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Kategorie: Phono Vorstufen

Einzeltest: B.M.C. Audio MCCI


Direkteinspritzung

Phono Vorstufen B.M.C. Audio MCCI im Test, Bild 1
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Über die Phonovorstufe „MCCI“ weiß ich mittlerweile eine ganz Menge, was nicht zuletzt aus ihrer Vorgeschichte resultiert. Eines allerdings, das muss ich gestehen, habe ich im Zusammenhang mit dem neuen Hersteller B.M.C. Audio völlig vergessen nachzufragen

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Plattenspieler/Tonarme:


Acoustic Solid Machine/SME M2-12

Transrotor Fat Bob/SME3500

Clearaudio Master Reference/ Unifiy 12”

Tonabnehmer:


Benz LP-S

MFSL C3.5

Clearaudio DaVinci

Vorverstärker:


Audio Research LS17

MalValve pre amp three line

Endverstärker:


SymAsym

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Lautsprecher:


Lumen White Artisan

K+T Prototyp

Gegenspieler



Phonovorverstärker:


-Pass XP-15
-Audio Research Reference Phono 2
-MalValve preamp three phono


Und das ist, was sich hinter dem Kürzel „B.M.C.“ eigentlich verbirgt. Möglich wäre zum Beispiel, dass es für „Bernd, Manfred und Carlos“ steht: Bernd – das ist Bernd Hugo, einer der beiden Gründerväter des bis zum heutigen Tage aktiven Unternehmens Restek; eine Firma, die in Deutschland High-End-Geschichte mitgeschrieben hat. Manfred; das ist Manfred Penning, ebenfalls aus dem Dunstkreis um Restek stammend, aber über die Jahre auch noch mit einer Mange anderer Projekte am Markt vertreten. Bleibt noch Carlos; der heißt mit Nachnamen Candeias, ist zumindest zur Hälfte portugiesischer Elektronik-Derwisch und firmierte in den Neunzigern auch schon mal unter eigenem Namen mit damals ziemlich angesagten Pyramidenstümpfen, in denen sich Verstärker und CD-Player versteckten. Carlos‘ Vita ist abwechslungsreich, letztlich jedenfalls landete er in China, entwickelte Elektronik für diverse Unternehmen (zum Beispiel für C.

