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Kategorie: Phono Vorstufen

Einzeltest: DBL The Wand EQ


Es kann so einfach sein

19937

Entwickeln. Bauen. Hören. Das ist der Firmenname und die simple Maxime Simon Browns, der mit seinem Tonarm „The Wand“ für einiges Aufsehen gesorgt hat und zuerst ein Laufwerk und jetzt die brandneue Phonostufe „EQ“ nachlegt

Dabei steht Brown ganz offen dazu, dass die eigentliche Entwicklung der Elektronik von den Kollegen aus dem Hause Pure Audio geleistet wurde – er selbst stand nur Pate bei der klanglichen Abstimmung und bei der Namensgebung „EQ“, die nicht etwa für die „equalization“, also die Entzerrung der RIAA-Schneidkennlinie steht, sondern für den „emotional quotient“, den eine gute Komponente seiner Meinung nach bei der Musikwiedergabe haben soll. Nun, damit gehe ich konform, ebenso mit der Ansicht, dass es eine gute Idee ist, sich von Pure Audio eine Phonovorstufe bauen zu lassen, habe ich doch eben erst ein exzellentes Gerät der Neuseeländer eine ganze Weile in meinen eigenen vier Wänden beherbergen dürfen. Entsprechend der deutlich hemdsärmeligeren Herangehensweise der Firma DBL ans Thema analoge Wiedergabe ist der DBL-Phonovorverstärker zum einen deutlich weniger aufwendig und damit auch günstiger für den Endkunden – ohne zu viel an Qualität zu opfern, so viel sei schon einmal verraten. Rustikal geht es auch beim Gehäusedesign zu: Statt das allgegenwärtige Aluminium verwendet Brown einen Klotz aus Birkensperrholz, in den er die benötigte Kammer für die Platine fräst. Das ist in mehrerlei Hinsicht pragmatisch: Zum einen ist Birke Multiplex gut zu verarbeiten, dabei leicht und doch sehr stabil im Sinne hoher Steifigkeit. Weil es sich aber immer noch um ein Naturmaterial handelt, ist auch die innere Dämpfung nicht zu verachten. Und weil die Phonostufe optional auch direkt in die Sperrholzzarge des Plattenspielers The Wand 14-4 eingebaut werden kann, ist der Fräsprozess auch weitgehend der selbe. Vorteil des Einbaus der Phonostufe in den Plattenspieler: Konkurrenzlos kurze Signalwege und Wegfall einer Steckverbindung in einer Kleinsignalstrecke. A propos Steckverbindung: Anders als bei den meisten in Doppel-Mono-Aufbau ausgeführten Geräten ist die Buchsenbelegung der EQ nicht spiegelsymmetrisch ausgeführt – meine erste Befürchtung, ein Kanal sei kaputt, hat sich jedenfalls nicht bewahrheitet. Im Inneren des kleinen Holzkästchens geht es aufgeräumt zu: Die Verstärkung wird mit rauscharmen J-FETs erledigt, zwischen den Verstärkerstufen gibt es eine passive RIAA-Entzerrung. Die Bauteilequalität ist gut, an den entscheidenden Stellen sogar recht edel. Aus Platzgründen wurde auf einen Kondensator-Overkill verzichtet, was ich persönlich begrüße, denn seien wir einmal ehrlich: Riesige Mundorf-Kondensatoren mit mehreren hundert Volt Spannungsfestigkeit, die den ganze Rest der Schaltung überschatten, machen doch manchmal einen mehr bemühten als technisch wirklich erforderlichen Eindruck. Die Treiberstufe am Ausgang ist kräftig und mit einer Ausgangsimpedanz von 100 Ohm auch niederohmig genug, um auch längere Kabel ohne Verluste betreiben zu können, natürlich vorausgesetzt, der nachgeschaltete Verstärker ist hochohmig genug am Eingang. Eingangsseitig lässt sich der Wand EQ zwischen MM- und MC-Betrieb umschalten, was 40 Dezibel, beziehungsweise 62 Dezibel Verstärkung bedeutet. Dem entsprechend sind ganz leise MC-Systeme außen vor, was sich auch in den drei wählbaren Eingangsimpedanzen von 82, 100 und 470 Ohm für den MC-Betrieb niederschlägt. MM-Systeme werden klassisch mit 47 Kiloohm abgeschlossen. Und mit diesem Wert bin ich auch in den Hörtest eingestiegen – zunächst einmal mit dem Acoustic Solid 110 mit dem werksseitig montierten Ortofon 2M Red. Und ich gebe es gerne zu, dass ich eine deutlich längere Zeit als geplant mit dieser Kombination verbracht habe. Das Schicksal des Testers ist es ja, mehr oder weniger fremdbestimmt und gehetzt durch eine ganze Farbpalette an Kombinationsmöglichkeiten zu eilen. Dieses Mal dachte ich mir: „Nö, ist gerade so schön.“ Ich gestehe, dass ich auch einer der Leute bin, die angesichts des 2M Red fast schon reflexartig das Upgrade auf des 2M Blue empfehlen. Mit dem DBL The Wand EQ konnte das System aber mit einer durch und durch erwachsenen und kompletten Wiedergabequalität überzeugen. Tonal sehr ausgewogen mit ansprechender Dynamik und einer wirklich überzeugenden Räumlichkeit vermittelte die Kombination die Illusion, ein deutlich teureres Frontend vor sich zu haben. Dass einiges davon auf die vorzügliche Phonostufe zurückzuführen war, konnte ich recht schnell anhand einiger, sagen wir, nicht ganz optimal klingender Platten herausfinden: Die Tendenz des Ortofon- Systems, auch bei schlechter klingenden Platten auch mal ein Auge zuzudrücken, wurde ihm von der sehr fein auflösenden Phonostufe klar ausgetrieben. Aber erst umgekehrt wird ein Schuh draus: Bei sehr guten Pressungen ließ die Wand EQ das Ortofon zu ganz großer Form auflaufen, so dass ich mich gar nicht erst mit kleinteiligen Schritten aufgehalten habe und als Nächstes gleich ein System montiert habe, das eine Zehnerpotenz teurer war. Das van den Hul The Frog Gold konnte die Ehre Edel-Abtaster dann doch recht souverän retten: Hier zeigte unsere Phonovorstufe einmal, welches Auflösungsvermögen sie wirklich hat: Details, die sich vorher immerhin schon erahnen ließen, wurden nun ganz präzise freigestellt und ließen sich im Gesamtkontext der Wiedergabe klar und dauerhaft verfolgen. Die Fähigkeit unseres Gehörs, von Weitwinkel auf Makro umzuschalten – um mal in der Sprache der Fotografie zu bleiben – wird von einem so genauen Gerät wie der Wand EQ bereitwillig unterstützt. Mit Ecken und Kanten geht es tief hinab in den Basskeller – die Grenze dessen, was der Hörer im Tiefsttonbereich noch differenzieren kann, verschiebt sich hier scheinbar deutlich. Und genau so klar und nachvollziehbar sieht es am anderen Extrem des Hörbereichs aus: Auch die höchsten wiedergegebenen Höhen sind mehr als nur Ambiente und Obertöne. Und der namensgebende emotionale Quotient kommt bei aller messerscharfen Präzision nicht zu kurz, denn eine technisch so exakte Wiedergabe holt die Musik doch genau so aus der Rille, wie sie irgendwann einmal aufgenommen wurde: Pur und emotional, wie live gespielt. Ich würde sagen, damit hat Simon Brown seinem Firmennamen alle Ehre und uns Hörern eine weitere große Freude gemacht.

