wohlgemerkt: Wir reden von einem Gerät, in dem zwölf Röhren die delikaten Arbeit der Phonovorverstärkung übernehmen. Ein- oder zweimal haben wir die Maschine an unsere Messtechnik geklemmt. Nur um zu checken, ob nicht vielleicht die eine oder andere Röhre nennenswert Emissionen eingebüßt hat. Ich kann Sie und mich beruhigen: Sie hat nicht. Keine von den Zwölfen. Die Maschine ist perfekt in Schuss. Bis zum heutigen Tag.

Vor einiger Zeit fragte Dieter Mallach, ob wir das Gerät nicht mal aktualisieren wollten – er hätte da im Lauf der Zeit ein paar Sachen geändert, die mir klanglich vielleicht gefallen könnten. Eigentlich wollte ich nicht, denn diesen Fels in der Brandung gegen irgendetwas anderes zu tauschen hielt ich für ein Sakrileg. Wenn die Änderungen jedoch behutsamer Natur wären und sich ganz bestimmt nicht auf die Solidität der Gesamtkonstruktion auswirken würden – dann wollte ich mal nicht so sein.

Tatsächlich hat‘s beim preamp three phono im Laufe der 14 Jahre zwei Updates gegeben. Die Dieter Mallach aber nicht an die große Glocke gehängt hat. Die 2006er Ausgabe war demnach ein „MK 4“, die aktuelle Variante ein „MK 6“. Nach so langer Zeit erscheint es mir nicht sinnvoll, ausschließlich auf den Unterschieden herumzureiten – lassen Sie uns das Kunstwerk als Ganzes würdigen.

Wie alle verstärkenden MalValve-Gerätschaften ist auch der preamp three phono eine Konstruktion, die ausschließlich mit Röhren arbeitet und bei der Halbleiter nur periphere Funktionen erfüllen dürfen. Dieter Mallach baut vorzugsweise symmetrisch und kompromissarm, wie seine Erfolgsprodukte der letzten Jahren eindrucksvoll beweisen: Er hat nämlich Kopfhörerverstärker salonfähig gemacht, die mit der Sackkarre bewegt werden wollen und die auch ganz prima Lautsprecher auf Trab bringen können. Ganz so schlimm ist es beim kleineren der beiden aktuell lieferbaren Phonovorverstärker nicht. Trotz fetter 15-Millimeter-Alufront, zehn Millimeter dickem verchromtem Messing- Firmenloge und fünf nicht weniger materialstrotzenden Drehknöpfen kommt das Gerät nur auf erträgliche elf Kilogramm. Ein wesentlicher Grund dafür liegt in der Stromversorgung begründet, die nach dem schaltenden Prinzip arbeitet und den oder die üblichen klotzigen Trafo(s) überflüssig macht. Mallachs Stromversorgugen sind jedoch weit mehr als schnöde Schaltnetzteile von der Stange und es spricht für die Cleverness der Konstruktion, dass er bis zum heutigen Tag de Einzige mir bekannte Hersteller im HiFi-Business ist, der seine Geräte so speist. Das funktioniert mit einer zweiteiligen Anordnung: Die Netzspannung wird zunächst auf ein (handelsübliches) „Power Factor Corrector“-Modul geführt, an dessen Ausgang eine stabile 400-Volt-Gleichspannung zur Verfügung steht. Davon ausgehend generiert ein selbst erdachter Schaltregler alle Spannungen, die für das jeweilige Gerät gebraucht werden. Die Vorgehensweise garantiert eine „gesunde“ Last für das Stromnetz, optimale Entkopplung vor Störungen und sehr stabile Ausgangsspannungen bei erträglicher Größe und geringem Gewicht.

Beim preamp three phono gibt‘s ordentlich was zu versorgen: Gleich zwölf Röhren wollen mit lebensspendendem Saft versorgt werden. Alle Röhren in MalValve- Geräten (zumindest die Vorstufenröhren) tragen den Stempel des Essener Herstellers. Das liegt daran, dass er sich damals, als das noch ging, mit nennenswerten Mengen ausgezeichneter Markenware – vorzugsweise von Siemens – eingedeckt hat. Und wenn die Stückzahlen stimmten, dann war auch ein „Custom Label“ kein Problem. Das zweite charakteristische Bauteil in einem MalValve-Verstärker sind Übertrager. Im Falle der preamp three phono gibt‘s derer sechs Stück, von denen jeweils zwei auf einem Steckmodul montiert sind. Seit einiger Zeit setzt der Hersteller selbstgewickelte Ringkernübertrager mit nanokristallinen Kernen ein – so ziemlich das Feinste, was man heute in dieser Hinsicht bekommt. Jeder Übertrager steckt fein säuberlich in einer abschirmenden „Dose“.