Phono Vorstufen B.M.C. Audio MCCI im Test, Bild 2Phono Vorstufen B.M.C. Audio MCCI im Test, Bild 3Phono Vorstufen B.M.C. Audio MCCI im Test, Bild 4Phono Vorstufen B.M.C. Audio MCCI im Test, Bild 5Phono Vorstufen B.M.C. Audio MCCI im Test, Bild 6Phono Vorstufen B.M.C. Audio MCCI im Test, Bild 7
E.C. und AQvox) und ist immer noch hungrig: All die elektronischen Geistesblitze nur für andere Leute ausbrüten, das war’s dauerhaft nicht. Und deshalb gibt’s jetzt B.M.C. Audio: den Zusammenschluss dreier altgedienter Recken, die dem Markt mal so richtig zeigen wollen, wo die Wurst wächst. Das Debüt auf der diesjährigen High End in München jedenfalls sorgte schon mal für mächtig Aufmerksamkeit, und die Herren ließen keine Gelegenheit aus, jedem Besucher äußerst appetitlich anzusehende rote Platinen mit Unmengen von gelb-orange-farbenen Elkos zum Bestaunen in die Hand zu drücken. Die Verpackung, in der diverse dieser Module in den Handel kommen sollten, tat der Aufmerksamkeit auch nicht eben Abbruch: Sehr hübsch gestylte Massivaluminium- Quader mit teilverspiegelter Front und einem riesigen Drehknopf als wiederkehrendes gestalterisches Element. Derzeit gibt es drei Geräte unter dem Label B.M.C. (eine Phonovorstufe, ein modularer CD-Spieler und ein D/A-Wandler); dazu wird sich aber noch einiges mehr gesellen: Das Verstärkerkonzept hat Carlos Candeias natürlich schon in der Schublade. Logisch, dass sich die „LP“ zuerst auf die Phonovorstufe gestürzt hat, die mittlerweile für 1.900 Euro in den Läden steht. Die Typenbezeichnung „MCCI“ steht für „Moving Coil Current Injection“. Was einerseits Auskunft über die anzuschließende Tonabnehmerbauart gibt und zum anderen ein wesentliches Detail des zugrunde liegenden Schaltungsprinzips offenbart. Das Gerät funktioniert nur mit klassischen MC-Systemen; MMs oder High-Output- MCs müssen außen vor bleiben. Was wiederum unmittelbar mit der „Stromeinspritzung“ zu tun hat. Hinter der etwas theatralischen Bezeichnung verbirgt sich eine besondere Schaltungstopologie: Der MCCI wertet den vom Tonabnehmer gelieferten Strom aus und nicht, wie üblich, die anstehende Spannung. Dieser Stromeingang braucht einen relativ niederohmigen Generator, wie ihn nur ein MC mit seinen wenigen Windungen darstellt. Ein MM hat einen erheblich höheren Drahtwiderstand, eine viel höhere Induktivität. Und gerade letztgenannte würde bei dieser Schaltungstechnik zu erheblichen Frequenzgangfehlern führen. Aus diesem Grunde haben wir messtechnisch auch vor der MCCI kapituliert; die Nachbildung eines passenden Generatorausgangs war uns, obgleich durchaus möglich, einfach zu aufwendig. Ich hoffe Sie sehen uns nach, dass wir ausnahmsweise ein paar Messungen vom Hersteller veröffentlichen. Wenn Ihnen die Technik irgendwie bekannt vorkommt, dann gibt’s dafür gute Gründe: Tatsächlich nämlich fußt der ebenfalls von Carlos Candeias entwickelte AQvox „Phono 2 Ci“ (mittlerweile in einer MK2-Version erhältlich) ebenfalls auf diesem Prinzip, und von dem haben wir an dieser Stelle schon ausführlich berichtet. Hüben wie drüben haben Sie als Anwender von diesem Aufbau einen großen Vorteil: Sie müssen sich über die Tonabnehmeranpassung keine Gedanken mehr machen, die Geschichte mit dem Parallelwiderstand gibt’s hier schlicht nicht mehr, fälschlicherweise wird die Topologie auch gerne als „selbstanpassend“ bezeichnet. Auf der Rückseite des schmucken Alugehäuses manifestiert sich das pro Kanal in Form von zwei XLR-Anschlüssen und einem Cinch-Anschluss. Letzterer ist ein Ausgang, der XLR-Einbaustecker auch. Die XLR-Buchse bildet den Eingang, und wer daraus folgert, dass es sich bei der MCCI um ein vollsymmetrisches Konzept handelt, der tut das zu Recht. Mittels eines entsprechenden Adapters kann man Tonabnehmer auch unsymmetrisch anschließen, aber so richtig den Kern der Sache trifft man erst, wenn man sich ein von vornherein mit XLR-Steckern konfektioniertes Tonarmkabel zulegt. Die vollsymmetrische Nutzung hat zudem den Vorteil, dass man sich über die Erdung offensichtlich keine Gedanken mehr machen muss: keine Spur von Brumm oder gar Radioempfang, und das ohne Anschluss des Plattenspieler-Erdungskabels. Von vorn gibt’s bei der MCCI ebenfalls nicht viel zu tun: Der dicke runde Drehknopf fungiert als satt klackender Netzschalter, links gibt’s einen Taster zum Dimmen der ohnehin dezent weißen Beleuchtung, rechts einen zum Stummschalten der Ausgänge. Wer die Verstärkung umschalten will oder das Subsonic-Filter aktivieren, der muss schrauben: Auf jeder der beiden Verstärkerplatinen (eine pro Kanal) lässt sich Entsprechendes per Steckbrücke bewerkstelligen. Die empfindliche Eingangsstufe des Gerätes ist mit einer ganzen Armada von SMD-Bauteilen realisiert und steckt unter einer verkupferten Stahlblechhaube; Mengen von Leuchtdioden arbeiten als rauscharme Referenzspannungsquellen. Die extreme Rauscharmut der Schaltung resultiert aus der Parallelschaltung vieler Einzeltransistoren, was in Verbindung mit Vollsymmetrie zu einem eklatanten Aufwand führt. Die Geschichte über Candeias patentierte „Load Effect Free“-Verstärkertechnik spare ich mir hier, auf der Webseite des Herstellers gibt’s weitergehende Informationen. Fest steht jedenfalls, dass hier mitnichten Selbstverständlichkeiten auf vergoldete Vierlagenplatinen gelötet werden, sondern einzigartiger Hirnschmalz. Das gilt auch für die Versorgung, die nämlich ein Schaltnetzteil modernster Prägung darstellt. Das Vertrauen des Herstellers in seinen potenziellen Hochfrequenz-Störsender ist immens, denn er darf direkt neben die Verstärkerplatinen mit ins Gehäuse, ohne gesonderte Abschirmmaßnahmen. Das Resultat ist trotzdem TotenstilleRespekt.Und genau das ist auch das, was klanglich als erstes bei der MCCI auffällt. Es herrscht Ruhe. Gewiss, mit dem Ohr direkt vor dem 95-Dezibel-Lautsprecher ist noch ein minimales Rauschen zu vernehmen, aber das ist schon verdammt wenig für eine Phonovorstufe – ohne Erdungsanschluss, wie gesagt. Solcherlei Qualitäten bleiben auch klanglich nicht ohne Folgen, was uns mithilfe des Benz LP-S denn auch gleich unmissverständlich klar wurde. Der als lockerer Einstieg gedachte Titelsong des letzten wirklich guten Springsteen-Albums „Devils & Dust“ ließ binnen Sekunden Außergewöhnliches vermelden: Eine perfekt in der Mitte festgenagelte Gesangsstimme mit superscharfer Kontur, eine immens tiefe Staffelung im Raum und trotz nicht cinemaskopischer Breite eine absolut fantastische Sortierung des Geschehens. Genau das ist eines der Highlights der MCCI – ihre dezente, aber über die Maßen feine Raumabbildung. Bei aller ausgefeilten Technik lässt die MCCI ruhestromtypische Qualitäten (praktisch alle Stufen arbeiten im Class-A-Betrieb) anklingen: oben herum seidig, aber mit Energie; in den Mitten klar, ausdrucksstark und mit Biss. Das Bassfundament ist einen Tick voluminöser als üblich, nicht ganz so in Stein gemeißelt, wie man es vielleicht hätte vermuten können, aber das ist auch gut so; bei aller zwifellos vorhandenen Präzision verleiht dieser Umstand dem Klangbild einen Schuss Wärme, etwas Wohliges, etwas – jawohl, Analoges. Jawohl, das geht – auch mit einer hochmodernen Einspritzanlage. Übrigens: „B.M.C.“ steht tatsächlich für „Balanced Music Circuit“ – mir gefällt meine Interpretation aber irgendwie besser.