Fazit

Die DBL The Wand EQ ist eine Phonostufe nach unserem Geschmack: Sauber entwickelte Technik sorgt für Musikgenuss pur.

Preis: um 1300 Euro

DBL The Wand EQ


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Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Input Audio, Gettorf 
Telefon 04346 600601 
Internet www.input-audio.de 
B x H x T (in mm) 208/48/127 
Gewicht 0,5 kg 
Unterm Strich... » Die DBL The Wand EQ ist eine Phonostufe nach unserem Geschmack: Sauber entwickelte Technik sorgt für Musikgenuss pur. 

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Autor Thomas Schmidt
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Die neue "LP" ist da!
Und wie üblich haben wir einen genauen Blick auf neue Dinge geworfen, mit denen der Analogfan das Erlebnis Schallplatte zu etwas Besonderem machen kann. Wir hätten unter Anderem drei potente Phonovorstufen in verschiedenen Preisklassen im Angebot, zwei sehr besondere Lautsprecher und einen feinen, erfreulich bezahlbaren Plattenspieler aus Italien. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre!
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Nach wochenlangen zähen Verhandlungen sind die EISA-Awards nun vergeben - Sie finden in dieser Ausgabe die Vorstellung sämtlicher Preisträger, die wir Fachjournalisten aus den Testgeräten des letzten Jahres ausgesucht und für preswürdig befunden haben.
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