Und warum sechs Übertrager? Weil zwei Stück den Signalausgang bilden und jeweils zwei an jedem der beiden Eingänge angeordnet sind. Womit wir unmittelbar bei der ziemlich speziellen Art und Weise wären, wie dieses Gerät bedient wird. Der Drehknopf ganz links, der bestimmt über Wohl und Wehe des Eingangsgeschehens bestimmt der Drehschalter ganz links. Übrigens der Einzige, der mit einer Beschriftung aufwarten kann. Was vermutlich an mir liegt, ich habe mich lange Jahre über den „Blindflug“ bei der Bedienung des Gerätes geärgert. An den anderen Knöpfen steht nach wie vor nichts darn – das hätte schlicht platzmäßig nicht gepasst.Besagter Knopf links wählt einen der zwei Eingänge und seine Funktion: MM oder MC mit einer einer von drei Verstärkungen. Die dem MM-Teil vorgeschalteten Übertrager verstärken fünf-, zehn- oder 20-fach. Um bei den sich daraus ergebenden Tonabnehmerabschlussimpedanzen kein heilloses Chaos zu erleben, schließt Mallach seine Übertrager auf der Primärseite ab. Das hat den Vorteil, dass der Abtaster bei jedem eingestellten Übertragungsverhältnis den gleichen Widerstand „sieht“. Nur im MMBetrieb sind andere Abschlüsse vorgesehen. Über diesen Parameter bestimmen, getrennt nach Eingängen, die beiden Drehknöpfe halb rechts. MCs lassen sich in acht Stufen mit Widerständen zwischen 100 Ohm und 47 Kiloohm beschalten, MMs ebenfalls achtstufig zwischen 10 und 100 Kiloohm. Die einzigen Anzeigeelemente des Gerätes sind sechs Leuchtdioden: drei quittieren die Eingangskonfiguration, drei zeigen den gewählten Eingang und den Betriebszustand an.

Und dann wäre da noch der zweite Drehknopf von links: Entzerrerkurven, jede Menge Entzerrerkurven. Acht verschiedene mehr oder weniger exotische Varianten des Themas lassen sich hier anwählen, die mitgelieferte Literatur gibt Auskunft darüber, welche Schalterstellung was tut.

Im Inneren des Gerätes haben sich nur Details geändert, geblieben ist der vorbildlich saubere modulare Aufbau mit Steckplatinen. Zwölf Röhren, insgesamt 36 Relais (vermutlich habe ich noch ein paar übersehen) und jede Menge passive Komponenten sind in beeindruckend aufgeräumter Manier angeordnet – das ist ein echter dreidimensionaler Aufbau, bei dem jede Ecke des Gehäuses genutzt wird.

Das Gerät kostet 9500 Euro. Was absolut betrachtet für eine Phonovorstufe eine gewaltige Menge Geldes darstellt, in Anbetracht des Gebotenen aber ein echtes Sonderangebot ist. Bedenken Sie: Das hier ist Handmade In Germany (with a little help the CNC-Maschine im Keller), mit quasi unbezahlbaren New Old Stock-Röhren ausgestattet und strotzt an allen Ecken und Kanten vor Besonderheiten.

Und Dieter hat Recht: Der Sound der neuen Inkarnation der Maschine hat sich deutlich gewandelt. Der bisherige preamp three phono tönte zwar ungeheuer farbig und mächtig, hatte aber auch eine leicht nach unten hin verschobene tonale Balance. Das ist beim neuen Gerät ganz deindeutig nicht mehr der Fall. Die Farbstärke ist noch da, die Wucht kommt etwas zivilisierter rüber, dafür gibt‘s Feinheit und Akkuratesse am oberen Ende des Spektrums, wo bislang eine etwas robustere Gangart vorherrschte. Dynamisch kann dem preamp three phono hüben wie drüben ohnehin kaum eine andere Konstruktion das Wasser reichen. Ganz große Phonokunst – wir reden dann in vierzehn Jahren nochmal darüber.

Preis: um 9500 Euro

Phono Vorstufen

MalValve preamp three phono


02/2021 - Holger Barske

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Mallach HiFi Vertrieb, Essen 
Telefon 0201 408084 
Internet www.malvalve.de 
Garantie (in Jahren) 2 Jahre 
B x H x T (in mm) 483 x 100 x 315 mm 
Gewicht ca. 11 kg 
Unterm Strich... Fast fünfstellig und doch ein Sonderangebot: Die prall ausgestattete vollsymmetrische MalValve ist der Traum eines jeden Röhrenfans und klingt extrem geradlinig und dynamisch. 
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Datum 24.02.2021, 09:58 Uhr
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