Messtechnik-Kommentar


Wie gesagt – wir stützen uns hier auf Herstellerangaben, da es nicht so einfach ist, dem Stromeingang messtechnisch beizukommen. Demnach weicht die MCCI zwischen 20 Hz und 20 kHz um maximal 0,25 Dezibel vom Frequenzgangideal ab; ihre Entzerrung verfügt über die sogenannte „Neumann-Zeitkonstante“, die schneidstichelbedingte Nichtlinearitäten bei hohen Frequenzen kompensiert. Der Rauschabstand beträgt jenseits von 80 Dezibel(A), was für eine MC-Phonovorstufe herausragend gut ist. Das schaltbare Subsonic- Filter senkt den Frequenzgang bei 10 Hz um 6 Dezibel ab. Der Stromverbrauch des Gerätes liegt im Rahmen und beträgt etwa 20 Watt.

Fazit

Das Debüt des neuen Herstellers B.M.C. darf als absoluter Volltreffer gelten. In dieser Preisklasse dürfte es derzeit praktisch unmöglich sein, eine andere vollsymmetrische Phonovorstufe mit einem so transparenten, aber nie nervigen Klang zu finden.

Preis: um 1900 Euro

B.M.C. Audio MCCI


-

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb B.M.C. Audio, Kassel 
Telefon 0561 47398150 
Internet www.bmc-audio.de 
Garantie (in Jahren)
B x H x T (in mm) 435/91/350 
Gewicht (in Kg)
Unterm Strich... » Das Debüt des neuen Herstellers B.M.C. darf als absoluter Volltreffer gelten. In dieser Preisklasse dürfte es derzeit praktisch unmöglich sein, eine andere vollsymmetrische Phonovorstufe mit einem so transparenten, aber nie nervigen Klang zu finden. 

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Die neue "LP" ist da!
Und wie üblich haben wir einen genauen Blick auf neue Dinge geworfen, mit denen der Analogfan das Erlebnis Schallplatte zu etwas Besonderem machen kann. Wir hätten unter Anderem drei potente Phonovorstufen in verschiedenen Preisklassen im Angebot, zwei sehr besondere Lautsprecher und einen feinen, erfreulich bezahlbaren Plattenspieler aus Italien. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre!
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